Twitter Facebook Google+

Ein lesenswerter Artikel über die ersten Erfahrungen jener, die dank Geld und Einfluss als erste in den Genuss von Google Glass kommen. Und eine Betrachtung darüber, wie Google dies geschickt für Werbezwecke nutzt.

Schöner Hinweis von John Gruber in der Talk Show: Der vierte Monat dieses Jahres ist nahezu verstrichen, doch von Apple haben wir dieses Jahr noch nichts gehört.

Ist etwas Großes in Vorbereitung? Oder ist der Konzern an technische Grenzen gestoßen und braucht mehr Zeit? Was ist dran an der iWatch oder dem Apple-Fernseher?

Die Aktionäre reagieren auf alle Fälle nervös, die Aktie rauscht in die Tiefe.

@okonow – Neues aus dem Führerstand

Ein Vogel, eine defekte Oberleitung und ein im Tunnel liegen gebliebener ICE  haben Oliver Konow zu unerwarteter Prominenz verholfen. Es fing alles damit an:

Was folgte, war Kundenkommunikation im besten Sinne. Besitzer eines Smartphones, die des Twitterns mächtig sind, konnten mit ihrem Lokführer kommunizieren, während sich die Bahn stundenlang mühte, die Fahrgäste aus der misslichen Lage zu befreien.

Doch damit nicht genug, plauderte der Vieltwitterer Konow (über 22.000 Tweets) auch noch ein wenig aus dem Nähkästchen, ließ kein gutes Haar an der Technologie, so etwa:

Die spannende Frage ist, wie das wohl sein Arbeitgeber, die Deutsche Bahn, findet, dass ein Lokführer ihres Schnellzug-Flaggschiffs so über die eigenen Züge redet. Die Konzernkommunikation der Bahn sieht nämlich eigentlich anders aus. Wer als Journalist an Mitarbeiter herantritt, wird meist an die Pressestelle verwiesen. Dort gibt es professionelle Auskünfte. Offene Worte, wie sie Konow gebraucht, sind selten bis gar nicht zu hören.

Offenbar fand das die Bahn deshalb auch nicht so gut, denn die Nachfragen der Presse,  die eine Heldensaga witterte, wollte Konow am Tag danach dann doch nicht mehr beantworten.

Es ist zumindest bemerkenswert, welche Blüten die Möglichkeiten sozialer Netzwerke treiben. Der Autor der Tweets macht sich zumindest keine Illusionen über die Dauer seiner Twitter-Prominenz:

Wer mehr über die Tweets aus dem Führerstand des ICE lesen möchte, findet bei der Rhein-Zeitung eine Zusammenstellung.

Google Reader: Ende mit Schrecken

Google macht seinen Reader-Dienst im Sommer dicht. Alles kein Problem, trompetet die Fachpresse. Doch auch wenn es längst schönere Programme für RSS-Feeds gibt, bleibt doch eine Lücke: Kaum eine Lösung ist cloud-fähig. Und für die wenigen, die es sind, gibt es keine Apps.

Das größte Missverständnis in der ganzen Debatte um den Google Reader ist die Reduzierung des Dienstes auf ein Programm zum Lesen von News-Feeds. In Wirklichkeit nutzt wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Nutzer das in die Jahre gekommene Webinterface des Google Reader. In Wirklichkeit war Google mit seinem Reader nämlich den Clouds dieser Welt einen Schritt voraus: Es war eine Plattform, um seine RSS-Feeds auf verschiedenen Geräten synchron zu halten. Genau deshalb war es bei so vielen Apps eine Voraussetzung für den Betrieb. Der Reader war Gold wert.

Genau das fehlt ab Sommer. Und eine griffige Alternative ist nicht in Sicht. Wer für 30 US-Dollar Fever auf seinem eigenen Webserver installiert, erhält bestenfalls einen Abklatsch des Google Reader. Das Feature, heiße Themen besonders hervorzuheben, ist zwar nett. Für den täglichen Nachrichtenkonsum ist es jedoch belanglos. Aggregatoren wie Techmeme und Filtr können das längst viel besser. Sie sind aber kein Ersatz für RSS-Reader, die ja individuelle Vorlieben ermöglichen.

Die Sorge von Kai Biermann auf Zeit Online, dass das offene Internet nun am Ende ist, bleibt natürlich auch bei genauerer Betrachtung Unfug. Zum einen war und ist Google niemals ein Synonym für Offenheit gewesen. Ansonsten würden wohl kaum hochwertige Blogs in der Google-Suche unter den Tisch fallen, während eine ganze Branche von SEO-Schreihälsen sich Top-Rankings herbeimanipuliert.

Auch ist der RSS-Standard als solches nicht gefährdet. Soziale Netzwerke sind nicht ansatzweise eine Alternative, zumal Facebook ja auch meint, seine Nutzer in punkto Relevanz in der Chronik bevormunden zu müssen, was dazu führt, dass Facebook vollkommen ungeeignet ist, einen umfassenden Nachrichtenüberblick zu gewinnen.

Nein, das Problem ist stattdessen, dass eine riesige Lücke entsteht.

Es braucht dringend eine neue Plattform, die mittels API offen für möglichst viele Apps und Webdienste ist.

Google nimmt die einzig belastbare RSS-Cloud vom Netz – das ist das Problem. Und eine gute Lösung ist nicht in Sicht. Die Zeit wird knapp.

Fritz!DECT 200 – Die beste Zeitschaltuhr, die wir je hatten

AVM FRITZ!DECT 200 Stehlampe

Das Fritz!DECT 200. Foto: (c) AVM

Das Fritz!DECT 200 ist ein Zubehörteil für die beliebte Fritzbox von AVM. Mit dem Gerät kann der Stromverbrauch gemessen werden. Und nicht zuletzt handelt es sich um die beste Zeitschaltuhr, die wir je gesehen haben.

Braucht man sowas? Diese Frage stellt sich vielen sicherlich beim “Fritz!Dect 200”, einem kleinen Steckdosenaufsatz, den wir einige Wochen getestet haben. Von außen betrachtet sieht das DECT!200 wie ein Powerline-Adapter aus. Diese Geräte bauen bekanntlich über das Stromnetz ein kleines Heimnetzwerk auf.

Doch der äußerliche Eindruck täuscht: Stattdessen handelt es sich um Gerät, an das über die eingebaute Steckdose andere Stromverbraucher angeschlossen werden können, die der Nutzer ferngesteuert ein- und ausschalten kann. Zudem ist es möglich, mit der kleinen Box den Stromverbrauch zu messen.

Dabei ist zunächst einmal zu beachten, dass das Gerät ein Zubehörteil ist und nicht eigenständig funktioniert. Voraussetzung ist eine Fritzbox, die den Funktelefoniestandard DECT unterstützt und auf der mindestens die Betriebssystemsoftware Fritz!OS 5.50 installiert ist. Da die Fritzbox als DSL-Router weit verbreitet ist und von vielen Internetanbietern zum neuen Anschluss kostengünstig dazu gegeben wird, kommt das “Fritz!DECT 200” für viele in Betracht.

Die Systemvoraussetzungen lassen es erahnen, dass zur Steuerung des Geräts via verschlüsseltem DECT-Funk eine Verbindung zur Fritzbox aufgebaut wird. Via Webbrowser kann das “DECT!200” in dem Konfigurationsmenü der Fritzbox eingestellt werden. Leider ist der Menüeintrag etwas schwer zu finden. Der Nutzer schaut bei DECT vergeblich nach – das Gerät verbirgt sich stattdessen in der Rubrik “Heimnetz”.

Zusätzlich gibt es am Gerät selbst zwei Knöpfe, die zugleich als Statusleuchten eingesetzt werden. Darüber kann der angeschlossene Stromverbraucher per Hand ein- und ausgeschaltet werden bzw. die DECT-Verbindung zur Fritzbox aktiviert werden.

AVM vermarktet den kleinen Helfer unter dem Begriff “Smart Home”. Das ist vielleicht ein bißchen zu viel der Ehre, denn im Ergebnis kann ja nur ein Gerät ferngesteuert werden, sofern der Nutzer nicht noch weitere DECT!200 dazukauf.

In der “Energieanzeige” wird mit einem Balkendiagramm angezeigt, wie viel Spannung und wie viel Watt ein angeschlossenes Gerät verbraucht. Die Diagramme können für die vergangenen zehn Minuten, für 24 Stunden, ein Monat und ein Jahr ausgegeben werden. Interessant ist bei vielen Stromverbrauchern vor allem, wie viel Energie sie auch im Stand-by-Modus verbrauchen. Wer es genau wissen möchte, kann sich auch gleich den Ausstoß von Kohlendioxid, der zur Erzeugung der Energie nötig ist und die individuellen Energiekosten anzeigen oder per Push-Mail zusenden lassen.

Die Verbrauchsmessungen sind gut und schön, doch irgendwann weiß der Nutzer ja, was er verbraucht.

Dann wäre da aber glücklicherweise noch die zweite Spezialität des “DECT!200” – eine unglaublich facettenreiche Zeitschaltuhr. Der Nutzer kann die angeschlossenen Geräte beispielsweise per Fernsteuerung, zu bestimmten Zeiten, nach einem individuellen Google-Kalender, den jeweiligen Sonnenaufgangs- und Untergangszeiten in der Region und anderen Zeitmustern ein- und ausschalten. Für jeden, der sich in der Weihnachtszeit über manuelle Zeitschaltuhren für die Innenbeleuchtung ärgert, ist das Gerät ein Traum. Doch auch zum Vortäuschen von Aktivitäten in einem Haus, etwa während eines Urlaubs, eignet sich das Gerät angesichts seiner vielen Möglichkeiten perfekt.

Für 60 Euro ist das DECT!200 keine ganz preisgünstige Technikspielerei. Geräte, um den Stromverbrauch zu messen, gibt es sicher auch günstiger. Zudem verbraucht das DECT!200 selbst auch Strom – laut Hersteller sind dies 0,9 bis 1,5 Watt.

Interessant ist aber die Zeitschaltuhr – wer es besonders komfortabel haben möchte, könnte an diesem Zubehörteil zur Fritzbox schnell Gefallen finden.

Neue Folge des wasgehtApp podcasts – Julia goes USA

wasgehtapp-podcastDie zweite Folge des wasgehtApp podcasts ist ab sofort abrufbar. Julia berichtet darin über ihre USA-Reise, die sie im Februar/März 2013 unternommen hat. Gemeinsam sprechen wir über amüsante, angenehme, aber auch bedenkenswerte Eigenheiten Amerikas.

Nach der Premierensendung im Februar melden wir uns jetzt im März zurück und entkräften etwaige Zweifel, dass der wasgehtApp podcast eine Eintagsfliege ist.

Stattdessen haben wir uns nämlich eine Menge vorgenommen. In kommenden Sendungen wollen wir zum Beispiel mit interessanten Gästen sprechen. Wir haben auch schon allerlei Themenideen entwickelt – es gibt also viele Gründe zur Vorfreude.

Aktuell beschäftigen wir uns mit den USA.

Dazu aus dem Inhalt:

Thema Nummer 2: ”Do they have free Wi-Fi?” – Julia goes USA

Die USA sind für viele das Land der Träume – und doch löst einiges bei Europäern Kopfschütteln auf und will so gar nicht zur Traumwelt passen. Julia war dieses Jahr für vier Wochen in den Staaten. Sie hat große Städte an der Ost- und der Westküste besucht, mit vielen Menschen gesprochen und viele interessante Eindrücke gesammelt, die sie in dieser Folge im Gespräch mit Malte (3 USA-Reisen) erörtert.

Der Bogen der Themen reicht von der Wi-Fi-Situation, die wesentlich besser als in Deutschland ist, über die Werbekultur in Bussen, die Qualität des Festnetzes und öffentliche Verkehrsmittel vs. Autos. Wir sprechen außerdem über die Rolle der Medien in den USA, das Fernsehen, Ernährung, Arztbesuche und Wegwerfkultur.

Wenn Euch der Podcast gefällt, teilt es gerne der restlichen Welt mit. Natürlich freuen wir auch über Feedback!

Hier geht’s direkt zum Podcast: podcast.wasgehtApp.com
Außerdem gibt es die Folgen auch bei iTunes.

Wer den Podcast-Feed direkt laden möchte, findet ihn unter http://podcast.wasgehtapp.com/feed/podcast/

Eine Minute im Internet (Infografik)

Eine Minute im Internet (Infografik)

 

Der Internetversender Zalando zeigt im Fernsehen aktuell einen amüsanten Werbespot, bei dem ein Mann in seinem Garten mit seiner Schaufel die DSL-Leitung trifft und prompt sprudeln allerlei Waren aus der Erde – selbstverständlich alles Zalando-Produkte.

Im echten Leben sprudelt wohl nichts aus der Erde. Gleichwohl gibt es diese Warenströme, die jede Minute des Tages im Netz kursieren. Die obige Infografik zeigt auf, was in einer Internet-Minute passiert.

Quelle: Intel.com

CeBIT – Hinfahren oder sein lassen?

CeBITNoch bis Samstag findet in Hannover die CeBIT statt. Die einst bedeutsamste Computermesse der Welt erfindet sich fortwährend neu und ist sich dabei doch jedes Mal erstaunlich ähnlich. Sind Messen eigentlich überholt oder lohnt es sich doch, hinzufahren?

Die CeBIT in Hannover hat ein schwieriges Verhältnis zum Internet. Auf der einen Seite sank mit dem Aufstieg des weltweiten Datennetzes die Relevanz der Messe. Das hat nichts mit der CeBIT im speziellen zu tun – es ist einfach nur so, dass die so genannten Endnutzer, die seinerzeit dafür verantwortlich waren, dass die Besucherzahlen fast die Millionenmarke knackten, heute Informationen günstiger und  schneller über das Internet beziehen können. Früher mussten Interessierte schon auf die Fachpresse vertrauen oder auf eine Messe gehen. Heute gibt es all das bequem im Wohnzimmer. Nur das Anfassen von Technik funktioniert so natürlich nicht. Wie praktisch, dass Hardware heute keine ganz so große Rolle mehr spielt.

Auf der anderen Seite liebt die CeBIT das Internet. Vergangenes Jahr beschäftigte sie sich mit Cloud Computing. Dieses Thema war ein Glückstreffer – die Verantwortlichen hatten das Trendthema richtig erkannt. Mittlerweile nutzen immer mehr Menschen Dienste wie Dropbox, iCloud und Co. Dass die dazugehörigen Firmen meist gar nicht auf der Messe waren – Nebensache.

Ob allerdings die “Shareconomy” auch so ein Treffer wird, gilt es abzuwarten. Carsharing und Bikesharing sind ja eher Großstadttrends. Dort, wo Parkraum knapp, öffentliche Verkehrsmittel reichlich und Lebenshaltungskosten hoch sind, braucht es nicht unbedingt ein Auto. Wenn doch einmal ein Großeinkauf ansteht, fährt es sich mit Carsharing besser. Doch funktioniert das auch in der Fläche? Ist also die “Shareconomy” ein flächendeckender Trend? Natürlich sind die genannten Beispiele nur ein Teilaspekt. Ob das Thema aber greift, kann übergreifend in Frage gestellt werden (siehe dazu auch meine Überlegungen auf WZonline.de).

Lohnt es sich also nicht, zur CeBIT zu fahren? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Gerade für Fachbesucher gibt es augenscheinlich schon gute Gründe hinzufahren. Die CeBIT war immer schon eine Messe voller Messen. Spezialisierung ist das Zauberwort. Der Messebummel für den allgemein Interessierten lohnt sich jedoch kaum.  Die Sache mit dem Leitthema ist – da gebe ich den Kollegen von Geek-Week recht – ohnehin für kaum jemanden ein Grund, deshalb zur Messe zu fahren.

Andreas Winterer hat bei Hyperland ein Plädoyer für die CeBIT geschrieben – interessant ist daran vor allem die Beschreibung die Messe, die sehr treffend ist.

Sein Fazit lautet: Ja, es lohnt sich.

Windows 8 stimuliert die Kreativität der Hardwarehersteller. Dell hat mit dem XPS 10 ein Hybridgerät zwischen Tablet und Notebook herausgebracht.

Unter dem Strich ein Gerät, das sehr an das Microsoft Surface erinnert, allerdings in punkto Stabilität besser abschneidet, weil sich die Notebook-Kombination zum Beispiel auch auf den Knien nutzen lässt. Der Preis dafür ist ein höheres Gewicht und das Surface kann schneller umgebaut werden.

Als reines Tablet überzeugen die Windows 8-Geräte nicht so recht: Probleme bleiben das hohe Gewicht, verglichen etwa mit dem aktuellen iPad, und die Aufteilung von Windows 8 in die moderne Kacheloptik und die für Tabletsteuerung zu kleine Desktop-Oberfläche.

Google Glass – das nächste Gadget, das die Welt verändert?

Technologien, die das Potenzial haben, die Welt zu verändern, kündigen sich meist mit einem Bauchgefühl an. Was mögen jene gefühlt haben, die damals die erste Satellitenübertragung oder die erste Farbfernsehübertragung live erlebten? Und wer damals die ersten D-Netz-Handys und das erste iPhone in den Händen hielt, wird zwar kaum gewusst haben, was da für eine Welle auf die Welt kommt, wohl aber, dass diese Geräte ein neues Lebensgefühl erzeugen.

Doch was kommt als nächstes?

Ein potenzieller Kandidat für “The Next Big Thing” kommt aus dem Hause Google und nennt sich Glass. Es handelt sich um eine Brille, die mit einem kleinen Gerät versehen ist, das virtuelle Anzeigen direkt in das Auge des Betrachters projizieren kann. Gesteuert wird die Technik mittels Sprache.

Es geht also weniger um eine Revolution der Dienste, als vielmehr um die Art, wie wir sie nutzen. Nun mag man Siri nicht für den großen Durchbruch halten. Es gibt aber nicht wenige Nutzer, die mit der Spracherkennung durchaus ihre To-Do-Listen und Kalender pflegen, mitunter auch mal einen Anruf starten oder eine SMS versenden.

Mit Google Glass könnte nun auch eine Technologie hinzukommen, die das leidige Problem des Abgelenktseins durch ein Gerät aus der Welt schafft. Ein Gerät, das Debatten über die optimale Bildschirmgröße überflüssig macht.

Joshua Topolsky, Chefredakteur von “The Verge”, hat derzeit Gelegenheit, Google Glass einem Langzeittest zu unterziehen. Sein erster Bericht zeigt das Zusammentreffen mit zwei Google-Verantwortlichen.