Twitter Facebook Google+

Gute Nachrichten für alle, die fürchteten, dass das Internet die Sprachkultur ruiniert.

Onlinekosten.de:

Sprachpuristen kommt da das Grausen. Auch manche Eltern befürchten, dass Chatten, Bloggen und Twittern die Sprache ihrer Kinder verhunzt. Doch Experten geben Entwarnung: Die digitale Kommunikation kann die Sprachgewandtheit sogar fördern.

Ob das Kommunikationsverhalten Schaden genommen hat, ist freilich ein ganz anderes Thema.

Es ist nicht das Internet. Es sind die Menschen.

Julia im Gespräch mit dem BR-Reporter

Julia im Gespräch mit dem BR-Reporter

Hater. Das klingt ein wenig wie Hatschi, und es hat tatsächlich eines gemeinsam: Beides deutet auf einen Zustand von Krankheit hin.

Wie sehr hasserfüllte Personen über das Internet andere Menschen unter Druck setzen können, ist Medienberichten zu entnehmen. Es haben sich schon einige junge Menschen das Leben genommen, weil sie in das Visier von Hatern gerieten. Und wie viele unter dem täglichen Hass leiden, ohne dass ihr Fall aktenkundig wird, lässt sich schwer ermessen. Aus Schulkreisen weiß ich, dass Cybermobbing längst in jeder Schule ein Thema ist. Und es sind keine Einzelfälle.

Für mich war es in diesem Zusammenhang sehr beeindruckend, mit Julia Schramm im wasgehtApp podcast darüber zu sprechen, wie sich die Opfer von Hatern fühlen. Ich lebte vorher vorher in der Vorstellung, dass sich mit Distanz zum Netz und dem Abschalten des Rechners auch der Online-Hass eingrenzen lässt. Es ist mitnichten so, denn manch krankes Gehirn belässt es längst nicht mehr beim reinen Onlineterror, wie Julia mit vielen Beispielen schilderte. In dem Moment, wo man merkt, was einem da entgegenschlägt, ist es meist auch schon zu spät, um noch den Stecker zu ziehen.

Und Hater sind wie Drogensüchtige: Sie haben für alles eine Rechtfertigung. Das Ausarten ihrer Kritik? Nur eine Gegenreaktion, weil der oder die andere doch zuvor auch schon polarisiert hat. Dass es persönlich wird, obwohl die andere Person sachlich argumentiert hat, spielt für die Rechtfertigungen der Hater keine Rolle. Konfrontiert mit ihrem Tun, sagen sie, dass es ja alles nicht so schlimm sei. Schon gar nicht in ihrem speziellen Fall. Andererseits können sie auch nicht davon lassen. Sie finden augenscheinlich einen Kick darin, es immer wieder zu tun.

Der Bayerische Rundfunk hat das Thema Hater in seinem sehenswerten Beitrag von verschiedenen Seiten beleuchtet. Julia ist auch mit dabei. Ein Kamerateam fuhr sogar nach Wien, um einen ihrer Hater zu treffen. Zuvor war ein Artikel von Julia ins Netz gestellt worden, um Hater zu ködern.

Am Ende stellt sich mir die Frage, ob das Internet, das wir in so vielen Bereichen unseres Lebens als Segen begreifen, nicht in anderen Bereichen unüberschaubare Gefahren erzeugt.

Das Fazit von Julia im Artikel zogen wir zugleich auch im Podcast: Es ist nicht das Internet. Es sind die Menschen – das Potenzial für den Hass schlummerte längst in der Gesellschaft. Mit dem Netz findet es nur einen Kanal. Beängstigend.

Es ist kurios: Obwohl mit Twitter theoretisch weitaus mehr Aufmerksamkeit erzeugt werden kann, weil “Freundschaften” und “Likes” keine so große Rolle spielen wie bei Facebook, ist Twitter als Linkquelle nahezu unbedeutend. Facebook prescht dagegen immer weiter vor. Dies sollte einem zu denken geben, denn es stärkt auch Facebooks Macht, dafür zur Kasse zu bitten.

Michael Kroker, Wirtschaftswoche:

Beim sogenannten Referral-Traffic – also dem Datenverkehr durch Empfehlungen in sozialen Netzwerken – bleibt der Kurznachrichtendienst Twitter weiterhin unbedeutend. Mehr noch: Im Jahresvergleich sank der Anteil sogar auf unter ein Prozent.

1200 aktive Satelliten kreisen über unseren Köpfen. Die bekanntesten sind sicherlich die GPS- und Telekommunikationsatelliten. Die interaktive Grafik bei Quartz zeigt, was dort oben noch so los ist.

Kometenlandung: Philae sagt Finito

Erfolgreicher Anflug, spektakuläre Landung, geglücktes Einsammeln von Daten und jetzt Tiefschlaf. Die Kometenmission der ESA ist ein Erfolg.

Heise.de:

Mehr als zwei Tage nach seiner Landung hat die ESA-Sonde Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ihre Arbeit eingestellt und ist in einen Ruhezustand übergegangen.

Diese Mission hat schon jetzt einen wichtigen Beitrag zur Wiederentdeckung der Raumfahrt geleistet. Wie viel wäre – gemessen an den Missionen der 1960/70er Jahre – mit dem heutigen technischen Know-How möglich? Lasst es uns herausfinden!

Streetpong-Ampel versüßt Wartezeit

In Hildesheim soll allen Ernstes eine Ampel installiert werden, deren Taster für die Fußgängerampel ein schnelles Computerspiel erlauben.

Onlinekosten.de:

Auf beiden Straßenseiten sind an den Ampeltastern Touchscreens montiert, die es ermöglichen, mit einem Wartenden von der anderen Straßenseite Ping-Pong zu spielen.

Ich sehe vor meinem geistigen Auge schon die Rangeleien, wer zuerst spielen darf.

Liquid Broadband: Nutzer basteln ihr eigenes Handynetz

Ingo Pakalski, Golem.de:

Eine Reihe mittelständischer Unternehmen will ein neues deutsches Mobilfunknetz aufbauen. Der Grundansatz von Liquid Broadband unterscheidet sich von dem der etablierten Anbieter, denn für das neue Netz werden nicht nur herkömmlichen Mobilfunkbasisstationen verwendet. (…) Der neue Anbieter setzt auch auf kompakte Basisstationen, die nicht größer als ein herkömmlicher Router sein sollen. Der Netzausbau würde dann auch unter Teilnahme der Nutzer erfolgen.

Wenn wir die WLAN-Angebote, die nach dem Motto “Teile und nutze” verfahren, mal weiterdenken, landen wir schnell bei der Frage: Warum nicht auch im Mobilfunk?

Ich sehe für dieses Projekt allerdings schwerlich Chancen, weil der Staat sich bei den Mobilfunkfrequenzen weniger für eine gute Idee als für gutes Geld interessiert. Und es wäre auch kein Mobilfunknetz, über das man in den ersten Jahren gerne telefonieren würde, da die Versorgungslücken absehbar groß sind.

“Das Internet entmachtet den Journalismus”

Die taz widmet sich in ihrer Sonnabend-Ausgabe vom 15. November 2014 dem Thema Native Advertising (online ist der Artikel leider noch nicht abrufbar):

Das Internet entmachtet den Journalismus. Politiker, Künstler, Sportler und Unternehmen funken ihre Zielgruppe inzwischen direkt an. Auf die Gunst der klassischen Medienmacher kommt es nicht mehr an.

Der direkte elektronische Draht zu Quellen ist zweifelsohne ein Stück Freiheit für die Nutzer, das es vor zwei Jahrzehnten so noch nicht gab. Aber mit Entmachtung ist das immer so eine Sache: Wie bei Staaten, stellt sich die Frage, was danach kommt.

Es ist naiv, zu glauben, dass mit der Entmachtung des Journalismus die Macht über die Informationen auf die Nutzer übergeht. Stattdessen rücken ihnen nur jene näher, die schon seit Jahrzehnten Journalisten beeinflussen wollen. Sie haben leichtes Spiel, wenn sich ihnen keiner mehr in den Weg stellt. Das Beispiel Native Advertising ist nur eine ihrer Spielarten.

Gigaset Camera: Augen auf für mehr Sicherheit

Lange wurde sie in Aussicht gestellt, jetzt ist sie endlich da: Die Camera von Gigaset Elements. Weil sie sich deutlich von den restlichen Sensoren abhebt, habe ich mir diese Ergänzung in einem mehrwöchigen Test genauer angesehen.

Gigaset Elements Camera

Gigaset Elements Camera

Kurz zur Erinnerung: Bei Gigaset Elements handelt es sich um ein System zur Überwachung des eigenen Hauses bzw. der eigenen Wohnung. Mittler ist dabei eine Basisstation, die per LAN-Kabel mit dem Router verbunden wird. Per Bluetooth LE können diverse Sensoren angebunden werden, etwa für Türen und Fenster oder Bewegungsmelder. Ein ausführlicher Test zu Gigaset Elements ist hier vor einigen Monaten erschienen.

Die Kamera ist nun das Tüpfelchen auf dem i des Systems, denn bislang ließen sich zwar Bewegungen und Öffnungen verlässlich erkennen. Wer oder was dahinter steckt, blieb dem Nutzer jedoch verborgen. Hierbei galt es entweder selbst nachzuschauen oder jemanden zu kennen, der schnell vorbeigucken kann.

Nun ist eine Kamera technisch ein anderes Kaliber als Sensoren, was wohl die lange Wartezeit erklärt.

Die Gigaset Camera ist ein weißes Kästchen mit Antennenstummel, das mitsamt Stromkabel und LAN-Kabel geliefert wird. Besonders praktisch ist die Stromkabelverlängerung, so dass auch eine weiter entfernt liegende Steckdose gut erreicht werden kann. Der nötige Stromanschluss unterscheidet diese Erweiterung übrigens von den anderen Sensoren, die per Batterie betrieben werden.

Einfache Installation

Ausgepackt: Das steckt im Karton.

Ausgepackt: Das steckt im Karton.

Die Installation von Camera ist wie bei den anderen Sensoren recht einfach. Für die Erstinstallation muss Camera mit dem ebenfalls mitgelieferten LAN-Kabel an den Router angeschlossen werden. Ein Code auf der Rückseite identifiziert die Camera bei der Elements Basisstation. In einem Konfigurationsdialog kann nun ein WLAN eingestellt werden, so dass das LAN-Kabel fortan entbehrlich ist.

Einmal aktiviert, signalisiert eine LED an der Vorderseite, ob die Camera einsatzbereit ist. Die Diode ist allerdings ziemlich hell, was für eine Überwachungskamera nicht unbedingt von Vorteil ist. Hier wäre es wünschenswert, dass das Leuchten abgestellt werden kann.

Zu den Besonderheiten der Kamera zählt ein Nachtsichtmodus, der mit Infrarotlicht realisiert wird. Das Bild ist dann zwar monochrom, aber dank der Infrarotstrahlen wird im Dunklen alles sichtbar. Der Nachtsichtmodus kann entweder automatisch oder in den Einstellungen manuell aktiviert werden.

Bild und Ton

Hell: Die LED an der Kamera.

Hell: Die LED an der Kamera.

Die Kamera ist auch in der Lage, Ton zu übertragen. Qualitativ dürfen hier keine Höchstleistungen erwartet werden, aber für eine Überwachungskamera reicht dies vollkommen aus und ist ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung.

Das Betrachten der Bilder erfolgt über die Elements App, die ich auf dem iPhone getestet habe, oder alternativ über die Elements-Website. Der Zugang ist sehr einfach, leider dauert es aber bis zu einer halben Minute, bis einmal ein Bewegtbild erscheint. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn zunächst einmal ein Standbild übertragen wird, zumal dies gerade beim mobilen Abruf günstiger für das Datenvolumen wäre.

Beim Betrachten der Bewegtbilder ist außerdem ein deutlicher Zeitverzug einzukalkulieren. Man sieht also nur bedingt ein Livebild – die Verzögerung beträgt bis zu einer halben Minute.

Die Frage, die man sich als Nutzer unweigerlich stellt, ist natürlich, welchen Weg die Bilder eigentlich nehmen.

Die Bilder sind von einer guten Qualität. Sie sind detailreich und erfüllen die einer Überwachungskamera vollends.

Zukunftswünsche

Für die Zukunft wäre noch eine Signalisierung wünschenswert, wenn die Kamera Bewegungen erfasst, im besten Fall gleich mit dem Pushen oder Versenden eines Standbilds. Ein späteres Abrufen der Aufnahmen ist derzeit nämlich nicht möglich. Dies wäre für eine Überwachungskamera aber unerlässlich, da nicht immer gewährleistet, dass man als Nutzer gerade Zeit hat, live nachzuschauen.

So bleibt unter dem Strich noch einiges an Potenzial für Verbesserungen, die aber dank der nachrüstbaren Software allesamt noch nachgeliefert werden können. Gigaset Elements hat hier in der Vergangenheit schon bewiesen, dass man noch neue Funktionen nachliefert.

Was gefällt, ist das bekannt harmonische Zusammenspiel der Komponenten und die einfache Bedienbarkeit des Systems. Hier ist Camera vielen Einzelkameras überlegen, zumal die Kombination mit den Sensoren ein Alleinstellungsmerkmal ist. Auf jeden Fall ist Camera eine praktische Ergänzung, auf die es sich gelohnt hat, zu warten.

Gigaset Elements Camera, ca. 150 Euro (UVP)
(bei Amazon.de kaufen)


Spiegel Online:

Ups, deine Nachricht hab ich nicht gesehen – diese Ausrede gilt ab jetzt nicht mehr für Nutzer von WhatsApp. Zwei blaue Haken zeigen an, wenn eine Meldung gelesen wurde. Vielen gefällt das gar nicht.

Nachdem viele Nutzer jahrelang dachten, dass die beiden Häkchen eine Lesebestätigung darstellen, regen sie sich jetzt darüber auf, dass es wirklich eine gibt.

Das Kommunikationsverhalten einiger Zeitgenossen ist einem ja ohnehin ein Rätsel. Dass nun das Anzeigen von Lesebestätigungen in einen Topf mit berechtigten Datenschutzfragen bei Messengern geworfen wird, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Was lernen wir daraus? Lesebestätigungen mögen offenbar nur Absender.

Nächstes Feature bei WhatsApp: Löschen per Knopfdruck.