iPhone SE im Test: Klein und sehr fein

iPhone SE

Die Deutschen lieben ihr Handy. Nirgendwo in der Welt gibt es diesen englisch klingenden Begriff. Die Briten sprechen vom Mobiltelefon, die Amerikaner sogar recht technisch vom Cell Phone in Anlehnung an die Zellenstruktur vom Mobilfunknetz. Warum ist das? Weil das Mobiltelefon in den 1990er-Jahren so schön klein war und mit jedem Modell kleiner wurde. Das änderte sich schlagartig mit den Smartphones. Und es ging so weiter, dass wir seit dem Jahr 2007 eine schleichende Vergrößerung erleben. Nicht ohne Grund werden aktuelle Großmodelle in Anlehnung an ihr Tablet-Format auch schon mal “Phablets” genannt.

Im Jahre 2016 erleben wir aber eine große Firma in Kalifornien, die sich mit einem kleinen Gerät gegen diesen Trend stemmt. Apple hat das iPhone SE auf den Markt gebracht. SE steht für Special Edition. Und ist wahrlich etwas Besonderes in der Landschaft der Großgeräte: Es ist bis auf Kleinigkeiten genauso leistungsfähig wie das aktuelle Topmodell iPhone 6s und das ist einem wesentlich kleineren Gehäuse: Eine beeindruckende Ingenieursleistung.

Die Frage, die uns zum Beginn einer zweiwöchigen Testphase beschäftigte, war aber: Ist ein Gerät mit Vier-Zoll-Display heute noch zeitgemäß? Oder sind wir durch die größeren iPhones und Mitbewerber-Geräte schon “versaut”. „iPhone SE im Test: Klein und sehr fein“ weiterlesen

Auf einen zweiten Blick: Gigaset Elements

Gigaset Elements

Es ist selten geworden, aber wenn den Verbraucher heutzutage im Zusammenhang mit technischen Geräten etwas erfreut, dann ist es die Beständigkeit einer Investition. Dies ist angesichts nahezu halbjährlicher Produktzyklen eher selten geworden, aber für den Bereich Smart Home scheinen noch andere Regeln zu gelten. Dies hat aber auch mit dem Erlösmodell zu tun. Gigaset bietet Zusatzdienste wie eine Videoüberwachung übers Netz für einen monatlichen Aufpreis an. Das reduziert den Druck, immer wieder neue Hardware an den Mann zu bringen. Andererseits hatte man das System technisch augenscheinlich aber auch gleich für die Zukunft ausgelegt.

So haben wir also Gigaset Elements schon einmal, vor einigen Jahren, an dieser Stelle vorgestellt. Dass das Sicherheitssystem hier ein zweites Mal Thema ist, hat damit zu tun, dass Gigaset zwischenzeitlich stark an der Software gefeilt hat. Überdies gibt es noch weitere Sensoren und Elemente, die nachträglich hinzugefügt werden können, so dass ein zweiter Blick lohnt. „Auf einen zweiten Blick: Gigaset Elements“ weiterlesen

iPad Pro: Große Klasse

 

Mit dem iPad Pro kommt Apple buchstäblich ganz groß raus. Dank des Pencils ist das 12,9-Zoll-Gerät vor allem eine Verneigung vor den kreativen Käufern. Aber auch für den mobilen Filmgenuss ist es einfach großartig. Ein Test.

Das iPad Pro war mir kurz nach seiner Präsentation zunächst suspekt. Wer braucht so ein riesiges Tablet, das die Grenzen der Klasse der mobilen Geräte aufweicht, ja, sie grob überschreitet? Gibt es dafür nicht Notebooks? Und auch die erste Begegnung mit dem iPad Pro in einem  Elektronikmarkt endete mit Zweifeln: In die Hand genommen, ist es gewaltiger als auf Bildern. Das iPad Air, bislang das Maß der Dinge in punkto Größe, sieht dagegen wie ein Mini aus. Und auch in punkto Gewicht ist das Tablet ein Kaliber: Wer schon das erste iPad sein Eigen nannte, kann es sich ungefähr in dieser Kategorie vorstellen (Technische Daten bei Apple). „iPad Pro: Große Klasse“ weiterlesen

Liebe zum Detail: Der iMac mit Retina 5K Display im Test

Der iMac mit Retina 5K Display - Foto: (c) Apple
Der iMac mit Retina 5K Display – Foto: (c) Apple

In der Entwicklung des Desktop-Computers gab es viele Stationen: Besonders in Erinnerung bleiben im kollektiven Gedächtnis aber vor allem die Fortschritte in der grafischen Darstellung. Der erste Farbmonitor, größere Bildschirme und höhere Auflösungen waren gefühlt meist  größere Verbesserungen als etwa neue Geschwindigkeitsrekorde bei Prozessoren oder eine leistungsstärkere Grafikkarte.

Und mit Computern die Gefühle der Anwender anzusprechen, das versteht kaum ein Hersteller besser als Apple. Folglich musste sich der Tester auf ein Erlebnis gefasst machen, als der neue iMac mit Retina 5K-Display vor ihm stand. Schon die Verpackung mit der aufklappbaren Frontseite signalisiert einem, dass sich da ein kleiner Star präsentiert. Der Aufbau ist denkbar einfach und besteht lediglich aus dem Einstecken des Stromkabels. Die mitgelieferte Aluminiumtastatur und die Magic Mouse kommunizieren per Bluetooth mit dem Gerät. Die Ersteinrichtung besteht aus wenigen Schritten und schon präsentiert der iMac einem das, was ihn so signifikant von seinen gleich aussehenden Vorgängermodellen unterscheidet.

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Rezension – Raspberry Pi: Der praktische Einstieg

Raspberry Pi: Der praktische EinstiegMeine erste Internetverbindung stellte ich 1996 noch unter Windows 3.11 mit Trumpet Winsock her. Das Modem musste ich mittels des Kommandos ATDT (zum Wählen) selbst ansteuern. Und was eine PPP-Verbindung ist, gehörte auch zum Grundwissen.

Wer heute mit Technik aufwächst, erlebt eigentlich perfekte Zeiten, weil er oder sie Technik nutzen kann, ohne erstmal zu verstehen, wie sie funktioniert. In den Pionierzeiten des PCs war das noch anders. Wer damals unter DOS arbeitete oder Mitte der 1990er gar ins Internet wollte, kam um Hard- und Softwarekenntnisse nicht herum.

Doch diese veränderten Bedingungen haben auch ihre Nachteile. Wer nicht mehr weiß, wie die Technik im Hintergrund funktioniert, kann auch schwieriger Probleme lösen. Und Hand aufs Herz: Das Tüfteln machte ja auch eine Menge Spaß.

Mit dem Raspberry Pi ist offenbar das Interesse an den Vorgängen im Gehäuse wieder sprunghaft gewachsen. Der Einplantinenrechner erlaubt das spielerische Kennenlernen von Kommandozeilen, Programmiersprachen und Hardwareaufbauten. Das Spektrum der Möglichkeiten ist nahezu unbegrenzt, wie mannigfaltige Basteleien im Netz zeigen. Aber ebenso schwierig ist es folglich auch, ein Buch darüber zu schreiben, das diesem Technikbaukasten gerecht wird.

Daniel Kampert hat sich der Herausforderung gestellt. Mit seinem Buch „Raspberry Pi – der praktische Einstieg“ (19,90 Euro), das im Rheinwerk Verlag (ehemals Galileo Press) erschienen ist, führt er auf 359 Seiten indie facettenreiche Welt des Bastelcomputers ein. Und um das Fazit vorwegzunehmen: Genauso wie der Raspberry Pi Grundlage für viele tolle Technikideen ist, bereitet das Buch dem Nutzer den Weg, diese in die Tat umzusetzen.

Zunächst wird die Installation des Linux-Betriebssystems beschrieben, um dann wesentliche Grundlagen der Open-Source-Software zu vermitteln. Wer mit dem Pi nichts erfinden, sondern ihn zum Beispiel als Mediacenter einsetzen möchte, findet auch entsprechende Anleitungen.

Wirklich spannend ist es aber vor allem, selbst etwas zu erschaffen. Die nötigen Grundkenntnisse in der Programmiersprache Python er- möglichen den Einstieg. Der reich bebilderte Hardwareteil mit dem Aufbau von Schaltungen lässt dann auch LEDs aufleuchten oder Kameralinsen Fotos machen. Wer sich dort durchgearbeitet hat, fürchtet auch Schnittstellen wie GPIO und UART nicht mehr.

Unter dem Strich gibt es natürlich viel mehr zu lernen und zu vertiefen. Wer jedoch einen Pi vor sich liegen hat, ohne zu wissen, was damit möglich ist, oder wer mit dem Kauf liebäugelt, der findet in diesem Buch einen guten Begleiter für die erste Zeit.

Rheinwerk Verlag: Raspberry Pi – der praktische Einstieg, 19,90 Euro 

Netatmo Wetterstation – Besser als der Blick aus dem Fenster

Eine Wetterstation fürs Smartphone – das klingt zunächst wie ein Widerspruch, denn eigentlich kann ja jedes Smartphone das aktuelle Wetter anzeigen. Apple, Google und Microsoft haben entsprechend vorgesorgt. Und in den verschiedenen App Stores tummeln sich Dutzende, ja hunderte von kostenlosen und kostenpflichtigen Alternativen. Warum also für eine dreistellige Summe selbst investieren?

Die Basis der Netatmo Wetterstation
Die Basis

Doch aufmerksame Beobachter des Wetters wissen die Antwort: Kein Wetterbericht ist präzise wie der Blick aus dem eigenen Fenster. Und mit der Netatmo Wetterstation wird dieser Blick noch besser und präziser. Ich habe die Station zwei Wochen lang für wasgehtApp.com unter die Lupe genommen.

Das Basisset besteht aus zwei unterschiedlich großen Aluminiumzylindern und einem Stromkabel. Der größere Zylinder, die Basisstation, wird im Haus platziert und mit dem Stromnetz verbunden. Der kleinere Zylinder wird außen aufgestellt. Er ist per Funk mit der Basis in Kontakt und wird von zwei AAA-Batterien betrieben, die wettersicher im Inneren mit Schrauben versiegelt werden. Sie sollen bis zu einem Jahr ausdauern. Mit einem mitgelieferten Band kann der Sender beispielsweise auch an einen Pfahl per Klettverschluss befestigt oder per Schraube angedübelt werden. Entscheidend ist, dass dieser Sender trocken und im Schatten aufgestellt wird. Ein geeigneter Standort sollte idealerweise vor dem Kauf ausgesucht werden. Die Reichweite beträgt laut Hersteller 100 Meter. In unserem Test zeigte sich, dass Häuserwände die Reichweite verringern können.

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Nokia Lumia 830: Knallig bunt und doch konservativ

Knallig bunt und doch konservativ: Das ist zweifelsfrei ein Widerspruch. Aber Microsoft liebt offenbar Widersprüche. Beim Betriebssystem Windows 8 geben sich Touch-Oberfläche und Mauszeiger-Desktop die Klinke in die Hand. Und auch beim Smartphone treffen zwei Welten aufeinander: Das Nokia Lumia 830 im Test.

Nokia Lumia 830 im Test
Nokia Lumia 830 im Test

Dem Aussehen von Mobiltelefonen hat es genützt, dass viele Smartphonehersteller Akkus und Speicher fest verbauen. Der Preis für die Schönheit ist jedoch eine begrenzte Lebenszeit. Wird der Speicher knapp, leidet die Freude. Macht gar der Akku schlapp, ist das Gerät oft ein Fall für den Elektroschrott oder Bastler. Austauschen oder Erweitern? Oft nicht möglich.

Das Lumia 830, das noch unter dem Namen Nokia verkauft wird (in Zukunft Microsoft) erfreute im Test mit Erinnerungen an alte Zeiten, weil Akku und Speicherkarte noch austauschbar sind. Für den Verschluss sorgt eine fragil wirkende, aber angebracht doch überaus stabile Plastikabdeckung auf der Rückseite. Und dass die nicht nur zweckmäßig ist, sondern auch zur Schönheit beitragen kann, unterstreicht Nokia mit der Farbauswahl. In unserem Falle war die Klappe nämlich quietschbunt in der Farbe orange. Wer damit auffallen will, hat leichtes Spiel.

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Gigaset Camera: Augen auf für mehr Sicherheit

Lange wurde sie in Aussicht gestellt, jetzt ist sie endlich da: Die Camera von Gigaset Elements. Weil sie sich deutlich von den restlichen Sensoren abhebt, habe ich mir diese Ergänzung in einem mehrwöchigen Test genauer angesehen.

Gigaset Elements Camera
Gigaset Elements Camera

Kurz zur Erinnerung: Bei Gigaset Elements handelt es sich um ein System zur Überwachung des eigenen Hauses bzw. der eigenen Wohnung. Mittler ist dabei eine Basisstation, die per LAN-Kabel mit dem Router verbunden wird. Per Bluetooth LE können diverse Sensoren angebunden werden, etwa für Türen und Fenster oder Bewegungsmelder. Ein ausführlicher Test zu Gigaset Elements ist hier vor einigen Monaten erschienen.

Die Kamera ist nun das Tüpfelchen auf dem i des Systems, denn bislang ließen sich zwar Bewegungen und Öffnungen verlässlich erkennen. Wer oder was dahinter steckt, blieb dem Nutzer jedoch verborgen. Hierbei galt es entweder selbst nachzuschauen oder jemanden zu kennen, der schnell vorbeigucken kann.

Nun ist eine Kamera technisch ein anderes Kaliber als Sensoren, was wohl die lange Wartezeit erklärt.

Die Gigaset Camera ist ein weißes Kästchen mit Antennenstummel, das mitsamt Stromkabel und LAN-Kabel geliefert wird. Besonders praktisch ist die Stromkabelverlängerung, so dass auch eine weiter entfernt liegende Steckdose gut erreicht werden kann. Der nötige Stromanschluss unterscheidet diese Erweiterung übrigens von den anderen Sensoren, die per Batterie betrieben werden.

Einfache Installation

Ausgepackt: Das steckt im Karton.
Ausgepackt: Das steckt im Karton.

Die Installation von Camera ist wie bei den anderen Sensoren recht einfach. Für die Erstinstallation muss Camera mit dem ebenfalls mitgelieferten LAN-Kabel an den Router angeschlossen werden. Ein Code auf der Rückseite identifiziert die Camera bei der Elements Basisstation. In einem Konfigurationsdialog kann nun ein WLAN eingestellt werden, so dass das LAN-Kabel fortan entbehrlich ist.

Einmal aktiviert, signalisiert eine LED an der Vorderseite, ob die Camera einsatzbereit ist. Die Diode ist allerdings ziemlich hell, was für eine Überwachungskamera nicht unbedingt von Vorteil ist. Hier wäre es wünschenswert, dass das Leuchten abgestellt werden kann.

Zu den Besonderheiten der Kamera zählt ein Nachtsichtmodus, der mit Infrarotlicht realisiert wird. Das Bild ist dann zwar monochrom, aber dank der Infrarotstrahlen wird im Dunklen alles sichtbar. Der Nachtsichtmodus kann entweder automatisch oder in den Einstellungen manuell aktiviert werden.

Bild und Ton

Hell: Die LED an der Kamera.
Hell: Die LED an der Kamera.

Die Kamera ist auch in der Lage, Ton zu übertragen. Qualitativ dürfen hier keine Höchstleistungen erwartet werden, aber für eine Überwachungskamera reicht dies vollkommen aus und ist ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung.

Das Betrachten der Bilder erfolgt über die Elements App, die ich auf dem iPhone getestet habe, oder alternativ über die Elements-Website. Der Zugang ist sehr einfach, leider dauert es aber bis zu einer halben Minute, bis einmal ein Bewegtbild erscheint. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn zunächst einmal ein Standbild übertragen wird, zumal dies gerade beim mobilen Abruf günstiger für das Datenvolumen wäre.

Beim Betrachten der Bewegtbilder ist außerdem ein deutlicher Zeitverzug einzukalkulieren. Man sieht also nur bedingt ein Livebild – die Verzögerung beträgt bis zu einer halben Minute.

Die Frage, die man sich als Nutzer unweigerlich stellt, ist natürlich, welchen Weg die Bilder eigentlich nehmen.

Die Bilder sind von einer guten Qualität. Sie sind detailreich und erfüllen die einer Überwachungskamera vollends.

Zukunftswünsche

Für die Zukunft wäre noch eine Signalisierung wünschenswert, wenn die Kamera Bewegungen erfasst, im besten Fall gleich mit dem Pushen oder Versenden eines Standbilds. Ein späteres Abrufen der Aufnahmen ist derzeit nämlich nicht möglich. Dies wäre für eine Überwachungskamera aber unerlässlich, da nicht immer gewährleistet, dass man als Nutzer gerade Zeit hat, live nachzuschauen.

So bleibt unter dem Strich noch einiges an Potenzial für Verbesserungen, die aber dank der nachrüstbaren Software allesamt noch nachgeliefert werden können. Gigaset Elements hat hier in der Vergangenheit schon bewiesen, dass man noch neue Funktionen nachliefert.

Was gefällt, ist das bekannt harmonische Zusammenspiel der Komponenten und die einfache Bedienbarkeit des Systems. Hier ist Camera vielen Einzelkameras überlegen, zumal die Kombination mit den Sensoren ein Alleinstellungsmerkmal ist. Auf jeden Fall ist Camera eine praktische Ergänzung, auf die es sich gelohnt hat, zu warten.

Gigaset Elements Camera, ca. 150 Euro (UVP)
(bei Amazon.de kaufen)


iPhone 6 / iPhone 6 plus im Test: Eine Frage des Formats

Das iPhone 6 (li.) und das iPhone 6 Plus. Foto: (c) Apple
iPhone 6 (li.) und  iPhone 6 plus.

Größe war bei den Mobiltelefonen jahrelang verpönt. Immer kleiner zu werden, das war das erklärte Ziel der Hersteller. Die ersten Handys, wenn man sie denn aus heutiger Sicht noch so nennen mag, waren klobig, groß und unhandlich. Rund um die Jahrtausendwende waren dann die Klapphandys groß in Mode. Bildschirm und Tastatur waren eh schon klitzeklein. Indem man sie praktisch zusammenklappen konnte, konnte die Gerätegröße noch einmal um die Hälfte reduziert werden (wenn auch mit Abstrichen bei der Tiefe).

14 Jahre später geht die Entwicklung in die umgekehrte Richtung. Mit den Smartphones wurden die Mobilgeräte wieder größer, da das mobile Internet nur ab einer bestimmten Bildschirmgröße Freude bereitet. Dafür wurde die Hardwaretastatur eingespart. Das Format des ursprünglichen iPhones mit 3,5 Zoll war in der Hinsicht ein guter Kompromiß zwischen Mobilität, nötiger Bildschirmgröße und am Anfang auch der technischen Machbarkeit.

Dass anfangs kaum einer nach größeren Bildschirmen verlangte, lag aber auch daran, dass die Nutzer sich in dieser neue Welt erst einmal einleben mussten. Heutzutage ist das Kommunikationsverhalten ein ganz anderes als im Jahre 2007. Hinzu kommt, dass das mobile Internet heute schneller und günstiger ist. Damit steigt die Nutzungsdauer und es wächst folglich auch der Wunsch nach größeren Bildschirmen. Das bisherige Format kam aus der Mode, weil es bei längerer Nutzung anstrengend für die Augen ist. Seither gehen die Mobilgeräte wieder in die Größe.

Handys werden wieder größer

Während sich andere Hersteller schon seit einiger Zeit mit immer größeren Geräten gegenseitig übertrumpfen, zierte sich Apple einige Zeit und machte mit dem iPhone 5 zunächst nur ein Zugeständnis an die Höhe. Mit dem neuen iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus ist nun klar: Die Zukunft ist groß und größer. Der Sprung vom 4-Zoll-Bildschirm (5S) zum 4,7- (iPhone 6) bzw. 5,5-Zoll-Format (iPhone 6 Plus) ist gewaltig.

Wer künftig weiterhin an neuen Betriebssystemversionen, besseren Kameras, schnelleren Prozessoren und neuen Funktionen teilhaben möchte, muss für sich entscheiden, welches Format besser gefällt. Ich habe beide Formate einem einwöchigen Test im Alltag unterzogen.

Das Äußere

Das iPhone 6 liegt besser in der Hand als das iPhone 5S, weil es mit seinen Rundungen ein Handschmeichler im Stile der früheren 3G-Modelle ist, zugleich aber die Wertigkeit des Designs der danach folgenden Modelle beibehält. Die Mischung aus Gewicht (129 Gramm), Dicke (6,9 Millimeter) und Materialien (Glas, Metall) wirkt gut aufeinander abgestimmt. Das iPhone 6 bringt 17 Gramm mehr auf die Waage als sein Vorgänger, doch angesichts des gleichzeitigen Größenzuwachses macht sich das kaum bemerkbar. Alleine dadurch, dass das Gerät so dünn ist, wirkt es wie ein Fliegengewicht.

Das iPhone 6 Plus ist da schon ein anderes Kaliber: Neben dem größeren Format von 15,8 mal 7,78 Zentimetern wiegt es 172 Gramm. Es fühlt sich damit in jeder Hinsicht massiver in der Hand an.

Beim Display stellt sich rasch der Effekt ein, den schon Wechsler beim Übergang vom iPhone 4S auf das iPhone 5 festgestellt haben: Am Anfang wirkt die neue Größe etwas ungewohnt, doch nach einiger Zeit möchte man nicht mehr zurück. Beeindruckend ist die hohe Auflösung von 1334 mal 750 Pixeln beim iPhone 6 und 1920 mal 1080 beim iPhone 6 Plus.

Welches Format ist das Richtige?

Bei der Frage, welches Format für einen das richtige ist, sollte man sich vor allem davon leiten lassen, wie man das Gerät später transportieren möchte. Das iPhone 6 Plus sprengt jede Hemdtasche und es ist auch für die Jeans schon fast zu groß (wenngleich die Netzdebatte über die angeblich leichte Verbiegbarkeit in die Märchenwelt gehört). Die Freude über den großen Bildschirm geht folglich mit Kompromissen bei der Mobilität einher. Dafür ist der Bildschirm allerdings auch deutlich größer als jedes bisherige iPhone, was gerade Dauernutzer zu schätzen wissen.

Das iPhone 6 hat für mich hingegen genau das richtige Format. Es liefert ein Mehr an Bildschirm und kann trotzdem gut mitgenommen werden. Damit ist das, was vorher gut war, rückblickend nicht schlecht geworden. Es ist einfach nur folgerichtig, dass Apple diesen Weg, der mit dem iPhone 5 begonnen wurde, weiter gegangen ist.

Dass Apple trotzdem beide Formate auf den Markt gebracht hat, ist damit zu erklären, dass das 5,5-Zoll-Format eher als das iPhone 6 als Hybrid zwischen Smartphone und Tablet bezeichnet werden kann. Damit dürfte es jenen Nutzern entgegenkommen, denen ein Tablet zu groß ist, die aber mit dem Smartphone so intensiv arbeiten, dass sie ein möglichst großes Display benötigen. Apple hat das Gerät softwareseitig deshalb auch mit der Fähigkeit ausgestattet, dass der Homescreen und viele System-Apps im Querformat genutzt werden können.

Beide Formate haben gemeinsam, dass die Ein-Hand-Bedienung an ihre Grenzen kommt. Apple hat zwar eine praktische Funktion eingebaut, die durch zweimaliges Antippen des Touch-ID-Sensors die obere Hälfte der Bildschirmanzeige nach unten schnellen lässt. Trotzdem reicht mein Daumen selbst dann manchmal nicht an den linken Bildschirmrand.

In wachsender Zahl unterstützen auch Dritt-Apps die neuen Größen, womit sich der Vorteil des neuen Formate zunehmend entfaltet. Alte Apps werden hochgezoomt, was beim iPhone 6 kaum, beim 6 Plus aber deutlich auffällt.

Das Innere

Die neuen Größen haben den angenehmen Nebeneffekt, dass die Akkus mehr Platz finden und entsprechend leistungsfähiger sind. Andererseits sind Bildschirme die größten Energieverbraucher bei Mobilgeräten, was den Zuwachs an Akkulaufzeit wieder etwas aufhebt.Besonders das iPhone 6 Plus hielt bei uns trotz hoher Beanspruchung locker zwei Tage ohne Aufladekabel durch.

Bei den Zuwächsen in der Prozessorleistung scheint hingegen allmählich der Gipfel erreicht zu sein. Für die hauptsächlich verwendeten Anwendungen war ohnehin kaum eine spürbare Steigerung zu erwarten, da die Apps bereits beim iPhone 5S sehr schnell und nahezu verzöge- rungsfrei liefen. Unterschiede sind hier nur bei sehr rechenintensiven Anwendungen zu spüren. Entscheidender dürfte ohnehin die Grafikleistung sein, die Apple stärker gesteigert hat. Hiervon sollten vor allem Spiele profitieren.

Positiv ist auch die Aufstockung des Speichers auf bis zu 128 Gigabyte, wobei damit allerdings indirekt eine Preiserhöhung einhergeht: Mit den 16 GB im Einstiegsmodell kommen Nutzer schnell an ihre Grenzen: Dafür sorgen schon HD-Videos und großformatige Fotomotive. Viele Käufer dürften damit auf ein Modell mit mehr Speicherplatz umschwenken, das teurer ist. Es wäre sicherlich sinnvoller gewesen, von der 16-32-64-Staffelung auf 32-64-128 umzuschwenken.

Die Kamera

Bei der Kamera sind gegenüber dem Vorgängermodell zwei Neuerungen erwähnenswert: Die eine ist der bessere Zeitlupenmodus für Videos. Der Unterschied zwischen bislang 120 (iPhone 5S) und jetzt 240 Bildern (iPhone 6) pro Sekunde fällt deutlich aus – dies ermöglicht grandiose Videos. Hilfreich ist auch der Einsatz so genannter Focus Pixel im neuen Modell, die den Fokus bei Videoaufnahmen ständig nachjustieren. Das iPhone 6 Plus verfügt über einen optischen Bildstabilisator. Im Ergebnis stellten wir jedoch keinen riesigen Unterschied fest, da beide Geräte sehr gute Fotos abliefern.

Fazit

Dass Apple einige seiner eisern geglaubten Standpunk te auf den Prüfstand gestellt hat, zeigt sich nicht nur bei der Größe, sondern auch bei der Software. In iOS 8 wurden ebenfalls einige festgeglaubte Zügel gelockert. Appentwickler können jetzt den Nut- zern Browser-Plug-Ins, Fotofilter, Widgets und Bildschirmtastaturen anbieten. Auch das Fingerabdrucksystem Touch ID wurde geöffnet und macht einiges einfacher.

Das Wagnis auf größere Formate zu setzen, scheint sich bislang auszuzahlen: Zehn Millionen Geräte wurden alleine am ersten Wochenende verkauft und die bisherigen Rekorde eingestellt. In der Größe – daran besteht nun kein Zweifel mehr – liegt die Zukunft.

Groß oder größer? Am Ende ist es also eine Frage des Formats.

Gigaset Elements im Test – Groß in der Sicherheit, klein im Preis

Alle paar Minuten ereignet sich in Deutschland ein Einbruch – mag die Wahrscheinlichkeit, selbst betroffen zu sein, vielleicht auch nicht so hoch sein, sorgen die ständigen Schreckensmeldungen doch für ein Unbehagen, dem man irgendwie begegnen möchte. Und hier kommt Gigaset Elements ins Spiel. wasgehtApp.com hat das Sicherheitssystem für kleines Geld einem Praxistest unterzogen.

Verpackung von Gegaste Elements
Die Verpackung von Gigaset Elements

Lohnt sich eine Alarmanlage oder ist der Kauf überzogen? Diese Frage stellen sich viele, die die Sicherheit ihrer Wohnung oder ihres Hauses erhöhen möchten. Folglich sind es vor allem wohlhabende Menschen oder solche, die schon einmal von Einbrechern heimgesucht wurden, die weniger Berührungsängste mit Sicherheitstechnik haben.

In genau diese Kerbe schlägt die Firma Gigaset mit einem vergleichsweise günstigen System, das den Einstieg leicht macht. Gigaset dürfte den meisten durch die Festnetztelefone bekannt sein. Einst eine Siemens-Sparte, steht Gigaset heute auf eigenen Füßen. Das Wissen um die Schnurlostelefone ist aber insofern von Bedeutung, da Gigaset ein Teil seines Know-Hows auch in das Alarmsystem “Elements” hat einfließen lassen.

Bewegungssensor von Gigaset Elements
Der Bewegungssensor

Bei Elements handelt es sich um ein System aus Funksensoren und einer Basisstation, das seinem Besitzer über Pushnachricht oder E-Mail auf dem Smartphone signalisiert, wenn jemand das Haus oder die Wohnung betritt. Zusätzlich kann der Nutzer auch den Status von Fenstern und Türen abrufen, die mit einem Sensor ausgestattet sind. Somit lässt sich leicht herausfinden, ob beispielsweise vergessen wurde, die auf Kipp stehende Terrassentür zu schließen. Oder ob die Haustür noch offen steht.

Das knapp 200 Euro teure Basisset enthält mit der Basisstation, einem Türsensor und einem Bewegungsmelder bereits eine gute Grundausstattung. Die Station wird mittels LAN-Kabel mit dem Internetrouter verbunden und wird mittels Netzteil mit einer Steckdose verbunden. Eine WLAN-Anbindung ist übrigens nicht möglich, so dass an einer Aufstellung am Router kein Weg vorbei führt und auch ein freier LAN-Port vorhanden sein muss.

Gigaset Elements funkt mit Ultra Low Energy

Die beiden Sensoren – der eine ein kleines Kästchen für die Tür, der andere ein Kaffeebecher-großer Bewegungsmelder – werden mit einer CR123-Batterie betrieben und kommunizieren per DECT-Funk. Das genutzte ULE-Verfahren (Ultra Low Energy) soll besonders stromsparend sein. Der Hersteller wirbt mit zwei Jahren Laufzeit, was wir bedingt durch die Kürze des Tests noch nicht bestätigen können.

In jedem Fall ist das System aber leicht installiert. Lediglich bei der Basisstation brauchte es eines feinen Schraubenziehers und ruhiger Hände, um das Fixierplättchen für die Kabel zu befestigen. Ansonsten ging alles sehr schnell und durch Zusammenstecken. Die Sensoren können mittels Klebestreifen angebracht werden. Für den Bewegungsmelder gibt es außerdem eine Halterung zum Aufstellen und die Möglichkeit des Anschraubens. Der Türsensor fällt durch seine Maße schon etwas auf beim Blick auf die Tür. Wer weiße Türen und Fenster hat, dürfte die Sensoren aber bald gar nicht mehr bemerken. Schwieriger ist die Verwendung auf Holztüren oder Türen und Fenstern in anderen Farben.

Der Türsensor
Der Türsensor

Die Sensoren für Fenster und Türen müssen mittels App kalibriert werden, damit sie Bewegungen und Öffnungen richtig erkennen. In der Regel genügt es dazu, die Tür oder das Fenster einmal auf- und zuzumachen. Bei einem Test kann die richtige Erkennung überprüft werden. Das System scheint uns sehr feinfühlig zu sein. Bei einer Tür, die nicht richtig eingerastet und folglich noch offen steht, kommt der Sensor erwartungsgemäß aber an seine Grenzen. Am Rütteln an der Tür, ob sie wirklich zu ist, führt also kein Weg vorbei. Die Sensoren können nicht in die Tür hineinschauen.

Erschrickt man sich zunächst beim Anblick der vielen Einzelteile beim Auspacken, weicht die Sorge bald der Gewissheit, dass der Aufbau nicht lange dauert. Es liegt eine gute Anleitung bei. Außerdem gibt es im Internet Anleitungsvideos, um die Installation zu verdeutlichen. Probleme gab es in unserem Falle nur, als für die Sensoren via Internet Updates installiert werden sollten. Plötzlich verstanden sich Basis und Sensoren nicht mehr. Eine Neuinstallation, die etwas umständlich war, löste das Problem jedoch. Ob das auch bei anderen Nutzern vorkommt, ließ sich im Internet nicht ermitteln – möglicherweise war es nur ein Einzelfall.

Die Erkennung von Bewegungen und der Türen läuft sehr zuverlässig. Werden Tür- und Bewegungssensor kurz nacheinander ausgelöst, erhielten wir regelmäßig eine Pushnachricht, dass wohl jemand nach Hause gekommen ist. Das ruckartige Abnehmen des Türsensors löste in unserem Test einen Warnton aus, der laut Beschreibung auch ertönt, wenn sich Einbrecher an der Tür zu schaffen machen. Auch in diesem Falle soll eine Pushnachricht rausgehen. Nutzer können übrigens auch über ein Webinterface den Status des Systems abrufen. Dies funktionierte aber im Safari-Browser im Mac nicht, in Google Chrome dagegen tadellos.

Gigaset Elements ist leicht erweiterbar

Der Hersteller verspricht für die Zukunft noch weitere Einstellmöglichkeiten. Auch ist es möglich, sich Benachrichtigungen an mehrere Mobilgeräte per Pushnachricht senden zu lassen, dass auch der Partner bzw. die Partnerin in den Genuß der Benachrichtigungen kommt.

Vorteilhaft an Gigaset Elements ist die leichte Erweiterbarkeit. Für 40 bis 50 Euro gibt es Zusatzmodule wie weitere Tür- und Fenstersensoren, eine Sirene für die Steckdose oder – demnächst – eine Funkkamera. Die Anmeldung bei der Basisstation ist kinderleicht mithilfe der kostenlosen App für iOS- und Android-Geräte. Elements passt sich so an unterschiedliche Anforderungen je nach Haus- und Wohnungstyp an, ohne dass die Lösung gleich enorm ins Geld geht. Neue Sensoren werden kurz in die Nähe der Basis gehalten und über die App angemeldet.

Die Basisstation
Die Basisstation

Angesichts des günstigen Preises darf allerdings nicht erwartet werden, dass Elements eine professionelle Alarmanlage ersetzt. Der Hersteller räumt selbst ein, dass zum Beispiel Glasbruch nicht registriert wird. Und liegen einmal die Server des Herstellers lahm, über die die Kommunikation zwischen Geräten und Nutzer läuft, ist es auch vorbei mit der Alarmierung. Übrigens liegt hierdrin auch ein Risiko für die Zukunft. Sollte Gigaset das System einmal einstellen, könnten die Geräte plötzlich wertlos sein. Selbstredend sind auch der Ausfall von Internet und Strom ein Ausfallgrund – es gibt also ein nicht unerhebliches Restrisiko.

Trotzdem: Ein bisschen Schutz ist besser als gar keiner. Und wenn das System durch seine Alarmtöne die Einbrecher nicht gleich abschreckt, besteht zumindest die Möglichkeit, einen Bekannten oder gleich die Polizei zu alarmieren. Das System verschafft dem Besitzer wertvolle Zeit, die zur Ergreifung der Täter führen kann oder zumindest den Schaden abmildert.

Familien, die das System nutzen, müssen dafür allerdings in Kauf nehmen, dass die Privatsphäre leidet. Dass im Protokoll alle Bewegungen registriert bzw. teilweise sogar signalisiert werden, dürfte nicht in jedermanns Sinne sein. Dies ist der Preis, den man für mehr Sicherheit zahlen muss.

Weitere Informationen auf der Website des Herstellers.

Hinweis: Gigaset Elements wurde uns kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt.