Orphion: Musik – mal anders

Orphion ist eine App, mit der Einsteiger und Profis über den Touchscreen des iPads Musik machen können. Die 3,99 Euro teure App basiert auf einem Konzept für eine Master-Arbeit. Entwickler Bastus Trump zeigt, welche Möglichkeiten in dem iPad schlummern.

Für Musik gibt es GarageBand. Das Apple-eigene Programm vom Mac wurde vor einiger Zeit für das iPad portiert und  erfreut sich – zurecht – großer Beliebtheit. Doch wer GarageBand angenehme Töne entlocken möchte, sollte schon etwas musikalisch sein. Zwar gibt es Funktionen, die GarageBand erheblich vereinfachen. Damit sinkt jedoch auch die Individualität der Musik: Wer etwa an der vereinfachten Gitarre zupft, bekommt vorgefertige Akkorde vorgespielt.

Musik kann jeder – das scheint zumindest der Ansatz zu sein, den App-Entwickler Bastus Trump mit Orphion verfolgt, einer 3,99 Euro teuren App, die im App Store abrufbar ist.

„Das Konzept für das Orphion entstand im Rahmen einer Masterarbeit in der UdK Berlin bei Robert Henke (aka monolake). Dabei ging es darum, ein Interface für Multitouchscreens zu entwickeln mit dem man möglichst ausdrucksstark spielen kann“, sagt Trump zu seiner App. „Die Idee war es, ein elektronisches Instrument mit einer direkten Kopplung von Interface und Sound zu schaffen, also wie bei einem akustischen Instrument. Klangveränderungen sollten nur durch das Spielen selbst möglich sein.“

Nach dem Aufruf der App bekommt der Nutzer eine sehr einfach gehaltene Benutzeroberfläche angezeigt. Zu sehen sind diverse Kreise, die sich an den Rändern gegenseitig überschneiden. Per Auswählmenü können weitere Layouts geladen werden, die Anordnungen mit noch mehr oder anders geordneten Kreisen enthalten. Die Musik wird durch Berühren der Kreise erzeugt. Langes Drücken erzeugt einen Dauerton, kurzes Antippen ist ein gitarrenartiges Zupfen.

„Sowohl Musik-Einsteiger als auch Musiker finden eine passende Anordnung um einfach Musik machen zu können, ohne über richtige Töne oder komplizierte Einstellungen nachdenken zu müssen. Das Interface wurde speziell für Touchscreens entwickelt und ermöglicht sehr ausdrucksstarkes, aber auch virtuoses Spielen“, sagt Trump. „Der Sound und die Art der Interaktion ist eine Mischung aus Saiten- und Perkussionsinstrument und reicht von weich über gezupft bis zu einem harten Slap. Über CoreMIDI lassen sich andere auch Synthesizer-Apps damit spielen.“

Tatsächlich macht die Benutzung von Orphion eine Menge Spaß. Wer GarageBand mag, wird mit Orphion auch etwas anfangen können. Das puristische Aussehen ist zwar Geschmacksache, aber die Reduzierung auf das Wesentliche hat fraglos auch eine gewissen Charme.

Problematisch ist derzeit noch das Preis-Leistungs-Verhältnis. GarageBand kostet ebenfalls 3,99 Euro, bietet für diesen Preis aber mehr Instrumente und die Möglichkeit zur Aufnahme. Gleichzeitig ist GarageBand eine Universal-App, funktioniert also auch auf dem iPhone. Orphion dagegen beschränkt sich gegenwärtig auf die beschriebenen Pad-Layouts und die Fähigkeit, damit Töne zu erzeugen. Positiv ist allerdings anzumerken, dass Bastus Trump für das nächste Update bereits eine Aufnahmefunktion in Aussicht stellt, was Orphion bereits deutlich aufwerten würde. Zudem sei ein Editor für eigene Layout geplant.

Bei Vimeo ist Orphion in Aktion zu erleben:
http://vimeo.com/35131490
http://vimeo.com/39403113

Orphion im App Store:
http://itunes.apple.com/de/app/orphion/id495465097

Kommentar verfassen