SIMsalabim – Wie sinnvoll sind eigentlich noch SIM-Karten?

Als Apple im Jahr 2012 angeblich überlegte, fest installierte SIM-Karten in seine Geräte einzubauen, schlugen die Wellen hoch. Netzbetreiber drohten präventiv mit einem Boykott solcher Geräte. Sie fürchten, den direkten Draht zu ihren Kunden zu verlieren. Günstiger abgegebene Geräte könnten außerdem  nicht mit einem SIM-Lock belegt werden. Den Kunden wurde deshalb schon einmal in Aussicht gestellt, dass sie dann zwar frei wählen könnten, über welchen Anbieter sie telefonieren und surfen (im Extremfall sogar von Fall zu Fall), dieser Vorteil aber dadurch aufgehoben werden würde, dass sie die Geräte zum vollen Preis kaufen müssten. Bei stolzen Preisen von 700 Euro und mehr für zeitgemäße Smartphones ist dies für viele ein Grund, lieber bei der SIM zu bleiben.

Dass die Debatte über Embedded SIMs danach einschlief, ist schade.

Ein persönliches Erlebnis zeigt auf, wie viel – oder besser gesagt: wie wenig – der Kunde vom „persönlichen Kontakt“ zu seinem Netzbetreiber hat: In unserem Fall wollten wir im Prepaid-Tarif Xtra der Telekom eine Micro-SIM gegen eine Nano-SIM eintauschen. Grund ist ein Gerätewechsel. Das iPhone 5 erfordert bekanntlich die kleinere SIM (nachdem wir vor ein paar Jahren erst die Mini SIM gegen eine Micro SIM eintauschen mussten). Der „freundliche“ Herr im hiesigen Telekom Shop verweigerte jedoch den Wechsel. Angeblich gehe dies nicht. Warum, das konnte er uns nicht sagen. Grund sei aber der Prepaid-Tarif.

Eigenes Bemühen mit einem Anruf bei der Telekom Hotline führte kurz danach zu einem anderen Ergebnis: Der Tausch geht doch. Sofort wurde die Nano SIM rausgeschickt. Leider ist die alte SIM aber bis zur Zustellung schon einmal abgeschaltet – das Handy also ein bis zwei Tage lahm gelegt. Im Shop wäre es nur eine Sache von Minuten gewesen. Mit einer embedded SIM hätten wir nicht einmal in die Innenstadt fahren müssen.

Warum der Shop diese Dienstleistung verweigerte, vermochte der Mann am Telefon auch nicht zu sagen. Konfrontiert mit diesem gegenteiligen Ergebnis hieß es im Shop, dass es richtig sei, dass die Hotline den Tausch vornimmt (davon war vorher aber nicht die Rede). Dass dies nicht kommuniziert wurde, sei bedauerlich. Der Shop habe aber nur Nano SIMs für Vertragskunden.

Warum dies so ist, bleibt vollkommen unerklärlich. Fakt ist, dass der Kunde wegen einer kleinen SIM-Karte, die nicht mehr als ein elektronischer Schlüssel zum Netz ist, der wohlgemerkt längst überflüssig sein könnte, von Pontius zu Pilatus laufen muss. Und dass nicht, weil es ihm nützt, sondern nur dem Anbieter.

Es wird Zeit, diesen Hokuspokus zu beenden und die SIM-Karten – Simsalabim – verschwinden zu lassen.

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