Drei Gedanken zu iPad Air 2 und iPad Mini 3

Über die Apple-Neuheiten sind im Netz genügend gut geschriebene Beiträge zu finden. Ich möchte mich deshalb auf eine kleine Analyse beschränken und diese in drei Überlegungen zusammenfassen:

1. Apple macht wieder größere Unterschiede zwischen den iPads: Im letzten Jahr überraschte Apple mit Einheitlichkeit. iPad Air und iPad Mini 2 unterschied im wesentlichen die Displaygröße. Mit dem iPad Mini 3 fällt das Sieben-Zoll-Modell nun wieder hinter das Zehn-Zoll-Modell zurück. Prozessor und andere Komponenten entsprechen beim Mini dem Vorgängermodell. Damit nicht genug, sind aber selbst das aktuelle iPhone 6 (plus) und das iPad Air 2 nicht mehr auf Augenhöhe. Das iPad Air 2 wird mit einem besseren A8X-Prozessor ausgestattet, wodurch die Kluft zum Mini 3 noch größer wird. Warum das so ist, darüber kann nur spekuliert werden. Das iPad Mini 3 war ohnehin nur eine Randnotiz in der Präsentation. Ob im Sieben-Zoll-Markt weniger Chancen gesehen werden oder ob er gar so erfolgreich ist, dass ein Vorbeiziehen am großen Spitzenmodell verhindert werden soll, bleibt offen. In jedem Fall hebt sich das iPad Air 2 wieder stärker von den anderen Geräten ab, womit auch der Preisunterschied eine ganz andere Bedeutung bekommt.

2. Apple setzt die Preishürde für das iPad niedriger: Es ist nicht das erste Mal, dass Apple sein Line-Up kurios verändert. Der Verbleib des betagten iPad 2 war so eine Merkwürdigkeit, die jetzt – mit dem iPad Air 2 – wohl der Vergangenheit angehört. Neue Merkwürdigkeit ist das Beibehalten von drei iPad Mini-Linien, zumal 2er und 3er bis auf Touch ID baugleich sind. Man darf also eine indirekte Preissenkung darin versehen, zumal die Einstiegshürde beim iPad Mini bei einem Neugerät auf 239 Euro sinkt. In diesen Preiskategorien bewegen sich auch die Mitbewerber mit ihren Geräten. Es ist wohl ein weiser Schritt, sich diesem Markt – wenn auch nicht mit dem Spitzenmodell – zu öffnen.

3. Apple führt die fest eingebaute SIM ein: Vielleicht war es ein zu heißes Eisen, aber die Nachricht, dass Apple in den USA und Großbritannien in den iPads auf eine fest eingebaute SIM setzt, darf wohl als eine der größten Überraschungen betrachtet werden. Die Abkehr von den kleinen Plastikschnippseln war längst überfällig, doch davon abgesehen schafft es für den Verbraucher ganz neue Freiheiten, wenn sie künftig kurzfristig zwischen verschiedenen Netzbetreibern wählen können. Dass das den Mobilfunkern nicht gefällt, liegt auf der Hand (und zeigt sich aktuell daran, dass AT&T da nicht so ganz mitmacht). Doch es ist meines Erachtens ein großer qualitativer Unterschied, ob ich mit einem iPad unterwegs ins Netz gehe oder mit dem Smartphone. Beim Smartphone nehmen viele eine langfristige Bindung eher in Kauf, da sie das Gerät ohnehin ständig mobil nutzen. Beim iPad gibt es gewiss viele, die das Tablet meist in WLAN-Umgebungen verwenden, aber gelegentlich dann doch mal gerne mobil online gehen würden. Dafür lohnt sich aber kaum ein Vertrag. Insofern könnte die fest eingebaute SIM mitsamt ihren positiven Auswirkungen eher zu einer Zunahme der mobilen Nutzung führen. Man darf gespannt sein, ob und wann dieses Feature auch nach Deutschland kommt.

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