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Category “Sonstiges”

DVB-T: Läutet RTL das Ende des Antennenfernsehens ein?

Ach, was waren die Verantwortlichen stolz auf ihr so genanntes Überallfernsehen.  DVB-T, die Renaissance des Antennenfernsehens. Digitales Fernsehen, mobil und überall. Und so weiter. Und so fort.

Die Realität sieht leider etwas ernüchternder aus. Nachdem die Umstellung von analog auf digital erstmal ewig dauerte (was jede Anfangseuphorie irgendwann erstickte), fällt am Digital Video Broadcasting Terrestrial (DVB-T) vor allem eines auf: Der Mangel. Es fehlt hierzulande die HD-Qualität, es fehlt eine mit anderen Übertragungswegen vergleichbare Sendervielfalt – und vor allem fehlt es vielerorts an Empfangsmöglichkeiten. Denn wer – wie zum Beispiel hier in Wilhelmshaven – in der Schnittmenge verschiedener Antennen lebt, muss sich schon eine Hausantenne aufs Dach basteln, um von der digitalen terrestrischen Renaissance überhaupt etwas zu erleben. Von mobilem Empfang mit kleinen Endgeräten mal ganz zu schweigen. Es ist auch die Frage, ob die klobigen Empfänger zu den filigranen Smartphones passen – das ist DVB-T als Technik schwerlich zum Vorwurf zu machen. Die Zeit ist einfach darüber hinweggegangen.

Dass sich mit RTL jetzt eine Sendergruppe fragt, ob Antennenfernsehen noch zeitgemäß ist, verwundert nicht. (Quelle: t3n) Merkwürdig könnte es der geneigte Zuschauer allenfalls finden, dass RTL ernsthaft der Ansicht ist, dass für das ausgestrahlte Programm gezahlt werden sollte. Im Kabel hat das Bundeskartellamt ja erfreulicherweise gerade erst den Privatsendern auferlegt, mit der Grundverschlüsselung nach vielen Jahren wieder aufzuhören.

DVB-T – das war eine schöne Idee, aber zu einem schlechten Zeitpunkt. Der Ausstieg von RTL ist möglicherweise der Anfang vom Ende.

 

Kaum einer hat es bemerkt, doch wir leben längst in einem Jahrzehnt, das aus Sicht der 1970er- und 1980er-Jahre unglaublich weit weg erschien und das Überschrift mancher Zukunftsvision war. Heutzutage kann man über vieles schmunzeln, so etwa die Überzeugung, dass sich Magnetschwebebahnen wie der Transrapid im Jahre 2013 längst durchgesetzt haben. Stattdessen wurde ja mittlerweile sogar die Versuchsstrecke im Emsland abgebaut und das nicht etwa, weil der Transrapid überall in Deutschland auf Stelzen durch die Gegend schnurrt, sondern weil sich die Technologie nie durchgesetzt hat.

Doch was sind die Vorstellungen und Visionen für Jahreszahlen wie 2037 und 2062? Gibt es so etwas überhaupt noch?

Die Antwort lautet: Ja. Die altehrwürdige BBC hat eine Infografik veröffentlicht, die einige Denkanstöße liefert. (BBC Future)

Streit ohne Gewinner: Kabel Deutschland und die Öffentlich-Rechtlichen

Es ist ein absurder Streit, der keinen Gewinner hat. Die Rede ist von den Differenzen zwischen dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) und den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, sprich: ARD, ZDF und die jeweiligen Landesanstalten der ARD.

Es geht um die Frage, ob die öffentlich-rechtlichen Sender KDG Einspeiseentgelte zahlen müssen. Von 27 Millionen Euro ist die Rede. Doch die Öffentlich-Rechtlichen vertreten den Standpunkt, dass die Kabelnetzbetreiber zur Einspeisung verpflichtet sind, so wie sie deren Sender im Gegensatz zu den Privaten auch nicht grundverschlüsseln durften. (Onlinekosten.de)

Für die Zuschauer blieb das bislang ohne Konsequenzen. Auch die Kündigung der Verträge zum 1. Januar und der damit einhergehende Zahlungsstopp blieben folgenlos – bis jetzt.

Denn in den kommenden Tagen soll sich etwas verändern. KDG beabsichtigt, die Bandbreite des HD-Signals von ARD und ZDF zu beschneiden. Bislang – so heißt es – seien bestimmte Sendungen in einer höheren Qualität übertragen worden. Damit ist jetzt erstmal Schluss. (Heise.de)

Damit nicht genug, soll auch die Zahl der Dritten Programme reduziert werden. Zwar werden Norddeutsche weiterhin den Bayerischen Rundfunk und den MDR empfangen können. Der Norddeutsche Rundfunk aber soll nicht mehr in allen vier Regionalvarianten (Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern) eingespeist werden, sondern nur in der für das jeweilige Bundesland betreffenden Variante. (Golem.de)

Die Einschränkungen werden wahrscheinlich unterschiedlich aufgenommen werden. Es wird sicher Zuschauer geben, die frohlocken, da sie für die zahlreichen Varianten keine Verwendung hatten. Es wird viele geben, die das gar nicht bemerken oder die das nicht interessiert. Es wird aber auch Zuschauer geben, die sich fragen, warum sie als zahlende Kunden eigentlich vom Anbieter dafür bestraft werden, dass dieser sich mit den Sendern nicht einigen kann.

Im Endeffekt bezahlt der Kunde die Einspeisung sowieso: Entweder über seine GEZ-Gebühren bzw. die so genannte Haushaltsabgabe. Oder aber über die Kabelgebühren. Für die Kabelzuschauer ist es also vollkommen egal, ob ARD, ZDF & Co. zahlen oder nicht zahlen. Einen Unterschied werden höchstens jene Zuschauer sehen, die das Programm per Satellit oder Antenne empfangen.

Doch Kabel Deutschland muss sich die Frage gefallen lassen, ob sie mit solchen Aktionen nicht gerade die anderen Empfangsarten attraktiver machen. Nun wird sich kaum einer eine DVB-T-Antenne aufs Dach stellen, um das Kabel zu ersetzen. Auch Satellitenfernsehen ist mit Installationsarbeiten verbunden. Doch warum sollte man nicht künftig einfach auf IP-Fernsehen setzen? Oder sogar lieber die Mediatheken nutzen und das Kabelnetz umgehen?

Das Kabelfernsehen verliert durch solche Aktionen im schlimmsten Fall Kunden, die Dritten Programme Zuschauer und die Zuschauer verlieren Programmvielfalt – es ist ein Spiel mit vielen Verlierern.

TV: Schluss mit der Grundverschlüsselung

Teuer: Wer digitales Kabel-TV sehen möchte, benötigt für moderne Fernseher ein CI+-Modul.

Ein CI+-Modul.

Mein erstes digitales TV-Erlebnis war öffentlich-rechtlich. Das hat nichts mit inhaltlichen Fragen zu tun. Es ist lediglich so, dass RTL, Sat.1 und ProSieben im digitalen TV von Kabel Deutschland (KDG) nur mit einer Smartcard zu entschlüsseln sind. Warum ich aber ausgerechnet für diese und weitere private TV-Sender zusätzlich zahlen sollte, nur weil das Signal in gleicher Auflösung digital übertragen wird, wollte sich mir nicht erschließen. Es ist ja schließlich auch im Interesse des Anbieters, digital zu senden: So spart er wertvolle analoge Kanalplätze, die sich mit digitalen Sendern gleich mehrfach belegen lassen.

An dem Unsinn mit der Grundverschlüsselung hat sich leider bis heute nichts geändert. Auf die Kunden kommen dadurch höhere Grundgebühren und vor allem zusätzliche Kosten für Equipment zu. Die nötigen Smartcards und CI+-Module lässt sich Kabel Deutschland gut bezahlen. Obendrein ist die Zahl der Smartcards pro Haushalt beschränkt. Das heißt, dass der Kabelnetzbetreiber seinen Kunden vorschreibt, wie viele Fernseher bzw. TV-Geräte (wie Recorder) er gleichzeitig betreiben darf.

Kleinere Kabelnetzbetreiber wie EWE TEL zeigen, dass es auch ohne geht. Doch die Kunden haben in Deutschland nicht die freie Wahl. Wer vor der Haustür nur das Kabel von KDG liegen hat, muss es entweder nehmen, oder sich etwas anderes überlegen, wie IP-TV oder Satellitenfernsehen. Natürlich hat das Kabel von KDG auch Vorzüge – wie etwa das mittlerweile stark gewachsene HD-Angebot.

Nun könnte bald Schluss sein mit der leidigen Grundverschlüsselung. Darüber berichtet Heise.de in einem lesenswerten Artikel.

Infografik: Kamera trifft Handy

Quelle / Source: Deals.com

Infografik: Illegale Downloads im Netz


Interessante Grafik zum Thema Filesharing.

Quelle: http://rechtsanwalt-wissen.de/fachbereiche/medienrecht/

Regelmäßige Leser dieses Blogs werden es sofort bemerkt haben: wasgehtApp.com erscheint ab heute in einem neuen Design. Das neue Aussehen ist schnörkellos, soll aber zugleich optisch ansprechen. Es soll auf mobilen Geräten ebenso gut lesbar sein wie auf dem Desktop.

Und nicht zuletzt halte ich es wie Ex-Apple-Chef Steve Jobs:

Design is not just what it looks like and feels like.Design is how it works.

Dieser Designwechsel soll zugleich Anlass für ein kleines Zwischenfazit sein:

Bloggen ist – wie ich gelernt habe – eine Tätigkeit, die sich erst einmal einpendeln muss. Entweder schreibt man zu viel oder zu wenig. Oft sind die Ambitionen größer als das, was man neben der Beruftstätigkeit und weiteren Projekten zu leisten vermag. Und nicht zuletzt sehen sich kleine, private Blogger einer wachsenden Anzahl von professionellen Seiten ausgesetzt. Professionell vor allem im quantitativen Sinn und was das Ausreizen von Mitteln wie Search Engine Optimization (SEO) angeht.

Gesucht: Ein gutes Google-Ranking und Leser

wasgehtApp.com hat sich mittlerweile ein respektables Google-Ranking erarbeitet, was ich nicht zuletzt daran bemerke, dass mittlerweile jede Woche irgendwelche ominösen Fragesteller kommen, die für Geld oder gute Worte Gastbeiträge platzieren wollen. Wenn es dabei aber um Pokerseiten geht, hört mein Verständnis dafür schnell auf. Diese Seite verfolgt einen gewissen Anspruch und soll kein Instrument für den schnellen Euro sein.

Teuer: Eine Webpräsenz, die alles kann

Gleichwohl kostet der Betrieb einer solchen Seite Geld. Glücklicherweise bin ich Bestandskunde bei einem großen deutschen Hostingprovider und kann diesen Webspace inklusive einiger Domains deshalb zu günstigen Konditionen nutzen. Damit einher gehen allerdings Einschränkungen, wie etwa der Verzicht auf suchmaschinenfreundliche URLs. Sollte der Zuspruch der Leser in Zukunft deutlich steigen, nehme ich gerne auch Mehrkosten in Kauf, um die Seite weiter auszubauen. Vielleicht findet sich dann sogar ein Werbekunde – doch das soll hier jetzt keine große Rolle spielen.

Geplant: Interessante Beiträge zu Tech-Themen

Entscheidend sind nämlich die Themen. Ich versuche mit wasgehtApp.com einen interessanten Mix anzubieten, der den Bereich Tech und Internet umfasst.  Dieses Blog soll dabei keine Einbahnstraße sein, sondern eine Dialogplattform. Ich freue mich deshalb über Feedback zu den Beiträgen und natürlich zum neuen Design. Nicht zuletzt ermuntere ich interessierte Gastblogger, sich bei mir zu melden – aber bitte nicht zu Poker-Themen!

In diesem Sinne: Weiterhin viel Spaß mit wasgehtApp.com – jetzt in Version 3.0.

Telekom/Spotify: Abschied von der Netzneutralität?

Die Telekom bietet ihren Mobilfunkkunden künftig ein neues Extra: Für zehn Euro im Monat können sie den Musikstreamingdienst Spotify unbegrenzt auf ihren Handys nutzen – ohne Anrechnung der Musikübertragungen auf das Datenvolumen. Was schön klingt, stößt auf Kritik: Indem bei Datenübertragungen mit zweierlei Maß gemessen wird, fällt die Netzneutralität. Künftig könnten Netzbetreiber auch bei YouTube und anderen Services zusätzlich zulangen.

Jürgen Vielmeier auf Basic Thinking:

Im Nachhinein muss ich meine Euphorie also zurücknehmen. Es ist toll, dass ein Netzbetreiber den Schritt geht und einem datenintensiven Dienst die Möglichkeit gibt, sich freier zu entfalten. Allerdings kommt dies unter den falschen Voraussetzungen zustande. Der einzig richtige Weg im Sinne der Netzneutralität, auch wenn der in der heutigen Tarifwelt utopisch klingt: Ein Mobilfunknetz mit unendlichem Datenvolumen, auf dass dann jeder einen Dienst wie Spotify unbegrenzt und nicht bevorzugt nutzen kann. Die Folgen davon wären allerdings eine natürlich deutlich höhere Netzauslastung und/oder höhere Preise für mobile Datentarife.

Ob die Preise zwangsläufig höher sein müssten, ist so eine Frage. Es geht vielmehr darum, dass die Netzbetreiber gerne aus der Flatrate-Spirale herauskommen möchten. Die Pauschaltarife sorgen zwar für sichere Einnahmen, doch genauso sicher ist es, dass darüber hinaus wenig mit ihnen verdient werden kann. Die Netzbetreiber haben dementsprechend keinen Grund, ihre Nutzer zur Mehrnutzung zu animieren – schließlich haben sie davon nichts.

Die jetzt festgestellte Untergrabung der Netzneutralität ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Längst werden bei mobiler Datennutzung Voice-over-IP-Dienste und anderen bandbreitenhungrige Internetdienste ausgeschlossen. Funktionen wie Tethering und FaceTime sind bzw. waren trotz Verfügbarkeit auf Geheiß der Firmen nicht nutzbar.

Wenn mit dem Spotify-Angebot die Netzneutralität verloren geht, dann ist es nur eine weitere Episode in einem längst begonnenen Spiel.

wasgehtApp.com 2.1

Bloggen ist gar nicht so einfach. Neben guten Inhalten kommt es auf ein ansprechendes Design und offenbar zunehmend auf ausgefeilte SEO-Kenntnisse an. wasgehtApp.com entwickelt sich immer weiter.

Gekaufte Links: Das Geschäft mit dem guten Namen

Blogbetreiber bekommen Offerten: Gegen Geld oder Verlinkung sollen sie andere Seiten in getarnten Beiträgen verlinken. Wer dabei mitmacht, setzt nicht weniger als seinen guten Ruf aufs Spiel. Ein Erfahrungsbericht.

Im Internet ist nicht Geld die Währung, sondern der gute Ruf. Oder besser gesagt der Pagerank bei Google. Denn nur wer einen guten Pagerank verliehen bekommt, darf sich auch über Besucher freuen. Und nur wer Besucher hat, gewinnt mit der Zeit auch Stammleser. So einfach ist das – und doch so schwer. Als ich wasgehtApp.com vor einigen Monaten als Blogprojekt startete, dachte ich noch, dass sich ein mehr oder minder engagiert geführtes Blog schon etablieren wird. So einfach ist das dann aber auch nicht. In Googles Gunst zu steigen, braucht offenbar viel Geduld und viele Tricks. Und es gibt allerlei Leute, die Schindluder mit Links und Pageranks treiben – zum Leidwesen der ehrlichen Blogger.

Und damit kommen wir schon zu einem zentralen Problem der Bloggerwelt: Gekaufte Links. Obwohl wasgehtApp.com (noch) keine große Nummer in der Blogosphäre ist, sind in den vergangenen Monaten unzählige Offerten eingegangen, sich in die Seite einzukaufen. Am Anfang sind es die Angebote à la “Lass uns mal einen Link tauschen – du gewinnst an Pagerank und wir brauchen ein paar Links”. Macht man dabei einmal mit, ist für Mail-Nachschub gesorgt. Fast wöchentlich kommen die Offerten. Jedes Mal geht es darum, irgendwo einen Artikel zu lancieren, der Links zu irgendeiner Seite enthält. Ruft man diese Seiten auf, stellt man fest, dass dies oft auch nur “Strohseiten” sind, die auf andere Seiten verlinken. Am Ende dieses Schnellballsystems steht dann irgendwo tatsächlich eine Seite, der mit diesen Tricks zu einem Spitzen-Pagerank verholfen werden soll. Damit das ganze nicht so auffällt, werden möglichst viele kleine Blogs gesucht, die in keiner Beziehung zueinander stehen. Googles Roboter denkt dann, dass die verlinkten Seiten tatsächlich attraktiv sind. SEO nennt man diesen Sport: Search Engine Optimization.

Ignoriert man die Offerten, werden die Angebote attraktiver: Einkaufsgutscheine und sogar Bares werden in Aussicht gestellt. Weil gar nichts fruchtete, legte einer der Anbieter sogar nach und bot kürzlich an, wasgehtApp.com erwerben zu wollen.

So reizvoll das im einzelnen sein mag: Hier geht es um nicht weniger als den guten Ruf. Wer Links zu Angeboten setzt, die er gar nicht gut findet oder nur, weil er Geld dafür bekommt, bürgt mit seinem guten Namen. Das kann kein Einkaufsgutschein dieser Welt begleichen.

Das Geschäft mit dem guten Namen – es ist irgendwie widerlich.