Instacast – Der Podcast-Client im Test

Instacast ist eine Podcast-App für das iPhone

Ein Lob den Podcasts. Dies zollte vor kurzem auf der „Re:publica“ Pritlove den Internet-Radiosendungen (lesenswerter Artikel bei Golem.de) – und er ist damit nicht allein. Die Zahl der Podcasts nimmt immer mehr zu. Es scheint, als werden die Blogs zunehmend von den Podcasts in den Schatten gestellt. Sie versprechen Stammkundschaft (durch Abos) und vor allem eine lange Verweildauer, weil die Nutzer sie passiv konsumieren können (im Auto, beim Joggen, sonst wo). Möglich, dass es sich auch nur um einen zeitweiligen Trend handelt – die Hörbücher scheinen ja zum Beispiel auch wieder etwas mehr in den Hintergrund zu rücken. Aber direkt zu vergleichen sind beide nicht. (Der Autor ist übrigens auch an einem Podcast – dem Trekcast – beteiligt und war schon mal bei Geek Week zu Gast).

Widmen wir uns aber einem ganz praktischen Problem: Wohin mit den Podcasts auf dem iPhone? Und vor allem: Wie kommen sie dorthin?

Ich habe dieses Problem anfangs mit den Apple-eigenen Funktionen zu lösen versucht. Das hervorragende Podcastverzeichnis in iTunes bildet eine gute Grundlage. Alle wichtigen Funktionen, wie zum Beispiel das Abonnieren von Podcasts und das Synchronisieren mit den Geräten, sind vorhanden. Nur: Irgendwann kommt der Punkt, an dem das nicht mehr zufriedenstellend ist. Wenn zum Beispiel der gewünschte Podcast zwar auf dem Mac aktualisiert wurde, aber das Gerät danach nicht mehr synchronisiert wird (das passiert nicht automatisch), gibt das leicht mal ein böses Erwachen, wenn man dann am nächsten Tag im Auto den Lieblingspodcast anwerfen möchte und der ist gar nicht vorhanden.

Eine Lösung muss her – und die heißt in meinem Falle momentan Instacast. Die 1,59 Euro teure App hat heute ein umfassendes Update auf Version 2.0 erhalten. Zahlreiche neue Funktionen erwarten den Benutzer (u.a. Tempoeinstellung, Kapitel), doch entscheidend sind ja erstmal die organisatorischen Fragen.

Instacast hält eine Art eigenes Podcastverzeichnis vor, in dem ich bislang noch keinen Podcast vergeblich gesucht habe. Ausgesuchte Podcasts lassen sich leicht abonnieren und werden fortan automatisch auf dem Gerät auf Aktualisierungen überprüft. Wahlweise können neue Folgen heruntergeladen oder gestreamt werden. Der Download erfolgt nur dann, wenn der Nutzer in einem WLAN verweilt bzw. auf Wunsch auch mobil – die App geht aber grundsätzlich erstmal auf Nummer sicher.

So weit, so gut: Doch bevor hier das x-te Loblied angestimmt wird, sollten auch die Kritikpunkte nicht verschwiegen werden. Einer davon betrifft den Preis: Unerklärlicherweise halten einige Nutzer 1,59 Euro noch für zu günstig. Im Vergleich mit anderen Apps, die für 79 Cent zu kaufen sind, empfinde ich Instacast allerdings gar nicht als so hochklassig, als dass dieser Preis gerechtfertigt wäre. Dies ist mit Version 2.0 vielleicht anders zu sehen – für ein endgültiges Urteil reichen einige Stunden Nutzungszeit nicht aus -, aber für die 1.x-Version waren 1,59 Euro definitiv hochpreisig, zumal Instacast desöfteren mit Abstürzen zu kämpfen hatte. In der ursprünglich heruntergeladenen Version stürzte mir die App mindestens einmal am Tag ab. Nach einem Update hat sich die Absturzrate deutlich verbessert. Wenn man aber bedenkt, dass die App bevorzugt auch beim Autofahren zum Einsatz kommt, ist jeder Absturz einer zu viel.

Ärgerlich ist auch, dass Instacast zwar als iPad-Version existiert (Instacast HD), die Nutzer dafür aber weitere 3,99 Euro bezahlen sollen – und das nur, weil die Auflösung etwas höher ist, womit eben auch Videopodcasts besser abgespielt werden können (ein Verdienst der Hardware, nicht von Instacast!). 1,59 Euro für eine Universal App, die auf iPhone und iPad läuft, wäre gerechtfertigt gewesen – zumal die Möglichkeit besteht, die Daten via iCloud zu synchronisieren.

Unter dem Strich ist Instacast schon eine deutliche Verbesserung für jeden Podcast-Freund, aber das Maß der Dinge ist die App aus meiner Sicht nicht. Heute habe ich von Pocket Casts gelesen, einer Alternative zu Instacast, die auf jeden Fall einmal genauer betrachten werde – mehr dazu demnächst.

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