Apple hat iOS 6.1 veröffentlicht. Das große Update passt zur gegenwärtigen Stimmung nach Verkündung der Quartalszahlen: Kaum Überraschungen, im Ergebnis gut, aber alle hoffen natürlich auf die große Überraschung.
SimCity und der einstündige Betatest
Von Malte Kirchner
Die Städtesimulation SimCity hat gute Chancen, das Spiel des Jahres zu werden. Das Marketingmaschine hat Fahrt aufgenommen. Doch das große Versprechen, die Fans am Betatest zu beteiligen, entpuppte sich jetzt als Werbeluftnummer, die nach hinten losgehen könnte.
Betatester, das war bis vor ein paar Jahren ein kleiner Personenkreis, auf den viele Gamer und Nerds neidisch waren. Die Tester bekamen Spielebestseller und Software oft Monate vor allen anderen zu sehen. Natürlich war das oft nicht nur ein Vergnügen, denn die Tester sollten ja gerade die Mängel und Schwächen entdecken, die dann später im Endprodukt ausgemerzt sein sollten.
Dazu der Wikipedia-Eintrag:
Der Begriff Betatest bezeichnet den Softwaretest und die Programmfehlersuche eines Software-Produktes, das sich gerade in dem Entwicklungsstadium einer Beta-Version befindet.
Doch der Betatest in seiner ursprünglichen Form war einmal. Seit Microsoft den Betatest als erfolgreiches Marketinginstrument entdeckt hat, wird zunehmend die Demoversion mit der Betaversion gleichgesetzt. “Public Beta”, also der öffentliche Test, liefert zwar Erkenntnisse, wie sich Software in der Breite verhält. Vor allem geht es aber darum, den Testern Geschmack auf das Endprodukt zu machen.
Electronic Arts (EA) hat das Ganze jetzt verfeinert. Dieses Jahr erscheint das Aufbauspiel SimCity in einer neuen Fassung. Bildschirmfotos, Videos und Vorabberichte machen Geschmack auf mehr. Da dachte sich die Marketingabteilung von EA, dass dem Spiel ein Betatest auch gut zu Gesicht stehen würde.
Am 25. Januar soll der Test beginnen und – sage und schreibe – drei Tage dauern, nämlich bis Montagfrüh, 9 Uhr. Wer jetzt schon einmal das Wochenende freischaufelt – eine Stunde genügt, denn danach endet das Spiel. Als großzügige Geste kann diese eine Spielstunde während des besagten Zeitraums immer wieder von vorne begonnen werden.
Welche Erkenntnisse Electronic Arts während eines solch eingeschränkten Tests gewinnen möchte und warum Anmeldewillige einen Fragebogen ausfüllen müssen, als hätten sie vollen Zugang zu dem Spiel, bleibt rätselhaft.
Nicht zu Unrecht fühlen sich einige Fans von EA veräppelt.
DVB-T: Läutet RTL das Ende des Antennenfernsehens ein?
Von Malte Kirchner
Ach, was waren die Verantwortlichen stolz auf ihr so genanntes Überallfernsehen. DVB-T, die Renaissance des Antennenfernsehens. Digitales Fernsehen, mobil und überall. Und so weiter. Und so fort.
Die Realität sieht leider etwas ernüchternder aus. Nachdem die Umstellung von analog auf digital erstmal ewig dauerte (was jede Anfangseuphorie irgendwann erstickte), fällt am Digital Video Broadcasting Terrestrial (DVB-T) vor allem eines auf: Der Mangel. Es fehlt hierzulande die HD-Qualität, es fehlt eine mit anderen Übertragungswegen vergleichbare Sendervielfalt – und vor allem fehlt es vielerorts an Empfangsmöglichkeiten. Denn wer – wie zum Beispiel hier in Wilhelmshaven – in der Schnittmenge verschiedener Antennen lebt, muss sich schon eine Hausantenne aufs Dach basteln, um von der digitalen terrestrischen Renaissance überhaupt etwas zu erleben. Von mobilem Empfang mit kleinen Endgeräten mal ganz zu schweigen. Es ist auch die Frage, ob die klobigen Empfänger zu den filigranen Smartphones passen – das ist DVB-T als Technik schwerlich zum Vorwurf zu machen. Die Zeit ist einfach darüber hinweggegangen.
Dass sich mit RTL jetzt eine Sendergruppe fragt, ob Antennenfernsehen noch zeitgemäß ist, verwundert nicht. (Quelle: t3n) Merkwürdig könnte es der geneigte Zuschauer allenfalls finden, dass RTL ernsthaft der Ansicht ist, dass für das ausgestrahlte Programm gezahlt werden sollte. Im Kabel hat das Bundeskartellamt ja erfreulicherweise gerade erst den Privatsendern auferlegt, mit der Grundverschlüsselung nach vielen Jahren wieder aufzuhören.
DVB-T – das war eine schöne Idee, aber zu einem schlechten Zeitpunkt. Der Ausstieg von RTL ist möglicherweise der Anfang vom Ende.
Rechtzeitig vorbereiten: Apps für den Urlaub
Von Malte Kirchner
Kühles Winterwetter, graue Wolken – viele Menschen träumen im Januar vom Sommerurlaub. Nicht zuletzt müssen Urlaubszeiten am Arbeitsplatz abgestimmt werden. Reisebüros locken mit Frühbucherrabatten. Da lohnt sich doch auch schon mal ein Blick auf Apps, die einem im Urlaub hilfreich sein könnten.
HolidayInsider hat jetzt zehn nützliche Anwendungen für das iPhone und Android-Geräte auf einer Seite zusammen gefasst. Egal ob es darum geht, Flüge oder Zugverbindungen zu finden, das nächstgelegene stille Örtchen aufzusuchen oder sich einen Überblick über Sehenswürdigkeiten und Gaststätten zu verschaffen – die genannten Apps sind weiterzuempfehlen.
Gute Erfahrungen haben wir auch mit Skype gemacht. Gerade im Ausland kann damit eine Menge Geld gespart werden, da Hotels oft teure Gesprächsgebühren kassieren. Als Alternative gibt es etwa in den USA zwar Calling Cards. Doch zum einen ist die Gesprächsqualität im amerikanischen Festnetz oft nicht zum besten bestellt. Zum anderen muss sehr genau gerechnet werden, da es ärgerlich ist, mit zu viel ungenutztem Guthaben zurückzukehren. Skype-Guthaben kann hingegen auch zuhause weiter genutzt werden, etwa, um Handygespräche zu führen.
Für alle Urlaubs-Apps ist jedoch eines zu beherzigen: Die Datenflats bei Mobilfunktarifen gelten in der Regel nur hierzulande. Wer ins Ausland reist, sollte sich also vorher informieren, ob und wie er mit seinem Vertrag dort mobile Daten nutzen kann. Während früher leicht das Risiko bestand, eine dicke Telefonrechnung anzuhäufen, gibt es innerhalb der EU glücklicherweise verordnete Kostengrenzen und die Mobilfunkanbieter habenoft auch Auslands-Flats im Angebot, mit denen sich Apps dort problemlos nutzen lassen.
Am besten und günstigen ist dabei aber immer noch ein WLAN-Zugang. Oft bieten Hotels dies als Serviceleistung an. Der nächstgelegene Starbucks oder andere öffentliche Plätze sind ebenso eine Möglichkeit.
Hinzuzufügen zur Auflistung der Apps bei HolidayInsider sind noch die diversen Navigations-Apps, etwa von Navigon oder TomTom, die praktische Helferlein sind, wenn das Urlaubsziel mit einem Auto angesteuert wird. Aber auch in der Fußgängernavigation verstehen sich diese Programme mittlerweile. Für Grundbedürfnisse reicht auch die Karten-App, die bei iOS- und Android-Geräten vorinstalliert ist.
Noch ein Tipp: Wer sich vorher ein Bild von seinem Urlaubsort verschaffen möchte, muss heute nicht mehr unbedingt auf Papierkataloge zurückgreifen, die später Regale oder die Altpapiertonne verstopfen. Immer mehr Tourismusverbände bieten Kataloge entweder als PDF an oder sogar eigene Apps, wie zum Beispiel MySwitzerland.com.
Kaum einer hat es bemerkt, doch wir leben längst in einem Jahrzehnt, das aus Sicht der 1970er- und 1980er-Jahre unglaublich weit weg erschien und das Überschrift mancher Zukunftsvision war. Heutzutage kann man über vieles schmunzeln, so etwa die Überzeugung, dass sich Magnetschwebebahnen wie der Transrapid im Jahre 2013 längst durchgesetzt haben. Stattdessen wurde ja mittlerweile sogar die Versuchsstrecke im Emsland abgebaut und das nicht etwa, weil der Transrapid überall in Deutschland auf Stelzen durch die Gegend schnurrt, sondern weil sich die Technologie nie durchgesetzt hat.
Doch was sind die Vorstellungen und Visionen für Jahreszahlen wie 2037 und 2062? Gibt es so etwas überhaupt noch?
Die Antwort lautet: Ja. Die altehrwürdige BBC hat eine Infografik veröffentlicht, die einige Denkanstöße liefert. (BBC Future)
Streit ohne Gewinner: Kabel Deutschland und die Öffentlich-Rechtlichen
Von Malte Kirchner
Es ist ein absurder Streit, der keinen Gewinner hat. Die Rede ist von den Differenzen zwischen dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) und den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, sprich: ARD, ZDF und die jeweiligen Landesanstalten der ARD.
Es geht um die Frage, ob die öffentlich-rechtlichen Sender KDG Einspeiseentgelte zahlen müssen. Von 27 Millionen Euro ist die Rede. Doch die Öffentlich-Rechtlichen vertreten den Standpunkt, dass die Kabelnetzbetreiber zur Einspeisung verpflichtet sind, so wie sie deren Sender im Gegensatz zu den Privaten auch nicht grundverschlüsseln durften. (Onlinekosten.de)
Für die Zuschauer blieb das bislang ohne Konsequenzen. Auch die Kündigung der Verträge zum 1. Januar und der damit einhergehende Zahlungsstopp blieben folgenlos – bis jetzt.
Denn in den kommenden Tagen soll sich etwas verändern. KDG beabsichtigt, die Bandbreite des HD-Signals von ARD und ZDF zu beschneiden. Bislang – so heißt es – seien bestimmte Sendungen in einer höheren Qualität übertragen worden. Damit ist jetzt erstmal Schluss. (Heise.de)
Damit nicht genug, soll auch die Zahl der Dritten Programme reduziert werden. Zwar werden Norddeutsche weiterhin den Bayerischen Rundfunk und den MDR empfangen können. Der Norddeutsche Rundfunk aber soll nicht mehr in allen vier Regionalvarianten (Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern) eingespeist werden, sondern nur in der für das jeweilige Bundesland betreffenden Variante. (Golem.de)
Die Einschränkungen werden wahrscheinlich unterschiedlich aufgenommen werden. Es wird sicher Zuschauer geben, die frohlocken, da sie für die zahlreichen Varianten keine Verwendung hatten. Es wird viele geben, die das gar nicht bemerken oder die das nicht interessiert. Es wird aber auch Zuschauer geben, die sich fragen, warum sie als zahlende Kunden eigentlich vom Anbieter dafür bestraft werden, dass dieser sich mit den Sendern nicht einigen kann.
Im Endeffekt bezahlt der Kunde die Einspeisung sowieso: Entweder über seine GEZ-Gebühren bzw. die so genannte Haushaltsabgabe. Oder aber über die Kabelgebühren. Für die Kabelzuschauer ist es also vollkommen egal, ob ARD, ZDF & Co. zahlen oder nicht zahlen. Einen Unterschied werden höchstens jene Zuschauer sehen, die das Programm per Satellit oder Antenne empfangen.
Doch Kabel Deutschland muss sich die Frage gefallen lassen, ob sie mit solchen Aktionen nicht gerade die anderen Empfangsarten attraktiver machen. Nun wird sich kaum einer eine DVB-T-Antenne aufs Dach stellen, um das Kabel zu ersetzen. Auch Satellitenfernsehen ist mit Installationsarbeiten verbunden. Doch warum sollte man nicht künftig einfach auf IP-Fernsehen setzen? Oder sogar lieber die Mediatheken nutzen und das Kabelnetz umgehen?
Das Kabelfernsehen verliert durch solche Aktionen im schlimmsten Fall Kunden, die Dritten Programme Zuschauer und die Zuschauer verlieren Programmvielfalt – es ist ein Spiel mit vielen Verlierern.
Fundstück: Einbrecher stehlen bei Microsoft nur Apple-Geräte

Zeitungsausschnitt aus der Daily Post
Diebe sind in das Microsoft-Hauptquartier eingebrochen. Ihre Beute: Mehrere iPads von Apple. Microsoft-Geräte haben sie laut dem Zeitungsbericht der “Daily Post” nicht mitgehen lassen.
Quelle: 9to5mac
Warum die iX 1/2013 in der iPad App nicht abrufbar ist
Von Malte Kirchner

Geht nicht, gibt’s nicht?
Es ist ein Ärgernis: Die aktuelle Ausgabe 1/2013 des iX Magazins ist über die iPad App nicht abrufbar. Trotz Anzeige in der Übersicht und der Vorschau des Magazins, ergibt der Klick auf den “Kaufen”-Button nur, dass die Ausgabe nicht zum Kauf bereit steht. Wie kommt das?
Wir haben beim Heise Verlag in Hannover nachgefragt. Die Ursache für das Problem ist für Verlag und Leser gleichermaßen ärgerlich. Dazu die Antwort der iX-Chefredaktion:
Leider ist beim Einstellen der aktuellen Ausgabe ein Fehler gemacht worden.Wir haben zwar bereits am 21.12.12 eine Änderungsanforderung an Apple geschickt, diese wurde aber bislang wegen der Weihnachtspause nicht bearbeitet. Wir rechnen aber damit, dass das Problem nun im neuen Jahr zeitnah behoben wird.
Der Blick in die “Top In-App-Käufe”, die im App Store beim iX Magazin angezeigt werden können, bestätigt dies. Dort ist nämlich keine Ausgabe 1/13 aufgelistet.
Bleibt zu hoffen, dass Apple bald die Freigabe erteilt, um die Ausgabe kaufen zu können. Das langwierige Problem ist nicht nur für Einzelkäufer bedauerlich, sondern vor allem auch für den Verlag, dem dadurch Einnahmen entgangen sind.
Neues Smartphone-Betriebssystem: Ubuntu wettet auf den Erfolg von Web-Apps
Von Malte Kirchner

Ubuntu gibt es künftig auch für Smartphones
Neuer Mitspieler im Markt der mobilen Geräte: Die Linuxdistribution Ubunto gibt es künftig auch als Betriebssystem für Smartphones. Ubunto Mobile OS soll in punkto Gestensteuerung Akzente setzen. Erste Videos zeigen die intuitive Steuerung, die über die Bedienkonzepte klassischer Android- und iOS-Geräte hinausgeht.
Im Wettbewerb dürfte Ubuntu Mobile OS im Falle eines Erfolgs vor allem Google das Leben schwer machen. Das System soll sich dank der Unterstützung von Android-Treibern gut mit entsprechenden Geräten vertragen – dies könnte zu einer weiteren Fragmentierung des Marktes führen.
Der Beobachter fragt sich aber natürlich, wie Canonical dieses neue System zum Erfolg führen will, wo doch schon der IT-Riese Microsoft mit seinem App-Angebot erhebliche Probleme hat, den Vorsprung der Giganten iOS und Android aufzuholen. Letztlich spielt die Zahl der Apps eine große Rolle für die Attraktivität des Systems auf die Anwender.
Die Lösung ist einfach, aber gewagt: Ubuntu Mobile OS schließt eine Wette auf den Erfolg von Web-Apps ab. Den HTML5-basierten Zusatzprogrammen wird ja schon lange eine glorreiche Zukunft vorhergesagt. Für Entwickler spricht in der Tat einiges für Web-Apps. Einmal fertiggestellt, sind die Apps meist problemlos für andere Plattformen nutzbar, wohingegen bei nativen Apps sehr unterschiedliche Entwicklerwerkzeuge und SDKs zum Einsatz kommen.
Die Kehrseite der Medaille ist die Performance. Selbst ein Riese wie Facebook machte letztlich kehrt und opferte seine zum Teil auf HTML5 basierende iOS-App für eine native Eigenentwicklung. Warum soll also Ubuntu mehr Glück haben?




