Twitter Facebook Google+

iOS 7 ist da – Aufbruch ins bunte Zeitalter

iOS 7 ist da. Am Mittwochabend, um kurz vor 19 Uhr deutscher Zeit, wurde die neue Version des mobilen Betriebssystems veröffentlicht. Mit iOS 7 hat Apple seinen Mobilgeräten ein radikales Neudesign verordnet.

Das neue Design ist vor allem ein Bruch mit dem, was der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs und der rausgeworfene iOS-Chefentwickler Scott Forstall mit Händen und Füßen verteidigt hatten. Apple-Chefdesigner Jony Ive, der bislang nur für das Hardwaredesign zuständig war, hat seinen Einflussbereich auf die Software erweitert und verzichtet in der neuen Version auf die Darstellung von Leder, Holz und andere Werkstoffen als Verzierung der Software. Der so genannte Skeuomorphismus hatte die Gemüter entzweit. Mit der eigenen Podcast-App, die Apple wie ein altes Abspielgerät aussehen ließ, eckte der Konzern selbst bei Befürwortern an.

Gründe zur Aktualisierung liefern auf jeden Fall die neuen Funktionen von iOS 7.

Eine deutliche Verbesserung stellt das neue Control Center dar, mit dem – wie auf Android-Geräten – mit wenigen Tastendrücken Funktionen wie WLAN, Bluetooth und der Flugmodus ein- und ausgeschaltet werden können. Die Benachrichtigungszentrale wurde neu gestaltet und liefert noch mehr Informationen. Entwickler freuen sich vor allem über das verbesserte Multitasking. Dies erlaubt Apps jetzt mehr Hintergrundprozesse, so dass zum Beispiel neue Daten geladen werden können, während der Nutzer gerade etwas anderes macht.

Eine sehr praktische Funktion zum Austausch von Daten unter iOS-Geräten stellt AirDrop. Das im Mac-Betriebssystem bereits existierende Feature erlaubt es, mit einem Tastendruck andere Geräte auszumachen und ihnen Fotos, Kontakte oder andere Daten zuzusenden. Bislang ist die Übertragung eines Fotos von iPhone zu iPhone recht mühsam.

Das Musikstreaming über iTunes Radio können europäische Nutzer leider noch nicht nutzen. Dafür kann Siri, die Sprachassistentin, jetzt weitaus mehr und existiert auch mit einer männlichen Stimme.

iPhone 5C und iPhone 5S im Test

iPhone 5S

Das neue iPhone 5S. Foto: (c) Apple

Die ersten Tests des iPhone 5S und des 5C sind online: Es ist gute Tradition, dass Apple Medien mit großer Leserzahl und ausgewählten Tech-Seiten vor dem Verkaufsstart Testgeräte zur Verfügung stellt. Am heutigen Mittwoch, zwei Tage vor dem Verkaufsstart, durften die Rezensionen veröffentlicht werden.

Matthias Kremp von Spiegel Online beschreibt in seinem Test im wesentlichen die bekannten Funktionen der neuen Geräte. Der Fingerabdrucksensor des iPhone 5S funktionierte ihm zufolge ohne Probleme. Die versprochene Leistungssteigerung durch den neuen A7-Prozessor konnte er im Test-Benchmark nachvollziehen. Im Ergebnis stellt er den beiden Modellen gute Noten aus, beurteilt sie aber als teuer.

Zugegeben, es wäre schon merkwürdig, von John Gruber (Daring Fireball) etwas anderes als ein positives Review des neuen iPhone 5S zu lesen. Die Rezension Grubers ist trotzdem lesenswert, weil er sich viel Mühe gemacht hat, die Vorteile des 64-bit-Chips, des bunten Designs des iPhone 5C und von Touch ID darzulegen, um damit auch die nahezu reflexhaften Unkenrufe einiger Blogger zu widerlegen.

Eine Übersicht mit weiteren Reviews über das iPhone 5C und das iPhone 5S ist bei Florian Schimanke zu finden.

iPhone 5C vs. iPhone 5S – Weniger ist mehr?

Es gibt diese These, die Instapaper-Erfinder Marco Arment aufgestellt hat, und die in anderen Blogs auch schon zu lesen war: Das iPhone 5C sei das neue Mainstream-iPhone. Das neue Spitzenmodell, das iPhone 5S, sei hingegen nicht darauf ausgelegt, das bestverkaufte Modell zu werden.

Ich halte diese Einschätzung für falsch.

Das iPhone 5C ist meines Erachtens ein Marketing-Gag für die neue Software-Version iOS 7. Die diversen Farbvariationen passen schön zum kunterbunten Aussehen der neuen Betriebssystemversion. Sie lenken zusätzliche Aufmerksamkeit auf den Konzern, weil das Farbenspiel ein schönes Pressefoto abgibt. Dass Apple aber mit dieser Variante des Altgeräts in Kauf nimmt, den Absatz des neuen Spitzenmodells zu schmälern, halte ich für unwahrscheinlich. Ginge es um den Massenmarkt, wäre der Preis das entscheidende Kriterium gewesen. Das Cheap-Phone, das viele herbeischreiben wollten, gibt es jedoch nicht.

Für Apple gibt es viele Gründe, dass das iPhone 5S das bestverkaufte Modell werden muss. Der bessere A7-Prozessor, der Coprozessor M7 und die 64-bit-Architektur werden nur dann zum Vorteil für die Käufer, wenn sie einen Massenmarkt erreichen. Diese neue Features entfalten nur ihr Potenzial, wenn es für sie Apps gibt. Warum aber sollten Entwickler ihren Schwerpunkt auf diese neuen Features legen, wenn die Hauptklientel künftig bei der Technik des iPhone 5 stehen bleibt?

Wer sich die Historie des iPhones ansieht, wird in dem iPhone 5S keinen besseren oder schlechteren Entwicklungsschritt sehen können, als beim iPhone 4S und beim iPhone 3GS. Das iPhone 3GS stand seinerzeit vor allem für “Speed”. Es war etwas schneller als der Topseller iPhone 3G, aber für Besitzer des 3G gab es kaum Gründe, vorzeitig ein neues Gerät zu kaufen. Ähnlich sah es beim iPhone 4S aus, wo das S für “Siri” stand. Auch diese Weiterentwicklung war kein Quantensprung wie zwischen 3G und iPhone 4 oder iPhone 4 und iPhone 5. Mit seiner besseren Kamera, den Veränderungen beim Prozessor und dem Fingerabdrucksensor ist das iPhone 5S sogar das S-Modell mit den bemerkenswertesten Veränderungen. Je nachdem, was Appentwickler und Apple daraus machen, gibt es gegenüber dem Vorgängermodell nicht nur einen deutlichen Benefit (Touch ID), sondern mit dem M7-Coprozessor, der eine Fülle von neuen Anwendungen ermöglicht, ggf. sogar gleich einen zweiten.

Bei vielen, die in den vergangenen zwei Tagen über das iPhone Event am 10. September geschrieben haben, ist vor allem die Enttäuschung darüber zu bemerken, dass es keine Überraschungen gab. Keinen Apple-Fernseher, keine Smartwatch, sondern nur zwei neue iPhone-Modelle, über die im Vorfeld bereits alles bekannt war. Auch das “One more thing” ist bei Apple nicht zurückgekehrt – stattdessen werden die Produktvorstellungen sogar immer kürzer.

Daraus jedoch abzulesen, dass Apple die Lust am Spitzenmodell verloren hat, halte ich für eine falsche Schlussfolgerung. Das iPhone 5s muss erfolgreicher sein. Aber warum sollten die Verkäufe des Vorgängermodells nicht gleichzeitig auch zunehmen, indem es etwas aufgehübscht wird?

iCoyote – Blick über den Tellerrand

iCoyote Bildschirmfoto

iCoyote Bildschirmfoto

iCoyote ist eine App für iOS und Android, die Autofahrer vor Gefahren und Blitzern warnen soll. Doch eine Crowdsourcing-App ist nur so stark wie die Crowd. Und die ist mancherorts momentan noch übersichtlich.

Mit dem Aufkommen der Baumarktnavis tauchten plötzlich auch jene Autofahrer auf, die den ganzen Tag und selbst in ihrer eigenen (Klein-)Stadt nur noch mit dem Navi unterwegs sind. Man mag das belächeln, aber neben den orientierungslosen Zeitgenossen gibt es sehr wohl gute Gründe, Navi-Apps selbst in vertrauten Umgebungen einzusetzen.

Bei Navigon ertönt zum Beispiel ein “Achtung, Gefahrenstelle”, wenn ein stationärer Blitzer bevorsteht. In einem Land, in dem Blitzerwarner verboten sind, ist das ein findiger Trick, schließlich wird ja nicht vor einem Blitzer gewarnt, sondern vor einer Gefahrenstelle – die ja bekanntermaßen oft Grund für die Aufstellung einer solchen Anlage ist.

iCoyote ist keine Navi-Software,  sondern konzentriert sich auf jene Zusatzfunktionen, die Garmin, TomTom und Co. ihren Systemen beilegen. Staus, Blitzer, Gefahrenstellen – all dies kann von Nutzern gemeldet werden, um es anderen Nutzern zur Verfügung stellen. Das Kalkül: Ein hoher Nutzwert motiviert die Nutzer, selbst aktiv zu werden, was wiederum den Nutzwert weiter erhöht usw.

Die Bedienung

Entscheidend bei Apps, die beim Autofahren eingesetzt werden, ist, dass sie möglichst nebenbei gesteuert werden kann. Große Icons, wenig Schnick-Schnack – also möglichst wenig Aufmerksamkeit. iCoyote ermöglicht das Melden von Blitzern mittels zweier Pfeile am unteren Bildschirmrand. So kann anderen Nutzern angezeigt werden, in welcher Fahrtrichtung teure Fotos entstehen. Ein rotes Warndreieck ermöglicht die Eingabe anderer Hindernisse wie Bauarbeiten, stehende Fahrzeuge oder Unfälle. Die Anzeige ist einfach gehalten, doch der Minimalismus sorgt dafür, dass sich bei manchen Elementen nicht auf den ersten Blick erschließt, wofür sie stehen. Hierfür gibt es aber eine Schnellanleitung, um sich zurecht zu finden.

Die Nutzbarkeit

Der zweite Punkt, der bei iCoyote entscheidend ist, ist die Fütterung mit Daten. Hierzu ist zu sagen, dass in unserem Testgebiet nur sehr wenige Nutzer mit der App unterwegs waren, folglich also der Nutzwert eher gering war. Immerhin wurde aber vor allerlei stationären Blitzern gewarnt – hierbei war die Anzeige akkurat.

Fazit

Da die App kostenlos heruntergeladen werden kann, spricht nichts gegen ein Ausprobieren. In der Theorie ist iCoyote eine praktische App, wenngleich ein Akkuladekabel zur Hand sein sollte, da die permanente GPS-Abfrage und das aktivierte Display den Akku schnell entladen. Über den langfristigen Erfolg von iCoyote wird allerdings vor allem die Nutzerschaft selbst entscheiden, die Crowd. Sollte sie die App nicht aktiv nutzen, ist auch der Nutzwert gering. Es lohnt sich auf alle Fälle, iCoyote im Auge zu behalten.

Link zur iOS App im App Store

Infografik: Seltene Erden und umweltschonende Technologie

Eine Infografik über seltene Erden: Es ist schon ein wenig furchteinflößend, dass die gesamte Technologiewelt auf Sand, pardon: auf seltenen Erden, aufgebaut ist. Das ist keine Erde im eigentlichen Sinne, wie wir sie im Baumarkt kaufen können, sondern es handelt es sich um Erdmetalle, die für den Bau technischer Komponenten von großer Bedeutung sind. Folgende Infografik gibt weiteren Aufschluss über das Thema:

Seltene Erden - eine Infografik

Umweltschonende Technologie – Eine Infografik vom Team vouchercloud

Richard Gutjahr im wasgehtApp podcast

Richard GutjahrIn der neuen Folge des wasgehtApp podcasts haben Julia Schramm und Malte Kirchner den bekannten Netzjournalisten Richard Gutjahr zu Gast. Es geht unter anderem um die Frage, wie das Fernsehen der Zukunft aussehen kann.

Es gibt zwar bereits diverse Apps, Mediatheken und On-Demand-Angebote: Doch wie bei den Printmedien setzt fast jeder Anbieter auf eine eigene Lösung. Nutzer müssen sich überall neu registrieren. Es gibt unterschiedliche Zahlungssysteme, verschiedene Systemvoraussetzungen und manchmal scheitern die Nutzer an der umständlichen Bedienung.

Da helfen auch Entwicklungen wie das Smart TV wenig. In Israel sind die Fernsehmacher schon sehr viel weiter. Dort hat der Nutzer es selbst in der Hand, wann er sich seine Wunschsendungen anschaut. Wann wird diese Entwicklung auch in Deutschland Einzug halten? Und was ist vom Second Screen zu halten?

Richard Gutjahr und die Rundshow

Außerdem geht es um Lieblingsserien und die Frage, warum die besten Serien aus den USA kommen und warum das deutsche Fernsehen trotzdem seine Qualitäten hat.

Natürlich geht es auch um die Rundshow. Vor gut einem Jahr startete dieses einzigartige Fernsehprojekt im Bayerischen Fernsehen mit Richard Gutjahr an der Spitze. Soziale Medien und Videochats wie Google Hangout waren vier Wochen lang die Standardwerkzeuge in dieser Sendung, die am späten Abend ausgestrahlt wurde. Das Experiment hat für alle Beteiligten wichtige Erkenntnisse geliefert. Gleichwohl heißt es auch künftig in zahlreichen Sendungen: “Was sagt das Internet dazu?”

Über den Podcast

Über den wasgehtApp podcast: Seit Anfang 2013 gibt diesen Podcast über  die Themen Internet, Netzkultur, soziale Medien & Tech. Es geht um das Leben und den Alltag im Netz, über das, was die Netzaktiven dieser Tage bewegt und mit interessanten Personen, die die Netzkultur mit prägen. Moderiert wird der Podcast von Julia Schramm, Publizistin aus Berlin. Im Jahr 2012 veröffentlichte Julia ihr Buch “Klick mich”. Malte Kirchner ist Journalist aus Wilhelmshaven.

Bislang waren Stephan Urbach (Netzaktivist), Annik Rubens (Podcasterin) und Luciana Schmidt (Fashionbloggerin) zu Gast.

Hier geht es zur Folge des wasgehtApp podcasts mit Richard Gutjahr

Conan auf der Spielemesse E3

“The big question in the gaming industry is, which is the better console — and what does a naked woman look like?”

US-Latenight-Talker Conan O’Brien auf der Spielemesse E3

Ausgeträumt: Die FAS sagt adé zur eigenen App

FAS-App

Aus, vorbei: Die FAS-App ist Geschichte.

Es ist aus Sicht der Verantwortlichen durchaus nachzuvollziehen, dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung die App der Sonntagszeitung (FAS) mit der werktäglichen FAZ in einer E-Paper-App zusammengefasst hat. Es muss ein irrsinniger Aufwand gewesen sein, jeden Samstagabend die komplette FAS-Ausgabe tablet-gerecht für die FAS App auf dem  iPad umzusetzen. Die Designer haben sich dabei stets viel Mühe gegeben. Die Darstellungsgröße im Print (Nordisches Format) und auf einem iPad-Display von 9,7 Zoll Größe könnten unterschiedlicher kaum sein. Es war schon eine Leistung, die Zeitung in beiden Formaten stets ansprechend zu präsentieren.

Und zugegeben: Der eingefahrene Print-Leser musste sich anfangs – vor zwei Jahren – erstmal dran gewöhnen, die FAS nicht im Originallayout lesen zu können. Die digitalen Aktivitäten der Sonntagszeitung waren ja ohnehin eine schwere Geburt. Erst gab es jahrelang nur Texte, die auf der Website gelesen werden konnte. Dann folgte die App mit dem eigenen Layout, wobei Abonnenten keinen Preisvorteil genossen, sondern die Ausgaben zuerst zusätzlich einzeln zum vollen Preis kaufen mussten (vgl.  Testbericht). In diesem Punkt wurde glücklicherweise nachgebessert, jedoch stets unter Verzicht auf das Originallayout, das aber immerhin zwischenzeitlich im Webauftritt als E-Paper freigegeben wurde.

Jetzt ist der Traum von der iPad-Ausgabe in der FAS App geplatzt: An seine Stelle tritt beginnend mit der Ausgabe vom 30. Juni eine App, die eigentlich nur ein besserer PDF-Reader ist. Die FAS gibt es fortan endlich, aber zugleich nur noch im Originallayout der Zeitung – vom PDF unterscheidet sich die App nur dadurch, dass einzelne Artikel aufgerufen werden können und als Text angezeigt werden. Ärgerlich aus Lesersicht – und das dokumentieren auch zahlreiche negative Bewertungen im App Store – ist die Kommunikation dieser Änderung. Der Umstieg wurde zwar im Vorfeld kundgetan, aber wirklich befriedigende Informationen hat der Abonnent/Leser nicht erhalten.

Was die FAZ als Fortschritt verkauft, weil nun FAZ und FAS in einer App vorzufinden sind, kann nur als Rückschritt bezeichnet werden. Es ist eine deutliche Ernüchterung für alle, die glaubten, dass das iPad für traditionelle Printmedien die Erlösung aus dem Internet-Trauma sein könnte. Die Beweggründe der FAZ sind öffentlich nicht bekannt: Es kann jedoch offenkundig nur schlechtes Kaufverhalten gewesen sein. Die erhoffte Abkehr von der Kostenlos-Kultur ist gescheitert. Nach dem Aus des amerikanischen “The Daily” von Rupert Murdoch, der ersten reinen iPad-Zeitung, ist dies ein weiterer deutlicher Rückschlag für die Branche. Eigentlich braucht jetzt keiner mehr darüber nachzudenken, sein Printmedium aufwändig fürs iPad neu zu erfinden. Die potenziellen Nutzer haben offenbar noch nicht begriffen, dass gute Informationen und ansprechende Aufbereitung Geld kosten.

Buchrezension: Grundkurs C++

9783836222945Grundkurs C++ – das klingt nicht spannend, doch der Buchtitel trifft den Ton, den Autor Jürgen Wolf anschlägt: Klar und direkt geht es zur Sache. Keine der 447 Seiten wird für Unnötiges verschwendet.

Dabei ist zunächst zu sagen, dass sich der Markt der Programmierbücher mittlerweile in zwei Sparten einteilt: Die Praxisbücher, die an konkreten Beispielen spielerisch an die Sprachen heranführen, dafür aber in Kauf nehmen, viele Details nicht zu erläutern. Und die so genannten Referenzbücher, wozu auch dieser Titel gezählt werden kann, die eher die Funktion eines Nachschlagewerks einnehmen, also für Lernwillige nicht unmittelbar zu greifbaren Ergebnissen führen.

In diese Sparte fällt auch der Grundkurs C++. Gleich zu Beginn wird deutlich gemacht, dass der Leser am Ende kein fertiges GUI-Programm oder einen eigenen Linux-Kernel erwarten sollte. Dafür sind weitere Buchkäufe nötig. Dafür führt das Buch kurz und knapp in wesentliche Bereiche der Sprache ein, erklärt Syntax und gängige Funktionen, die Programmierern nicht nur bei C++ hilfreich sind, sondern – artverwandt – auch bei PHP, Java, Objective C und anderen Programmiersprachen.

Variablen, Funktionen, Arrays und selbst die OOP (Objektorientierte Programmierung) sind für den Leser anschließend keine Fremdwörter mehr. Einen gewissen Platz nimmt das Eingehen auf Feinheiten der Version 11 von C++ ein. Besonders im weiteren Verlauf steigt das Niveau aber rasch an, so dass zum Beispiel Anfänger bei der OOP gerne noch zu vertiefender Literatur greifen werden.

Nun ist die Frage, ob das Internet Referenzbücher nicht überflüssig gemacht hat. Tatsächlich gibt es zahllose Onlinedokumente mit Funktionsbeschreibungen. Und wem das zu abstrakt ist, der kann sich durch Foren wie Stackoverflow kämpfen und findet auf jedes Problem gleich mehrere Lösungen.

Deshalb ist es auch eine Frage des Preises, ob sich der Buchkauf lohnt und hier spricht das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei nur knapp zehn Euro eindeutig für das vorliegende Buch. Besonders für Anfänger dürften viele Fragen schneller zu beantworten sein als bei der Foren-Suche. Für Fortgeschrittene mit speziellen Fragen ist es möglicherweise aber tatsächlich effizienter, im Netz zu suchen.

Hier kann das Buch direkt bei Amazon gekauft werden:
Grundkurs C++: C++-Programmierung verständlich erklärt (Galileo Computing)

Google Reader ab 1. Juli offline – was nun?

Bildschirmfoto 2013-06-23 um 18.24.48Der 1. Juli naht und damit schwindet nach und nach die Hoffnung, dass bei Google noch so etwas wie Einsicht reifen könnte, den Google Reader am Netz zu lassen. Warum der Suchmaschinenriese den Dienst überhaupt einstellt und nicht stattdessen mehr draus macht, bleibt auch Monate nach Bekanntgabe der Schließung ein Rätsel.

Seither ist auch eine Menge Unsinn geschrieben worden, etwa darüber, dass RSS tot sei und durch die sozialen Netzwerke ersetzt wurde. Sicherlich ist es so, dass das Abonnieren von Fanseiten bei Facebook eine komfortable Möglichkeit ist, auf dem laufenden zu bleiben. Doch im Gegensatz zu RSS-Feeds muss jede relevante Meldung einzeln angeklickt werden, um den kompletten Text zu lesen. Im RSS-Reader gibt es die News – je nach Feed – gleich komplett. Hinzu kommt, dass Facebook nach schwer durchschaubaren Kriterien Neuigkeiten mal anzeigt oder nicht (was sich auch ein wenig vom Nutzerverhalten ableitet). Zumindest ist dadurch keine Verlässlichkeit gegeben, relevante Neuigkeiten auch tatsächlich zu Gesicht zu bekommen.

Die Hoffnung, dass sich für RSS-Newsjunkies zumindest etwas Neues ergibt, ist leider genauso enttäuscht worden wie die, dass Google den Dienst wegen der vielen Proteste doch fortführt.Natürlich gibt es Apps wie Flipboard, die nett aussehen. Oder Skripte zum Selbstinstallieren wie Fever. Doch keine dieser Lösungen bietet das gleiche wie Google Reader.

Wer die iOS-App Reeder nutzt, kann jetzt Feeds zumindest lokal aktualisieren. Der große Nachteil ist, dass es dadurch keine Synchronisierung mit anderen Geräten gibt, geschweige denn ein Webinterface.

Der Google Reader war – so schlicht er auch aussehen mag – schon ein sehr praktisches Internet-Tool. Wünschenswert wäre nur gewesen, markierte Artikel besser sortieren zu können. Dass er ab dem 1. Juli vom Netz geht, ist schlichtweg unverständlich.

Update: Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Feedly ein Webinterface bietet, das dem Google Reader recht ähnlich sieht. Einziges Problem: Feedly bietet seinen Dienst über eine eigene App an und für populäre RSS-Reader wie Reeder gibt es keine Schnittstelle. Damit ist Feedly leider keine vollständige Google-Alternative.

Schade ist auch, dass Reeder mittlerweile zwar die Möglichkeit anbietet, Feeds lokal zu laden. Noch besser wäre es aber, wenn die Datenstände über iCloud mit anderen iOS-Geräten synchronisiert werden könnten. Das ersetzt zwar nicht das Webinterface von Google, wäre aber immerhin eine Lösung, die komplett von Webanbietern abgekoppelt ist, ohne dass auf jedem Gerät unterschiedliche Lesestände vorliegen.