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Category “Reviews”

Fritz!DECT 200 – Die beste Zeitschaltuhr, die wir je hatten

AVM FRITZ!DECT 200 Stehlampe

Das Fritz!DECT 200. Foto: (c) AVM

Das Fritz!DECT 200 ist ein Zubehörteil für die beliebte Fritzbox von AVM. Mit dem Gerät kann der Stromverbrauch gemessen werden. Und nicht zuletzt handelt es sich um die beste Zeitschaltuhr, die wir je gesehen haben.

Braucht man sowas? Diese Frage stellt sich vielen sicherlich beim “Fritz!Dect 200”, einem kleinen Steckdosenaufsatz, den wir einige Wochen getestet haben. Von außen betrachtet sieht das DECT!200 wie ein Powerline-Adapter aus. Diese Geräte bauen bekanntlich über das Stromnetz ein kleines Heimnetzwerk auf.

Doch der äußerliche Eindruck täuscht: Stattdessen handelt es sich um Gerät, an das über die eingebaute Steckdose andere Stromverbraucher angeschlossen werden können, die der Nutzer ferngesteuert ein- und ausschalten kann. Zudem ist es möglich, mit der kleinen Box den Stromverbrauch zu messen.

Dabei ist zunächst einmal zu beachten, dass das Gerät ein Zubehörteil ist und nicht eigenständig funktioniert. Voraussetzung ist eine Fritzbox, die den Funktelefoniestandard DECT unterstützt und auf der mindestens die Betriebssystemsoftware Fritz!OS 5.50 installiert ist. Da die Fritzbox als DSL-Router weit verbreitet ist und von vielen Internetanbietern zum neuen Anschluss kostengünstig dazu gegeben wird, kommt das “Fritz!DECT 200” für viele in Betracht.

Die Systemvoraussetzungen lassen es erahnen, dass zur Steuerung des Geräts via verschlüsseltem DECT-Funk eine Verbindung zur Fritzbox aufgebaut wird. Via Webbrowser kann das “DECT!200” in dem Konfigurationsmenü der Fritzbox eingestellt werden. Leider ist der Menüeintrag etwas schwer zu finden. Der Nutzer schaut bei DECT vergeblich nach – das Gerät verbirgt sich stattdessen in der Rubrik “Heimnetz”.

Zusätzlich gibt es am Gerät selbst zwei Knöpfe, die zugleich als Statusleuchten eingesetzt werden. Darüber kann der angeschlossene Stromverbraucher per Hand ein- und ausgeschaltet werden bzw. die DECT-Verbindung zur Fritzbox aktiviert werden.

AVM vermarktet den kleinen Helfer unter dem Begriff “Smart Home”. Das ist vielleicht ein bißchen zu viel der Ehre, denn im Ergebnis kann ja nur ein Gerät ferngesteuert werden, sofern der Nutzer nicht noch weitere DECT!200 dazukauf.

In der “Energieanzeige” wird mit einem Balkendiagramm angezeigt, wie viel Spannung und wie viel Watt ein angeschlossenes Gerät verbraucht. Die Diagramme können für die vergangenen zehn Minuten, für 24 Stunden, ein Monat und ein Jahr ausgegeben werden. Interessant ist bei vielen Stromverbrauchern vor allem, wie viel Energie sie auch im Stand-by-Modus verbrauchen. Wer es genau wissen möchte, kann sich auch gleich den Ausstoß von Kohlendioxid, der zur Erzeugung der Energie nötig ist und die individuellen Energiekosten anzeigen oder per Push-Mail zusenden lassen.

Die Verbrauchsmessungen sind gut und schön, doch irgendwann weiß der Nutzer ja, was er verbraucht.

Dann wäre da aber glücklicherweise noch die zweite Spezialität des “DECT!200” – eine unglaublich facettenreiche Zeitschaltuhr. Der Nutzer kann die angeschlossenen Geräte beispielsweise per Fernsteuerung, zu bestimmten Zeiten, nach einem individuellen Google-Kalender, den jeweiligen Sonnenaufgangs- und Untergangszeiten in der Region und anderen Zeitmustern ein- und ausschalten. Für jeden, der sich in der Weihnachtszeit über manuelle Zeitschaltuhren für die Innenbeleuchtung ärgert, ist das Gerät ein Traum. Doch auch zum Vortäuschen von Aktivitäten in einem Haus, etwa während eines Urlaubs, eignet sich das Gerät angesichts seiner vielen Möglichkeiten perfekt.

Für 60 Euro ist das DECT!200 keine ganz preisgünstige Technikspielerei. Geräte, um den Stromverbrauch zu messen, gibt es sicher auch günstiger. Zudem verbraucht das DECT!200 selbst auch Strom – laut Hersteller sind dies 0,9 bis 1,5 Watt.

Interessant ist aber die Zeitschaltuhr – wer es besonders komfortabel haben möchte, könnte an diesem Zubehörteil zur Fritzbox schnell Gefallen finden.

Windows 8 stimuliert die Kreativität der Hardwarehersteller. Dell hat mit dem XPS 10 ein Hybridgerät zwischen Tablet und Notebook herausgebracht.

Unter dem Strich ein Gerät, das sehr an das Microsoft Surface erinnert, allerdings in punkto Stabilität besser abschneidet, weil sich die Notebook-Kombination zum Beispiel auch auf den Knien nutzen lässt. Der Preis dafür ist ein höheres Gewicht und das Surface kann schneller umgebaut werden.

Als reines Tablet überzeugen die Windows 8-Geräte nicht so recht: Probleme bleiben das hohe Gewicht, verglichen etwa mit dem aktuellen iPad, und die Aufteilung von Windows 8 in die moderne Kacheloptik und die für Tabletsteuerung zu kleine Desktop-Oberfläche.

Apps im Test: Macwelt HD

Die Zeitschrift Macwelt beschreitet neue Wege: Neben dem klassischen Onlinekiosk mit einer digitalen 1:1-Kopie der gedruckten Ausgabe gibt es künftig die Macwelt HD, ein speziell für das iPad konzipiertes elektronisches Magazin. Wir haben uns die erste Ausgabe (1/2013) einmal genauer angesehen.

Neu: Macwelt HD für das iPad

Neu: Macwelt HD für das iPad

Für Printmedien stellt sich schon lange nicht mehr die Frage, ob sie in der digitalen Welt mitmischen. Stattdessen geht es um das Wie.

Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Naheliegend ist hierbei zunächst das Bereitstellen der Print-Inhalte im Originallayout. Dies hat Vor- und Nachteile: Wer eine eher print-affine Leserschaft hat, die das digitale Pendant eher als Ergänzung begreift, ermöglicht seinen Lesern dadurch eine leichtere Orientierung im digitalen Titel. Doch es gibt auch Nachteile: Printlayouts sind für größere Formate angelegt. Auf den kleinen Tabletbildschirmen wirken sie oft nicht so schön oder die Nutzer müssen viel zoomen, was von Lesern als Nachteil begriffen wird.

Die zweite Variante ist eine eigens hergestellte digitale Ausgabe. Diese kann neben dem Format auch die weiteren multimedialen Möglichkeiten ausschöpfen. Der Nachteil ist hierbei, dass sie weitaus aufwändiger zu produzieren ist. Und hier sind wir bei einem typischen digitalen Problem: Die Märkte sind klein, weil die Nutzer noch nicht in dem nötigen Maß bereit sind, für Inhalte auch zu bezahlen.

Doch Kostendruck hin oder her: Gerade gegenüber einer Computerzeitschrift gibt es eine hohe Erwartungshaltung seitens der Leser. Zugleich profitieren die Verlage davon, dass ihre Zielgruppe – naturgemäß – online- und technikaffin ist.

So überrascht es doch ein wenig, dass die Macwelt so lange gebraucht hat, um neben der digitalen 1:1-Kopie auch eine eigene iPad-Ausgabe zu starten.

mzl.hskfttbd.480x480-75Macwelt HD heißt dieses Produkt, das laut Ankündigung ein “neuartiges Leseerlebnis ermöglicht”.

Zugrunde liegt der App die Adobe Digital Production Suite, die bei immer mehr Zeitungen und Zeitschriften Abnehmer findet. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, der New Yorker und der Weser-Kurier sind nur einige weitere namhafte Beispiele.

Und hier liegt auch gleich der erste Vorteil für die Nutzer: Das Adobe DPS-System ist mittlerweile einigermaßen frei von Kinderkrankheiten und viele Nutzer haben sich an seine Steuerelemente gewöhnt. Zwar gibt es für jeden Titel eine eigene App, doch man kann gewissermaßen von einer einheitlichen Plattform sprechen. Artikelthemen werden mit einer horizontalen Wischgeste gewechselt. In der Vertikalen können Artikelseiten betrachtet werden. Nebenbei gibt es allerlei Möglichkeiten, Fotogalerien, Links und Videos einzubetten. Hat man sich an dieses dreidimensionale Leseerlebnis erstmal gewöhnt, entdeckt man schnell die Vorteile, weil Adobes Lösung einfach angenehmer auf dem Tablet zu konsumieren ist.

In der ersten Ausgabe (1/2013) erwartet die Leser unter anderem ein Einkaufsführer für Apple-Produkte, der alle Neuerscheinungen der vergangenen Monate umfasst. Um Phillips’ innovatives App-gesteuertes Lichtsystem geht es ebenso wie um Zubehörartikel wie Taschen oder die für IT-Zeitschriften obligatorischen Tipps in Hülle und Fülle.

Bei den Inhalten steht die Macwelt natürlich nach wie vor in Konkurrenz zu diversen Onlineportalen, die ihre Inhalte oft kostenlos unter das Volk bringen. Dem gegenüber kostet die Einzelausgabe der Macwelt HD 5,99 Euro – im In-App-Abo wird es ein wenig günstiger. Der Unterschied liegt darin, dass ein kompletter Titel seine Leser eher dazu verführt, auch mal über den Tellerrand zu schauen, während bei Onlineportalen meist gezielt nach bestimmten Beiträgen gesucht wird. Dieser Themenmix gelingt in Ausgabe 1/2013 recht gut, so dass selbst ein Leser, der die gängigen RSS-Feeds intensiv verfolgt, noch manche Neuigkeit erfährt oder aber zumindest weitere Hintergründe und Rezensionen nachlesen kann.

mzl.ylheskwt.480x480-75Einen Minuspunkt gibt es allerdings für die fehlende Möglichkeit, ein vorhandenes Abo auch für die HD-Ausgabe zu übertragen. Ein ähnliches Problem hatten lange Zeit die Abonnenten der FAS – erfreulicherweise ist dort mittlerweile Abhilfe geschaffen worden.

“Der Fokus auf die User-Experience ist ein deutlicher Mehrwert und bietet Lesern neben zahlreichen additiven Inhalten ein komplett neues Leseerlebnis“, sagt Marlene Buschbeck-Idlachemi, Chefredakteurin der Macwelt. Dies ist nach genauer Betrachtung der ersten Ausgabe nicht zu leugnen – gleichwohl ist der Preis mit fast sechs Euro ziemlich hoch. Letztlich ist es natürlich gerade bei Special-Interest-Titeln häufig auch eine Frage der Leserzahlen, die zu hohen Preisen führen. So ist Macwelt HD unter dem Strich ein guter Zuspruch zu wünschen, der in Zukunft vielleicht dann aber auch zu günstigeren Preisen führt.

Link: Macwelt HD im App Store von Apple

Test: eBook Reader 4

Der Weihnachtstrendartikel dieses Jahres im Buchhandel ist das E-Book: Weltbild, Thalia, Huggendubel und viele kleine örtliche Buchhändler werben mit großen Plakaten für den Kauf von E-Book-Readern. Nicht zu vergessen Amazon, die den Kindle auch im europäischen Markt zur Größe gemacht haben.

Wir haben den eBook Reader 4 von Weltbild getestet, ein Trekstor-Gerät, das unter anderem Namen (u.a. Liro Ink) auch bei anderen Händlern zu bekommen ist.

Platz für bis zu 2000 Bücher

Der eBook Reader 4 von Weltbild

Im Falle der Verlagsgruppe Weltbild ist der Einstieg in die Welt der E-Books mittlerweile schon für 59 Euro möglich. Der eBook Reader 4 ist 17 mal 12 cm groß und 0,9 cm dünn. Mit einer Speicherkapazität von 2 GB bietet das Gerät viel Platz für elektronische Bücher, zumal es noch mit einer Speicherkarte erweitert werden kann. Das Display kommt ohne Hintergrundbeleuchtung aus und ist damit gerade für längeren Lesegenuss weitaus augenschonender als gängige Tablets. Hinter dem monochromen Bildschirm steckt ein so genanntes E-Ink-Display, das zwar beim Bildaufbau recht träge ist, dafür jedoch ein sehr kontrastreiches Bild abliefert, das vor allem ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt.

Positiv fällt nach dem Auspacken zunächst einmal auf, dass Weltbild viel Wert darauf legt, den Nutzer bei der Inbetriebnahme und Nutzung an die Hand zu nehmen. Schon die Verpackung ist nahezu selbst erklärend. Ausfaltbare Schnellanleitungen sorgen dafür, dass es rasch losgehen kann.

Akku hält einen Monat lang durch

Das Gerät wird über einen Einschaltknopf am unteren Ende aktiviert. Der Akku soll im Normalbetrieb bis zu einem Monat durchhalten und tatsächlich gab es während des Tests keine Veränderungen an der Akkustandanzeige. Nach dem Einschalten wird zunächst eine Übersicht eingeblendet, aus der schnell zum letztgelesenen Besuch oder in die Bibliothek gewechselt werden kann. Welcher Eintrag gerade markiert ist, ist gelegentlich schwer auszumachen, weil lediglich ein Strich den gerade ausgewählten Eintrag signalisiert.

So wie diesen gibt es noch einige weitere kleine Kritikpunkte bei der Benutzerführung. Das Einstellen von Datum und Uhrzeit macht sich zum Beispiel einige der Knöpfe am Gerät zunutze, ohne dass einem als Nutzer anfangs ersichtlich ist, welche das sind – hier hielt nur Ausprobieren oder Nachlesen im Handbuch. Auch der Aufruf des Kontextmenüs, um Lesezeichen zu setzen oder gezielt Seitenzahlen einzugeben, hätte sicher einfacher gelöst werden können. In diesem Menü findet sich auch die Einstellung, um Bücher im Querformat zu lesen. Dass nicht wie bei Tablets ein Sensor in das Gerät eingebaut ist, der die Ausrichtung selbst erkennt, kann dem Hersteller angesichts des günstigen Preises schwerlich zum Vorwurf gemacht werden.

Angenehmes Lesen dank E-Ink

Hevorzuheben ist auch, dass die Kernfunktion des Geräts, das Lesen und Blättern in elektronischen Büchern, tadellos funktioniert. Die Blättertasten sind doppelt auf beiden Seiten des Displays vorhanden, so dass der E-Reader sowohl in der linken wie auch in der rechten Hand gehalten werden kann. Logisch ist auch, die Taste zum Weiterblättern größer zu gestalten, als die zum Zurückblättern, was wahrscheinlich weniger häufig gefragt ist. Schriftgröße und Rand können individuell eingestellt werden. Praktisch ist auch eine Volltextsuche.

Begeisternd ist das Display des E-Readers. Hier wird nicht zuviel versprochen, dass das Schriftbild nahezu dem gedruckten Produkt entspricht. Texte können in jedem Winkel und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung perfekt abgelesen werden. Lediglich in dunkleren Situationen wird Text etwas schwer lesbar, weil der Hintergrund leicht gräulich ist. Eine Leselampe zum Anstecken gibt es ebenso wie einen Steckdosen-Adapter für das USB-Kabel günstig als Zubehör zu kaufen.

Kostengünstiger Einstieg in die E-Book-Welt

E-Reader gibt es mittlerweile viele und sicherlich ist der von Weltbild nicht das aktuellste und beste Gerät am Markt – nahezu unschlagbar ist jedoch der Preis. Dank Unterstützung des verbreiteten EPUB-Formats können elektronische Bücher bei verschiedenen Händlern erworben werden.

Gerade für das Hineinschnuppern in die E-Book-Welt eignet sich dieses Gerät sehr gut und bei Nichtgefallen sind knapp 60 Euro kein Weltuntergang.

Orphion: Musik – mal anders

Orphion ist eine App, mit der Einsteiger und Profis über den Touchscreen des iPads Musik machen können. Die 3,99 Euro teure App basiert auf einem Konzept für eine Master-Arbeit. Entwickler Bastus Trump zeigt, welche Möglichkeiten in dem iPad schlummern.

Für Musik gibt es GarageBand. Das Apple-eigene Programm vom Mac wurde vor einiger Zeit für das iPad portiert und  erfreut sich – zurecht – großer Beliebtheit. Doch wer GarageBand angenehme Töne entlocken möchte, sollte schon etwas musikalisch sein. Zwar gibt es Funktionen, die GarageBand erheblich vereinfachen. Damit sinkt jedoch auch die Individualität der Musik: Wer etwa an der vereinfachten Gitarre zupft, bekommt vorgefertige Akkorde vorgespielt.

Musik kann jeder – das scheint zumindest der Ansatz zu sein, den App-Entwickler Bastus Trump mit Orphion verfolgt, einer 3,99 Euro teuren App, die im App Store abrufbar ist.

“Das Konzept für das Orphion entstand im Rahmen einer Masterarbeit in der UdK Berlin bei Robert Henke (aka monolake). Dabei ging es darum, ein Interface für Multitouchscreens zu entwickeln mit dem man möglichst ausdrucksstark spielen kann”, sagt Trump zu seiner App. ”Die Idee war es, ein elektronisches Instrument mit einer direkten Kopplung von Interface und Sound zu schaffen, also wie bei einem akustischen Instrument. Klangveränderungen sollten nur durch das Spielen selbst möglich sein.”

Nach dem Aufruf der App bekommt der Nutzer eine sehr einfach gehaltene Benutzeroberfläche angezeigt. Zu sehen sind diverse Kreise, die sich an den Rändern gegenseitig überschneiden. Per Auswählmenü können weitere Layouts geladen werden, die Anordnungen mit noch mehr oder anders geordneten Kreisen enthalten. Die Musik wird durch Berühren der Kreise erzeugt. Langes Drücken erzeugt einen Dauerton, kurzes Antippen ist ein gitarrenartiges Zupfen.

“Sowohl Musik-Einsteiger als auch Musiker finden eine passende Anordnung um einfach Musik machen zu können, ohne über richtige Töne oder komplizierte Einstellungen nachdenken zu müssen. Das Interface wurde speziell für Touchscreens entwickelt und ermöglicht sehr ausdrucksstarkes, aber auch virtuoses Spielen”, sagt Trump. “Der Sound und die Art der Interaktion ist eine Mischung aus Saiten- und Perkussionsinstrument und reicht von weich über gezupft bis zu einem harten Slap. Über CoreMIDI lassen sich andere auch Synthesizer-Apps damit spielen.”

Tatsächlich macht die Benutzung von Orphion eine Menge Spaß. Wer GarageBand mag, wird mit Orphion auch etwas anfangen können. Das puristische Aussehen ist zwar Geschmacksache, aber die Reduzierung auf das Wesentliche hat fraglos auch eine gewissen Charme.

Problematisch ist derzeit noch das Preis-Leistungs-Verhältnis. GarageBand kostet ebenfalls 3,99 Euro, bietet für diesen Preis aber mehr Instrumente und die Möglichkeit zur Aufnahme. Gleichzeitig ist GarageBand eine Universal-App, funktioniert also auch auf dem iPhone. Orphion dagegen beschränkt sich gegenwärtig auf die beschriebenen Pad-Layouts und die Fähigkeit, damit Töne zu erzeugen. Positiv ist allerdings anzumerken, dass Bastus Trump für das nächste Update bereits eine Aufnahmefunktion in Aussicht stellt, was Orphion bereits deutlich aufwerten würde. Zudem sei ein Editor für eigene Layout geplant.

Bei Vimeo ist Orphion in Aktion zu erleben:
http://vimeo.com/35131490
http://vimeo.com/39403113

Orphion im App Store:
http://itunes.apple.com/de/app/orphion/id495465097

Instacast – Der Podcast-Client im Test

Instacast ist eine Podcast-App für das iPhone

Ein Lob den Podcasts. Dies zollte vor kurzem auf der “Re:publica” Pritlove den Internet-Radiosendungen (lesenswerter Artikel bei Golem.de) – und er ist damit nicht allein. Die Zahl der Podcasts nimmt immer mehr zu. Es scheint, als werden die Blogs zunehmend von den Podcasts in den Schatten gestellt. Sie versprechen Stammkundschaft (durch Abos) und vor allem eine lange Verweildauer, weil die Nutzer sie passiv konsumieren können (im Auto, beim Joggen, sonst wo). Möglich, dass es sich auch nur um einen zeitweiligen Trend handelt – die Hörbücher scheinen ja zum Beispiel auch wieder etwas mehr in den Hintergrund zu rücken. Aber direkt zu vergleichen sind beide nicht. (Der Autor ist übrigens auch an einem Podcast – dem Trekcast – beteiligt und war schon mal bei Geek Week zu Gast).

Widmen wir uns aber einem ganz praktischen Problem: Wohin mit den Podcasts auf dem iPhone? Und vor allem: Wie kommen sie dorthin?

Ich habe dieses Problem anfangs mit den Apple-eigenen Funktionen zu lösen versucht. Das hervorragende Podcastverzeichnis in iTunes bildet eine gute Grundlage. Alle wichtigen Funktionen, wie zum Beispiel das Abonnieren von Podcasts und das Synchronisieren mit den Geräten, sind vorhanden. Nur: Irgendwann kommt der Punkt, an dem das nicht mehr zufriedenstellend ist. Wenn zum Beispiel der gewünschte Podcast zwar auf dem Mac aktualisiert wurde, aber das Gerät danach nicht mehr synchronisiert wird (das passiert nicht automatisch), gibt das leicht mal ein böses Erwachen, wenn man dann am nächsten Tag im Auto den Lieblingspodcast anwerfen möchte und der ist gar nicht vorhanden.

Eine Lösung muss her – und die heißt in meinem Falle momentan Instacast. Die 1,59 Euro teure App hat heute ein umfassendes Update auf Version 2.0 erhalten. Zahlreiche neue Funktionen erwarten den Benutzer (u.a. Tempoeinstellung, Kapitel), doch entscheidend sind ja erstmal die organisatorischen Fragen.

Instacast hält eine Art eigenes Podcastverzeichnis vor, in dem ich bislang noch keinen Podcast vergeblich gesucht habe. Ausgesuchte Podcasts lassen sich leicht abonnieren und werden fortan automatisch auf dem Gerät auf Aktualisierungen überprüft. Wahlweise können neue Folgen heruntergeladen oder gestreamt werden. Der Download erfolgt nur dann, wenn der Nutzer in einem WLAN verweilt bzw. auf Wunsch auch mobil – die App geht aber grundsätzlich erstmal auf Nummer sicher.

So weit, so gut: Doch bevor hier das x-te Loblied angestimmt wird, sollten auch die Kritikpunkte nicht verschwiegen werden. Einer davon betrifft den Preis: Unerklärlicherweise halten einige Nutzer 1,59 Euro noch für zu günstig. Im Vergleich mit anderen Apps, die für 79 Cent zu kaufen sind, empfinde ich Instacast allerdings gar nicht als so hochklassig, als dass dieser Preis gerechtfertigt wäre. Dies ist mit Version 2.0 vielleicht anders zu sehen – für ein endgültiges Urteil reichen einige Stunden Nutzungszeit nicht aus -, aber für die 1.x-Version waren 1,59 Euro definitiv hochpreisig, zumal Instacast desöfteren mit Abstürzen zu kämpfen hatte. In der ursprünglich heruntergeladenen Version stürzte mir die App mindestens einmal am Tag ab. Nach einem Update hat sich die Absturzrate deutlich verbessert. Wenn man aber bedenkt, dass die App bevorzugt auch beim Autofahren zum Einsatz kommt, ist jeder Absturz einer zu viel.

Ärgerlich ist auch, dass Instacast zwar als iPad-Version existiert (Instacast HD), die Nutzer dafür aber weitere 3,99 Euro bezahlen sollen – und das nur, weil die Auflösung etwas höher ist, womit eben auch Videopodcasts besser abgespielt werden können (ein Verdienst der Hardware, nicht von Instacast!). 1,59 Euro für eine Universal App, die auf iPhone und iPad läuft, wäre gerechtfertigt gewesen – zumal die Möglichkeit besteht, die Daten via iCloud zu synchronisieren.

Unter dem Strich ist Instacast schon eine deutliche Verbesserung für jeden Podcast-Freund, aber das Maß der Dinge ist die App aus meiner Sicht nicht. Heute habe ich von Pocket Casts gelesen, einer Alternative zu Instacast, die auf jeden Fall einmal genauer betrachten werde – mehr dazu demnächst.

Microsoft Flight

Wilhelmshavener Zeitung: Neuer Flugsimulator: Microsoft hebt wieder ab:

Hawaii ist ein beeindruckendes Pflaster. Blau strahlendes Meer, lange Strände, wilder Pflanzenwuchs und hügelige Landschaften, wo mancherorts die Lava dampft. Für Hobbypiloten ist das ein Paradies, das seit vergangenem Mittwoch zumindest virtuell sogar kostenlos zu haben ist.

Man kann Microsoft nur viel Erfolg mit seinem neuen Flugsimulator wünschen. Free-to-play ist ein Verkaufsmodell, das allerdings nur funktioniert, wenn das Spiel auch wirklich gut ist. Und das ist Microsoft Flight: Schon die Basisversion ist fesselnd. Schade nur, dass Hobbypiloten mit höheren Ansprüchen nicht berücksichtigt werden.

Apps im Test: FAS

Leser der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) mussten lange auf eine Möglichkeit warten, die Zeitung in digitaler Form lesen zu können. Seit einigen Monaten gibt es die FAS-App für das iPad. Die späte Veröffentlichung hat möglicherweise mit den hohen Ansprüchen zu tun, die das Blatt an sich selbst stellt und die zu allerlei Auszeichnungen geführt haben. Vielleicht wurde aber auch erstmal abgewartet, wie sich der Markt entwickelt. Interessant ist dabei, dass die FAS mit ihrer digitalen Edition ausschließlich auf das iPad setzt. Für Android-Nutzer gibt es keine Alternative. Ebenso gibt es keine Web-Lösung, wie sie bis vor einigen Monaten immerhin noch für Texte existierte.

Inhalt: Das ganze inhaltliche Spektrum
Die iPad-App der FAS verpackt die Inhalte der Printausgabe zwar in ein neues, tablet-freundlicheres Gewand. Wer die FAS kennt, weiß um den bunten Themenmix aus den Bereichen Politik, Sport, Feuilleton, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Es werden erfreulicherweise keinerlei Abstriche gemacht. Wir haben zwei Printausgaben mit dem iPad-Pendant verglichen und keine Unterschiede festgestellt. Allerdings geht die iPad-Ausgabe auch nicht inhaltlich über die Printausgabe hinaus, was im folgenden noch bei der Kosten-Nutzen-Frage eine Rolle spielen wird.

Aussehen/Benutzerfreundlichkeit: Schlicht und ansprechend, aber in der Bedienung etwas empfindlich
Vor die Wahl gestellt, die Papierausgabe 1:1 als E-Paper umzusetzen oder sie neu für das Tablet zu gestalten, haben sich die Herausgeber der FAS erfreulicherweise für letztgenannte Variante entschieden. Das Aussehen der Papierausgabe ist herausragend, aber für den kleinen iPad-Bildschirm einfach zuviel des Guten. Die Gestalter der FAS machen sich deshalb die Arbeit, jede Ausgabe in ihre Bestandteile zu zerlegen und für das iPad neu grafisch aufzubereiten. Das Ergebnis ist sehr ansprechend und zeichnet sich durch eine angenehme Schlichtheit aus. Es gibt keine Multimedia-Inhalte wie Fotogalerien oder eingebettete Videos, dafür aber ansprechende Freistellungen und Bildkompositionen. Dies hat Vorbildcharakter für andere Publikationen.

Die über die Tabbar zur Verfügung stehenden Optionen ähneln denen anderer Zeitungsapps. Neben dem Kiosk, in dem neue und ältere Ausgaben erworben werden können, gibt es Icons, um zum Beispiel schnell zum Titel oder zur Übersicht zu gelangen. Die Tabbar kann während des Lesens ausgeblendet werden, was die Lesefläche vergrößert.

Wünschenswert wäre eine Option, zusätzlich zur iPad-Fassung auch die Originalseite aufrufen zu können. Da die Tablet-App nicht nach Seitenzahlen sortiert, lassen sich aus der App heraus schwerlich Seitenempfehlungen an Print-Leser aussprechen und umgekehrt. Nicht zuletzt sind einige Print-Designs mit den Möglichkeiten des Tablet-Bildschirms nicht nachzustellen, so dass es ein Mehrwert wäre, wenn sich App-Nutzer trotzdem ein Bild vom Printlayout machen könnten.

Etwas problematisch ist die mitunter überempfindliche Steuerung. Es passiert einem leicht einmal, dass man aus Versehen die Seite verschiebt und damit zum nächsten Artikel gelangt. Leider merkt sich die App dabei nicht, auf welcher Bildschirmseite des vorherigen Artikels sich der Nutzer zuletzt befand. Die Folge ist, dass viel gescrollt werden muss. Auch der Home-Button kam dem Leser manches Mal in die Quere, weil die FAS-App nur im Querformat genutzt werden kann. Bei manchen Artikeln wäre das Lesevergnügen allerdings auch im Hochformat gleich gut gewesen.

Kosten/Nutzen: Für Nur-Tablet-Leser angemessen, für Abonnenten ein Graus
Die iPad-Ausgabe der FAS kostet 2,99 Euro, also zwanzig Cent weniger als die Printausgabe. Für die herausragenden Inhalte der Zeitung ist das ein fairer Preis, zumal auf die Anzeigen der Printausgabe weitgehend verzichtet wird. Sicherlich wird es einige geben, die hinterfragen, ob die Ersparnisse bei Druck und Vertrieb nicht auch einen noch günstigeren Preis ermöglichen. Nun ist andererseits aber auch der Aufwand zu berücksichtigen, der betrieben wird, um die Zeitung für das iPad noch einmal komplett neu zusammenzustellen.

Wirklich ärgerlich ist die FAS-Preispolitik allerdings für die Abonnenten der Printausgabe. Sie müssen den gleichen Preis entrichten wie Nur-Tablet-Leser. Es gibt keinerlei Vergünstigungen, obwohl doch – wie beschrieben – der Inhalt 1:1 dem der Printausgabe entspricht und der Preis damit für Abonnenten nicht durch zusätzliche Inhalte zu rechtfertigen ist. Augenscheinlich wird die App tatsächlich nur als zusätzlicher Vertriebskanal begriffen, nicht aber als Mehrwert für die Bestandskunden. Wer die Printausgabe abonniert hat, aber zum Beispiel mehrere Wochenenden im Jahr auf Reisen ist, wüsste die App sehr zu schätzen, um die Zeitung trotzdem am Sonntag lesen zu können – wenn dafür allerdings doppelt bezahlt werden muss, werden sich das viele verständlicherweise zweimal überlegen. Die Entscheidung, bei der Preisgestaltung so vorzugehen, ist leider vollkommen unverständlich. Am Ende fühlt sich mancher Leser dazu gedrängt, sich zwischen App und Printabo zu entscheiden. Eine wahrlich schwierige Wahl, weil beide Wege ihre Vorzüge haben.

Produktion: InDesign mit den Werkzeugen von WoodWing
Für diejenigen, sich dafür interessieren, wie die Zeitung fit für das iPad gemacht wird, gibt es erfreulicherweise bei der FAS eine Antwort. Die Firma WoodWing hat die entsprechenden Werkzeuge bereitgestellt, um die in einem anderen Redaktionssystem erstellte Printausgabe für das iPad umzusetzen. Die Inhalte werden dabei laut Pressemitteilung (vermutlich auf XML-Basis) mittels verschiedener Skripts in die WoodWing-Tools überspielt. Gefertigt wird das Produkt dann letztlich mit diesen Werkzeugen und Adobe InDesign. Das Ergebnis ist allem Anschein nach eine Mischung aus HTML5 und PDF-Elementen. Mehr dazu auf der WoodWing-Website.

Fazit: Auf einem guten Weg, aber noch nicht perfekt
Es gibt vieles, was an der FAS-App begeistert: Das eigens fürs Tablet optimierte Design der Inhalte, natürlich die Artikel selbst und die 1:1-Umsetzung, damit die App-Ausgabe eine ernsthafte Alternative zur Papierfassung ist. Doch von der Perfektion der Printausgabe ist die FAS-App  noch ein großes Stück weit entfernt. Ausschlaggebend ist dafür vor allem die Benachteiligung der Abonnenten bei der Preisgestaltung. Wer nur digital liest, hat damit natürlich keine Probleme.

Apps im Test: RTL NOW

Wenn es um die Nutzung der Online-Mediathek RTL NOW auf dem iPad geht, überlässt RTL nichts dem Zufall. Besitzer des Tablets sehen schlichtweg nur eine Eigenwerbung für die App, wenn sie die Startseite der Mediathek aufrufen. Eine Nutzung über den Safari-Webbrowser des sonst im Web in Teilen kostenlosen Services ist nicht möglich. Stattdessen muss die 3,99 Euro teure App erworben werden.

Vier Euro für Inhalte, die es sonst entweder im Fernsehen oder teilweise auch im Web kostenlos gibt – das baut eine Hemmschwelle auf, die es erstmal zu überwinden gilt. Wir haben es gewagt und die RTL NOW-App gekauft.

Inhalt: Noch weniger als im Web
Öffentlich-rechtliche und Privatsender feiern gleichermaßen Erfolge mit ihren On-Demand-Angeboten. Die Möglichkeit, interessante Sendungen an jedem Ort mit Breitband-Internetanschluss abrufen zu können, ist einfach verlockend. Zudem müssen sich Zuschauer nun nicht mehr nach der Programmstruktur des Senders richten, sondern können ihre Sendungen anschauen, wann sie möchten.

Doch Vorsicht vor zu viel Euphorie: Ein vollwertiger Ersatz sind die Mediatheken nicht. Zum einen ist ihre Auflösung durchweg geringer als beim HD-Fernsehen, meist sogar schlechter als die Standardauflösung, was je nach Bildschirmgröße zu verschmerzen ist. Entscheidender ist, dass die meisten Sender nur eine Auswahl ihres Programmangebots im Netz bereitstellen. Das hat zum einen rechtliche Gründe, weil einige Serien und Filme nicht für die Onlineverbreitung eingekauft wurden. Zum Teil scheint es mitunter aber auch einfach nicht gewollt zu sein, bestimmte Sendungen im Netz zur Verfügung zu stellen.

Während RTL NOW im Web einen recht interessanten Mix aus Eigenproduktionen und US-Serien (z.B. CSI Miami) anbietet, ist die Auswahl auf dem iPad ungleich kleiner. CSI Miami, um beim Beispiel zu bleiben, fehlt gänzlich in der kostenpflichtigen App. Auch die Kauf-Inhalte stehen nicht zur Verfügung. Das Angebot reduziert sich auf Eigenproduktionen, die kostenlos verfügbar sind.

Aussehen/Benutzerfreundlichkeit: Bunt und übersichtlich
Das Design der RTL NOW-App entspricht dem der Internetseite und der Senderfarbgebung. Blau dominiert als Hintergrundfarbe. Es gibt viele kleine Vorschaubildchen und eine ziemlich rasante Wechselanimation auf der Übersichtsseite. Dort kann ferner in der Ansicht schnell zwischen Tipps, Neuerscheinungen, Top 10 und gut bewerteten Inhalten gewechselt werden.

Insgesamt hinterlässt die App einen sehr aufgeräumten Eindruck. Ein A-Z-Register der Sendungen, eine Aufschlüsselung nach Sendezeiten und die Historie bereits gesehener Sendungen sind schnell via Tabbar ausgewählt.

Etwas befremdlich wirken die andersartigen Steuerelemente des Videoplayers. RTL war offenbar daran gelegen, einen eigenen, schmaleren Play-Button einzuführen. Der ist allerdings schwerer zu betätigen als der Original-Button von Apple. Zudem sieht diese individuelle Abspielkontrolle ungewohnt aus und bringt keinen sichtbaren Mehrwert.

AirPlay: Eine verpasste Chance
Der große Vorteil einer App gegenüber einer Website sind die nativen Funktionen eines Geräts, die sich über eine Website nur schwer oder gar nicht nutzen lassen. Die RTL NOW-App könnte die Nase vorne haben, wenn sie AirPlay unterstützen würde, um Sendungen via WLAN und Apple TV auf einem Fernseher anzuzeigen. Könnte, wohlgemerkt: Denn – sie kann es nicht! Unterstützt wurde bei unserem Test nur die Übertragung von Ton. Ein Bild ließ sich partout nicht auf das Apple TV übertragen, so wie es etwa bei iTunes-Filmen wunderbar funktioniert

Besitzer eines iPad 2 haben zumindest noch eine kleine Chance, AirPlay zu nutzen, wenn sie einen Umweg in Kauf nehmen: Wer doppelt den Home-Button anklickt und nach links scrollt, kann die Bildschirminhalte auf das Apple TV spiegeln (Synchronisieren). Allerdings wird das Bild dann nicht bildschirmfüllend angezeigt. Zudem hatten wir diverse Male mit Aussetzern zu kämpfen, wobei nicht zu ergründen war, ob diese durch den AirPlay-Umweg hervorgerufen wurden oder generell beim Abruf der Sendung vorlagen.

Kosten/Nutzen: Viel zu teuer
RTL argumentiert, dass es seine App nicht wie die öffentlich-rechtlichen Sender kostenlos anbieten kann, weil sie die Entwicklung nicht durch Gebührengelder refinanzieren können. Das ist sicherlich ein Argument, entbindet den Sender aber nicht davon, dass er bei einem kostenpflichtigen Produkt dem Käufer auch etwas bieten sollte. Knapp vier Euro für einen Dienst, der im Web kostenlos verfügbar ist, und keinen erkennbaren Vorteil gegenüber der Web-Fassung hat – das ist einfach viel zu teuer.

Fazit: Keine Empfehlung, so lange nicht nachgebessert wird
Die RTL NOW-App ist mit ihrem derzeitigen Funktionsumfang eine große Enttäuschung. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Es gibt weniger Inhalte als in der Web-Version und dafür soll der Nutzer allen Ernstes Geld (3,99 Euro) bezahlen. Die nahe liegende AirPlay-Unterstützung wird den Nutzern versagt, obwohl das doch wirklich ein Argument wäre, die App zu kaufen. Schade, Chance vertan.

Apps im Test: The Daily

Kritiken über “The Daily” waren anfangs eine Gratwanderung: Wer die Zukunft von Tabletzeitungen allzu euphorisch sah, wurde von Konservativen bezichtigt, die gedruckten Zeitungen tot zu schreiben. Wer allzu düster schrieb, musste sich den Vorwurf gefallen lassen, fortschrittsfeindlich zu sein. Mittlerweile, gut ein Jahr nach dem Start von “The Daily” auf dem iPad, scheint das mit vielen Vorschusslorbeeren und prominenter Unterstützung durch Apple gestartete Zeitungsprojekt vor allem auf Gleichgültigkeit zu stoßen. In der Welt der Medien spielt “The Daily” keine große Rolle. Beschäftigte die App vergangenes Jahr noch wochenlang die Blogger, ist nach zwölf Monaten nur wenig über das Jubiläum zu lesen. Zwar sind durchschnittlich 120.000 Nutzer pro Woche (Bloomberg-Bericht) keineswegs ein Misserfolg. Doch als Ziel, um die Profitgrenze zu erreichen, wurden seinerzeit 500.000 Nutzer angegeben.

Die erfreuliche Erkenntnis daraus ist wohl, dass selbst das immense Kapital der News Corp. von Rupert Murdoch und der große Einfluss seines Imperiums einen Erfolg nicht erzwingen können. Der Entscheider ist immer noch der Nutzer.

Doch der Erfolg bzw. Misserfolg von “The Daily” ist keine Randnotiz der Geschichte. Wäre “The Daily” ein riesiger Erfolg, hätte dies die Tabletmedien deutlich nach vorne gebracht. Andere, besonders große Verlage haben sich sehr wohl angesehen, wie gut das amerikanische Projekt funktioniert. Zwar gibt es immer noch neue Apps von etablierten Medien, doch Goldgräberstimmung scheint in der Branche nicht zu herrschen.

Wir haben uns die Entwicklung von “The Daily” für diese Rezension über mehrere Monate angesehen.

Inhalt: Typisch amerikanisch mit viel leichter Kost
Nutzer in Deutschland mussten lange warten, bis “The Daily” offiziell auch in ihrem App Store auftauchte. Erst im September, sieben Monate nach dem US-Start, war die App international verfügbar. Möglicherweise spielten Lizenzfragen dabei eine Rolle: “The Daily” verwendet Material von Nachrichtenagenturen, die ihre Texte und Bilder nicht immer für die ganze Welt freigeben. Eine Erklärung dafür gab es nie. Doch wer sich den Inhalt einmal genauer ansieht, wird schnell merken, dass “The Daily” keine Ambitionen hat, eine Zeitung für die gesamte Welt zu sein. Wie in amerikanischen Print-Publikationen ist der Inhalt typisch amerikanisch: Ein paar News, etwas Boulevard, große Überschriften und viel Bildmaterial. Dazu eine Weltsicht, die sehr Amerika-zentriert ist. Für deutsche Nutzer ist die iPad-Zeitung somit kein vollwertiger Ersatz, wohl aber mitunter eine Bereicherung, weil man mal eine ganz andere Sicht der Dinge zu lesen bekommt. Die Texte sind sehr kurz geschrieben, was zum einen natürlich dem Medium geschuldet ist, zum anderen aber in Amerika auch in Print-Zeitungen keine Seltenheit ist. Lange Reportagen à la “Seite drei” (Süddeutsche Zeitung) sind dort eher die Ausnahme.

Aussehen/Benutzerfreundlichkeit: Vom iPad her gedacht
Wenn es nicht “The Daily” hinbekommt, ein ansprechendes Design fürs Tablet zu bieten, wer dann? Als reine iPad-Zeitung wird die gesamte Multimedia-Klaviatur bedient – und das täglich. Angefangen mit dem Briefing, einem kurzen Videoclip, in dem die Themen des Tages in einer Art Editorial besprochen werden, bis hin zu interaktiven Infografiken, die mittels Scrolling auch schon mal über die Anzeigefläche hinausgehen. Angenehm ist, dass neue Ausgaben im Hintergrund geladen werden, während der Nutzer schon einmal mit dem Lesen beginnen kann. Leider kommt das iPad dabei aber mitunter an seine Grenzen und die Bedienung der App wirkt während des Ladens ruckelig.

Die Steuerung der App ist sehr übersichtlich. Es wird viel mit Gestensteuerung gearbeitet, während ein Fortschrittsbalken (oben) ständig anzeigt, wo sich der Nutzer in der Ausgabe gerade befindet. Die Ressorts News, Wirtschaft, Boulevard, Kunst/Leben, Apps/Tech und Sport sind über Rubrikenreiter schnell aufrufbar.

Kosten/Nutzen: Spottbillig, wenn wirklich gelesen wird
“The Daily” kostet aktuell 79 Cent pro Woche oder 31,99 Euro pro Jahr. Das ist spottbillig, vorausgesetzt natürlich, das Abo wird auch wirklich ausgenutzt. Einen Einzelkauf von Ausgaben gibt es leider nicht. Gelegentlich gibt es zu Promotionzwecken aber kostenlose Ausgaben.

Produktion: Unbekannte Eigenentwicklung
Über das zugrunde liegende Redaktionssystem ist im Netz nichts zu finden. Sicher ist, dass “The Daily” zielgerichtet für iOS entwickelt wurde, weil viele native Funktionen enthalten sind. Mittlerweile gibt es in den USA zwar auch eine Androidvariante, der Schwerpunkt bleibt jedoch die Apple-Welt.

Fazit
Liegt es nun daran, dass Nutzer technisch nicht bereit sind, eine Zeitung nur digital zu lesen, dass “The Daily” nicht seine erhofften Nutzerzahlen erreicht hat? Oder ist es eine Frage des Inhalts?  Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Daran, dass die Potenziale des iPads nicht genutzt werden, liegt es zumindest nicht. Aber wenn sich die erste Faszination gelegt hat, stellt sich dem Nutzer rasch die Frage, ob dieses Multimedia-Feuerwerk wirklich ein Mehrwert ist.

“The Daily” legt einen Schwerpunkt auf die Darbietung der Inhalte. Ob der Nutzer das aber in täglicher Erscheinungsweise wirklich benötigt, ist so eine Sache. Die Konkurrenz durch RSS-Reader, die alle wesentlichen Nachrichten auf das iPad transportieren, ist groß. Sie sind der Gegenentwurf zu “The Daily”. Momentan scheinen sie noch die Nase vorn zu haben.

Link zur App im App Store

Hinweis: In der Reihe “Apps im Test” ist bisher außerdem eine Rezension über RP plus erschienen.