
Das Fritz!DECT 200. Foto: (c) AVM
Das Fritz!DECT 200 ist ein Zubehörteil für die beliebte Fritzbox von AVM. Mit dem Gerät kann der Stromverbrauch gemessen werden. Und nicht zuletzt handelt es sich um die beste Zeitschaltuhr, die wir je gesehen haben.
Braucht man sowas? Diese Frage stellt sich vielen sicherlich beim “Fritz!Dect 200”, einem kleinen Steckdosenaufsatz, den wir einige Wochen getestet haben. Von außen betrachtet sieht das DECT!200 wie ein Powerline-Adapter aus. Diese Geräte bauen bekanntlich über das Stromnetz ein kleines Heimnetzwerk auf.
Doch der äußerliche Eindruck täuscht: Stattdessen handelt es sich um Gerät, an das über die eingebaute Steckdose andere Stromverbraucher angeschlossen werden können, die der Nutzer ferngesteuert ein- und ausschalten kann. Zudem ist es möglich, mit der kleinen Box den Stromverbrauch zu messen.
Dabei ist zunächst einmal zu beachten, dass das Gerät ein Zubehörteil ist und nicht eigenständig funktioniert. Voraussetzung ist eine Fritzbox, die den Funktelefoniestandard DECT unterstützt und auf der mindestens die Betriebssystemsoftware Fritz!OS 5.50 installiert ist. Da die Fritzbox als DSL-Router weit verbreitet ist und von vielen Internetanbietern zum neuen Anschluss kostengünstig dazu gegeben wird, kommt das “Fritz!DECT 200” für viele in Betracht.
Die Systemvoraussetzungen lassen es erahnen, dass zur Steuerung des Geräts via verschlüsseltem DECT-Funk eine Verbindung zur Fritzbox aufgebaut wird. Via Webbrowser kann das “DECT!200” in dem Konfigurationsmenü der Fritzbox eingestellt werden. Leider ist der Menüeintrag etwas schwer zu finden. Der Nutzer schaut bei DECT vergeblich nach – das Gerät verbirgt sich stattdessen in der Rubrik “Heimnetz”.
Zusätzlich gibt es am Gerät selbst zwei Knöpfe, die zugleich als Statusleuchten eingesetzt werden. Darüber kann der angeschlossene Stromverbraucher per Hand ein- und ausgeschaltet werden bzw. die DECT-Verbindung zur Fritzbox aktiviert werden.
AVM vermarktet den kleinen Helfer unter dem Begriff “Smart Home”. Das ist vielleicht ein bißchen zu viel der Ehre, denn im Ergebnis kann ja nur ein Gerät ferngesteuert werden, sofern der Nutzer nicht noch weitere DECT!200 dazukauf.
In der “Energieanzeige” wird mit einem Balkendiagramm angezeigt, wie viel Spannung und wie viel Watt ein angeschlossenes Gerät verbraucht. Die Diagramme können für die vergangenen zehn Minuten, für 24 Stunden, ein Monat und ein Jahr ausgegeben werden. Interessant ist bei vielen Stromverbrauchern vor allem, wie viel Energie sie auch im Stand-by-Modus verbrauchen. Wer es genau wissen möchte, kann sich auch gleich den Ausstoß von Kohlendioxid, der zur Erzeugung der Energie nötig ist und die individuellen Energiekosten anzeigen oder per Push-Mail zusenden lassen.
Die Verbrauchsmessungen sind gut und schön, doch irgendwann weiß der Nutzer ja, was er verbraucht.
Dann wäre da aber glücklicherweise noch die zweite Spezialität des “DECT!200” – eine unglaublich facettenreiche Zeitschaltuhr. Der Nutzer kann die angeschlossenen Geräte beispielsweise per Fernsteuerung, zu bestimmten Zeiten, nach einem individuellen Google-Kalender, den jeweiligen Sonnenaufgangs- und Untergangszeiten in der Region und anderen Zeitmustern ein- und ausschalten. Für jeden, der sich in der Weihnachtszeit über manuelle Zeitschaltuhren für die Innenbeleuchtung ärgert, ist das Gerät ein Traum. Doch auch zum Vortäuschen von Aktivitäten in einem Haus, etwa während eines Urlaubs, eignet sich das Gerät angesichts seiner vielen Möglichkeiten perfekt.
Für 60 Euro ist das DECT!200 keine ganz preisgünstige Technikspielerei. Geräte, um den Stromverbrauch zu messen, gibt es sicher auch günstiger. Zudem verbraucht das DECT!200 selbst auch Strom – laut Hersteller sind dies 0,9 bis 1,5 Watt.
Interessant ist aber die Zeitschaltuhr – wer es besonders komfortabel haben möchte, könnte an diesem Zubehörteil zur Fritzbox schnell Gefallen finden.




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