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Wie Facebook mit seinen Nutzern experimentiert

FacebookDie Überschrift klingt hart, doch anders ist der Massenversuch einiger Wissenschaftler an fast 700.000 Facebook-Nutzern wohl kaum zu umschreiben. In dem Versuch wurden Teile der Nutzer in ihrer persönlichen Neuigkeiten-Spalte besonders stark mit positiven oder negativen Themen konfrontiert. Anschließend wurde dann anhand der Statusmitteilungen der Nutzer untersucht,  ob ihre Gefühle davon beeinflusst wurden.

Möglich wurde das Experiment, weil Facebook den Wissenschaftlern die Möglichkeit eingeräumt hat, den Algorithmus für den News-Feed anzupassen bzw. dies für die Tests entsprechend vorgenommen hat.

Zunächst einmal bestätigt der Versuch das, was viele Nutzer schon länger befürchten, dass nämlich Facebook ihnen nicht jene Neuigkeiten liefert, die sie haben möchten (also das, was durch “Gefällt mir” oder Freundschaften signalisiert wurde), sondern jene Neuigkeiten, die Facebook für geeignet hält.

Zum anderen sind solche Massenversuche an Menschen meines Erachtens höchst problematisch, denn wer weiß, was passiert, wenn solche Manipulationen außer Kontrolle geraten.

Das Ergebnis der Untersuchung war übrigens, dass sich die Nutzer durch die Anpassungen des News-Feeds manipulieren ließen – auch dies sollte uns mit Blick auf den wachsenden Einfluss von sozialen Netzwerken in unserer Gesellschaft zu denken geben.

Warum ich die #Krautreporter nun doch unterstütze

KrautreporterIch unterstütze nun doch die Krautreporter.

Vorweg gesagt: Für mich bleiben viele der gestern beschriebenen Fragezeichen bestehen. Ich bin nicht glücklich mit Teilen der Werbung für die Krautreporter-Idee und bin der Ansicht, dass dies auch dazu geführt hat, dass das Crowdfunding nicht schon erfolgreich abgeschlossen wurde. Ich möchte meine Unterstützung deshalb nicht als Umfallen verstanden wissen. Ich habe mich im Übrigen gefreut, dass es auch Zustimmung zu meinen kritischen Äußerungen gab.

Aber: Ein gutes Argument ist besser als zehn schlechte.

Dieses eine Argument, das ich gut fand, hat Peer Schader als Antwort auf meinen Blogpost geschrieben. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Journalist arbeite, dass er meinen journalistischen Nerv getroffen hat. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mir die differenzierte Sichtweise seiner Antwort gefällt. Zumindest hat die Antwort mein Interesse geweckt, dieses Projekt weiterzuverfolgen, was nur gelingen kann, wenn es nicht in Kürze schon an der 15.000er-Marke scheitert. Deshalb werde ich die Krautreporter weiter begleiten.

Wer meinen gestrigen Blogpost als reines Schlechtmachen empfand, hat ihn falsch verstanden. Hätte eine Unterstützung für mich nie zur Debatte gestanden, wären die Krautreporter für mich gar kein Thema für einen Blogpost gewesen. Der Blick in die Twitter-Diskussionen zeigt, dass sich die Lager der Befürworter und Kritiker zunehmend unversöhnlich gegenüberstehen. Aber warum sollte nicht auch ein Kritiker das Projekt unterstützen und trotzdem ein kritischer Geist bleiben?

Mir ist es etwas wert, zu sehen, ob und wie das Projekt Krautreporter in der Realität funktioniert. Wenn die 15.000 Nutzer nicht zusammenkommen, habe ich nichts verloren. Wenn sie zusammenkommen, werde ich vielleicht einige Erkenntnisse gewinnen. Als Leser. Als Journalist.

Und ganz sicher als Blogger. Ich werde hier darüber berichten.

Krautreporter

KrautreporterDer Countdown läuft: Bis zum 13. Juni wollen die Krautreporter 15.000 Menschen überzeugen, für 60 Euro Jahresmitgliedschaften abzuschließen, damit das neue journalistische Format an den Start gehen kann. Zumindest so viel lässt sich drei Tage vor dem Ende der Sammlung sagen: Auf Anhieb und weit vor Ablauf der Frist ist dies nicht gelungen. Woran kann das liegen?

Bei der Suche nach einer Antwort, stellt sich mir zunächst eine zentrale Frage: Was ist eigentlich das Produkt?

Die Antwort auf diese Frage wird auf der Krautreporter-Seite zwar ausführlich umschrieben. Aber der Ruf nach mehr Hintergrund, weniger Werbung und mehr Inhalt ist so alt wie der Onlinejournalismus selbst. Vielleicht hängt mein Unglaube auch einfach damit zusammen, dass ich es momentan noch für schwer vorstellbar halte, dass die hochgefeierten Redaktionsmitglieder von Krautreporter, die vielfach heute schon für die größten Medien dieses Landes schreiben, mehr hervorzubringen vermögen, als sie jetzt schon ihren Lesern, Hörern und Zuschauern bieten. Oder werden sie als zumeist freie Journalisten dermaßen von ihren Auftraggebern „unterdrückt“, dass sie derzeit weit unter ihrem Potenzial arbeiten?

Zumindest ist das, was von einigen der genannten Krautreporter-Redaktionsmitglieder heute schon zu lesen ist, keineswegs schlechter Journalismus, ergo besteht also eigentlich – bezogen auf diesen Personenkreis – gar keine so große Not, wie sie auf der Seite umschrieben wird, die eigenen Ideen in Publikationen umzusetzen. Vielleicht wäre mein Pioniergeist, die Krautreporter zu unterstützen, größer, wenn es sich nicht um jene journalistische Elite handeln würde, von der ich manchmal den Eindruck habe, dass sie sich auch gerne selbst inszeniert. Vielleicht braucht es aber auch dieser Namen als Aushängeschilder, um so ein Projekt überhaupt ins Rollen zu bringen.

Wenn ich in der Vergangenheit eine Zeitung abonniert habe, dann deshalb, weil ich von dem Produkt nach einigen Wochen im Einzelverkauf begeistert war. Und nicht, weil die Redakteure mir in Videos erklären, was sie gerne machen würden, wenn sie nur könnten.  Vor diesem Hintergrund wäre es durchaus spannend zu sehen, was jene, die sich gerne als Kritiker über andere erheben, selbst besser machen, wenn sie das Ruder übernehmen. Und absolut begrüßenswert ist der Vorstoß, eine Bezahlkultur für Journalismus einzuführen, denn nur von Klicks und lobenden Worten können diejenigen, die Journalismus hauptberuflich beitreiben, nicht leben – zumindest darin herrscht übergreifend Konsens (die Mehrzahl der Onlineleser mal ausgenommen).

Aber Journalismus ohne unternehmerisches Risiko hat es (außer bei den Öffentlich-Rechtlichen) nie gegeben. Gerade in der Onlinewelt, in der viele Projekte zunächst ohne Gewinnaussichten mit Venture Capital an den Start gehen, erscheint es mir sehr merkwürdig, dass es in diesem Fall nicht gehen soll. Das Risiko tragen im Falle der Krautreporter die Leser, weil sie 60 Euro für etwas investieren, dessen Ausgang vollkommen ungewiss ist. Der Idealismus der Krautreporter reicht augenscheinlich nur so weit, wie die Nutzer in Vorleistung gehen. Wirklich überzeugend wirkt das nicht.

Und ein weiterer Verdacht drängt sich mir auf: Das Crowfundingkonzept bei den Krautreportern scheint ein Stück weit darauf ausgerichtet zu sein, dass am Ende dieses Sammelprozesses immer die anderen Schuld sind. Gelingt es, 15.000 Leute zu finden, wird dies wahrscheinlich als Beleg gefeiert, dass die traditionellen Medien ein Problem haben (ein Vorwurf, den einige der Reporter schon heute ständig als Dauerbeschallung in sozialen Netzwerken formulieren). Kommen die 15.000 nicht zusammen, sind wahrscheinlich die Onlinenutzer diejenigen, denen der Schwarzen Peter zugeschoben wird, weil sie gutem Onlinejournalismus keine faire Chance geben. An den Machern liegt es selbstverständlich auf keinen Fall.

Es fällt mir schwer, unter diesen Vorzeichen das Projekt zu unterstützen. Ich bin noch am Überlegen.

Rückblick auf die WWDC-Keynote in Geek Week

Marcus Schuler, Frederic Lardinois und Jean-Claude Frick blicken auf die Keynote der WWDC 2014 von Apple zurück. Die Themen sind iOS 8 und OS X 10.10 Yosemite.

Ach ja, und ich durfte auch dabei sein.

Warum wir nicht für Google schreiben sollten

Nachdem ich mich monatelang immer wieder mal mit SEO (Search Engine Optimization) auseinander gesetzt habe, bin ich immer noch so schlau wie vorher. Geheimrezepte für Suchmaschinenoptimierung sind ihr Geld nicht wert, denn wer würde schon eine Idee, um Geld zu drucken, verschenken oder zumindest für billiges Geld verramschen.

SEO ist stattdessen ein mühsames Geschäft, das nicht ohne Grund von vielen Menschen hauptberuflich betrieben wird. Es braucht Geld, aufwendige Software und einen langen Atem, um Seiten in den Google-Suchergebnissen nach oben zu bringen. Oder eine geniale Marktlücke, aber die ist mittlerweile so schwer zu finden, wie ein raffinierter Domainname mit drei Buchstaben, der noch nicht reserviert wurde.

Für kleine Blogger ist Suchmaschinenoptimierung hingegen gar nicht zu leisten, weil es fast noch mehr Zeit einnimmt, als das eigentliche Schreiben. Und hier stellt sich die Frage, für wen wir eigentlich schreiben wollen: Für Googles Suchmaschine, um womöglich Leser herbeizulotsen, die enttäuscht werden? Oder für die Leser, die ohne SEO zwar dünn gesät sind, aber immerhin besser versorgt werden.

John Gruber, der SEO nicht nötig hat, bringt es auf den Punkt:

My goal has always been to increase readers — to reach and appeal to people who want to come here to read what I write, on a daily or at least regular basis. I get thousands of referrals every day from Google, but I don’t try to monetize them. My only hope is for a few of them to like what they see and come back.

I think I can keep writing stuff that people want to read. I don’t know how to write stuff that Google’s ever-changing algorithms will return as highly-placed search results, so I’ve never really tried.

Ein Jahr wasgehtApp podcast und eine neue Folge

Kleines Jubiläum: Der wasgehtApp podcast ist ein Jahr alt und seit diesem Wochenende steht eine neue Folge zum Abruf bereit. Wir sprechen dieses Mal über Provokation.

wasgehtApp podcast Folge 10

wasgehtApp podcast Folge 10

Der wasgehtApp podcast entstand als eine eher spontane Idee. Nach den guten Erfahrungen mit dem Trekcast wuchs in mir der Wunsch, ein weiteres Podcast-Projekt zu starten. Ziel war es, eine Art Talkshow mit interessanten Gästen ins Leben zu rufen, die die Netzkultur prägen.

Nun ist es nicht so, dass Deutschlands Podcastlandschaft bislang wenig zu bieten hatte. Es gibt einige echte Juwelen, die seit vielen Jahren auf Sendung gehen. Anders als in den USA wird die deutsche Podcast-Szene sehr durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dominiert, der seine Sendungen als Zweitverwertung in Podcast-Form veröffentlicht. Dies vernebelt bei iTunes leider den Blick auf die restlichen Formate, da Radio und Fernsehen durch Promotion in ihren klassischen Medien wesentlich leichter neue Podcasthörer für sich gewinnen können. Überhaupt ist es schwieriger, einen deutschsprachigen Podcast auf die Beine zu stellen, weil dies in der Regel nur als Hobby möglich ist. In den USA gibt es viel mehr Podcaster, die ihre Formate hauptberuflich betreuen, da es dort sogar einen Werbemarkt gibt, der – bei den bekannten Formaten – durchaus auskömmliche Erträge abliefert. Vielleicht ist die höhere Professionalisierung in den USA aber auch der Grund, warum hierzulande jenseits der gebührenfinanzierten Inhalte einige Formate besonders erfolgreich sind, die schon als recht speziell bezeichnet werden können. Hier sah ich die Chance für den wasgehtApp podcast, diese Lücke zu schließen.

Mein erster Gast war die Schriftstellerin Julia Schramm, bekannt durch ihr Buch “Klick mich” und im Jahr 2012 im Fokus einiger Massenmedien wegen ihres Engagements bei der Piratenpartei. Julia hat das Talent, auf sich und die Themen, die ihr wichtig sind, aufmerksam zu machen. Sie versteht es, zu polarisieren – ein perfekter Gast für den Auftakt zu einem neuen Podcastformat.

Darauf, dass sie tatsächlich zusagt, hätte ich vor Beginn des wasgehtApp podcasts keine Wette abgeschlossen. Auch wenn es manchen Hörern rückblickend abgesprochen vorkommen mag, entstand die weitere Zusammenarbeit tatsächlich spontan nach der ersten Aufzeichnung. Seit Folge 2 moderiert Julia den wasgehtApp podcast zusammen mit mir.

Seither hatten wir bereits viele interessante Gäste in der Sendung: Richard Gutjahr, Larissa Vassilian, Antje Schrupp, Harry Liebs, Michael Umlandt, Luciana Schmidt und Stephan Urbach waren großartige Gesprächspartner – die Themen, die sie in die Sendung brachten, waren vielfältig und dürften zu manchem Erkenntnisgewinn geführt haben.

Natürlich sind wir auch zur Selbstkritik fähig: Einen großen Kritikpunkt, die Tonqualität, haben wir aus der Welt geschafft. Akustisch hat sich der Podcast dank besserer Mikrofone und veränderter Aufnahmeverfahren deutlich verbessert.

Einige Hörer erwarteten angesichts des Namens einen reinen Tech-Podcast, manche finden den Titel auch unpassend oder irreführend: Mag sein, dass der wasgehtApp podcast schwer in den klassischen Rubriken zu verorten ist. In den ersten zehn Folgen gab es eine bunte Mischung aus Netzthemen, Politik und anderen Themenbereichen. Doch warum sollten wir den x-ten Podcast aufmachen, der über die neuesten Apple-News spricht? Über allem stand stets das “Netz” als Oberbegriff.

Der wasgehtApp podcast ist ein Blick über den Tellerrand. Das soll er auch in Zukunft bleiben. Hoffen wir auf viele Folgen. Und viele Hörer. Vielen Dank an alle, die ihm jetzt schon die Treue halten!

 

Kleine Meinung: Neustart von Yeebase Media

Neustart

Neustart

Neustart! Der Titel klingt schon so, als wollten uns die Macher von Neustart, einem Magazin aus dem Hause Yeebase Media, wo auch das t3n Magazin erscheint, etwas damit sagen: Es gibt da draußen ja nicht wenige, die dem gedruckten Wort schon Lebewohl gesagt haben – auf die eine oder andere Weise. Da klingt Neustart nach Läuterung, nach: Wir wollen es besser machen.

Fachzeitschriften geht es im Medienwandel nicht besser als Tageszeitungen. Um beim Kunden anzukommen, sollen sie inhaltlich viel bieten, möglichst hochwertig daherkommen, andererseits aber wenig kosten und da entsteht schon die Quadratur des Kreises, weil dies bei niedrigen Auflagenzahlen kaum möglich ist, zumindest, wenn jemand davon leben soll. Und das Problem der Aktualität trifft die Zeitschriften ja noch viel mehr als die Zeitungen, denn die meisten erscheinen bestenfalls monatlich. So ist die Nachrichtenrubrik im t3n Magazin auch eher eine Rubrik zum ungläubigen Staunen, dass bestimmte News noch gar nicht so alt sind, wie sie sich anfühlen – der regelmäßige Internetnutzer dürfte aber selten noch etwas gravierend Neues erfahren.

Wo liegt also der Neustart? Er liegt zum einen im Verzicht auf eine Nachrichtenrubrik in dem neuen Magazin, vor allem aber darin, sich auf das zu konzentrieren, was einem das Netz bislang nur spärlich liefert: Große, gut geschriebene Hintergrundartikel, ausführliche Porträts, optisch ansprechend serviert und da ja das Lesen auf Papier durchaus angenehmer ist, als auf dem Bildschirm, nimmt man sich gerne auch mal die Zeit, ein ausführliches Porträt über MC Fitti oder den Programmiererwunderknaben Nick D’Alosio zu lesen.

Um das Fazit vorweg zu nehmen: Neustart gefällt, weil es eher ein Kulturmagazin als die x-te Netz-Fachzeitschrift ist. Der Schwerpunkt liegt auf Geschichten über Menschen oder zumindest über Themen, die uns Menschen betreffen (wie zum Beispiel digitaler Krieg). Das Magazin darf noch ein klein wenig kritischer werden, denn wer sich den MC-Fitti-Trash im Netz nach dem Lesen des Artikels mal ansieht, hätte eine kleine Warnung begrüßt – interessant ist dieses Thema aber trotzdem, weil diese spezielle Kunst viele Freunde hat. Die erste Ausgabe von Neustart legt die Messlatte sehr hoch, denn es wird sich zeigen müssen, ob das Netz, erst recht das deutschsprachige, so ergiebig ist, dass es immer wieder ausreicht, beim Leser einen Aha-Effekt zu erzielen. Den hat zumindest diese erste Nummer geschafft. Die Bilderstrecke am Anfang mit dem obligatorischen Katzenfoto (süß!) und dem gefährlichen Roboter kennen wir zwar aus Illustrierten. Kleine Abstriche gibt es auch für die Star Trek-Kolumne, die mehr versprach, als sie am Ende hielt – aber das sind Kleinigkeiten. Bitte mehr davon!

Yeebase Media: Neustart, 3,90 Euro, ab 15. April am Kiosk und als e-paper erhältlich, http://neustart-magazin.de

iOS 7 – Wie Multipeer Connectivity die mobile Kommunikation verändern könnte

iOS 7

iOS 7

Eine App namens FireChat macht es vor: Ein neues Framework in iOS 7 ermöglicht es Apps, ohne Verbindung zu einem WiFi- oder Handynetz mit anderen iOS-Geräten zu kommunizieren. Dazu muss sich das andere iOS-Gerät lediglich mit aktiviertem WLAN oder Bluetooth in Reichweite des eigenen Gerätes befinden.

So weit, so nahe liegend: Doch der Witz an der Multipeer Connectivity ist, das diese Form der Verbindung auch über verschiedene Stationen möglich ist. Das heißt, dass der eine Nutzer sich im Westteil einer Stadt befinden könnte und der andere im Ostteil, solange sich zwischen den beiden genügend Besitzer eines iOS-Gerätes (mit aktivierter Multipeer Connectivity) befinden, die als Relaisstationen fungieren.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Gerade unterwegs wäre diese Form der Kommunikation kostengünstiger. Aber auch im Katastrophenfall, bei einem Ausfall der Handy- und WLAN-Netze, könnte ein provisorisches Kommunikationsnetz aufgebaut werden. Gerade in dicht besiedelten Gegenden sollten ausreichend Geräte zur Verfügung stehen, die als Relais fungieren.

Hier ein Bericht über FireChat: http://www.cultofmac.com/271225/appreciated-ios-7-feature-will-change-world/

Zalando Apps für iOS im Test – Shopping, schneller und schöner

Schick: Die Zalando App für iOS.

Schick: Die Zalando App.

Beim Onlineshopping zählen zwei Faktoren: Tempo und Komfort. Der Kunde möchte schnell zum gesuchten Artikel kommen und keine Zeit für lange Ladezeiten verschwenden. Der zweite Faktor stellt die Onlinekaufhäuser vor noch größere Herausforderungen, denn der Komfort eines Shops ist eng verbunden mit der Frage, welches Gerät der Kunde einsetzt. Die Darstellung auf dem Computer ist nicht zu vergleichen mit der auf einem Tablet oder gar Smartphone.

Zalando fährt eine Doppelstrategie. Wer Zalando.de in seinem Browser eingibt, stößt auf mobilen Geräten auf ein so genanntes Responsive Design, das heißt, die Seite passt sich der Bildschirmgröße an, wirft unnötigen Ballast ab und lädt in der Regel schneller.

Andererseits bietet Zalando aber auch spezielle Apps an, die wir uns auf dem iPhone und auf dem iPad einmal näher angesehen haben.

Was auf Anhieb bei den Zalando Apps gefällt, ist deren Aufgeräumtheit. Oben links kann ein Menü aufgerufen werden, mit dem zwischen Shop, Kaufvorschlägen, zuletzt gesehenen Artikeln und dem Benutzerkonto gewechselt werden kann. Oben rechts sind zwei Buttons für einen Wunschzettel und den Warenkorb, die stets mit dem Zalando-Server synchronisiert werden, so dass die Inhalte auch auf anderen Geräten abrufbar sind. Das Suchfeld und die Navigation für Kategorien sind deutlich sichtbar im oberen Drittel angesiedelt. Das Design ist schlicht und übersichtlich. Bunte Produktfotos im Kacheldesign geben Anreize, ohne aber zu aufdringlich zu wirken.

iPad Version: Die Suche kann bequem verfeinert werden.

iPad Version: Die Suchfunktion.

Diese angenehme Optik setzt sich auch auf den Artikelübersichten und den Einzeldarstellungen der Artikel fort. Schnelle Ladezeiten, eine klare Gliederung und die schnelle Möglichkeit, Produktfotos aus verschiedenen Blickwinkeln mittels Slider zu betrachten, lassen keine Wünsche offen.

Auf dem iPhone ist alles noch etwas kleiner, worunter aber das Erscheinungsbild nicht leidet. Zusätzlich gibt es dort einen Barcodescanner, um Produkte, die anderswo gefunden wurden, schnell bei Zalando zu recherchieren. Den lokalen Einzelhandel wird so etwas (zurecht) nicht freuen – doch da sollte jeder Käufer mal in sich gehen, wie wichtig ihm ein Angebot vor Ort in Zukunft noch ist.

Fragt sich, welchen Mehrwert die Apps gegenüber der mobilen Website haben: Uns erschienen die Zalando-Apps für iOS insgesamt optisch ansprechender und vielfach deutlich schneller als die Browservariante. Die Faktoren Tempo und Komfort werden  erfüllt. Insgesamt sind die Zalando-Apps für iOS also ein sehr positives Beispiel, wie Onlineshopping auf mobilen Geräten aussehen kann.

Weitere Infos und Download der Zalando Apps unter http://www.zalando.de/zalando-apps/. Direkter Link: Die Zalando App im App Store von Apple.

Im Zusammenhang mit dieser Rezension verlosen wir drei Zalando-Einkaufsgutscheine im Wert von je 25 Euro. Wer gewinnen möchte, muss nur eine E-Mail an gewinnspiel (at) wasgehtapp.com senden und nimmt an der Verlosung teil. Einsendeschluss ist der 6. April 2014. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

Dell Venue Pro 8 im Test – Ein Mini für maximale Freude

Dell Venue Pro 8

Das Dell Venue Pro 8. Foto: (c) Dell

Microsoft kann froh sein, Dell als Hersteller für Windows 8 an Bord zu haben. Mit großem Ideenreichtum unternimmt der Hardwarehersteller immer wieder neue Versuche, den Konsumenten Geräte mit dem mobilen Windowsbetriebssystem schmackhaft zu machen. Aber auch im Vergleich mit anderen Herstellern muss sich Dell behaupten: Die Zahl der Geräte mit Windows 8 wächst und wächst. Es gibt viele interessante Ansätze, das Betriebssystem zu nutzen.

Nach verschiedenen Notebooks, die sich mit wenigen Handgriffen zum mobilen Gerät umwandeln lassen, hat Dell jetzt mit dem Venue Pro 8 ein lupenreines Minitab im Acht-Zoll-Format herausgebracht. Das iPad Mini von Apple lässt grüßen.

Dabei muss das Venue Pro 8 den Vergleich mit der Apple-Hardware keineswegs scheuen. Es ist leicht (359 Gramm), dünn (9 Millimeter), sieht wertig aus und liegt dank des geriffelten, gummierten Rückens gut und fest in der Hand. Auch der Akku ist mit 10 Stunden Laufzeit langlebig und überdauerte in unserem Test trotz regelmäßiger Nutzung mehrere Tage ohne Probleme.

Hier muss Dell ein großes Kompliment gemacht werden: Innerhalb weniger Jahre ist es gelungen, hardwareseitig mit Apple gleich zu ziehen. Wer sich an das erste Surface von Microsoft erinnert, weiß noch, dass dies eher durch Klobigkeit und Schwere an ein iPad 1 erinnerte als an das zu der Zeit schon wesentlich weiter entwickelte iPad 3. Das Venue Pro markiert einen wichtigen Punkt in der Entwicklung: Hardwareseitig ist die Aufholjagd beendet. Das Gerät ist in wenigen Sekunden gebootet und arbeitet im Betrieb stabil und schnell.

Geschmackssache ist der seitliche Anschluss für das USB-Kabel, um Daten zu übertragen oder das Tablet aufzuladen. Gerade bei einem kleinen Gerät wie diesem wäre eine Docking-Station großartig gewesen. Positiv ist allerdings die Erweiterbarkeit des Speichers mittels SD-Karte hervorzuheben.

Doch Hardware ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die Software, die für die Hersteller unveränderlich ist und von Microsoft kommt. Die gemischten Gefühle gegenüber Windows 8 haben sich auch trotz des Updates auf Version 8.1 nicht verflüchtigt. Es bleibt dabei, dass die neue Kacheloptik sehr ansprechend ist, diese tollen Ansätze aber leider nicht konsequent und damit an einigen Stellen wenig benutzerfreundlich umgesetzt wurden.

Dell Venue Pro 8

Auch die Rückseite kann sich sehen lassen. Foto: (c) Dell

Positiv fällt zum Beispiel auf, dass beim Anklicken eines Links in der Facebook-App nicht die App gewechselt, sondern der Internet Explorer im Splitscreen-Verfahren in der rechten Bildschirmhälfte auftaucht. Bei anderen Geräten gibt es diese Form von Multitasking leider nicht. Hier setzt Microsoft eigene Akzente. Die schönen Fortschritte werden leider dadurch umgestoßen, dass der alte Desktop bestehen bleibt und viele Programme, wie etwa das Office-Paket, in der alten Optik ausgeliefert werden. Man kann sich bereits denken, dass das auf einem so kleinen Display wenig Freude bereitet: Schlechte Lesbarkeit und eine schwierige, weil kleinteilige Steuerung sind die Folge. Der beworbene Vorteil des Venue Pro 8, alle Windows-Programme auch mobil nutzen zu können, ist so gesehen keiner. Ein Windows-Problem bleibt leider das häufige Installieren von Updates.

So löblich Microsofts Ansinnen, mobile Geräte und PCs zu vereinen, auch ist – die Rechnung ist nicht aufgegangen. Für Windows 9 wäre dem Konzern zu wünschen, dass er eine stärkere Trennlinie zieht. Denn ein großes Potenzial ist durchaus vorhanden: Windows 8 kann als Alternative zu Apples iOS durchaus empfohlen werden.

Bei der Kaufentscheidung zwischen einem iPad Mini und dem Venue Pro 8 dürften vor allem die Nutzergewohnheiten ausschlaggebend sein. Wer schon auf dem PC mit Windows 8 arbeitet, wird sich auf dem Venue Pro rasch heimisch fühlen. Das iPad macht andererseits immer noch einen homogeneren Eindruck. Das ist freilich nicht Dells Schuld, sondern eher die Inkonsequenz des Softwarelieferanten Microsoft, Windows richtig tablettauglich zu machen. Aber nach den beachtlichen Fortentwicklungen bei den Windowsgeräten bestehen gute Chancen, dass kurzfristig nachgebessert wird.