iOS 5: Beta-Fieber

Ist es Kalkül von Apple oder unerwünschte Nebenwirkung? Seit Tagen buhlen iPhone-Fans darum, wer als erstes die Betaversion von iOS 5 auf seinem Gerät installiert hat. Nein, mehr noch: Wer die meisten Geräte damit bestückt hat. Als wenn es einen Mengenrabatt für das unrechtmäßige Nutzen der Betaversion geben würde, die eigentlich Entwicklern vorbehalten ist.

Doch der Reihe nach: Gut eine Woche ist es her, dass Apple auf der WWDC die Katze aus dem Sack ließ und neben Mac OS X Lion und der iCloud die nächste Version von iOS vorstellte. Kurioserweise ist OS X seither in den Foren und Newsblogs eher eine Randnotiz, obwohl das System, das mobile Touchgeräte und Macs in vielerlei Hinsicht verschmelzen lässt, durchaus einiges zu bieten hat, das nennenswert wäre. Da wäre etwa Resume, das den letzten Status eines Programms wiederherstellt, wenn das Programm erneut aufgerufen wird. Versions, eine Art Time Machine auf Dokumentenebene. Oder aber nichts geringeres als die Abschaffung des „Wollen Sie speichern?“-Dialogfensters, das uns zuvor Jahrzehnte genervt hat.

Nein, es ist iOS 5, das am meisten Schlagzeilen produziert: Das Sammelsurium der vielen Detailänderungen, das Komfortupdate, das die vermutlich sehr junge Klientel am meisten beschäftigt. Ohne die neue Version kleinreden zu wollen, ist es im Kontext früherer Updates wohl eines, das als weniger innovativ in die Geschichte eingehen wird. Weder gab es Funktionen, die man sich vorher gar nicht vorstellen konnte, noch gab es größere Innovationen, sprich: Wirklich neue Apps – mal abgesehen von Reminder. Die Mehrzahl der Neuerungen betrifft bereits vorhandene Apps. Es wird optimiert, vereinfacht und verbessert, was das Zeug hält. Und das ist gut so. Es stärkt die Plattform, sorgt für mehr Zufriedenheit bei den Kunden und zeigt, dass Apple Kundenwünsche ernst nimmt. Es ist von bislang fünf Versionen wohl die größte Verneigung vor uns, den Nutzern.

Und weil Apple die neue Version, die erst im Herbst erscheinen wird (mit einem neuen iPhone?), mit einem großen Medien-Tam-Tam inszenierte, will die Betaversion nun natürlich jeder haben. Dieser Wunsch ist legitim, weil man sich, hat man die neuen Funktionen einmal gesehen, nicht mehr mit dem Status quo zufrieden geben möchte. Besonders das Notification center ist ein echter Schritt vorwärts. Schade nur, dass die Serverimplementierung der Push Notifications in diesem Zusammenhang nicht auch gleich optimiert wurde, was dringend überfällig wäre – doch das ist hier nur eine (weitere) Randnotiz.

Weil Apple eigentlich wenig dem Zufall überlässt, glaube ich, dass sie wissen, dass die Betaversion vermutlich zu 90 Prozent nicht auf Entwicklergeräten installiert wird. Es ist wohl Teil der Marketingstrategie, zumal wahrscheinlich längst nicht alle Neuerungen von iOS 5 bereits in der Beta enthalten sind (bei OS X Lion waren in den ersten Betaversionen auch nicht die jüngst gezeigten Funktionen enthalten). Die Frage ist: Lassen wir den Freaks die Freude oder finden wir es schlimm, dass die aus guten Gründen Entwicklern vorbehaltene Betaversion offenbar längst jedermann offen steht?

Auf die Gefahr hin, oberlehrerhaft zu klingen: Die Betaversionen dienen dazu, Entwicklern frühzeitig die Chance zu geben, ihre Apps mit der neuen iOS-Version zu testen. Zudem hofft Apple natürlich darauf, dass die Entwickler rechtzeitig zur Veröffentlichung vielleicht die eine oder andere neue API nutzen, um zusätzlich zu iOS 5 einen weiteren Mehrwert schaffen und das Upgrade damit noch schmackhafter zu machen.

Nervig sind sie trotzdem, die Nicht-Entwickler, die Nichtsahnenden, weil sie nicht wissen, dass das Programmieren der viel geringere Aufwand bei der Entwicklung ist, das Bugfixing jedoch die höchste Kunst. Stattdessen jaulen sie und unken, wie schlecht die neue Software von Apple doch ist. Als wäre es rein zufällig geschehen, dass sie von nichtöffentlichen Seiten ein Update geladen haben, zu dem es gar keine offizielle Installationsanleitung gibt, wohl aber Warnhinweise (und davon nicht wenige).

http://www.iphone-ticker.de/2011/06/09/ios-5-beta-bleibt-beta-24-weniger-akku-leistung-und-warm-im-alltagseinsatz/

To focus means to say no

Zur iCloud ist alles wesentliche schon gesagt, wenn man den gängigen Blogs glauben darf – bereits 1997 resümierte Apple-Chef Steve Jobs, dass er bereits acht Jahre zuvor sein persönliches Home-Verzeichnis auf einem Server liegen hatte und somit seine persönlichen Daten jederzeit und an jedem Computer abrufen konnte. Die Newsblogs stürzen sich dieser Tage auf das YouTube-Video, das seinerzeit während einer Fragestunde zum Abschluss der Weltentwicklerkonferenz (WWDC) aufgezeichnet wurde.

Aus meiner Sicht ist das Video noch aus anderen Gründen interessant anzusehen:

  • Zum einen, weil sich der Apple-Chef seinerzeit noch den Fragen der Entwickler stellte, wohingegen die heutigen Keynotes eine reine Präsentation sind. Eine sehr gut gemachte, wohlgemerkt. Aber es sind natürlich wohl durchdachte, vorher ausgesuchte Punkte, die – wenn überhaupt – etwas von Apples Strategie offenbaren.
  • Zum anderen, weil einige Antworten wohl bis heute von Bedeutung sind. Etwa die, warum Apple erfolgversprechende Konzepte über Bord wirft. „Sich auf etwas zu konzentrieren, heißt, Nein zu sagen“, sagt Jobs. Das klingt banal, aber das ist es gewiss nicht. Denn wer sich auf eine Sache konzentriert, kann damit grandios scheitern. Wer auf mehreren Säulen aufbaut, hat stets eine Sicherheit. Eine vermeintliche, denn wer alles kann, kann nichts richtig – so zumindest die Ansicht von Jobs.
  • Wer etwas über den Erfolg Apples in der Gegenwart lernen möchte, kann von dem Video einiges lernen. Denn Ende der Neunziger wurde der Grundstein für das gelegt, was in den 2000ern tatsächlich aufging. „To focus“.

iOS 5, iCloud, i-waskommtjetzt?

Montagabend, 19 Uhr deutscher Zeit, wissen wir mehr, was iOS 5 bringen wird, was genau die iCloud ist und wie es mit Mac OS X weiter geht (zumindest das, was wir noch nicht wissen). Hier einige Spekulationen der vergangenen Wochen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind (morgen schauen wir dann mal, was davon übrig geblieben ist):

  • iTunes-Synchronisierung over-the-air
  • komplett überarbeitetes Notification System in iOS
  • Facebook- und Twitterintegration in iOS
  • Musik in der iCloud abspeichern und überall abrufen können

Ein Rezept gegen Mobile-Proxy-Caches

Es gibt Probleme, die einen als Programmierer zur Weißglut treiben können. Dazu gehört, dass ein und derselbe Vorgang einen völlig unterschiedlichen Ausgang haben, je nachdem, ob sie über eine Wifi-Verbindung oder eine UMTS-Verbindung ablaufen. In meinem Fall geht es um eine iPad-App, die eine HTML-Seite abruft und unter anderem HTML-Kommentare (<!– Test –>) auswerten soll. Über Wifi läuft dies problemlos, über UMTS (3G) kurioserweise nicht. Die Auswertung ergab, dass beim Abruf der Seite völlig unterschiedliche HTML-Dateien zurückkamen, obwohl ein und dieselbe URL aufgerufen wird.

Des Rätsels Lösung fand sich erst nach intensiver Webrecherche: Die Mobilfunkbetreiber setzen offenbar so genannte „Mobile Proxy Caches“ ein. Dabei handelt es sich um Proxy-Server, die beim Abruf von HTML-Seiten den Code optimieren, in dem sie vermeintlich unnötige Zeilen und Umbrüche entfernen. Grundsätzlich ist das für den Mobilfunkkunden eine feine Sache, da auf diese Weise der Datentransfer etwas beschleunigt wird und etwaige Traffic-Begrenzungen nicht überstrapaziert werden. Unter diesen unnötigen Angaben befanden sich aber ärgerlicherweise auch jene Code-Zeilen, die meine App dringend benötigt.

Nun gibt es zwei Lösungen, dieses Problem zu beheben: Die eine nennt sich XML und ist ohnehin eleganter, als irgendwelche HTML-Seiten auszulesen, die gar nicht für solche Zwecke gedacht sind. In meinem Fall ist eine Lösung jedoch ad-hoc gefragt – es muss also erstmal der bisherige Weg eingeschlagen werden.

Die andere Lösung habe ich hier gefunden: Eine kleine Ergänzung im Request-Header macht dem mobilen Spuk ein Ende. Mit cache-control:no-transform wird jegliche Veränderung der HTML-Seite unterbunden. Ziemlich simpel, aber der Weg dorthin war steinig.

Apple Store 2.0

Mit den Apple Stores, die dieser Tage ihr zehnjähriges Bestehen feiern, ist es wie mit dem Huhn und dem Ei: Wer bedingt wen? Wessen Erfolg war zuerst da? Haben im Falle Apples die Produkte die Stores beflügelt oder die Stores den Verkauf der Produkte? Vermutlich liegt die Antwort irgendwo in der Mitte. Gleichwohl sind die Apple Stores weiterhin ein Privileg großer Städte. iPhones, iPad und iMacs erfreuen sich aber  auch in der Provinz großer Beliebtheit. Damit ist der Erfolg Apples nicht alleine von dem Store-Konzept abhängig. Und ohne gute Produkte gäbe es auch keinen Erfolg. Man muss das vermutlich eher additiv sehen: Gute Beratung in einem Geschäft ist das Sahnehäubchen bei ohnehin guten Produkten.

Das Lustige (oder für den restlichen Einzelhandel traurige) am Erfolg der Apple Stores ist, dass das revolutionäre Konzept daraus besteht, Kunden zu beraten und bei Problemen an die Hand zu nehmen. Nun mag der eine oder andere zu viel Betreuung auch als anstrengend empfinden. Manchmal möchte man ja einfach nur mal schauen. Aber im Grundsatz ist es der richtige Weg.

Zum 10-jährigen Bestehen hat sich Apple nun etwas einfallen lassen, um den revolutionären Geist aufzufrischen. Großes war erwartet worden: Die Installation des nächsten OS X-Betriebssystems Lion war bei Bloggern gar im Gespräch, obwohl es sehr merkwürdig gewesen wäre, ein unfertiges System ausgerechnet dort auszustellen, wo Konsumenten fertige Produkte kaufen wollen. Die Erwartungen waren wohl so hoch, dass die tatsächliche Neuerung auf den ersten Blick nicht mehr wie ein großer Wurf erscheint: Statt gedruckter Preisschilder werden nun iPads eingesetzt. Man kann das durchaus merkwürdig finden, ein paar Cent teure Papierschilder durch mehrere hundert Euro teure Tablet-Computer zu ersetzen. Dafür gibt es nun mehr Interaktivität, mehr Informationen und sogar die Möglichkeit, einen Ladenmitarbeiter per Knopfdruck anzusprechen.

Auf den ersten Blick erweckt das Kopfschütteln, doch möglicherweise hat Apple hier wieder einmal ein Defizit im Einzelhandel entdeckt. In manchen Elektronikmärkten kann das Aufspüren eines fachkundigen Beraters zum Glücksspiel werden. Die Tatsache, dass man einen Ladenmitarbeiter findet, heißt ja nicht, dass der auch Ahnung hat. Und mit Infos zu den ausgestellten Produkten ist das vielerorts auch so eine Sache. Es gibt Elektronikmärkte, in der eine Reihe Blu-ray-Player lediglich mit dem immer gleichen Etikett „Blue-ray-Player“ (sic!) und dem jeweiligen Preis versehen werden. Wie der Kunde an weitere Infos kommt, ist dann seine Sache.

Wie gesagt: Ob es dafür iPads braucht, ist eine andere Sache. Eine interessante Idee ist es aber allemal und vielleicht beispielgebend für den restlichen Einzelhandel.

Smart Cover

Der eine oder andere Live-Blogger vermutete einen neuen Pixar-Film, als Apple vor einigen Monaten das Smart Cover bei der Vorstellung des iPad 2 präsentierte. Tatsächlich war es ein bemerkenswertes Filmchen, das die Schutzhülle vorstellte. Aber es handelt sich ja auch um eine bemerkenswerte Schutzhülle. Die Besonderheiten fangen schon damit an, dass das iPad 2 bestimmte Eigenschaften (Magneten) hat, die eigens für das Smart Cover eingebaut wurden. Es zeugt von Weitsicht, ein Gerät von vornherein für optionale Zubehörteile auszulegen – und es ist intelligentes Marketing, das einen die Preise später nahezu beliebig festlegen lässt, da kein Dritthersteller einen solchen, voreingebauten Vorteil überbieten kann.

39 Euro (Polyurethan) bzw. 79 Euro (Leder) für einen Geräteschutz, der nur die Vorderseite umfasst, und im Falle eines Sturzes wohl kaum einen Schaden verhindern kann, sind ziemlich hohe Preise – auch wenn Apple-Nutzer es von Docking Stations und weiteren Zubehörteilen bereits gewöhnt sind, tief in die Tasche greifen zu müssen. Dem gegenüber steht ein unvergleichliches Design, eine einfache, durch die magnetische Führung stets akkurate Anwendung und die praktische Falttechnik, mit der sich aus dem Smart Cover ein Tastaturständer bzw. ein Ständer zaubern lässt.

Schlussendlich ist das Smart Cover wohl mehr ein Accessoire als eine Schutzhülle. Die Anschaffung deshalb und wegen der Farbauswahl Geschmackssache. Eine interessante Betrachtung dazu haben die Kollegen von „Cult of Mac“ angestellt.

Eine SIM kleiner

In den 90er Jahren waren nicht nur die ersten GSM-Handys gigantisch. Auch die SIM-Karten hatten noch das Format von Karten für Telefonzellen, so dass manchem die Umstellung zur mobilen Telefonzelle relativ leicht fiel. Mit den kleineren Handys kam auch die kleinere Mini-SIM-Karte, die für heutige Verhältnisse auch schon wieder groß wirkt. Denn mittlerweile gibt es die Micro-SIM, die dritte Generation, die vor allem im iPhone 4 und im iPad Verwendung findet.

Doch es geht noch kleiner – zumindest laut Apple, wenn entsprechende Medienberichte zutreffen. Der IT-Konzern soll angeblich noch kleinere SIM-Karten anstreben. Einige Blogger (z.B. cultofmac.com) leiten daraus bereits schrumpfende iPhones ab. Doch das muss nicht so sein. Vielmehr könnte der Platz sinnvoll für andere Dinge verwendet werden. Je kleiner die Telefone werden, desto größer ist die Abwägung, was wie viel Platz einnehmen darf. Eine noch kleinere SIM-Karte würde bei gleichen Gerätedimensionen Platz für andere Innovationen schaffen. Auch das ist natürlich nur eine Vermutung.

In diesem Zusammenhang wurde aber an Meldungen der vergangenen Monate erinnert, als Apple angeblich die SIM-Karte abschaffen wollte. Stattdessen sollte ein fest eingebauter Chip im Telefon diese ersetzen. Ein Netzbetreiberwechsel hätte dann keinen Kartenwechsel mehr erfordert, sondern lediglich einen Klick. Kein Wunder, dass sich die Netzbetreiber gegen so wenig Kundenbindung angeblich gesträubt haben. Von der Idee war seither nicht mehr viel zu hören.

In-App-Purchase und der schnelle Euro

Für Entwickler sind die In-App-Verkäufe, die Apple ermöglicht, geradezu paradiesisch: Innerhalb des Programms können zusätzliche Inhalte und weitere Funktionen angeboten werden. Der Nutzer kann sie über seinen iTunes-Account mit einem Klick freischalten, der Entwickler muss sich mit der Verwaltung der Verkäufe nicht abmühen und bekommt das Geld überwiesen.

Vom Prinzip her ist es nur gerecht, dass Apple für seine Dienstleistung einen Anteil verlangt – der App Store ist sozusagen der Großhändler für mobile Software. Über die Höhe von 30 Prozent lässt sich streiten, doch hierbei hat auch Google mit seinem viel gelobten, weil angeblich freieren Android die Messlatte nicht gesenkt. Eine zuweilen ärgerliche Randnotiz ist die Preismatrix. Entwickler können nur aus den vorgegebenen Preisen wählen. Eine freie Preisgestaltung, vor allem im niedrigen Preissegment ist somit nicht möglich. Gerade bei digitalen Inhalten ist der Unterschied zwischen 0,79 und 1,59 Euro jedoch recht beträchtlich.

Weitaus gefährlicher könnte der heilen In-App-Purchase-Welt allerdings ein Patentanspruch werden, der dieser Tage auf dem Rücken einiger Entwickler ausgetragen wird. Lodsys (http://www.lodsys.com/), eine bis dato vielen sicher unbekannte Firma, beansprucht das Patent für sich, Upgrades oder zusätzliche Inhalte für eine Software zu verkaufen. Genau gesagt: Die Idee für In-App-Purchase hatte Lodsys – zumindest laut Patent. Und jeder, der diese Idee nutzt, muss dafür bezahlen. Entsprechende Forderungen hat die Firma nun an mehrere Entwickler gerichtet. Es geht um minimale Beträge pro verkaufter Einheit, doch es geht vor allem ums Prinzip: Können und dürfen andere außer Apple zusätzliche Provisionen für sich beanspruchen? Blogberichten zufolge geht Apple dieser Frage derzeit nach.

Für die Entwickler geht es um viel: Wenn Apple die Forderungen von Lodsys gutheißt, wäre das ein Dammbruch. Es gibt unglaublich viele Patente auf unglaublich banale Tätigkeiten (den Gedanken, Leuten digital Sachen zu verkaufen, darf man getrost dazu zählen). Nicht mehr lange und jeder Button müsste pro Nutzung bezahlt werden. Das mag überspitzt klingen, beschreibt aber das Grundproblem. Die paradiesischen Zeiten könnten schnell vorbei sein, wenn Entwickler dafür in sauren (Patent-)Apfel beißen müssen.

iPhone 4S oder iPhone 5?

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. So geht es dieser Tage offenbar vielen Bloggern und Nachrichtenseiten, die schon seit Wochen und Monaten über den Nachfolger des iPhone 4 spekulieren. Offenbar geht es ihnen dabei auch darum, wie beim iPhone 4 wieder einen so genannten „Scoop“ zu landen. Seinerzeit war es Bloggern gelungen, das neue Handy Wochen vor seiner Veröffentlichung zu enttarnen.

Für alle, die sich das Lesen zahlreicher Einzelartikel sparen möchte, hier eine kleine Zusammenfassung.

Name = Funktion?
In den vergangenen Wochen ließen sich die Gerüchte und Spekulationen in zwei Kategorien einordnen. Die einen erwarten ein verbessertes iPhone 4 namens iPhone 4S. Dafür spricht, dass Apple nach dem ersten UMTS-iPhone, iPhone 3G, auch ein Jahr später das iPhone 3GS folgen ließ, das zwar mit verbesserten und neuen Funktionen neue Käufer ansprach, zugleich die Käufer des vorherigen Modells ihren Kauf nicht bereuen ließ. Erst das iPhone 4 war wieder eine umfangreichere Weiterentwicklung.

Von einem iPhone 5 würden hingegen große Veränderungen erwartet werden. Auch dafür gibt es gute Argumente: Der Smartphone-Markt ist mittlerweile hart umkämpft. Besonders Android setzt Apple bei den Marktanteilen ziemlich zu, weshalb die „Schlagzahl“ bei den Veröffentlichungen erhöht werden könnte.

Eine Frage der Zeit
Für ein iPhone 5 spricht zudem, dass Apple das neue iPhone angeblich erst im Herbst veröffentlichen will. Damit wäre der übliche Jahresrhythmus außer Kraft gesetzt. Würde Apple dann ein weiteres Jahr vergehen lassen, bevor eine größere Weitentwicklung erscheint, wäre der Zeitraum ziemlich lang bemessen. Allerdings bewegt man sich hier sehr weit im spekulativen Bereich. Fakt ist, dass auch von der nächsten iOS-Version 5 bislang offiziell noch nichts zu hören und zu sehen war. In der Regel nimmt Apple die Entwickler von Apps frühzeitig mit an Bord, damit rechtzeitig zur Veröffentlichung die meisten Apps problemlos funktionieren.

Etwas Großes kommt
Wenn denn tatsächlich etwas ganz Großes kommt, wie könnte es dann aussehen? Die Spekulationen darüber sind noch weitaus abenteuerlicher, als die Gerüchte über Name und Zeitpunkt eines neuen iPhones. Hier eine Auswahl:

LTE/4G: Es ist keine Frage, ob die Long Term Evolution irgendwann vom iPhone unterstützt wird, sondern vielmehr: Wann. Der Ausbaugrad der 4G-Netze ist derzeit in Europa noch sehr dünn, zumal die Standards teilweise noch gar nicht endgültig verabschiedet sind. Es wäre zwar eine Pioniertat, jetzt ein 4G-Handy zu veröffentlichen, doch auf den ersten Blick überwiegen die Nachteile. Was, wenn LTE nicht schnell genug ausgebaut wird oder sich Spezifikationen noch ändern? Und wie steht es um den Energieverbrauch? Da Apple seinerzeit auch gezögert hat, UMTS zu unterstützen, weil es so viel mehr Energie benötigt, ist hinter das Thema LTE ein Fragezeichen zu setzen. Man bedenke nur: Seinerzeit war UMTS schon weit besser ausgebaut.

Größeres Display: Das Spiel mit den Bildschirmgrößen ist in der Gerüchteküche ein Evergreen. Nachdem sich die Debatte über ein kleineres iPhone wieder einmal vorläufig erschöpft hat, wird jetzt über ein größeres spekuliert – freilich bei den gleichen Abmessungen des Geräts. Möglich werde das durch eine Verkleinerung der Randbereiche. Obskure Photoshop-Manipulationen machen bereits die Runde. Die Frage ist, ob das derzeitige Display, zumal mit der Retina-Anzeige, wirklich von Nutzern als zu klein oder problematisch angesehen wird? Und würde Apple ein größeres Display mit anderer Auflösung veröffentlichen, gäbe es neben iPhone-Normal, iPhone-Retina und iPad die mittlerweile vierte Auflösung bei iOS-Geräten. Es ist wenig wahrscheinlich, dass man sich bei Apple die gleichen Probleme an Bord holen möchte, mit denen Android seit Jahren zu kämpfen hat. In diesem Zusammenhang gab es zudem das Gerücht, dass der Homebutton neu gestaltet wird und kein mechanischer Knopf sein wird.

Sprachsteuerung: Die momentane Sprachsteuerung mag man belächeln – zum Wählen während des Autofahrens ist sie jedoch recht praktisch.Es ist nicht unwahrscheinlich, dass man angesichts immer leistungsfähigerer Geräte diesen Weg noch weiter beschreiten möchte.

Cloud-Speicherung: Eines der hartnäckigsten Gerüchte. Apple hat in den USA ein gigantisches Rechenzentrum errichten lassen. Die Bandbreite reicht von einer iTunes-Cloud, wo die eigenen Musikstücke und Filme abgelegt sind, bishin zu einer kompletten Cloud-Speicherung, die also auch die iTunes-Synchronisierung obsolet machen würde. Das klingt zwar ganz toll, ist aber angesichts der „Daten-Flatrates“ im Mobilfunk, die gar keine Flatrates sind, auf den zweiten Blick nicht wirklich erstrebenswert.

Neue Stelle für den Blitz: Zugegeben, eine Nebensächlichkeit, aber wild diskutiert. Angebliche erste iPhone 5-Hüllen zeigen eine Aussparung für den Blitz, die an einer anderen Stelle liegt, als die bisherige. Warum, das ist natürlich unbekannt.

Fortsetzung folgt.