Gigaset GS270 plus im Test: (Mittel-) Klasse-Smartphone mit Sternchen

Gigaset steigt in die Mittelklasse der Smartphones ein. Das GS270 ist für 199 Euro erhältlich, das Plus-Modell kostet 30 Euro mehr. Wir haben die Neuerscheinung getestet.

Das GS270 plus in Originalverpackung.

Gigaset kennt sich im Bau von Telefonen aus. Aber reicht die Festnetz-Erfahrung, um auch ein gutes Smartphone bauen zu können? Mit dem GS270 und GS270 plus hat der deutsche Hersteller jetzt schon sein zweites Modell vorgestellt. Nach dem GS170 als Einsteigermodell will Gigaset mit dem GS270 (plus) in der Mittelklasse Fuß fassen. Im nächsten Schritt soll sogar ein High-End-Smartphone veröffentlicht werden. Das sind große Schritte und noch höher gesteckte Ziele in einem heiß umkämpften Markt mit etablierten Mitbewerbern. „Gigaset GS270 plus im Test: (Mittel-) Klasse-Smartphone mit Sternchen“ weiterlesen

VR einmal ausprobiert: Vodafone Smart Platinum 7 im Test

Die virtuelle Realität, kurz VR, hat es endlich geschafft: Viele Jahre fristete sie ihr Dasein als beliebtes Fotomotiv auf Messen. Mittlerweile ist sie in den Privathaushalten angelangt. Zwar durch die Hintertür, als Ergänzung von Mobilfunkgeräten, aber immerhin.

Das Hintertürchen ist hierbei unter anderem die Cardboard-Technologie von Google. Der Hersteller des mobilen Betriebssystems Android machte vor einigen Jahren von sich reden, als er auf seiner Entwicklermesse „I/O“ Bastelsätze aus Pappe verteilte, aus denen die Beschenkten eine 3D-Brille zusammenstecken konnten. Das Smartphone, ein in punkto Leistung über die Jahre erstarkter Kleincomputer, wird als Bildschirm und Recheneinheit in diesen Bausatz eingesteckt – fertig ist der VR-Helm.

Wie fein das funktioniert, zeigt das Smart Platinum 7 von Vodafone. Das Smartphone ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert: Zum einen wegen der VR-Brille, zum anderen weil es mit dem Vorurteil aufräumt, dass Eigenmarken der Netzbetreiber eher in der Rubrik Einsteigerhandy anzusiedeln sind. Nicht in diesem Fall.

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Netatmo Wetterstation – Besser als der Blick aus dem Fenster

Eine Wetterstation fürs Smartphone – das klingt zunächst wie ein Widerspruch, denn eigentlich kann ja jedes Smartphone das aktuelle Wetter anzeigen. Apple, Google und Microsoft haben entsprechend vorgesorgt. Und in den verschiedenen App Stores tummeln sich Dutzende, ja hunderte von kostenlosen und kostenpflichtigen Alternativen. Warum also für eine dreistellige Summe selbst investieren?

Die Basis der Netatmo Wetterstation
Die Basis

Doch aufmerksame Beobachter des Wetters wissen die Antwort: Kein Wetterbericht ist präzise wie der Blick aus dem eigenen Fenster. Und mit der Netatmo Wetterstation wird dieser Blick noch besser und präziser. Ich habe die Station zwei Wochen lang für wasgehtApp.com unter die Lupe genommen.

Das Basisset besteht aus zwei unterschiedlich großen Aluminiumzylindern und einem Stromkabel. Der größere Zylinder, die Basisstation, wird im Haus platziert und mit dem Stromnetz verbunden. Der kleinere Zylinder wird außen aufgestellt. Er ist per Funk mit der Basis in Kontakt und wird von zwei AAA-Batterien betrieben, die wettersicher im Inneren mit Schrauben versiegelt werden. Sie sollen bis zu einem Jahr ausdauern. Mit einem mitgelieferten Band kann der Sender beispielsweise auch an einen Pfahl per Klettverschluss befestigt oder per Schraube angedübelt werden. Entscheidend ist, dass dieser Sender trocken und im Schatten aufgestellt wird. Ein geeigneter Standort sollte idealerweise vor dem Kauf ausgesucht werden. Die Reichweite beträgt laut Hersteller 100 Meter. In unserem Test zeigte sich, dass Häuserwände die Reichweite verringern können.

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Gigaset Elements im Test – Groß in der Sicherheit, klein im Preis

Alle paar Minuten ereignet sich in Deutschland ein Einbruch – mag die Wahrscheinlichkeit, selbst betroffen zu sein, vielleicht auch nicht so hoch sein, sorgen die ständigen Schreckensmeldungen doch für ein Unbehagen, dem man irgendwie begegnen möchte. Und hier kommt Gigaset Elements ins Spiel. wasgehtApp.com hat das Sicherheitssystem für kleines Geld einem Praxistest unterzogen.

Verpackung von Gegaste Elements
Die Verpackung von Gigaset Elements

Lohnt sich eine Alarmanlage oder ist der Kauf überzogen? Diese Frage stellen sich viele, die die Sicherheit ihrer Wohnung oder ihres Hauses erhöhen möchten. Folglich sind es vor allem wohlhabende Menschen oder solche, die schon einmal von Einbrechern heimgesucht wurden, die weniger Berührungsängste mit Sicherheitstechnik haben.

In genau diese Kerbe schlägt die Firma Gigaset mit einem vergleichsweise günstigen System, das den Einstieg leicht macht. Gigaset dürfte den meisten durch die Festnetztelefone bekannt sein. Einst eine Siemens-Sparte, steht Gigaset heute auf eigenen Füßen. Das Wissen um die Schnurlostelefone ist aber insofern von Bedeutung, da Gigaset ein Teil seines Know-Hows auch in das Alarmsystem “Elements” hat einfließen lassen.

Bewegungssensor von Gigaset Elements
Der Bewegungssensor

Bei Elements handelt es sich um ein System aus Funksensoren und einer Basisstation, das seinem Besitzer über Pushnachricht oder E-Mail auf dem Smartphone signalisiert, wenn jemand das Haus oder die Wohnung betritt. Zusätzlich kann der Nutzer auch den Status von Fenstern und Türen abrufen, die mit einem Sensor ausgestattet sind. Somit lässt sich leicht herausfinden, ob beispielsweise vergessen wurde, die auf Kipp stehende Terrassentür zu schließen. Oder ob die Haustür noch offen steht.

Das knapp 200 Euro teure Basisset enthält mit der Basisstation, einem Türsensor und einem Bewegungsmelder bereits eine gute Grundausstattung. Die Station wird mittels LAN-Kabel mit dem Internetrouter verbunden und wird mittels Netzteil mit einer Steckdose verbunden. Eine WLAN-Anbindung ist übrigens nicht möglich, so dass an einer Aufstellung am Router kein Weg vorbei führt und auch ein freier LAN-Port vorhanden sein muss.

Gigaset Elements funkt mit Ultra Low Energy

Die beiden Sensoren – der eine ein kleines Kästchen für die Tür, der andere ein Kaffeebecher-großer Bewegungsmelder – werden mit einer CR123-Batterie betrieben und kommunizieren per DECT-Funk. Das genutzte ULE-Verfahren (Ultra Low Energy) soll besonders stromsparend sein. Der Hersteller wirbt mit zwei Jahren Laufzeit, was wir bedingt durch die Kürze des Tests noch nicht bestätigen können.

In jedem Fall ist das System aber leicht installiert. Lediglich bei der Basisstation brauchte es eines feinen Schraubenziehers und ruhiger Hände, um das Fixierplättchen für die Kabel zu befestigen. Ansonsten ging alles sehr schnell und durch Zusammenstecken. Die Sensoren können mittels Klebestreifen angebracht werden. Für den Bewegungsmelder gibt es außerdem eine Halterung zum Aufstellen und die Möglichkeit des Anschraubens. Der Türsensor fällt durch seine Maße schon etwas auf beim Blick auf die Tür. Wer weiße Türen und Fenster hat, dürfte die Sensoren aber bald gar nicht mehr bemerken. Schwieriger ist die Verwendung auf Holztüren oder Türen und Fenstern in anderen Farben.

Der Türsensor
Der Türsensor

Die Sensoren für Fenster und Türen müssen mittels App kalibriert werden, damit sie Bewegungen und Öffnungen richtig erkennen. In der Regel genügt es dazu, die Tür oder das Fenster einmal auf- und zuzumachen. Bei einem Test kann die richtige Erkennung überprüft werden. Das System scheint uns sehr feinfühlig zu sein. Bei einer Tür, die nicht richtig eingerastet und folglich noch offen steht, kommt der Sensor erwartungsgemäß aber an seine Grenzen. Am Rütteln an der Tür, ob sie wirklich zu ist, führt also kein Weg vorbei. Die Sensoren können nicht in die Tür hineinschauen.

Erschrickt man sich zunächst beim Anblick der vielen Einzelteile beim Auspacken, weicht die Sorge bald der Gewissheit, dass der Aufbau nicht lange dauert. Es liegt eine gute Anleitung bei. Außerdem gibt es im Internet Anleitungsvideos, um die Installation zu verdeutlichen. Probleme gab es in unserem Falle nur, als für die Sensoren via Internet Updates installiert werden sollten. Plötzlich verstanden sich Basis und Sensoren nicht mehr. Eine Neuinstallation, die etwas umständlich war, löste das Problem jedoch. Ob das auch bei anderen Nutzern vorkommt, ließ sich im Internet nicht ermitteln – möglicherweise war es nur ein Einzelfall.

Die Erkennung von Bewegungen und der Türen läuft sehr zuverlässig. Werden Tür- und Bewegungssensor kurz nacheinander ausgelöst, erhielten wir regelmäßig eine Pushnachricht, dass wohl jemand nach Hause gekommen ist. Das ruckartige Abnehmen des Türsensors löste in unserem Test einen Warnton aus, der laut Beschreibung auch ertönt, wenn sich Einbrecher an der Tür zu schaffen machen. Auch in diesem Falle soll eine Pushnachricht rausgehen. Nutzer können übrigens auch über ein Webinterface den Status des Systems abrufen. Dies funktionierte aber im Safari-Browser im Mac nicht, in Google Chrome dagegen tadellos.

Gigaset Elements ist leicht erweiterbar

Der Hersteller verspricht für die Zukunft noch weitere Einstellmöglichkeiten. Auch ist es möglich, sich Benachrichtigungen an mehrere Mobilgeräte per Pushnachricht senden zu lassen, dass auch der Partner bzw. die Partnerin in den Genuß der Benachrichtigungen kommt.

Vorteilhaft an Gigaset Elements ist die leichte Erweiterbarkeit. Für 40 bis 50 Euro gibt es Zusatzmodule wie weitere Tür- und Fenstersensoren, eine Sirene für die Steckdose oder – demnächst – eine Funkkamera. Die Anmeldung bei der Basisstation ist kinderleicht mithilfe der kostenlosen App für iOS- und Android-Geräte. Elements passt sich so an unterschiedliche Anforderungen je nach Haus- und Wohnungstyp an, ohne dass die Lösung gleich enorm ins Geld geht. Neue Sensoren werden kurz in die Nähe der Basis gehalten und über die App angemeldet.

Die Basisstation
Die Basisstation

Angesichts des günstigen Preises darf allerdings nicht erwartet werden, dass Elements eine professionelle Alarmanlage ersetzt. Der Hersteller räumt selbst ein, dass zum Beispiel Glasbruch nicht registriert wird. Und liegen einmal die Server des Herstellers lahm, über die die Kommunikation zwischen Geräten und Nutzer läuft, ist es auch vorbei mit der Alarmierung. Übrigens liegt hierdrin auch ein Risiko für die Zukunft. Sollte Gigaset das System einmal einstellen, könnten die Geräte plötzlich wertlos sein. Selbstredend sind auch der Ausfall von Internet und Strom ein Ausfallgrund – es gibt also ein nicht unerhebliches Restrisiko.

Trotzdem: Ein bisschen Schutz ist besser als gar keiner. Und wenn das System durch seine Alarmtöne die Einbrecher nicht gleich abschreckt, besteht zumindest die Möglichkeit, einen Bekannten oder gleich die Polizei zu alarmieren. Das System verschafft dem Besitzer wertvolle Zeit, die zur Ergreifung der Täter führen kann oder zumindest den Schaden abmildert.

Familien, die das System nutzen, müssen dafür allerdings in Kauf nehmen, dass die Privatsphäre leidet. Dass im Protokoll alle Bewegungen registriert bzw. teilweise sogar signalisiert werden, dürfte nicht in jedermanns Sinne sein. Dies ist der Preis, den man für mehr Sicherheit zahlen muss.

Weitere Informationen auf der Website des Herstellers.

Hinweis: Gigaset Elements wurde uns kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt.



Google und das Design

Die Kollegen von „The Verge“ haben das Google-Hauptquartier besucht und einen interessanten Artikel mitsamt eines sehenswerten Videos produziert, die Einblicke in die Designabteilung des Suchmaschinenriesen erlauben.

Es ist ja für jeden ersichtlich, dass der Faktor Design für Google mittlerweile eine weitaus größere Rolle spielt. Zwar sind die Googler noch nicht so designfixiert wie bei Apple, doch kaum ein App-Entwickler wagt in diesem Maße eine eigene Designsprache auf der iOS-Plattform.

Googles Ansatz ist dabei nicht die Fokussierung auf einen Designpapst, wie mit Jony Ive bei Apple, sondern das Prinzip der vielen Beteiligten, die sich auf bestimmte Standards verständigen, ansonsten aber viele Freiheiten genießen. Beides hat Vor- und Nachteile. Der Spruch „Viele Köche verderben den Brei“ trifft auf jeden Fall nicht zu.

Quelle: The Verge

Rechtzeitig vorbereiten: Apps für den Urlaub

Kühles Winterwetter, graue Wolken – viele Menschen träumen im Januar vom Sommerurlaub. Nicht zuletzt müssen Urlaubszeiten am Arbeitsplatz abgestimmt werden. Reisebüros locken mit Frühbucherrabatten. Da lohnt sich doch auch schon mal ein Blick auf Apps, die einem im Urlaub hilfreich sein könnten.

HolidayInsider hat jetzt zehn nützliche Anwendungen für das iPhone und Android-Geräte auf einer Seite zusammen gefasst. Egal ob es darum geht, Flüge oder Zugverbindungen zu finden, das nächstgelegene stille Örtchen aufzusuchen oder sich einen Überblick über Sehenswürdigkeiten und Gaststätten zu verschaffen – die genannten Apps sind weiterzuempfehlen.

Gute Erfahrungen haben wir auch mit Skype gemacht. Gerade im Ausland kann damit eine Menge Geld gespart werden, da Hotels oft teure Gesprächsgebühren kassieren. Als Alternative gibt es etwa in den USA zwar Calling Cards. Doch zum einen ist die Gesprächsqualität im amerikanischen Festnetz oft nicht zum besten bestellt. Zum anderen muss sehr genau gerechnet werden, da es ärgerlich ist, mit zu viel ungenutztem Guthaben zurückzukehren. Skype-Guthaben kann hingegen auch zuhause weiter genutzt werden, etwa, um Handygespräche zu führen.

Für alle Urlaubs-Apps ist jedoch eines zu beherzigen: Die Datenflats bei Mobilfunktarifen gelten in der Regel nur hierzulande. Wer ins Ausland reist, sollte sich also vorher informieren, ob und wie er mit seinem Vertrag dort mobile Daten nutzen kann. Während früher leicht das Risiko bestand, eine dicke Telefonrechnung anzuhäufen, gibt es innerhalb der EU glücklicherweise verordnete Kostengrenzen und die Mobilfunkanbieter habenoft auch Auslands-Flats im Angebot, mit denen sich Apps dort problemlos nutzen lassen.

Am besten und günstigen ist dabei aber immer noch ein WLAN-Zugang. Oft bieten Hotels dies als Serviceleistung an. Der nächstgelegene Starbucks oder andere öffentliche Plätze sind ebenso eine Möglichkeit.

Hinzuzufügen zur Auflistung der Apps bei HolidayInsider sind noch die diversen Navigations-Apps, etwa von Navigon oder TomTom, die praktische Helferlein sind, wenn das Urlaubsziel mit einem Auto angesteuert wird. Aber auch in der Fußgängernavigation verstehen sich diese Programme mittlerweile. Für Grundbedürfnisse reicht auch die Karten-App, die bei iOS- und Android-Geräten vorinstalliert ist.

Noch ein Tipp: Wer sich vorher ein Bild von seinem Urlaubsort verschaffen möchte, muss heute nicht mehr unbedingt auf Papierkataloge zurückgreifen, die später Regale oder die Altpapiertonne verstopfen. Immer mehr Tourismusverbände bieten Kataloge entweder als PDF an oder sogar eigene Apps, wie zum Beispiel MySwitzerland.com.

Link: Zehn Must-Have-Apps für die Urlaubszeit

Bestelldrama um das Nexus 4

Autor Michael Meidl schildert eindrucksvoll aus eigener Anschauung, wie das Glücksgefühl, zu den ersten Bestellern des neuen Nexus 4 zu gehören, in wenigen Augenblicken zum Albtraum wurde.

Die Vorbestellung des neuen Google-Vorzeigehandys scheint eine ziemliche Katastrophe gewesen zu sein, wenn man die Tweets und Berichte darüber liest. Augenscheinlich hat es Google seinem eigenen Flaggschiff nicht zugetraut, dass es auf so eine große Resonanz stößt.

Zur Lage der (Mobil-)Nation: iOS 6, Android 4.1 Jelly Bean und Co.

Das waren bewegte Wochen: Apple hat auf seiner Weltentwicklerkonferenz WWDC iOS 6 und ein Retina-MacBook Pro vorgestellt. Google prescht auf der Google I/O mit Android 4.1 Jelly Bean und diversen anderen Neuheiten vor. Und Microsoft arbeitet an Surface, dem ersten eigenen Tablet. Ein Kommentar:

Für Luca Carracciolo von t3n ist der Fall klar: Apple fehle die Vision, schreibt er in einem Kommentar. Mit großem Interesse, aber auch Sorge beobachte er die Produktneuheiten der Wettbewerber. Apple, so sein Fazit, fehle ein Steve Jobs.

Tatsächlich ist dieser Tage eine Vergleichbarkeit zwischen den drei mächtigen IT-Konzernen Apple, Google und Microsoft gegeben. Binnen weniger Wochen hielten sie Entwicklerkonferenzen ab oder präsentierten der Weltöffentlichkeit neue Produkte. Ein Zufall ist das natürlich nicht: Die Konzerne haben erkannt, wie Apples Marketing funktioniert. Wer, wie Microsoft in der Vergangenheit, auf Messen wie der Consumer Electronics Show (CES) seine Neuheiten präsentiert, droht in der Menge der Neuigkeiten unterzugehen. Eigene Events und der passende Zeitpunkt spielen eine große Rolle. Apple und Microsoft fokussieren sich auf einzelne Produkte, Google überschwemmte die Nachrichtenseiten mit Schlagzeilen, um die Mitbewerber vergessen zu machen.

Aber haben die Wettbewerber Apples derzeit eine bessere Vorstellung, wie die Produkte von morgen aussehen?

Microsoft ist in punkto mobiles Betriebssystem sicherlich ernster zu nehmen als Android. Zum einen wird es zwischen Windows 8 und Windows Phone eine enge Verzahnung geben, was den Marktanteil durch die Dominanz im Desktop-Bereich bei den Apps trotz mancher Hindernisse deutlich nach oben befördern dürfte. Zum anderen hat Microsoft bei Windows Phone 7 von Anfang auf eine eigene Philosophie beim Design gesetzt, die sich jetzt als wirkliche Alternative zu iOS/Android auszahlen könnte.

Doch es gibt auch Hürden: Allen voran ist dies die Prozessor-Frage. Surface, das eigene Tablet Microsofts, wird es in zwei Versionen geben: Eine Version mit x86-Prozessor, eine mit ARM. Die unterschiedlichen Versionen von Windows 8 werden einen Keil in das App-Angebot, aber auch in den Hardware-Markt treiben. Das Experiment, mobile und stationäre Betriebssysteme zu vereinen, ist eigentlich angesichts solcher Vorzeichen jetzt schon gescheitert. Zum einen vermag Windows 8 als Desktop-Betriebssystem nicht zu überzeugen, weil Metro-Oberfläche und alter Desktop nebeneinander existieren, womit eben doch kein konsequenter Neuanfang gewählt wurde. Zum anderen ist es eben auch nicht gelungen, eine Brücke über die Prozessorenfrage zu schlagen und damit das selbst gesteckte Ziel zu erreichen.

Googles Vision ist dieser Tage offenbar der Konter. Das Nexus Q ist eine Antwort auf das Apple TV, das Nexus 7 soll Amazons Siegeszug mit dem Kindle Fire stoppen.  Und Android 4.1 Jelly Bean enthält zwar manch interessante Neuerung (wie iOS 6 übrigens auch), schafft aber keinen nennenswerten Vorsprung gegenüber Apple – wenn überhaupt, zieht das System wieder ein Stück weit mit iOS gleich. Ursächlich dafür war aber eher Ice Cream Sandwich (Android 4.0), das Android zu einer neuen Optik und einer viel besseren Handhabung verhalf.

Ein Problem freilich bleibt: Die Fragmentierung. Scott Forstall, Apples iOS-Chefentwickler, rechnete jüngst vor, dass die aktuelle iOS-Version 80 Prozent der Nutzer erreicht, Android 4.0 dagegen nur sieben Prozent. Mangelndes Interesse ist dafür sicher nicht die Ursache, sondern mangelnde Bereitstellung durch die Gerätehersteller. Das gleiche Problem wird auch Jelly Bean ereilen und damit hängt Googles System weiterhin in einer Spirale der Abwärtskompatibilität fest. Appentwickler können sich neue Funktionen der SDKs nicht sorgenfrei zunutze machen, weil sie fürchten müssen, große Nutzerkreise auszuschließen.

Apple hat solche Sorgen nicht: iOS 6 wird – wie gewohnt – große Teile der Nutzerschaft erreichen. Der Schwerpunkt der Weiterentwicklung beruht – unschwer zu erkennen – derzeit auf drei Säulen: iCloud, Siri und Retina. Die iCloud erweist sich immer mehr als goldene Brücke zwischen Desktop- und mobiler Welt. Fotostream, Notizen, Mail und aktuell die Synchronisation aufgerufener Seiten im Safari-Browser sind sinnvolle Anwendungen der Datenwolke, da sie dem Benutzer, der immer mehr Geräte parallel benutzt, lästiges Neueintippen oder manuelles Übertragen ersparen. Und weil die Apple-Welt so homogen ist, muss sich Apple nicht mit Problemen herumschlagen, wie sie Google und Microsoft vorfinden. Siri, die zweite Säule, wird weiter an Bedeutung gewinnen, wobei hier die Fortschritte bei Apple ziemlich langsam sind und die Konkurrenz längst aufholt. Retina schließlich ist derzeit ein Alleinstellungsmerkmal.

Zugegeben: Neue Visionen sind das nicht. Aber es ist eben auch keine Visionslosigkeit. Vielmehr sind die Entwicklungen vom übergeordneten Ziel getragen, durch ein höheres Maß an Synchronisation und Komfort die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. In einem Markt starker Mitbewerber sind es gerade die Feinheiten, die bei der Wahl eines mobilen Betriebssystems ausschlaggebend sein können.

Dass Apple nicht an vagen Entwicklungsspielereien wie Google Glass versucht, wie Carracciolo es kritisiert, ist übrigens keine neue Entwicklung: Unter Steve Jobs war der Zwang, perfekte Produkte abzuliefern, sogar noch größer. Eine Siri-Betaversion, die schon so lange unvollkommen ist, hätte es mit ihm vermutlich nicht gegeben. Apple ist schon viel wagemutiger geworden, sich entwickelnde Produkte auf den Markt zu werfen. Rückschläge, wie bei MobileMe, nahm Jobs sehr persönlich. Google hat damit hingegen kein Probleme, wenn man mal die Liste betrachtet, welche Projekte in der Vergangenheit bereits eingestampft wurden.

Link: Apple: Es fehlt die Vision [Kommentar] » t3n News.

Die Software gibt künftig bei neuen Smartphones den Ton an

Das Samsung Galaxy S3 - Bildschirmfoto von der Samsung-Website

Das Bedienen von Handys in den 90er Jahren war kein Zuckerschlecken. Dies hatte nicht nur mit den eingeschränkten Möglichkeiten bei Displays und Steuerung zu tun, sondern entsprang auch der augenscheinlich fehlenden Wertschätzung der Hersteller für die Betriebssoftware. Waren die ersten Handys funktionell sowieso auf das Nötigste beschränkt, traten die Defizite bei der Software mit neuen Features immer mehr zutage. Spätestens als die ersten UMTS-Handys in den 2000ern auf den Markt kamen, verzweifelte mancher – zurecht – an umständlichen Menüstrukturen und wenig intuitiver Steuerung. Mit dem Aufkommen der Smartphones, Ende der 2000er, ist die Wertschätzung für die Handysoftware glücklicherweise gestiegen – wunschlos glücklich können Benutzer deshalb aber längst noch nicht sein. Deutlich mehr zählten in den vergangenen Jahren noch die Hardware-Features. Apple und Google setzten gleichwohl auf beide Säulen: Hard- und Software.

Das Samsung Galaxy S3 markiert meines Erachtens einen weiteren Wendepunkt in der Geschichte der Mobiltelefone. Das neue Flaggschiff der Koreaner macht nämlich primär mit Softwareinnovationen von sich reden. Die Hardware, die vergleichbar mit der von HTC und anderen Herstellern ist (sehr lesenswert ist dazu übrigens ein Artikel von Michael Spehr in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung), behält ihre Bedeutung, rückt aber im Marketing doch zusehends in den Hintergrund, wie auf der Samsung-Website zu sehen ist.

Im Mittelpunkt stehen allerlei Finessen, die dem Nutzer das Leben erleichtern sollen. Das Handy wird künftig aufmerksamer: Es achtet etwa darauf, ob der Nutzer tatsächlich auf den Bildschirm blickt und rückt Benachrichtigungen, die während der Abwesenheit aufgelaufen sind, zur rechten Zeit ins Blickfeld. Telefonnummern, die angezeigt werden, wählt das Gerät automatisch an, wenn es ans Ohr gehalten wird. Zugegeben: Bislang war es auch nicht schwer, eine erkannte Rufnummer zu wählen. Meist bedurfte es dazu nur eines Tastendrucks. Doch die Richtung ist klar: Es soll noch einfacher, noch komfortabler werden. Der Benutzer soll sich keinen Kopf darüber machen müssen, wie er zum Ziel kommt. Diese Arbeit soll einem das Smartphone abnehmen.

Jetzt wird es spannend, wie Apple darauf reagiert: Die letzte Neuerscheinung, das iPhone 4S, war auch schon nahe dran, von Softwareneuerungen dominiert zu sein. Das Hauptverkaufsargument Siri etwa ist vor allem eine Softwareinnovation, auch wenn Apple beteuert, dass ein spezieller Geräuschefilter im Gerät eingebaut ist, weshalb Siri nicht für ältere Geräte angeboten wird.

Im Juni findet die World Wide Developers Conference (WWDC) statt: Sie wird vermutlich dazu genutzt, die nächste große Version von iOS, erstmalig vorzustellen. Sollte auch Apple zukünftig mehr auf die Software setzen, wird die Katze aber wohl erst mit der Präsentation des nächsten iPhone aus dem Sack gelassen. Wir dürfen gespannt sein.

App Inventor: Android-Apps leicht gemacht

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) bietet ein kostenloses Werkzeug an, mit dem sich Android-Apps erstellen lassen. Anders als bei der Programmierung mit Eclipse/Java wird es Nutzern dabei leicht gemacht:

Der App Inventor ist ein Werkzeug zur Erstellung von Android-Apps, das nicht nur für professionelle Entwickler gedacht ist. Deshalb muss er keinen Programmcode schreiben, sondern kann die App aus Blöcken, die Aktionen beschreiben, zusammensetzen.

Der erste Eindruck ist recht positiv. Die umständliche Installation der Programmierumgebung entfällt. Die Möglichkeit, Benutzeroberflächen grafisch zusammenzubauen, dürfte für manchen Xcode-verwöhnten Entwickler die Hemmschwelle senken, auch für Android zu entwickeln.

Fraglich ist dabei natürlich, wie weit die Möglichkeiten der grafischen Entwicklung reichen. Als Einstieg in die Android-Welt könnte ein solches Werkzeug aber anderen mobilen Betriebssystemen gefährlich werden.

via Android: MIT stellt Werkzeug zur App-Entwicklung bereit – Golem.de.