Gesprochen gehabt – Nein zum doppelten Perfekt

Zeit für einen kleinen Exkurs in diesem Tech-Blog, damit wir uns einer sprachlichen Unsitte widmen können, die immer mehr um sich greift. „Wir haben miteinander gesprochen gehabt.“ Was ist daran falsch? Leider fällt das Problem an diesem Satz immer weniger Menschen auf. Die Rede ist vom doppelten Perfekt: habe gehabt.

Bastian Sick hat sich dem Thema bereits in einer seiner Zwiebelfisch-Kolumnen gewidmet. Nun hat Sick sehr viele Sprachthemen aufgegriffen und spätestens nach dem dritten Buch wirkte es auf mich krampfhaft, doch bei diesem Thema kann ich ihm nur beipflichten. Das doppelte Perfekt ist nicht nur sprachlich grenzwertig, es ist unnötig redundant (habe, habe, habe) und hört sich vor allem grausam an. Warum nicht einfach „Wir haben miteinander gesprochen“?

Leider wurden sogar gestandene Radio- und Fernsehleute bereits mit diesem sprachlichen Virus infiziert.

Es wird Zeit, dieses Problem endlich mal öffentlich zu machen. Wer mich darin unterstützt, dass das doppelte Perfekt wieder verschwinden soll, möge diese Botschaft weitertragen. Vielen Dank!

„Jetzt habe ich mich genug aufgeregt gehabt.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Doppeltes_Perfekt

2 Antworten auf „Gesprochen gehabt – Nein zum doppelten Perfekt“

  1. Wenn Sie ausdrücken möchten, dass der Vorgang des Vergessen bereits vor dem Betreten des Supermarktes stattgefunden hat, müssen sie das doppelte Perfekt anwenden:

    „Gestern bin ich in den Supermarkt gegangen, um eine Seife für meine Mutter zu kaufen. Als ich im Geschäft war, habe ich vergessen gehabt, was ich eigentlich besorgen wollte. Erst bei der Kassa ist es mir wieder eingefallen.“

    Andernfalls unterstellen Sie, dass dieser Vorgang oder sein Ende zeitlich während des Supermarktbesuches lag. STIMMTS?

  2. Vielen Dank für das Beispiel. Nein, stimmt nicht.

    Für die vollendete Vergangenheit, die Sie ansprechen, gibt es das Plusquamperfekt. Also im Falle des Beispielsatzes: „Als ich im Geschäft war, hatte ich vergessen, was ich eigentlich besorgen wollte.“

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