Microsoft streicht die Lumia-Reihe zusammen

Microsoft will laut Medienberichten seine noch junge Handysparte zusammenstreichen. Künftig soll es offenbar nur noch drei Lumia-Modelle geben. Was mit dem Rest der ehemaligen Nokia-Fabrikation passiert, ist noch unklar.

Dazu Jean-Claude Frick:

Grundsätzlich wird Windows Phone niemandem fehlen, es konnte nie etwas was iOS und Android nicht schon lange vorher ebenfalls konnten. Aber es ist schon heftig mit anzusehen wie riesige Konzerne wie früher Nokia und nun Microsoft daran scheitern den Rückstand auf Google und Apple einzuholen. Wer mehrere Jahre einer Entwicklung (in diesem Fall der Entwicklung der Smartphones mit Touch Bedienung) hinterherhinkt hat praktisch keine Chance mehr aufzuholen. Ausser er macht alles viel besser.

Ich teile diese Einschätzung nur zum Teil. Ich glaube, es geht überhaupt nicht darum, viel besser zu sein. Windows-Phone-Nutzer waren in der Masse vor allem deshalb Exoten, weil sie viele Dritt-Apps nicht nutzen können, die gerade im Gespräch sind oder die halt zur Grundausstattung gehören. So etwas frustriert auf Dauer und ist vor allem für die Klientel der jungen Nutzer schlichtweg abschreckend.

Der Faktor Killer-Features wird dagegen maßlos überschätzt. Auch bei iPhone und Android-Handys haben wir mittlerweile nicht mehr die riesigen Entwicklungssprünge. Vieles ist dabei Spielerei. Was für die Nutzer hingegen zählt, ist, dass Hard- und Software gut aufeinander abgestimmt. Dies gelang Windows Phone meines Erachtens sogar besser als Android, weil Microsoft mit der Zusammenführung von Hard- und Software auf dem besten Wege war, ein ähnlich homogenes Bild abzugeben wie Apple.

Für mich stellt sich die Frage, was nach einem Rückzug aus dem Handygeschäft eigentlich noch von der Windows-Strategie übrig bleibt, Desktop- und mobiles Betriebssystem zu verschmelzen.

Quelle: Microsoft greift durch: Bye Bye Lumia und Windows Phone » iFrick.ch – Nothing but Tech

New York Subway: Der lange Weg zur neuen Linie

Heute möchte ich den Blick einmal auf ein Thema richten, das nur begrenzt mit Tech zu tun hat: Es geht um die New Yorker U-Bahn.

Wie schwierig Infrastrukturprojekte umzusetzen sind, sieht man in Deutschland an vielen Beispielen: Autobahn-Neubauten ziehen sich über Jahrzehnte (wenn sie überhaupt realisiert werden), der Hauptstadt-Flughafen (BER) liegt weit über 1000 Tage hinter dem ursprünglichen Plan und welchen Ausgang Stuttgart 21 irgendwann einmal nimmt, lässt sich schwer sagen.

Doch all das ist nichts gegen den Ausbau der New Yorker U-Bahn. Seit siebzig Jahren schiebt man Pläne für eine große Erweiterung vor sich her. 1929 fiel das Vorhaben mit der Weltwirtschaftskrise zusammen, die sogleich auch mal alle Pläne stoppte. Das IND Second System war eine großangelegte Geschichte, die weit über die U-Bahn hinaus ging. Der Subway-Part, die Second Ave Line, wird jedoch erst jetzt, siebzig Jahre später, in die Tat umgesetzt. Und es ist ein Mammutvorhaben.

Für alle, die sich für sich U-Bahnen interessieren, ist dies ein interessantes Thema. Hier der aktuelle Artikel im Handelsblatt sowie der englischsprachige Wikipedia-Eintrag.

Smart Boy: Gameboy-Spiele auf dem Smartphone

Emulatoren für alte Konsolenspiele gibt es viele. Produkte ohne rechtliche Grauzone hingegen kaum welche. Das Problem ist dabei nicht das Emulieren von Gameboy, NES und Co., sondern das erforderliche Kopieren oder Herunterladen der Spiele als ROM.

Findige Entwickler haben jetzt eine Lösung für das Problem gefunden:

Mit dem Smart Boy steht ein Smartphone-Case in den Startlöchern, das es euch ermöglichen soll, ein iPhone oder Android-Smartphone mit Originalspielen für den Game Boy zu füttern.

Das Gerät ist gleich in doppelter Hinsicht interessant: Zum einen nutzt es den Bildschirm des Smartphones und bietet aber mit dem andockbaren Unterteil Look&Feel des Original-Gameboys.

Zum anderen sollen sich die Original-Spiele-ROMs verwenden lassen. Also alles vollkommen legal.

Quelle: Fütter dein Smartphone mit echten Game-Boy-Modulen: Smart Boy machts möglich

Computerabsturz in 4,83 Mrd. Kilometer Entfernung

Hier auf der Erde kann es einen ja schon mal zur Weißglut treiben, wenn der Computer direkt vor einem abstürzt und man sich auf Fehlersuche begeben muss.

Die NASA hatte kürzlich ein Problem mit der Software ihrer Pluto-Sonde, die sich gerade in 4,83 Milliarden Kilometern auf den Höhepunkt ihrer langjährigen Reise vorbereitet. Schlechtes Timing also für einen Computerabsturz, zumal bei stundenlangen Übertragungszeiten, bis auf eine Eingabe eine Antwort erfolgt.

Dennoch ist es den Technikern laut NASA gelungen, den automatisch im gesicherten Modus neu gestarteten Rechner wieder in Ordnung zu bringen. Eine wahrlich fantastische Geschichte.

Übrigens wird es einige Zeit dauern, bis die Aufnahmen der Sonde die Erde erreichen. VDSL ist beim Pluto nicht verfügbar – es braucht Monate, um die Daten zur Erde zu übertragen.

Quelle: Six Colors: Debugging from three billion miles away

Telekom: Mobile Antennen-Power für Sondereinsätze

Spannender Lesestoff: Bei Festivals setzt die Telekom einen mobilen Antennentruck ein, der die Mobilfunkversorgung für die Besucher gewährleistet.

Jodl betonte: „Das Hurricane-Festival haben wir bereits seit zehn Jahren auf unserer Liste für Sonderversorgung. Auf unserem Kalender stehen pro Jahr rund 150 Festivals und Events, für die wir eine Sonderversorgung aufbauen.“

Quelle: Festivals: Telekom erweitert Netz mit tonnenschweren Richtfunk-Trucks – Golem.de

Microsofts Skype Translator im Test

Marco Dettweiler von der FAZ hat den Skype Translator mal ausprobiert und das Ergebnis ist – um es vorwegzunehmen – unfreiwillig komisch. Probanden waren ein Franzose und eine Chinesin, deren Aussagen ins Deutsche übersetzt werden sollten.

Sein Fazit:

Doch was sich Microsoft mit Skype Translator vorgenommen hat und Google mit dem „Übersetzer“ seit einiger Zeit anbietet, sind weit ambitioniertere Projekte, denen ein wenig die Wir-können-alles-Mentalität anheftet. Die Unternehmen und ihre Forscher wollen nichts anderes als die natürliche Sprache übersetzen. Das wird nie möglich sein.

Als Microsoft vor ein paar Monaten eine Live-Demo des Skype Translators vorstellte, schien mir das auch zu schön, um wahr zu sein. Bis heute ist es ja nicht einmal möglich, mit dem Google Translator eine halbwegs vernünftige Übersetzung von Texten zu erhalten, die man anderen Menschen schicken kann, ohne sich zu schämen. Bestenfalls fürs eigene Verständnis fremdsprachiger Texte ist der Translator nützlich, wenn er auch manchmal nur Anhaltspunkte liefert, worum es geht.

Wir haben hier also mit dem Skype Translator gleich zwei Technologien versammelt, die bis dato unausgereift sind: Die Spracherkennung zum einen und die Übersetzung zum anderen. Dass die Vorlesestimme des Übersetzers bei alledem mechanisch klingt, sehen wir mal als Luxusproblem an.

Trotzdem bin ich nicht so pessimistisch wie der Autor. Spracherkennung galt auch lange als ambitionierte Idee ohne Chance auf eine reale Anwendung. Bis vor ein paar Jahren brauchte es spezielle Headsets und viel Rechenpower, um Texte mehr schlecht als recht zu diktieren. Heute kann man unterwegs sein Smartphone ansprechen und es versteht einen zunehmend besser.

Ich glaube also, dass mit der Zeit diese Probleme durchaus zu lösen sind und dass es auch einen Bedarf gibt, solche Anwendungen einzusetzen. Die Frage ist nur, ob der Zeitpunkt jetzt schon gekommen ist und ob es dann Microsoft ist, die etwas Alltagstaugliches auf den Markt bringen. Wir erinnern uns: Microsoft wollte auch schon Tablets etablieren, lange bevor das erste iPad veröffentlicht wurde.

Quelle: Microsofts Skype Translator mit Deutsch-Übersetzung im Test

Die Krautreporter – ein Jahr danach

Stefan Niggemeier:

Der größte einzelne Fehler war meiner Meinung nach, eine eigene Software programmieren zu lassen, was viel Zeit, Geld und Nerven gekostet hat — und teilweise auch jetzt noch nicht richtig funktioniert.

Aber das zentrale Problem ist ein anderes: Uns trieb die Lust an, ein neues Geschäftsmodell auszuprobieren, aber nicht unbedingt eine gemeinsame redaktionelle Idee. Wir taten uns schwer damit, zu definieren, worüber wir berichten wollen und wie.

Aus Sicht eines zahlenden Lesers kann ich sagen: Stimmt.

Quelle: In eigener Sache: Die Krautreporter und ich

WWDC Keynote: Was gibt es Neues bei Apple?

iOS 9Die Neuigkeiten der Keynote auf der Weltentwicklerkonferenz WWDC im Überblick:
  • Neue Versionen von iOS, OS X und WatchOS: Es gibt neue Betriebssysteme für iPhone und iPad (iOS 9), für den Mac (OS X El Capitan) und für die Apple Watch (Watch OS 2). Sie alle sollen im Herbst fertig und kostenlos verfügbar sein.
  • Public Beta für iOS 9 und OS X El Capitan: Beide neuen Versionen sollen in der Betaphase ab Juli allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden.
  • Swift 2 wird Open-Source: Die neue Programmiersprache erscheint in Version 2 und soll bis Ende des Jahres als Open-Source-Projekt veröffentlicht werden (übrigens auch für Linux!).
  • Apple Music vorgestellt: Für 9,99 Dollar im Monat steigt Apple in das Streaming-Geschäft ein. Drei Monate gibt es zur Probe kostenlos. In den neuen Dienst fließt das Know-How von Beats Music ein.
  • Apple fasst die Entwicklerprogramme für iOS und OS X zusammen: Waren bislang zwei Mitgliedschaften für je 99 Euro notwendig, reicht jetzt eine.
OS X 10.11 El Capitan:
  • Schwerpunkte der neuen Version sind Verbesserungen bei der Stabilität und der Geschwindigkeit.
  • Die Spotlight-Suche wurde aufgebohrt: Künftig werden auch Fragen des Nutzers verstanden und in Suchergebnisse umgesetzt.
  • Es gibt neue Gesten, die die Bedienung erleichtern sollen.
  • Die Grafik-Engine Metal gibt es künftig auch für den Mac: Vorgestellt wurde sie vergangenes Jahr zunächst für iOS.
iOS 9:
  • Alle Geräte, die iOS 8 unterstützen, können auch mit iOS 9 aktualisiert werden. Es werden keine älteren Geräte ausgeschlossen.
  • Siri wird proaktiv: Apples Antwort auf Google Now ist eine intelligentere Siri, eine vorausschauende Suche und das alles soll den Datenschutz wahren.
  • Apple Maps mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Berlin ist am Anfang mit dabei. Künftig kann man sich per Bus, Bahn, etc. durch die Start lotsen lassen.
  • Das iPhone sucht bei unbekannten Telefonnummern in den E-Mails, ob vielleicht ein Kontakt zugeordnet werden kann.
  • Apple Pay startet in Europa: Leider nicht in Deutschland, dafür aber in Großbritannien.
  • Notizen App mit neuen Funktionen: Fotos, Checklisten und mehr sind künftig möglich. Für Dritt-Apps wird es jetzt schwierig, zumal auch die Schrift angepasst werden kann.
  • Apple startet eigene Nachrichten App: Die News App gibt es zunächst nur in den USA, Großbritannien und Australien. Sie soll für Medien wie Zeitungen und Zeitschriften aber auch für Blogger gleichermaßen eine Plattform bieten. Eigene Apps werden damit ein Stück weit entbehrlich. Der Newsstand soll indes verschwinden.
  • Split Screen fürs iPad: Nutzer können künftig zwei Apps gleichzeitig nutzen. Die Apps teilen sich den Bildschirm auf. Entwickler sind gut beraten, mit Auto Layout und Size Classes zu arbeiten.
  • CarPlay wird kabellos: In iOS 9 bedarf es keiner Kabelverbndung mehr, um Autoradio und iPhone zu verbinden.
WatchOS 2:
  • Die neue Version ermöglicht Dritt-Apps, die direkt auf der Uhr betrieben werden können, und nicht wie bisher nur über WatchKit mit dem iPhone.
  • Es gibt einige neue Ziffernblätter, darunter mit Fotos.
  • Es gibt einen Weckermodus, bei dem die Uhr nachts auf die Seite gelegt wird.
  • Auf der Uhr können künftig Videos wiedergegeben werden.
  • E-Mails können direkt von der Uhr aus beantwortet werden.

So tickt die Apple Watch

Achtung, Wortspiel: Michael Spehr von der FAZ hat sich mit seinem Test der Apple Watch etwas Zeit gelassen.

Der dabei herausgekommene Artikel ist für alle Apple Watch-Interessierten ein Must-Read und definitiv einer der besseren, weil aufschlussreicheren Texte zu dem neuen Gerät.

Sein Fazit:

Der Fitness-Tracker mit seiner Messgenauigkeit ist beeindruckend, kann eigentlich mehr und ruft geradezu nach einem Funktions-Update. Native Apps auf der Uhr könnten ein Knüller werden. Apple legt mit seiner ersten Watch etliche Grundlagen, die über das hinausgehen, was man bislang gesehen hat. Das Fundament steht, es eröffnet viele Möglichkeiten. Alles andere muss sich in den nächsten Monaten zeigen.

Ich kann aus eigener Anschauung berichten, dass die Apple Watch ein Gerät ist, mit dem man sich erstmal einige Zeit beschäftigen muss. Aus diesem Grunde schätze ich die Entscheidung, nicht zu den ersten gehören zu wollen, die ein Review veröffentlichen, sondern besser auch den wichtigen Aspekt der Alltagstauglichkeit zu beleuchten.

Es gibt an der Apple Watch vieles, was einem unglaublich nützlich erscheint. Andererseits frage ich mich, zum Beispiel bei den Fitness-Funktionen, ob sich auch langfristig ein Nutzen entfaltet oder ob das eher eine zeitweilige Spielerei ist, derer man irgendwann müde wird.

Vielleicht hat Apple aber auch deshalb noch Luft nach oben gelassen. Das GPS-Tracking wäre zum Beispiel jetzt schon möglich, zumal fast jeder sein iPhone ständig bei sich trägt.

Quelle: Im Dauertest: So tickt die Apple Watch