Dev Diary: Risiken und Nebenwirkungen von setHidesBarsOnSwipe

Viele kennen es von der Facebook- und anderen Apps, dass die Navigationbar in Apps sich langsam ausblendet, wenn der Nutzer nach unten scrollt. Beim Zurückscrollen taucht sie dann rasch wieder auf, so dass die Bedienelemente stets schnell erreichbar sind.

Seit iOS 8 existiert eine einfache und komfortable Möglichkeit, den Bildschirm auf diese Weise in Apps effizienter auszunutzen:

[self.navigationController setHidesBarsOnSwipe:YES];

Die Sache hat nur einen Haken. Bislang hatte ich in meiner App eine Funktion implementiert, die Wischgesten nach rechts in eine Art Zurück-Funktion übersetzt:

UISwipeGestureRecognizer *recognizer;
recognizer = [[UISwipeGestureRecognizer alloc] initWithTarget:self action:@selector(pageTurnLeft:)];
[recognizer setDirection:(UISwipeGestureRecognizerDirectionRight)];
[[self view] addGestureRecognizer:recognizer];

Die Funktion löst seit dem Aktivieren von setHidesBarOnSwipe nicht mehr aus. Wie sich herausstellte, zieht die Funktion alle Gesten auf sich. Es ist aber durchaus möglich, sich dem GestureRecognizer anzuschließen:

[self.navigationController.barHideOnSwipeGestureRecognizer addTarget:self action:@selector(swipeGesture:)];

Ein GestureRecognizer für alles – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Und das ist es auch. Denn bislang konnte ich dem Recognizer gleich die gewünschte Swipe-Richtung mit auf den Weg geben (setDirection), was hier nicht geht. Mehr noch: Wir haben es bei der ausgelösten Funktion auch nicht mit einem Übergabewert des Typs UISwipeGestureRecognizer zu tun, dessen Direction wir einfach auslesen könnten, sondern mit einem anderen Vertreter:

- (void)swipeGesture:(UIPanGestureRecognizer*)gesture

Der UIPanGestureRecognizer ist leider kein so freundlicher Typ. Das Bestimmen der Richtung gestaltet sich weitaus aufwendiger. Und bislang habe ich noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden, neue und alte Funktion in Einklang zu bringen.

Dev Diary: iOS 9 und App Transport Security

Im Dev Diary, meinem kleinen Entwicklertagebuch, berichte ich über Entdeckungen, Tipps und Hinweise, auf die im Zuge der App-Entwicklung stoße.

Der Herbst naht so langsam und damit die Veröffentlichung von iOS 9. Alle Appentwickler sind gut beraten, sich schon einmal mit den Betaversionen und Xcode 7 beta vertraut zu machen, um später nicht unter Zeitdruck unliebsame Überraschungen zu erleben.

Und eine böse Überraschung setzte heute beim Ausprobieren der WZ App unter iOS 9 gleich beim ersten Aufruf ein. Wie beim Roulette hieß es: Nichts geht mehr. Die Daten vom Server wurden nicht geladen. In der Konsole gab es dazu die Begründung:

The resource could not be loaded because the App Transport Security policy requires the use of a secure connection.

App Transport Security? Tatsächlich soll diese API im SDK Gutes bewirken, nämlich abgesicherte Verbindungen zwischen App und Server. Dies macht bei vielen Anwendungen Sinn, bei denen persönliche Daten oder Logins übertragen werden. Und damit sich das schnell durchsetzt, hat Apple die Funktion per Default aktiviert.

Die Realität sieht aber so aus, dass viele Server weiterhin nur per HTTP erreichbar sind. Vielfach können Entwickler auch gar nicht vorhersehen, ob ihnen nicht doch eine ungesicherte Verbindung unterkommt, etwa bei Links in Tweets oder RSS-Feeds.

Kurzum: Die App Transport Security ist sicher sinnvoll, aber viele Entwickler möchten sie wahrscheinlich abschalten oder zumindest teilweise entschärfen. Bei Neglected Potential gibt es eine gute Zusammenfassung über die verschiedenen Optionen.

Wenn’s schnell gehen muss:

In Xcode die Info.plist der App editieren (nicht als Property List, sondern über Rechtsklick->Open As als Source Code). Dort folgendes einfügen:

<key>NSAppTransportSecurity</key>
<dict>
    <key>NSAllowsArbitraryLoads</key>
    <true/>
</dict>

Damit ist die App Transport Security erstmal komplett deaktiviert. Trotzdem lohnt sich ein Blick in die Doku bei Apple und die Überlegung, wie die neue Funktion möglicherweise doch genutzt werden.

SonnTag: Über Facebook

Stichworte werden in Blogs auch Tags (gesprochen: Tägs) genannt. Unter dem Tag SonnTag plane ich künftig sporadisch an Sonntagen Gedankenanstöße zu Netzthemen zu veröffentlichen.

fb-artSchon mehrfach war ich kurz davor, Facebook die Freundschaft zu kündigen. So sehr ärgerte ich mich über das fehlende Niveau, vom schlauen Algorithmus ausgeblendete interessante Inhalte und über manche Mitmenschen, dass ich diesem digitalen Moloch mit seinen Milliarden Nutzern den Rücken kehren wollte.

Letztlich habe ich dann doch davon abgesehen, weil sich stets die Frage stellte, was eigentlich danach kommen soll. Man kann auch der Zivilisation den Rücken kehren (und es gibt oft gute Gründe dafür), doch das einsame Dasein in einem Baumhaus tief im Wald ist am Ende doch eher etwas für Liebhaber. Man muss Facebook nicht zwangsläufig gut finden, um es am Ende doch als das kleinere Übel anzusehen, dort zu bleiben.

Und diese Denke besagt bereits einiges darüber, welchen – je nach Sichtweise – beängstigenden oder beeindruckenden Stellenwert diese Website, dieser Dienst, dieser Anbieter inmitten von Milliarden anderer Websites mittlerweile hat. Netzexperten sprechen gerne vom Netz im Netz. Angeblich soll es Zeitgenossen geben, die nur noch dort unterwegs sind und gar nicht mehr das Netz außerhalb kennen. Andererseits lesen wir jüngst ständig, dass die jungen Menschen Facebook angeblich schon wieder den Rücken kehren und in Messenger-Diensten (wovon zwei Facebook gehören: WhatsApp und der Facebook Messenger) oder bei Snapchat unterwegs sind. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

Ein Bedeutungsverlust ist nicht spürbar

In meinem persönlichen Umfeld ist ein Bedeutungsverlust derzeit nicht spürbar. Andererseits hat sich eine gewisse Sättigung eingestellt. Sprich: Es kommen nicht mehr so viele Menschen aus meinem persönlichen und beruflichen Umfeld hinzu, wie noch vor einigen Jahren. Die, die dort nicht hinwollten, gehen diesen Schritt anscheinend auch nicht mehr. Und die, die eine Mitgliedschaft auch nur entfernt in Erwägung zogen, sind jetzt alle dort.

Doch was habe ich von Facebook? Dazu ein kleiner Blick in meine heutige Timeline. Sie enthält – wie fast jeden Tag – Witziges, Ekelhaftes und Selbstdarstellerisches. Katzenbilder, Pferde, Filme und reizende Frauen sind dort ebenso vertreten wie Feministinnen, Reiseerlebnisse, Sinnsprüche, Abbildungen von Joggingtouren sowie Essen und Trinken. Wer diese Aufzählung mit seiner eigenen Timeline abgleicht, wird jetzt wahrscheinlich einige Haken setzen – denn egal, mit wem man befreudet ist: Das sind die Themen, die über allem stehen. Facebook ist ein Spiegelbild des Internets.

Regional und lokal ist das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg vor allem ein Stück weit Ersatz für das Stadtgespräch. Dass die Kommunikationsgepflogenheiten sich geändert haben, dürfte sicherlich jeder mitbekommen haben. Die Menschen laufen gedankenversunken durch die Straßen (oder fahren in ihren Autos) und stieren in ihre kleinen Smartphones hinein. Man spricht zwar noch miteinander, aber immer seltener verbal in Person, sondern lieber in Textform über das Netz. Das knackige Fünf-Minuten-Gespräch ist dem oft sinnbefreiten Dauergespräch gewichen, das formlos beginnt und aufhört, um dann unvermittelt wieder weiterzugehen. Facebook hat diesem neuen Kommunikationsverhalten ein öffentliches Forum gegeben, in dem der so genannte Like (Gefällt mir) und der Comment (Kommentar) die Sprachrohre sind.

Versammelte Dummheit

Selten hat man woanders so viel versammelte Dummheit auf einem Haufen gesehen wie bei Facebook und doch gibt es hier und da den einen oder anderen Lichtblick, der die Neugierde befriedigt, der einem das Aha-Erlebnis verschafft, das einen bei Facebook bleiben lässt, weil man Sorge hat, es sonst zu verpassen.

Durch seinen Themenmix und das Stoßen auf Themen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie einen interessieren könnten, ist Facebook der Zeitung in mancherlei Hinsicht ähnlich. Die Weiterentwicklung zur Nachrichtenplattform ist deshalb nur konsequent, wenngleich es abzuwarten gilt, ob ernsthafte Nachrichten dort wirklich gut aufgehoben sind. Die Entwicklung sieht bislang eher so aus, dass nicht Facebook an Niveau gewinnt, sondern einst seriöse Nachrichtenportale sich herablassen und den Voyeurismus, die Sensationsgier und das Bedürfnis nach Leichtigkeit befriedigen, die Facebook und einer Vielzahl seiner Nutzer zu eigen sind.

Klippen des Erfolgs

Und damit sind wir auch schon bei den Problemen, die Facebook umgeben und die wie Klippen sind, an denen der Erfolg eines Tages herunterzustürzen droht. Das fehlende Niveau ist für mich gleich an der ersten Position. Vermutlich würde ein Rechtschreib- und Allgemeinbildungstest, bevor neue Nutzer zugelassen werden, die Qualität der Plattform deutlich erhöhen. Wie in der echten Welt würde es aber schon reichen, wenn es eine vernünftige Moderation gäbe, eine Art Authorität, an die man sich wenden kann. Die Realität sieht so aus, dass Facebook weitgehend sich selbst überlassen bleibt. Wäre das Netzwerk eine Stadt, müsste man sich das so vorstellen, dass die Polizei nur darüber wacht, dass die Infrastruktur der Stadt weiterhin läuft und der Rubel rollt (Werbeeinnahmen). Das, was in den Straßen zwischen den Bewohnern stattfindet, ist den Behörden im sinnbildlichen Vergleich dagegen vollkommen egal und sogar recht, weil es von den Rahmenbedingungen dieser Stadt ablenkt.

Wer jetzt aufschreckt und bemerkt, dass die Politik anscheinend auch zunehmend nach diesem Vorbild funktioniert (Laden am Laufen halten, nicht zu sehr Position beziehen), der sieht, welchen Einfluss Facebook bereits auf die Menschen genommen hat. Und warum es sich lohnt, sich darüber an einem Sonntag mal seine Gedanken zu machen.

Google und SEO – Eine Gefahr für die Vielfalt

Als ich Mitte der 90er Jahre meinen ersten Internetzugang nutzte, war das Finden von Webseiten noch ein Abenteuer. Meine Anlaufstellen hießen damals Altavista, Lycos, Yahoo und WEB.DE (die beiden letztgenannten waren seinerzeit noch gut geführte Internetverzeichnisse, wovon heute nicht mehr viel erkennbar ist). Und wenn man etwas suchte, aber auf Anhieb nichts fand, dann wusste man: Es gibt noch eine Wahrheit außerhalb der jeweiligen Suchmaschine. Also suchte man häufig auch anderswo weiter. Jedes dieser Verzeichnisse bzw. dieser Datenbanken hatte einen Teilüberblick zu bieten. Das wusste man als Nutzer.

Das hat sich (leider) alles geändert. Viele sorgen sich – zurecht – um Netzneutralität und mitlesende Geheimdienste. Aber was das Netz meines Erachtens dieser Tage wirklich in seinem Nutzwert bedroht, sind zunehmende Einfalt und Monopolisierung bei der Wahl der Instrumente, um Informationen überhaupt erstmal zu finden.

Die Verblödung des Netzes hat einen Namen: Googeln. Viele suchen nicht mehr nach Informationen im Netz, sie googeln. Das heißt, sie ordnen sich einem einzelnen Internetkonzern vollkommen unter. Ich stelle eine Frage und ich bekomme eine Antwort. Es gibt immer weniger Menschen, die noch wissen, dass die Stärke des Netzes gerade darin liegt, viele Antworten auf eine Frage zu bekommen. Und damit sind nicht die Google-Suchergebnisse gemeint, die oft durchsetzt sind von Müll, der auf Googles eigenbrötlerische Pagerank-Ordnung und erfolgreiches Bemühen jener SEO-Manipulatoren zurückgeht, die uns das vorsetzen, was uns gar nicht interessiert.

Die Symptome dieser Entwicklung bekomme ich in diesem Blog zu spüren. Ich erreiche über Google so gut wie keinen relevanten Nutzer mehr. Das hat sicher zum einen damit zu tun, dass das Feld der Tech-Themen durch viele Seiten besetzt wird, klar. Andererseits sehe ich, dass ich bei Themen, die mir wichtig sind, in den Google-Ergebnissen kaum auftauche und bei anderen, die mir vollkommen unwichtig sind, dagegen schon. Es ist dabei häufig nur eine Frage davon, wie viele SEO-Schummler sich in dem Feld bewegen. Googele ich dann nach jenen Themen, die mir wichtig sind, lande ich auf den vorderen Rängen oft auf haarsträubenden Seiten. Zur Ehrenrettung von Google muss ich sagen, dass sie häufig die Relevanzkriterien ändern, um die Search Engine Optimization (SEO) im Zaum zu erhalten. Das Ergebnis ist freilich für Hobbyblogger vollkommen unbefriedigend: Mittlerweile ist man ohne professionelles Linkbuilding erst recht gekniffen. Gegen Geld und Manpower, die sich den neuen Regeln anpassen, kann kein Hobbyschreiber ankommne.

Das einfachste wäre vermutlich, SEO unter Strafe zu stellen. Da dieser Wunsch aber vollkommen unrealistisch ist, sollte sich die Netzgemeinde einmal Gedanken darüber machen, ob die gegenwärtige eine wünschenswerte Entwicklung ist. Als Hobbyblogger hat man im Netz heute keine Chance mehr, Leser zu erreichen. Man kann sich auf den Kopf stellen, unzählige Tipps wälzen und am Ende doch feststellen, dass es kein Durchkommen mehr gibt. Vor allem stellt sich die Frage, ob man überhaupt so viel Aufwand in Linkbuilding investieren möchte, wenn man doch eigentlich Texte schreiben will.

Zum Glück gibt es Facebook und Twitter. Von dort gibt es viel mehr Besucher, auch solche, die wiederkehren. Aber ich befürchte, auf kurz oder lang gelangen wir von einem Übel ins nächste, wenn wir auf diese Dienste vertrauen. Auch hier stecken Konzerne dahinter, deren Streben auf Monopolisierung ausgerichtet ist. Und auch dort ist zunehmend derjenige im Vorteil, der mehr Geld und Aufwand ins Marketing steckt, als in die Inhalte. Das kann für die Qualität des Netzes keine Lösung sein.

Die Frage, wie frei man Google & Co. schalten und walten lässt, ist sicherlich eine Option, um an der misslichen Situation etwas zu ändern. Für viel wichtiger halte ich aber, dass ein jeder mal seine Internetgewohnheiten auf den Prüfstand stellt. Nehmen wir es auch im echten Leben hin, nur auf eine einzige Person zu hören? Oder vertrauen wir dort nicht viel häufiger auf die Antworten mehrerer Personen und bilden uns daraus unsere eigene Meinung?

Es gibt Alternativen zu Google: Bing und DuckDuckGo sind nur zwei davon. Es könnte noch viel mehr geben, wenn der automatische Reflex vieler Nutzer nicht der wäre, selbst Domains über Google aufzurufen.

Microsoft streicht die Lumia-Reihe zusammen

Microsoft will laut Medienberichten seine noch junge Handysparte zusammenstreichen. Künftig soll es offenbar nur noch drei Lumia-Modelle geben. Was mit dem Rest der ehemaligen Nokia-Fabrikation passiert, ist noch unklar.

Dazu Jean-Claude Frick:

Grundsätzlich wird Windows Phone niemandem fehlen, es konnte nie etwas was iOS und Android nicht schon lange vorher ebenfalls konnten. Aber es ist schon heftig mit anzusehen wie riesige Konzerne wie früher Nokia und nun Microsoft daran scheitern den Rückstand auf Google und Apple einzuholen. Wer mehrere Jahre einer Entwicklung (in diesem Fall der Entwicklung der Smartphones mit Touch Bedienung) hinterherhinkt hat praktisch keine Chance mehr aufzuholen. Ausser er macht alles viel besser.

Ich teile diese Einschätzung nur zum Teil. Ich glaube, es geht überhaupt nicht darum, viel besser zu sein. Windows-Phone-Nutzer waren in der Masse vor allem deshalb Exoten, weil sie viele Dritt-Apps nicht nutzen können, die gerade im Gespräch sind oder die halt zur Grundausstattung gehören. So etwas frustriert auf Dauer und ist vor allem für die Klientel der jungen Nutzer schlichtweg abschreckend.

Der Faktor Killer-Features wird dagegen maßlos überschätzt. Auch bei iPhone und Android-Handys haben wir mittlerweile nicht mehr die riesigen Entwicklungssprünge. Vieles ist dabei Spielerei. Was für die Nutzer hingegen zählt, ist, dass Hard- und Software gut aufeinander abgestimmt. Dies gelang Windows Phone meines Erachtens sogar besser als Android, weil Microsoft mit der Zusammenführung von Hard- und Software auf dem besten Wege war, ein ähnlich homogenes Bild abzugeben wie Apple.

Für mich stellt sich die Frage, was nach einem Rückzug aus dem Handygeschäft eigentlich noch von der Windows-Strategie übrig bleibt, Desktop- und mobiles Betriebssystem zu verschmelzen.

Quelle: Microsoft greift durch: Bye Bye Lumia und Windows Phone » iFrick.ch – Nothing but Tech

New York Subway: Der lange Weg zur neuen Linie

Heute möchte ich den Blick einmal auf ein Thema richten, das nur begrenzt mit Tech zu tun hat: Es geht um die New Yorker U-Bahn.

Wie schwierig Infrastrukturprojekte umzusetzen sind, sieht man in Deutschland an vielen Beispielen: Autobahn-Neubauten ziehen sich über Jahrzehnte (wenn sie überhaupt realisiert werden), der Hauptstadt-Flughafen (BER) liegt weit über 1000 Tage hinter dem ursprünglichen Plan und welchen Ausgang Stuttgart 21 irgendwann einmal nimmt, lässt sich schwer sagen.

Doch all das ist nichts gegen den Ausbau der New Yorker U-Bahn. Seit siebzig Jahren schiebt man Pläne für eine große Erweiterung vor sich her. 1929 fiel das Vorhaben mit der Weltwirtschaftskrise zusammen, die sogleich auch mal alle Pläne stoppte. Das IND Second System war eine großangelegte Geschichte, die weit über die U-Bahn hinaus ging. Der Subway-Part, die Second Ave Line, wird jedoch erst jetzt, siebzig Jahre später, in die Tat umgesetzt. Und es ist ein Mammutvorhaben.

Für alle, die sich für sich U-Bahnen interessieren, ist dies ein interessantes Thema. Hier der aktuelle Artikel im Handelsblatt sowie der englischsprachige Wikipedia-Eintrag.

Smart Boy: Gameboy-Spiele auf dem Smartphone

Emulatoren für alte Konsolenspiele gibt es viele. Produkte ohne rechtliche Grauzone hingegen kaum welche. Das Problem ist dabei nicht das Emulieren von Gameboy, NES und Co., sondern das erforderliche Kopieren oder Herunterladen der Spiele als ROM.

Findige Entwickler haben jetzt eine Lösung für das Problem gefunden:

Mit dem Smart Boy steht ein Smartphone-Case in den Startlöchern, das es euch ermöglichen soll, ein iPhone oder Android-Smartphone mit Originalspielen für den Game Boy zu füttern.

Das Gerät ist gleich in doppelter Hinsicht interessant: Zum einen nutzt es den Bildschirm des Smartphones und bietet aber mit dem andockbaren Unterteil Look&Feel des Original-Gameboys.

Zum anderen sollen sich die Original-Spiele-ROMs verwenden lassen. Also alles vollkommen legal.

Quelle: Fütter dein Smartphone mit echten Game-Boy-Modulen: Smart Boy machts möglich

Computerabsturz in 4,83 Mrd. Kilometer Entfernung

Hier auf der Erde kann es einen ja schon mal zur Weißglut treiben, wenn der Computer direkt vor einem abstürzt und man sich auf Fehlersuche begeben muss.

Die NASA hatte kürzlich ein Problem mit der Software ihrer Pluto-Sonde, die sich gerade in 4,83 Milliarden Kilometern auf den Höhepunkt ihrer langjährigen Reise vorbereitet. Schlechtes Timing also für einen Computerabsturz, zumal bei stundenlangen Übertragungszeiten, bis auf eine Eingabe eine Antwort erfolgt.

Dennoch ist es den Technikern laut NASA gelungen, den automatisch im gesicherten Modus neu gestarteten Rechner wieder in Ordnung zu bringen. Eine wahrlich fantastische Geschichte.

Übrigens wird es einige Zeit dauern, bis die Aufnahmen der Sonde die Erde erreichen. VDSL ist beim Pluto nicht verfügbar – es braucht Monate, um die Daten zur Erde zu übertragen.

Quelle: Six Colors: Debugging from three billion miles away

Telekom: Mobile Antennen-Power für Sondereinsätze

Spannender Lesestoff: Bei Festivals setzt die Telekom einen mobilen Antennentruck ein, der die Mobilfunkversorgung für die Besucher gewährleistet.

Jodl betonte: „Das Hurricane-Festival haben wir bereits seit zehn Jahren auf unserer Liste für Sonderversorgung. Auf unserem Kalender stehen pro Jahr rund 150 Festivals und Events, für die wir eine Sonderversorgung aufbauen.“

Quelle: Festivals: Telekom erweitert Netz mit tonnenschweren Richtfunk-Trucks – Golem.de

EU soll gegen WLAN-Störerhaftung einschreiten

Mit einem Appell an die EU-Kommission wollen Verbraucherschützer den leichteren Zugang zu öffentlichen WLAN-Zugängen in Deutschland durchsetzen.

Sehr sinnvoll.

Die Sache mit der Störerhaftung kommt einem so vor, als sei sie von Leuten erdacht worden, die sich auch gerne mal das Internet ausdrucken lassen.

Quelle: Protest: WLAN-Störerhaftung soll gegen EU-Recht verstoßen – Golem.de