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Totholz

Wenn Jean-Claude Frick im Geek Week-Podcast regelmäßig seine Tiraden gegen das Totholz zum Besten gibt, kann sich man als geneigter Hörer manchmal nicht das Schmunzeln verkneifen.

Wenn Frick Nachrichten nur noch auf dem Smartphone liest, sollte er sich mal überlegen, wo die eigentlich herkommen. In vielen Fällen sind es nämlich die Zeitungsleser, die Frick diesen Luxus durch ihre Liebe zum Totholz finanzieren. Es ist wohl kaum zu bestreiten, dass die Netzgemeinde massiv davon profitiert, dass Zeitungen ihre Nachrichten auch ins Netz stellen.

Nun kann man seine Nachrichten natürlich auch über Funk und Fernsehen beziehen – doch auch hierbei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die einen nicht zu unterschätzenden Teil ihrer Berichterstattung von Nachrichtenagenturen beziehen, die – oh Wunder! – maßgeblich von Printmedien finanziert werden.

Wir reden hier folglich nicht über Papier, sondern über die Finanzierung von Journalismus. Im Gegensatz zum Papier wollen online nur wenige Leser dafür zahlen und wer als Herausgeber alleine in der Werbung sein Wohl sucht, der schließt einen gefährlichen Pakt, weil Werbetreibende es sehr wohl auszunutzen wissen, wenn die Berichterstatter alleine von ihrer Gnade abhängig sind.

Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, hat einige sehr intelligente Worte zum Thema Journalismus im Netz geschrieben. Sie sind dem Geek Week-Team eher ans Herz zu legen als die Weisheiten von Sascha Lobo, der den Journalismus augenscheinlich auf einen Liveticker reduzieren möchte.

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