VR einmal ausprobiert: Vodafone Smart Platinum 7 im Test

Die virtuelle Realität, kurz VR, hat es endlich geschafft: Viele Jahre fristete sie ihr Dasein als beliebtes Fotomotiv auf Messen. Mittlerweile ist sie in den Privathaushalten angelangt. Zwar durch die Hintertür, als Ergänzung von Mobilfunkgeräten, aber immerhin.

Das Hintertürchen ist hierbei unter anderem die Cardboard-Technologie von Google. Der Hersteller des mobilen Betriebssystems Android machte vor einigen Jahren von sich reden, als er auf seiner Entwicklermesse „I/O“ Bastelsätze aus Pappe verteilte, aus denen die Beschenkten eine 3D-Brille zusammenstecken konnten. Das Smartphone, ein in punkto Leistung über die Jahre erstarkter Kleincomputer, wird als Bildschirm und Recheneinheit in diesen Bausatz eingesteckt – fertig ist der VR-Helm.

Wie fein das funktioniert, zeigt das Smart Platinum 7 von Vodafone. Das Smartphone ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert: Zum einen wegen der VR-Brille, zum anderen weil es mit dem Vorurteil aufräumt, dass Eigenmarken der Netzbetreiber eher in der Rubrik Einsteigerhandy anzusiedeln sind. Nicht in diesem Fall.

Zunächst zum Gerät: Herz des Smart Platinum 7 ist ein Achtkernprozessor (Octa Core), der allerdings aus zwei unterschiedlich getakteten Vierkernchips (1,8 und 1,2 Gigahertz) besteht. Zusammen mit den drei Gigabyte Arbeitsspeicher sind das eine „Menge PS“ unter der Haube des 155 Gramm schweren Geräts, die sich im Alltag auch bemerkbar machen: Ruckeln oder lange Ladezeiten gibt es hier nicht. Dies macht sich vor allem natürlich beim Abtauchen in virtuelle Welten positiv bemerkbar. Allerdings wird das Gerät bei hohen Anforderungen spürbar warm, um nicht zu sagen heiß, was allerdings im Test keine negativen Folgen hatte.

Technik von Alcatel

Der 5,5 Zoll große Bildschirm liefert eine hohe Auflösung von 1440 mal 2560 Pixel ab. In lichtstarken Umgebungen fiel er etwas durch störende Spiegelungen auf. Eine weiße LED oberhalb des Displays signalisiert dem Nutzer Hinweise. Das Ladekabel wird per Micro-USB angeschlossen, der interne Speicher von 32 Gigabyte lässt sich per Micro-SD-Karte auf 128 Gigabyte aufstocken.

Die 16-Megapixel-Kamera, die auch 4K-Videos aufnehmen kann, liefert solide Bilder, ist aber nicht mit denen in aktuellen Top-Smartphones zu vergleichen. Auf der Vorderseite ist eine Acht-Megapixel-Kamera eingebaut. Die Technik zum Gerät stammt übrigens aus der Fabrik, wo auch Alcatel seine Geräte herstellt.

Das Smart Platinum 7 ist allerdings nicht nur innerlich schick, es macht auch von außen eine gute Figur. Das nur sieben Millimeter dünne Gerät liegt angenehm in der Hand und weiß haptisch durch Glas auf der Vorder- und Rückseite zu gefallen. Auf der Rückseite ist lediglich das Kameraobjektiv als kleiner Höcker zu spüren. Unterhalb befindet sich ein Fingerabdruckscanner zum Aufschließen des Gerätes, der passabel schnell und zuverlässig funktioniert.

Vodafone liefert sein Gerät mit Android 6 „Marshmallow“ und allerlei eigenen Apps aus, unter anderem für mobiles TV, Bezahlen, Wifi-Sicherheit und mehr. LTE, Bluetooth, NFC, WLAN AC – in Sachen Konnektivität präsentiert sich das Gerät sehr zeitgemäß.

Steckt man das Smart Platinum unter den Plastikdeckel der Vodafone Virtual Reality Brille kann man es dann buchstäblich aus einer anderen Perspektive erleben. Der weiße Kunststoffhelmaufsatz, der mit Klettbändern am Kopf befestigt wird, sieht für Außenstehende etwas skurril aus, trägt sich jedoch recht angenehm. Durch Linsen blickt der Anwender auf das Display des Smartphones, das in entsprechenden Anwendungen für jedes Auge ein eigenes Bild anzeigt. Zwei Knöpfe an der Unterseite können zur Bedienung eingesetzt werden, wobei vieles auch durch längeres Anschauen von Bedienelementen gesteuert werden kann. Für Brillenträger ist der Aufsatz allerdings nur schwer bis gar nicht nutzbar.

Beeindruckendes Erlebnis

Egal wie man zum Nutzwert von VR steht: Ein beeindruckendes Erlebnis ist das schon. Das Angezeigte ist zwar etwas grobpixelig und weit entfernt von der Realität. Dennoch erscheinen Objekte plastischer, VR verleiht Bildern eine ganz andere Tiefe und vor allem eröffnet die Steuerung durch Kopfbewegungen dem Nutzer neue Perspektiven: In Apps, Spielen und in Videos. Da Cardboard schon längere Zeit am Markt ist, gibt es allerlei – zumeist englischsprachige – Apps im Play Store von Google.

Das Duo aus Smartphone und Brille gefällt unter dem Strich – und das auch wegen des Preises. Knapp 400 Euro kostet das Smart Platinum 7 vertragsfrei. Wer das Gerät mit einem Smartphone-Vertragstarif erwirbt, bekommt es zu einem günstigeren Preis.

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