Test: eBook Reader 4

Der Weihnachtstrendartikel dieses Jahres im Buchhandel ist das E-Book: Weltbild, Thalia, Huggendubel und viele kleine örtliche Buchhändler werben mit großen Plakaten für den Kauf von E-Book-Readern. Nicht zu vergessen Amazon, die den Kindle auch im europäischen Markt zur Größe gemacht haben.

Wir haben den eBook Reader 4 von Weltbild getestet, ein Trekstor-Gerät, das unter anderem Namen (u.a. Liro Ink) auch bei anderen Händlern zu bekommen ist.

Platz für bis zu 2000 Bücher

Der eBook Reader 4 von Weltbild

Im Falle der Verlagsgruppe Weltbild ist der Einstieg in die Welt der E-Books mittlerweile schon für 59 Euro möglich. Der eBook Reader 4 ist 17 mal 12 cm groß und 0,9 cm dünn. Mit einer Speicherkapazität von 2 GB bietet das Gerät viel Platz für elektronische Bücher, zumal es noch mit einer Speicherkarte erweitert werden kann. Das Display kommt ohne Hintergrundbeleuchtung aus und ist damit gerade für längeren Lesegenuss weitaus augenschonender als gängige Tablets. Hinter dem monochromen Bildschirm steckt ein so genanntes E-Ink-Display, das zwar beim Bildaufbau recht träge ist, dafür jedoch ein sehr kontrastreiches Bild abliefert, das vor allem ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt.

Positiv fällt nach dem Auspacken zunächst einmal auf, dass Weltbild viel Wert darauf legt, den Nutzer bei der Inbetriebnahme und Nutzung an die Hand zu nehmen. Schon die Verpackung ist nahezu selbst erklärend. Ausfaltbare Schnellanleitungen sorgen dafür, dass es rasch losgehen kann.

Akku hält einen Monat lang durch

Das Gerät wird über einen Einschaltknopf am unteren Ende aktiviert. Der Akku soll im Normalbetrieb bis zu einem Monat durchhalten und tatsächlich gab es während des Tests keine Veränderungen an der Akkustandanzeige. Nach dem Einschalten wird zunächst eine Übersicht eingeblendet, aus der schnell zum letztgelesenen Besuch oder in die Bibliothek gewechselt werden kann. Welcher Eintrag gerade markiert ist, ist gelegentlich schwer auszumachen, weil lediglich ein Strich den gerade ausgewählten Eintrag signalisiert.

So wie diesen gibt es noch einige weitere kleine Kritikpunkte bei der Benutzerführung. Das Einstellen von Datum und Uhrzeit macht sich zum Beispiel einige der Knöpfe am Gerät zunutze, ohne dass einem als Nutzer anfangs ersichtlich ist, welche das sind – hier hielt nur Ausprobieren oder Nachlesen im Handbuch. Auch der Aufruf des Kontextmenüs, um Lesezeichen zu setzen oder gezielt Seitenzahlen einzugeben, hätte sicher einfacher gelöst werden können. In diesem Menü findet sich auch die Einstellung, um Bücher im Querformat zu lesen. Dass nicht wie bei Tablets ein Sensor in das Gerät eingebaut ist, der die Ausrichtung selbst erkennt, kann dem Hersteller angesichts des günstigen Preises schwerlich zum Vorwurf gemacht werden.

Angenehmes Lesen dank E-Ink

Hevorzuheben ist auch, dass die Kernfunktion des Geräts, das Lesen und Blättern in elektronischen Büchern, tadellos funktioniert. Die Blättertasten sind doppelt auf beiden Seiten des Displays vorhanden, so dass der E-Reader sowohl in der linken wie auch in der rechten Hand gehalten werden kann. Logisch ist auch, die Taste zum Weiterblättern größer zu gestalten, als die zum Zurückblättern, was wahrscheinlich weniger häufig gefragt ist. Schriftgröße und Rand können individuell eingestellt werden. Praktisch ist auch eine Volltextsuche.

Begeisternd ist das Display des E-Readers. Hier wird nicht zuviel versprochen, dass das Schriftbild nahezu dem gedruckten Produkt entspricht. Texte können in jedem Winkel und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung perfekt abgelesen werden. Lediglich in dunkleren Situationen wird Text etwas schwer lesbar, weil der Hintergrund leicht gräulich ist. Eine Leselampe zum Anstecken gibt es ebenso wie einen Steckdosen-Adapter für das USB-Kabel günstig als Zubehör zu kaufen.

Kostengünstiger Einstieg in die E-Book-Welt

E-Reader gibt es mittlerweile viele und sicherlich ist der von Weltbild nicht das aktuellste und beste Gerät am Markt – nahezu unschlagbar ist jedoch der Preis. Dank Unterstützung des verbreiteten EPUB-Formats können elektronische Bücher bei verschiedenen Händlern erworben werden.

Gerade für das Hineinschnuppern in die E-Book-Welt eignet sich dieses Gerät sehr gut und bei Nichtgefallen sind knapp 60 Euro kein Weltuntergang.

2 Antworten auf „Test: eBook Reader 4“

  1. Betr. ebook-Reader Ink4: Heute stürzte mein Reader aus nicht erkennbarem Grund ab: Das Bild stand wie eingefroren, keine Reaktion auf jedweden Tastendruck, auch die Ein/Aus-Taste funktionierte nicht. Stecker ziehen geht nicht, weil kein Stecker da ist! Von der Weltbild-Hotline für den Reader kam der Tip, einen System-Reset durchzuführen, indem man die Ein/Aus-Taste längere Zeit (bis zu 3 Minuten !!!) gedrückt hält. Das steht nicht in der Bedienungsanleitung und mag mitunter hilfreich sein, bei mir half es nicht! Vom Kollegen an der Hotline kam als letztes Hilfsangebot: Kostenlose Rücksendung und Austausch des Geräts. Ich hatte am Telefon den Eindruck, dass derartige Pannen öfter vorkommen…
    Nun sah ich mir den Reader genauer an, und siehe da: Es kam zum Vorschein, was (warum auch immer) nicht in der Bedienungsanleitung steht: Auf der R ü c k seite des Readers gibt es etwa im Bereich der (vorderseitigen) Home-Taste ein winziges Loch. So etwas hatte ich von einem elektronischen Gerät in früheren Zeiten vage in Erinnerung! Man nehme eine aufgebogene Metall-Büroklammer oder Stopfnadel, führe sie bis zum Widerstand vorsichtig in die Öffnung und drücke dabei gleichzeitig die vorderseitige An/Aus-Taste. Und siehe da: Das war der System-Reset und alles ging nach 3 Sekunden wieder wie geschmiertt !!! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Weltbild-Mitarbeiter dieses simple Detail nicht kennen…. Warum verraten sie es nicht?
    Ansonsten schließe ich mich in allen Punkten den Testkommentaren an: Ink4 – ein tolles Gerät mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis

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