iOS 7 – Wie Multipeer Connectivity die mobile Kommunikation verändern könnte

iOS 7
iOS 7

Eine App namens FireChat macht es vor: Ein neues Framework in iOS 7 ermöglicht es Apps, ohne Verbindung zu einem WiFi- oder Handynetz mit anderen iOS-Geräten zu kommunizieren. Dazu muss sich das andere iOS-Gerät lediglich mit aktiviertem WLAN oder Bluetooth in Reichweite des eigenen Gerätes befinden.

So weit, so nahe liegend: Doch der Witz an der Multipeer Connectivity ist, das diese Form der Verbindung auch über verschiedene Stationen möglich ist. Das heißt, dass der eine Nutzer sich im Westteil einer Stadt befinden könnte und der andere im Ostteil, solange sich zwischen den beiden genügend Besitzer eines iOS-Gerätes (mit aktivierter Multipeer Connectivity) befinden, die als Relaisstationen fungieren.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Gerade unterwegs wäre diese Form der Kommunikation kostengünstiger. Aber auch im Katastrophenfall, bei einem Ausfall der Handy- und WLAN-Netze, könnte ein provisorisches Kommunikationsnetz aufgebaut werden. Gerade in dicht besiedelten Gegenden sollten ausreichend Geräte zur Verfügung stehen, die als Relais fungieren.

Hier ein Bericht über FireChat: http://www.cultofmac.com/271225/appreciated-ios-7-feature-will-change-world/

Making of: Apple dreht Werbespot komplett mit dem iPhone 5S

Apple hat einen Werbespot zum 30. Jahrestag des ersten Macs komplett mit dem iPhone 5S drehen lassen. Das Ganze wurde weltweit zeitgleich aufgenommen und via Internet übertragen. Der Regisseur des Projekts klinkte sich via FaceTime ein, um Anweisungen zu geben.

Das Projekt zeigt, welche mächtigen kreativen Werkzeuge heutzutage jedermann in seinen Händen hält. Vor zwanzig Jahren waren Camcorder noch weit davon entfernt, Profiequipment zu ersetzen. Die heutige Technik ist erschwinglich und leistungsfähig zugleich. Und wir merken plötzlich, worauf es bei einem gutem Film wirklich ankommt: Die Idee und die Umsetzung.

Nordkorea: Staatliches Betriebssystem macht den Mac nach

Armes Microsoft: Dass Windows 8 nicht allen gefällt, ist ja bekannt. Jetzt schwenkt auch noch Nordkorea um. Die nutzen zwar gar kein Windows, haben aber das Design ihres auf Linux basierenden Red Star OS geändert. Statt einer Windows-Nachbildung erkennen wir jetzt eindeutig OS X wieder.

12 Tage Geschenke – Schenken macht Freude?

Florian Schimanke, Flo’s Weblog:

Anzunehmen, dass Apple dabei jeden Tag den Geschmack eines jeden Nutzers trifft wäre sicherlich unangemessen (…) Mal wieder ist Apples Problem an dieser Stelle eine ungerechtfertigte Erwartungshaltung.

Natürlich lässt sich nicht jedermanns Geschmack treffen, das ist richtig. Doch Geschenke wie einen alten Ladenhüter à la „Kevin allein zuhause“ braucht kein Mensch. Die, die den Film mögen, können ihn für kleines Geld erwerben. Für alle anderen ist er schlichtweg uninteressant.

Die kritisierte, zu hohe Erwartungshaltung ist durch Apple selbst hervorgerufen worden. In den vergangenen Jahren entzückten viele Geschenke der Aktion dadurch, dass sie einen etwa mit neuen TV-Serien in Kontakt brachten. Das war natürlich durchaus (und zurecht!) auch für Apple verkaufsfördernd.  Dieses Jahr ist die Auswahl der Geschenke bislang recht dürftig.

Wenn man denn nun meint, unbedingt Kritik an den von Apple angebotenen Geschenken (ich wiederhole das Wort noch mal: Geschenken) äußern zu müssen, so möge man dies bitte bei Apple direkt machen.

Das sehe ich anders. Irgendwelche Formulare auszufüllen, bringt nichts. Und da die „12 Tage“-Aktion auch und vor allem dem Marketing dient, müssen die Nutzer nicht in  Demut verfallen und schweigen.

Die öffentliche Kritik ist, wenn sie angemessen ist und sachlich vorgetragen wird, vollkommen berechtigt. Unberechtigt ist – da gebe ich Florian Schimanke recht -, wenn die Entwickler der kostenfreien Apps in den Kommentaren beschimpft werden. Denn die können nun wirklich nichts für dafür.

iPad Air Test – Mit Leichtigkeit

Das iPad Air im Langzeittest: Wer sich einmal an das geringere Gewicht und das schmalere Design gewöhnt hat, möchte nicht zum Vorgängermodell zurückkehren. Ach ja: Schneller ist das neue Modell auch noch.

iPad Air Test
Dünner, flacher, besser: Das iPad Air

Am Anfang war das iPad. Es verhalf dem Tablet als eigene Gerätesparte buchstäblich mit Leichtigkeit zum Durchbruch. Dann kam das iPad 2, das vieles besser und das Gerät selbst leichter machte, als das erste iPad. Das dritte IPad brachte schließlich den hochauflösenden Retina-Bildschirm. Und die vierte iPad-Generation war eigentlich eine Art iPad 3S: Schneller als der Vorgänger, ansonsten aber ohne signifikante Veränderungen.

Mit dem iPad Air, der nunmehr fünften Generation des Erfolgstablets, hat Apple die Leichtigkeit neu erfunden. Das Gerät ist schmaler, dünner, schneller und vollbrignt das Kunststück, dabei weniger als alle seine Vorgänger zu wiegen. Und die Frage ist: Woher nimmt Apple den Antrieb, in so kurzen Zyklen solche enormen Fortschritte zu erzielen? Liegt es an der erstarkenden Konkurrenz?

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Ein neuer Touch – Das iPhone 5S im Test

Das iPhone 5S legt die Messlatte im Smartphone-Markt wieder ein Stück höher. Besonders Touch ID zieht die Blicke auf sich. Aber auch die Steigerungen bei der Geschwindigkeit sollten nicht unterschätzt werden.

iPhone 5S – Das Äußere

Das iPhone 5S im Test
Das iPhone 5S. Foto: Kirchner

Außen alles beim Alten – so war es beim iPhone 3GS und beim iPhone 4S. Beim iPhone 5S ist hingegen alles anders: Das Vorgängermodell, das sonst weiterverkauft wurde, verschwand vom Markt. An seine Stelle rückte das iPhone 5C mit der Technik des Vorgängers, aber einem bunten Plastikschalendesign. Und das 5S tritt von den Werkstoffen her in die Fußstapfen des Vorgängermodells, wurde aber farblich deutlich verändert. Unnötig zu sagen, dass damit vor allem das neue goldfarbene Modell gemeint ist. Aber es gibt auch bei den bestehenden Farben Veränderungen. Wir haben das schwarze iPhone 5S getestet.

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iPhone 5C und iPhone 5S im Test

iPhone 5S
Das neue iPhone 5S. Foto: (c) Apple

Die ersten Tests des iPhone 5S und des 5C sind online: Es ist gute Tradition, dass Apple Medien mit großer Leserzahl und ausgewählten Tech-Seiten vor dem Verkaufsstart Testgeräte zur Verfügung stellt. Am heutigen Mittwoch, zwei Tage vor dem Verkaufsstart, durften die Rezensionen veröffentlicht werden.

Matthias Kremp von Spiegel Online beschreibt in seinem Test im wesentlichen die bekannten Funktionen der neuen Geräte. Der Fingerabdrucksensor des iPhone 5S funktionierte ihm zufolge ohne Probleme. Die versprochene Leistungssteigerung durch den neuen A7-Prozessor konnte er im Test-Benchmark nachvollziehen. Im Ergebnis stellt er den beiden Modellen gute Noten aus, beurteilt sie aber als teuer.

Zugegeben, es wäre schon merkwürdig, von John Gruber (Daring Fireball) etwas anderes als ein positives Review des neuen iPhone 5S zu lesen. Die Rezension Grubers ist trotzdem lesenswert, weil er sich viel Mühe gemacht hat, die Vorteile des 64-bit-Chips, des bunten Designs des iPhone 5C und von Touch ID darzulegen, um damit auch die nahezu reflexhaften Unkenrufe einiger Blogger zu widerlegen.

Eine Übersicht mit weiteren Reviews über das iPhone 5C und das iPhone 5S ist bei Florian Schimanke zu finden.

iPhone 5C vs. iPhone 5S – Weniger ist mehr?

Es gibt diese These, die Instapaper-Erfinder Marco Arment aufgestellt hat, und die in anderen Blogs auch schon zu lesen war: Das iPhone 5C sei das neue Mainstream-iPhone. Das neue Spitzenmodell, das iPhone 5S, sei hingegen nicht darauf ausgelegt, das bestverkaufte Modell zu werden.

Ich halte diese Einschätzung für falsch.

Das iPhone 5C ist meines Erachtens ein Marketing-Gag für die neue Software-Version iOS 7. Die diversen Farbvariationen passen schön zum kunterbunten Aussehen der neuen Betriebssystemversion. Sie lenken zusätzliche Aufmerksamkeit auf den Konzern, weil das Farbenspiel ein schönes Pressefoto abgibt. Dass Apple aber mit dieser Variante des Altgeräts in Kauf nimmt, den Absatz des neuen Spitzenmodells zu schmälern, halte ich für unwahrscheinlich. Ginge es um den Massenmarkt, wäre der Preis das entscheidende Kriterium gewesen. Das Cheap-Phone, das viele herbeischreiben wollten, gibt es jedoch nicht.

Für Apple gibt es viele Gründe, dass das iPhone 5S das bestverkaufte Modell werden muss. Der bessere A7-Prozessor, der Coprozessor M7 und die 64-bit-Architektur werden nur dann zum Vorteil für die Käufer, wenn sie einen Massenmarkt erreichen. Diese neue Features entfalten nur ihr Potenzial, wenn es für sie Apps gibt. Warum aber sollten Entwickler ihren Schwerpunkt auf diese neuen Features legen, wenn die Hauptklientel künftig bei der Technik des iPhone 5 stehen bleibt?

Wer sich die Historie des iPhones ansieht, wird in dem iPhone 5S keinen besseren oder schlechteren Entwicklungsschritt sehen können, als beim iPhone 4S und beim iPhone 3GS. Das iPhone 3GS stand seinerzeit vor allem für „Speed“. Es war etwas schneller als der Topseller iPhone 3G, aber für Besitzer des 3G gab es kaum Gründe, vorzeitig ein neues Gerät zu kaufen. Ähnlich sah es beim iPhone 4S aus, wo das S für „Siri“ stand. Auch diese Weiterentwicklung war kein Quantensprung wie zwischen 3G und iPhone 4 oder iPhone 4 und iPhone 5. Mit seiner besseren Kamera, den Veränderungen beim Prozessor und dem Fingerabdrucksensor ist das iPhone 5S sogar das S-Modell mit den bemerkenswertesten Veränderungen. Je nachdem, was Appentwickler und Apple daraus machen, gibt es gegenüber dem Vorgängermodell nicht nur einen deutlichen Benefit (Touch ID), sondern mit dem M7-Coprozessor, der eine Fülle von neuen Anwendungen ermöglicht, ggf. sogar gleich einen zweiten.

Bei vielen, die in den vergangenen zwei Tagen über das iPhone Event am 10. September geschrieben haben, ist vor allem die Enttäuschung darüber zu bemerken, dass es keine Überraschungen gab. Keinen Apple-Fernseher, keine Smartwatch, sondern nur zwei neue iPhone-Modelle, über die im Vorfeld bereits alles bekannt war. Auch das „One more thing“ ist bei Apple nicht zurückgekehrt – stattdessen werden die Produktvorstellungen sogar immer kürzer.

Daraus jedoch abzulesen, dass Apple die Lust am Spitzenmodell verloren hat, halte ich für eine falsche Schlussfolgerung. Das iPhone 5s muss erfolgreicher sein. Aber warum sollten die Verkäufe des Vorgängermodells nicht gleichzeitig auch zunehmen, indem es etwas aufgehübscht wird?

iOS 7: Neues Design weckt gemischte Gefühle

Nach den positiven ersten Eindrücken des Vortags geht es nun für alle Zuschauer der Apple Keynote auf der WWDC in die Details. Im Fokus steht dabei natürlich vor allem iOS 7, das mit allerlei neuen Funktionen, vor allem aber mit einem massiven Redesign von sich reden macht.

Die Debatte über das neue Design von iOS 7, also über der Konflikt der Führungskräfte Ive vs. Forstall, war ja schon entbrannt, bevor Apple überhaupt zu seiner gestrigen Keynote auf der WWDC eingeladen hatte. Scott Forstall, der frühere iOS-Entwicklungschef, stand wie Steve Jobs für das bisherige, etwas konservativ daherkommende Design, den so genannten Skeuomorphismus, also die Verwendung von Designelementen wie Holz und Leder. Ive galt als Verfechter des Flat Designs, was sich nun bestätigt hat.

Nun lässt sich über Geschmack bekanntlich trefflich streiten und meine persönliche Meinung ist, dass Jobs und Forstall es bei einigen Apps wie der „Freunde finden“-App und besonders der „Podcasts“-App mit ihren  Retroelementen übertrieben haben. Das Aussehen ging zulasten der Bedienung – das darf nicht passieren. Andererseits gibt es auch viele charmante Elemente. Die wenig genutzte „Passbook“-App mit ihrem Schredder sorgte bei mir eher für ein Schmunzeln, während andere sie verdammten.Die meisten Standardelemente des UI waren angenehm anzusehen. Da gab es nichts auszusetzen.

Das neue Design wird – das war abzusehen – ebenfalls Freunde und Feinde haben. Insgesamt hinterlässt es, soweit sich das nach einem Tag beurteilen lässt, einen gemischten Eindruck. Vieles, wie die neue Wetter-App, wirkt ansprechend und ist eine überfällige Anpassung an das, was Android und andere besser können und längst machen. Anderes, wie der Homescreen, ist für mich eher eine Designsünde. Das hellgraue Layer hinter den Schnellstartlinks sieht farblich unappetitlich aus und die neuen Icons erinnern eher an ein Kindertelefon.

Das sind natürlich subjektive Eindrücke, doch meines Erachtens gibt es beim Design auch eine objektive Komponente: Das iPhone war und ist auch für viele Geschäftsleute erste Wahl. Das bisherige Design war vielleicht nicht das modernste, aber für junge, hippe Leute durchaus akzeptabel. Umgekehrt strahlte es eine Seriosität aus, die es auch für den Business-Bereich tauglich machte. Kann sich jemand einen Anzugträger vorstellen, der mit dieser Kinderhandy-Optik in der Öffentlichkeit zeigen möchte? Schwerlich. Diese Anbiederung Apples an das Jungvolk könnte im Business-Bereich zum Bumerang werden.

Problematisch ist hierbei sicher auch der exzessive Gebrauch von Farben. Der weitgehende Verzicht auf Abgrenzungen und Kontraste soll durch das Kunterbunte kompensiert werden. Die Aussage, Jony Ive passe iOS an seine Gerätedesigns an, wird hier eher ins Gegenteil verkehrt. Ives Geräte kommen schlicht und dezent daher. Das neue iOS wirkt stellenweise farbenüberladen, unnötig knallig und schlichtweg irritierend – zumindest was den Homescreen betrifft.

In den Apple-Apps stellt sich das Bild schon ganz anders dar. Dort sind die neue Typografie und die Reduzierung auf das Wesentliche vielfach ansprechender gelöst.

Der erste Eindruck ist allerdings, dass dieses neue iOS seinen Vorgänger optisch nicht in den Schatten stellt. Es ist nicht so, dass ich nur noch dieses neue iOS 7 haben möchte und die Tage zähle, das alte Design endlich los zu werden.  Ganz im Gegenteil! Ich werde mir erstmals ernsthaft überlegen, ob und wenn ja, wann ich den Umstieg auf das neue iOS im Herbst nach seinem Erscheinen vollziehe, weil ich nicht weiß, ob ich damit wirklich glücklich bin. Es wird eine schwere Entscheidung, denn die neuen Funktionen sehen großartig aus.

WWDC 2013 – Apple läuft mit OS X Mavericks und iOS 7 zur Höchstform auf

Ein gutes Gefühl: iOS 7   Foto: (c) Apple
Ein gutes Gefühl: iOS 7 Foto: (c) Apple

Der Star der Keynote der World Wide Developer Conference (WWDC) 2013 von Apple steht fest: Craig Federighi. Der Nachfolger von Scott Forstall als Softwarechef wirkte spontan, lässig, humorvoll. Klar: Die Witze, wie den Sea Lion als OS X-Nachfolger, hatten ihm natürlich die Marketingstrategen vorher ins Handbuch geschrieben. Trotzdem stellte Federighi all jene in den Schatten, die ihre Skripte auch von PR-Strategen verfasst bekommen haben dürften, sei es Apple-Chef Tim Cook oder Phil Schiller.

Und Federighi war Inbegriff des Gefühls, das dieser Abend (oder Morgen – je nach Ortszeit) versprühte: Apple läuft endlich wieder zur Höchstform auf. Die Verkrampftheit nach der Neuordnung durch den Tod von Steve Jobs, die internen Machtkämpfe – all dies soll der Vergangenheit angehören. Es macht den Verantwortlichen augenscheinlich wieder mehr Spaß, radikal neue Konzepte zu entwickeln. Und diese Freude ist ansteckend.

Der Idealismus, Soft- und Hardware besser zu machen, ist nicht mehr nur ein Lippenbekenntnis von Cook, wenngleich er dies in gewohnter Manier auch diesmal wieder und wieder betonte. Es nimmt nun aber endlich auch wieder Gestalt an, in dem neuen OS X Mavericks, in dem radikal erneuerten iOS 7 oder im Mac Pro, der alle überrascht haben dürfte. Fehlte nur noch das „One more thing“, um dem ganzen die Krone aufzusetzen.

Überhaupt: Überraschungen. Lange hatte Apple damit zu kämpfen, dass alle Neuheiten vorher ausgeplaudert wurden. Die diesjährige Keynote steckte hingegen voller Überraschungen. Klar, vom i(Tunes) Radio haben wir alle schon mal gehört. Auch das schlichte Design von iOS 7 war abzusehen. Trotzdem waren viele Features  neu, vorher bestenfalls höchst spekulativ und insbesondere der Mac Pro sorgte für ein kräftiges Aha-Erlebnis. Wäre er erst im Herbst präsentiert worden, wäre der Überraschungseffekt wohl nicht mehr so gelungen.

Da traf es sich gut, dass Apple die Keynote auch live übertragen hat. Damit wurde all den Livebloggern die Deutungshoheit weggenommen, die sie gerne gegenüber ihren Lesern ausüben. Kein: Das wussten wir ja schon. Oder unnötige Einschätzungen. Das pure Apple-Erlebnis bereitete große Freude. Und die Präsentation war es nach eher lahmen Veranstaltungen in den vergangenen Monaten absolut wert, live gesehen zu werden.

So hat uns Apple endlich mal wieder mit einem Gefühl der Euphorie und des Sofort-haben-wollens aus einer Keynote entlassen. Ob iOS 7 im Alltag gefällt, wird sich zeigen. Im ersten Moment macht es aber neugierig. Und Apple hat vieles aufgegriffen, was von Nutzern seit mehreren iOS-Versionen als überfällig angesehen wurde, wie die schneller erreichbaren Einstellungen, richtiges Multitasking und automatische Updates.

Auch der App-Markt ist um einige Geldmaschinen ärmer: Taschenlampen-Apps und Passwortmanager werden jetzt wohl einen heftigen Einbruch erleben.

Schön ist auch, dass OS X Mavericks augenscheinlich wieder einen eigenständigen Desktop-Weg einschlägt. Das Redesign von iOS lässt das Computerbetriebssystem (erstmal) kalt. Der Drang Apples, das mobile und das stationäre Betriebssystem anzugleichen, ist offenbar verloren gegangen. Vielleicht hat auch die Bauchlandung Microsofts mit Windows 8 zu dieser Erkenntnis beigetragen. Gemeinsamkeiten – wie Maps und iBooks – gibt es neu dort, wo sie sinnvoll sind. Das neue Ordnungssystem mit Tags ist hingegen ein Beispiel für eine Funktion, die auf dem Desktop Sinn macht, auf dem mobilen Gerät (mangels offenen Dateisystems) aber nicht.

Nein, wir wollen diese Produktvorstellungen nicht glorifizieren, ohne sie vorher gründlich in Augenschein genommen zu haben. Aber das Gefühl, das dieser Abend vermittelte, stimmte.

Und das ist viel wert.