Apps im Test: FAS

Leser der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) mussten lange auf eine Möglichkeit warten, die Zeitung in digitaler Form lesen zu können. Seit einigen Monaten gibt es die FAS-App für das iPad. Die späte Veröffentlichung hat möglicherweise mit den hohen Ansprüchen zu tun, die das Blatt an sich selbst stellt und die zu allerlei Auszeichnungen geführt haben. Vielleicht wurde aber auch erstmal abgewartet, wie sich der Markt entwickelt. Interessant ist dabei, dass die FAS mit ihrer digitalen Edition ausschließlich auf das iPad setzt. Für Android-Nutzer gibt es keine Alternative. Ebenso gibt es keine Web-Lösung, wie sie bis vor einigen Monaten immerhin noch für Texte existierte.

Inhalt: Das ganze inhaltliche Spektrum
Die iPad-App der FAS verpackt die Inhalte der Printausgabe zwar in ein neues, tablet-freundlicheres Gewand. Wer die FAS kennt, weiß um den bunten Themenmix aus den Bereichen Politik, Sport, Feuilleton, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Es werden erfreulicherweise keinerlei Abstriche gemacht. Wir haben zwei Printausgaben mit dem iPad-Pendant verglichen und keine Unterschiede festgestellt. Allerdings geht die iPad-Ausgabe auch nicht inhaltlich über die Printausgabe hinaus, was im folgenden noch bei der Kosten-Nutzen-Frage eine Rolle spielen wird.

Aussehen/Benutzerfreundlichkeit: Schlicht und ansprechend, aber in der Bedienung etwas empfindlich
Vor die Wahl gestellt, die Papierausgabe 1:1 als E-Paper umzusetzen oder sie neu für das Tablet zu gestalten, haben sich die Herausgeber der FAS erfreulicherweise für letztgenannte Variante entschieden. Das Aussehen der Papierausgabe ist herausragend, aber für den kleinen iPad-Bildschirm einfach zuviel des Guten. Die Gestalter der FAS machen sich deshalb die Arbeit, jede Ausgabe in ihre Bestandteile zu zerlegen und für das iPad neu grafisch aufzubereiten. Das Ergebnis ist sehr ansprechend und zeichnet sich durch eine angenehme Schlichtheit aus. Es gibt keine Multimedia-Inhalte wie Fotogalerien oder eingebettete Videos, dafür aber ansprechende Freistellungen und Bildkompositionen. Dies hat Vorbildcharakter für andere Publikationen.

Die über die Tabbar zur Verfügung stehenden Optionen ähneln denen anderer Zeitungsapps. Neben dem Kiosk, in dem neue und ältere Ausgaben erworben werden können, gibt es Icons, um zum Beispiel schnell zum Titel oder zur Übersicht zu gelangen. Die Tabbar kann während des Lesens ausgeblendet werden, was die Lesefläche vergrößert.

Wünschenswert wäre eine Option, zusätzlich zur iPad-Fassung auch die Originalseite aufrufen zu können. Da die Tablet-App nicht nach Seitenzahlen sortiert, lassen sich aus der App heraus schwerlich Seitenempfehlungen an Print-Leser aussprechen und umgekehrt. Nicht zuletzt sind einige Print-Designs mit den Möglichkeiten des Tablet-Bildschirms nicht nachzustellen, so dass es ein Mehrwert wäre, wenn sich App-Nutzer trotzdem ein Bild vom Printlayout machen könnten.

Etwas problematisch ist die mitunter überempfindliche Steuerung. Es passiert einem leicht einmal, dass man aus Versehen die Seite verschiebt und damit zum nächsten Artikel gelangt. Leider merkt sich die App dabei nicht, auf welcher Bildschirmseite des vorherigen Artikels sich der Nutzer zuletzt befand. Die Folge ist, dass viel gescrollt werden muss. Auch der Home-Button kam dem Leser manches Mal in die Quere, weil die FAS-App nur im Querformat genutzt werden kann. Bei manchen Artikeln wäre das Lesevergnügen allerdings auch im Hochformat gleich gut gewesen.

Kosten/Nutzen: Für Nur-Tablet-Leser angemessen, für Abonnenten ein Graus
Die iPad-Ausgabe der FAS kostet 2,99 Euro, also zwanzig Cent weniger als die Printausgabe. Für die herausragenden Inhalte der Zeitung ist das ein fairer Preis, zumal auf die Anzeigen der Printausgabe weitgehend verzichtet wird. Sicherlich wird es einige geben, die hinterfragen, ob die Ersparnisse bei Druck und Vertrieb nicht auch einen noch günstigeren Preis ermöglichen. Nun ist andererseits aber auch der Aufwand zu berücksichtigen, der betrieben wird, um die Zeitung für das iPad noch einmal komplett neu zusammenzustellen.

Wirklich ärgerlich ist die FAS-Preispolitik allerdings für die Abonnenten der Printausgabe. Sie müssen den gleichen Preis entrichten wie Nur-Tablet-Leser. Es gibt keinerlei Vergünstigungen, obwohl doch – wie beschrieben – der Inhalt 1:1 dem der Printausgabe entspricht und der Preis damit für Abonnenten nicht durch zusätzliche Inhalte zu rechtfertigen ist. Augenscheinlich wird die App tatsächlich nur als zusätzlicher Vertriebskanal begriffen, nicht aber als Mehrwert für die Bestandskunden. Wer die Printausgabe abonniert hat, aber zum Beispiel mehrere Wochenenden im Jahr auf Reisen ist, wüsste die App sehr zu schätzen, um die Zeitung trotzdem am Sonntag lesen zu können – wenn dafür allerdings doppelt bezahlt werden muss, werden sich das viele verständlicherweise zweimal überlegen. Die Entscheidung, bei der Preisgestaltung so vorzugehen, ist leider vollkommen unverständlich. Am Ende fühlt sich mancher Leser dazu gedrängt, sich zwischen App und Printabo zu entscheiden. Eine wahrlich schwierige Wahl, weil beide Wege ihre Vorzüge haben.

Produktion: InDesign mit den Werkzeugen von WoodWing
Für diejenigen, sich dafür interessieren, wie die Zeitung fit für das iPad gemacht wird, gibt es erfreulicherweise bei der FAS eine Antwort. Die Firma WoodWing hat die entsprechenden Werkzeuge bereitgestellt, um die in einem anderen Redaktionssystem erstellte Printausgabe für das iPad umzusetzen. Die Inhalte werden dabei laut Pressemitteilung (vermutlich auf XML-Basis) mittels verschiedener Skripts in die WoodWing-Tools überspielt. Gefertigt wird das Produkt dann letztlich mit diesen Werkzeugen und Adobe InDesign. Das Ergebnis ist allem Anschein nach eine Mischung aus HTML5 und PDF-Elementen. Mehr dazu auf der WoodWing-Website.

Fazit: Auf einem guten Weg, aber noch nicht perfekt
Es gibt vieles, was an der FAS-App begeistert: Das eigens fürs Tablet optimierte Design der Inhalte, natürlich die Artikel selbst und die 1:1-Umsetzung, damit die App-Ausgabe eine ernsthafte Alternative zur Papierfassung ist. Doch von der Perfektion der Printausgabe ist die FAS-App  noch ein großes Stück weit entfernt. Ausschlaggebend ist dafür vor allem die Benachteiligung der Abonnenten bei der Preisgestaltung. Wer nur digital liest, hat damit natürlich keine Probleme.

Apps im Test: RTL NOW

Wenn es um die Nutzung der Online-Mediathek RTL NOW auf dem iPad geht, überlässt RTL nichts dem Zufall. Besitzer des Tablets sehen schlichtweg nur eine Eigenwerbung für die App, wenn sie die Startseite der Mediathek aufrufen. Eine Nutzung über den Safari-Webbrowser des sonst im Web in Teilen kostenlosen Services ist nicht möglich. Stattdessen muss die 3,99 Euro teure App erworben werden.

Vier Euro für Inhalte, die es sonst entweder im Fernsehen oder teilweise auch im Web kostenlos gibt – das baut eine Hemmschwelle auf, die es erstmal zu überwinden gilt. Wir haben es gewagt und die RTL NOW-App gekauft.

Inhalt: Noch weniger als im Web
Öffentlich-rechtliche und Privatsender feiern gleichermaßen Erfolge mit ihren On-Demand-Angeboten. Die Möglichkeit, interessante Sendungen an jedem Ort mit Breitband-Internetanschluss abrufen zu können, ist einfach verlockend. Zudem müssen sich Zuschauer nun nicht mehr nach der Programmstruktur des Senders richten, sondern können ihre Sendungen anschauen, wann sie möchten.

Doch Vorsicht vor zu viel Euphorie: Ein vollwertiger Ersatz sind die Mediatheken nicht. Zum einen ist ihre Auflösung durchweg geringer als beim HD-Fernsehen, meist sogar schlechter als die Standardauflösung, was je nach Bildschirmgröße zu verschmerzen ist. Entscheidender ist, dass die meisten Sender nur eine Auswahl ihres Programmangebots im Netz bereitstellen. Das hat zum einen rechtliche Gründe, weil einige Serien und Filme nicht für die Onlineverbreitung eingekauft wurden. Zum Teil scheint es mitunter aber auch einfach nicht gewollt zu sein, bestimmte Sendungen im Netz zur Verfügung zu stellen.

Während RTL NOW im Web einen recht interessanten Mix aus Eigenproduktionen und US-Serien (z.B. CSI Miami) anbietet, ist die Auswahl auf dem iPad ungleich kleiner. CSI Miami, um beim Beispiel zu bleiben, fehlt gänzlich in der kostenpflichtigen App. Auch die Kauf-Inhalte stehen nicht zur Verfügung. Das Angebot reduziert sich auf Eigenproduktionen, die kostenlos verfügbar sind.

Aussehen/Benutzerfreundlichkeit: Bunt und übersichtlich
Das Design der RTL NOW-App entspricht dem der Internetseite und der Senderfarbgebung. Blau dominiert als Hintergrundfarbe. Es gibt viele kleine Vorschaubildchen und eine ziemlich rasante Wechselanimation auf der Übersichtsseite. Dort kann ferner in der Ansicht schnell zwischen Tipps, Neuerscheinungen, Top 10 und gut bewerteten Inhalten gewechselt werden.

Insgesamt hinterlässt die App einen sehr aufgeräumten Eindruck. Ein A-Z-Register der Sendungen, eine Aufschlüsselung nach Sendezeiten und die Historie bereits gesehener Sendungen sind schnell via Tabbar ausgewählt.

Etwas befremdlich wirken die andersartigen Steuerelemente des Videoplayers. RTL war offenbar daran gelegen, einen eigenen, schmaleren Play-Button einzuführen. Der ist allerdings schwerer zu betätigen als der Original-Button von Apple. Zudem sieht diese individuelle Abspielkontrolle ungewohnt aus und bringt keinen sichtbaren Mehrwert.

AirPlay: Eine verpasste Chance
Der große Vorteil einer App gegenüber einer Website sind die nativen Funktionen eines Geräts, die sich über eine Website nur schwer oder gar nicht nutzen lassen. Die RTL NOW-App könnte die Nase vorne haben, wenn sie AirPlay unterstützen würde, um Sendungen via WLAN und Apple TV auf einem Fernseher anzuzeigen. Könnte, wohlgemerkt: Denn – sie kann es nicht! Unterstützt wurde bei unserem Test nur die Übertragung von Ton. Ein Bild ließ sich partout nicht auf das Apple TV übertragen, so wie es etwa bei iTunes-Filmen wunderbar funktioniert

Besitzer eines iPad 2 haben zumindest noch eine kleine Chance, AirPlay zu nutzen, wenn sie einen Umweg in Kauf nehmen: Wer doppelt den Home-Button anklickt und nach links scrollt, kann die Bildschirminhalte auf das Apple TV spiegeln (Synchronisieren). Allerdings wird das Bild dann nicht bildschirmfüllend angezeigt. Zudem hatten wir diverse Male mit Aussetzern zu kämpfen, wobei nicht zu ergründen war, ob diese durch den AirPlay-Umweg hervorgerufen wurden oder generell beim Abruf der Sendung vorlagen.

Kosten/Nutzen: Viel zu teuer
RTL argumentiert, dass es seine App nicht wie die öffentlich-rechtlichen Sender kostenlos anbieten kann, weil sie die Entwicklung nicht durch Gebührengelder refinanzieren können. Das ist sicherlich ein Argument, entbindet den Sender aber nicht davon, dass er bei einem kostenpflichtigen Produkt dem Käufer auch etwas bieten sollte. Knapp vier Euro für einen Dienst, der im Web kostenlos verfügbar ist, und keinen erkennbaren Vorteil gegenüber der Web-Fassung hat – das ist einfach viel zu teuer.

Fazit: Keine Empfehlung, so lange nicht nachgebessert wird
Die RTL NOW-App ist mit ihrem derzeitigen Funktionsumfang eine große Enttäuschung. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Es gibt weniger Inhalte als in der Web-Version und dafür soll der Nutzer allen Ernstes Geld (3,99 Euro) bezahlen. Die nahe liegende AirPlay-Unterstützung wird den Nutzern versagt, obwohl das doch wirklich ein Argument wäre, die App zu kaufen. Schade, Chance vertan.

Apps im Test: The Daily

Kritiken über “The Daily” waren anfangs eine Gratwanderung: Wer die Zukunft von Tabletzeitungen allzu euphorisch sah, wurde von Konservativen bezichtigt, die gedruckten Zeitungen tot zu schreiben. Wer allzu düster schrieb, musste sich den Vorwurf gefallen lassen, fortschrittsfeindlich zu sein. Mittlerweile, gut ein Jahr nach dem Start von “The Daily” auf dem iPad, scheint das mit vielen Vorschusslorbeeren und prominenter Unterstützung durch Apple gestartete Zeitungsprojekt vor allem auf Gleichgültigkeit zu stoßen. In der Welt der Medien spielt “The Daily” keine große Rolle. Beschäftigte die App vergangenes Jahr noch wochenlang die Blogger, ist nach zwölf Monaten nur wenig über das Jubiläum zu lesen. Zwar sind durchschnittlich 120.000 Nutzer pro Woche (Bloomberg-Bericht) keineswegs ein Misserfolg. Doch als Ziel, um die Profitgrenze zu erreichen, wurden seinerzeit 500.000 Nutzer angegeben.

Die erfreuliche Erkenntnis daraus ist wohl, dass selbst das immense Kapital der News Corp. von Rupert Murdoch und der große Einfluss seines Imperiums einen Erfolg nicht erzwingen können. Der Entscheider ist immer noch der Nutzer.

Doch der Erfolg bzw. Misserfolg von “The Daily” ist keine Randnotiz der Geschichte. Wäre “The Daily” ein riesiger Erfolg, hätte dies die Tabletmedien deutlich nach vorne gebracht. Andere, besonders große Verlage haben sich sehr wohl angesehen, wie gut das amerikanische Projekt funktioniert. Zwar gibt es immer noch neue Apps von etablierten Medien, doch Goldgräberstimmung scheint in der Branche nicht zu herrschen.

Wir haben uns die Entwicklung von “The Daily” für diese Rezension über mehrere Monate angesehen.

Inhalt: Typisch amerikanisch mit viel leichter Kost
Nutzer in Deutschland mussten lange warten, bis “The Daily” offiziell auch in ihrem App Store auftauchte. Erst im September, sieben Monate nach dem US-Start, war die App international verfügbar. Möglicherweise spielten Lizenzfragen dabei eine Rolle: “The Daily” verwendet Material von Nachrichtenagenturen, die ihre Texte und Bilder nicht immer für die ganze Welt freigeben. Eine Erklärung dafür gab es nie. Doch wer sich den Inhalt einmal genauer ansieht, wird schnell merken, dass “The Daily” keine Ambitionen hat, eine Zeitung für die gesamte Welt zu sein. Wie in amerikanischen Print-Publikationen ist der Inhalt typisch amerikanisch: Ein paar News, etwas Boulevard, große Überschriften und viel Bildmaterial. Dazu eine Weltsicht, die sehr Amerika-zentriert ist. Für deutsche Nutzer ist die iPad-Zeitung somit kein vollwertiger Ersatz, wohl aber mitunter eine Bereicherung, weil man mal eine ganz andere Sicht der Dinge zu lesen bekommt. Die Texte sind sehr kurz geschrieben, was zum einen natürlich dem Medium geschuldet ist, zum anderen aber in Amerika auch in Print-Zeitungen keine Seltenheit ist. Lange Reportagen à la “Seite drei” (Süddeutsche Zeitung) sind dort eher die Ausnahme.

Aussehen/Benutzerfreundlichkeit: Vom iPad her gedacht
Wenn es nicht “The Daily” hinbekommt, ein ansprechendes Design fürs Tablet zu bieten, wer dann? Als reine iPad-Zeitung wird die gesamte Multimedia-Klaviatur bedient – und das täglich. Angefangen mit dem Briefing, einem kurzen Videoclip, in dem die Themen des Tages in einer Art Editorial besprochen werden, bis hin zu interaktiven Infografiken, die mittels Scrolling auch schon mal über die Anzeigefläche hinausgehen. Angenehm ist, dass neue Ausgaben im Hintergrund geladen werden, während der Nutzer schon einmal mit dem Lesen beginnen kann. Leider kommt das iPad dabei aber mitunter an seine Grenzen und die Bedienung der App wirkt während des Ladens ruckelig.

Die Steuerung der App ist sehr übersichtlich. Es wird viel mit Gestensteuerung gearbeitet, während ein Fortschrittsbalken (oben) ständig anzeigt, wo sich der Nutzer in der Ausgabe gerade befindet. Die Ressorts News, Wirtschaft, Boulevard, Kunst/Leben, Apps/Tech und Sport sind über Rubrikenreiter schnell aufrufbar.

Kosten/Nutzen: Spottbillig, wenn wirklich gelesen wird
“The Daily” kostet aktuell 79 Cent pro Woche oder 31,99 Euro pro Jahr. Das ist spottbillig, vorausgesetzt natürlich, das Abo wird auch wirklich ausgenutzt. Einen Einzelkauf von Ausgaben gibt es leider nicht. Gelegentlich gibt es zu Promotionzwecken aber kostenlose Ausgaben.

Produktion: Unbekannte Eigenentwicklung
Über das zugrunde liegende Redaktionssystem ist im Netz nichts zu finden. Sicher ist, dass “The Daily” zielgerichtet für iOS entwickelt wurde, weil viele native Funktionen enthalten sind. Mittlerweile gibt es in den USA zwar auch eine Androidvariante, der Schwerpunkt bleibt jedoch die Apple-Welt.

Fazit
Liegt es nun daran, dass Nutzer technisch nicht bereit sind, eine Zeitung nur digital zu lesen, dass “The Daily” nicht seine erhofften Nutzerzahlen erreicht hat? Oder ist es eine Frage des Inhalts?  Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Daran, dass die Potenziale des iPads nicht genutzt werden, liegt es zumindest nicht. Aber wenn sich die erste Faszination gelegt hat, stellt sich dem Nutzer rasch die Frage, ob dieses Multimedia-Feuerwerk wirklich ein Mehrwert ist.

“The Daily” legt einen Schwerpunkt auf die Darbietung der Inhalte. Ob der Nutzer das aber in täglicher Erscheinungsweise wirklich benötigt, ist so eine Sache. Die Konkurrenz durch RSS-Reader, die alle wesentlichen Nachrichten auf das iPad transportieren, ist groß. Sie sind der Gegenentwurf zu “The Daily”. Momentan scheinen sie noch die Nase vorn zu haben.

Link zur App im App Store

Hinweis: In der Reihe “Apps im Test” ist bisher außerdem eine Rezension über RP plus erschienen.

Test: Exogear Exomount – eine Handyhalterung für alle Fälle

Marktlücken findet man ja meist, wenn man gar nicht nach ihnen sucht. Im Bereich der Handyhalterungen kann es, so sollte man meinen, eigentlich keine Lücken mehr geben. Doch weit gefehlt: Lange habe ich nach einer passenden Halterung gesucht, die iPhone und Auto in Einklang bringt. Gefunden habe ich sie schließlich bei der Firma Exogear. Doch der Reihe nach:

Nichts gegen Saugnäpfe…

… aber sie haben Nachteile. Bei einigen Autos sind die Windschutzscheiben nicht eben, was das Anbringen schwierig macht. Manchmal ist die Scheibe auch zu weit vorne. Dann braucht der Nutzer einen langen Arm, um sein Gerät zu bedienen. Und über Wetterphänomene müssen die meisten Leser wahrscheinlich nicht aufgeklärt werden: Irgendwann fällt bei dem Wechselspiel zwischen Heiß und Kalt fast jede Halterung mit Saugnapf einmal ab.

Zigarettenanzünder

Die Anzünderdosen haben sich als Stromquelle bewährt. Je nach Position können sie unter Hinzunahme eines Schwanenhalses auch eine gute Befestigung für eine Halterung abgeben. Wenn da nur nicht die Frage der Klammern wäre, die das Gerät umschließen sollen. Das tun sie kurioserweise bei vielen Halterungen aber nicht. Die Folge: Das Gerät fällt nach vorne heraus. Oder die Klammern sind so fest, dass der Nutzer Schäden durch Kratzer befürchtet. Generell ist das Angebot an Anzünder-Halterungen sehr übersichtlich.

Lüftungsschlitze

Variante 3, die Lüftungsschlitze, sind mit ähnlichen Problemen behaftet, wie die Windschutzscheibe. Bei einigen Autos sind die Lüftungselemente formschön abgerundet. Unter diesen Voraussetzungen scheidet diese Art von Halterung als Option oft gleich wieder aus. Zumal das Verdecken der Lüftung eigentlich auch nicht im Interesse des Nutzers liegen kann. Die wenigsten Autos haben sie nur zur Zierde.

Kleber

Klar, kleben geht auch: Aber aufgrund der Kleberstärke ist das eine Installation fürs Leben, die nicht jeder möchte.

Sandsack? Fehlanzeige!

In den USA gibt es Leih-Navis, deren Halterung mit Sandsäcken auf dem Armaturenbrett befestigt wird. Ein sehr praktisches System, was natürlich voraussetzt, dass die Ablagefläche eben ist. Schade ist, dass es diese Halterung hierzulande augenscheinlich gar nicht zu kaufen gibt.

Exomount: Saugstark, spurlos ablösbar, guter Griff

Kurz vor dem Verzweifeln habe ich dann auf einer Internetseite doch noch die Lösung all meiner Halterungsprobleme gefunden. Das Exomount wird mit einem klebenden Saugnapf befestigt. Dieser ist spurlos wieder ablösbar, durch seine leicht klebende Eigenschaft aber wesentlich verlässlicher als die konventionellen Saugnäpfe. In meinem Fall führt das dazu, dass die Halterung auf Kunststoff befestigt werden kann, was die potenziellen Anbringungsorte vervielfacht.

Praktisch ist auch die Befestigung des Geräts. Wie eine Klammer umfasst das Exomount das Smartphone, ist aber so abgefedert und gummiert, dass es keine Spuren hinterlässt. Aus dieser Halterung kann das Gerät übrigens auch nicht herausfallen. Einziger Nachteil ist, dass es nicht mit einer Hand ein- und ausgespannt werden kann, was aber zu verschmerzen ist.

Das Exomount ist vielleicht nicht die günstige Halterung. Aber sie ist ihr Geld wert – und übrigens nicht nur für das iPhone verwendbar.

Das Exogear Car Mount bei Amazon.de

Samsung Galaxy Nexus im Test

Gute Noten für das Samsung Galaxy Nexus. Das Flaggschiff der neuen Android-Version zeigt auf, wohin die Reise geht:

Was ist tatsächlich revolutionär an Android 4.0, lautet die Frage, die sich der Tester unweigerlich stellt. Die Antwort darauf ist komplex: Aus Sicht des Nutzers ist Android 4.0 erstmal nur eine Evolutionsstufe. Die Software wurde in vielen kleinen Details verbessert, die in der Summe einen deutlichen Fortschritt vermitteln. Doch heruntergebrochen auf die Funktionen gibt es bei zumindest am Beispiel des Galaxy Nexus nichts, was einen alle anderen Telefone in die Ecke werfen lässt.

Die Revolution bei Android 4.0 liegt in der Frage, wer künftig das Sagen hat. Bislang überließ es Google den Herstellern, aus der Android-Softwarebasis etwas eigenes zu erstellen, was in eine Fragmentierung des Marktes mündete. Die Geräte waren am Ende so unterschiedlich, dass Apps trotz gleicher Android-Version auf verschiedenen Geräten nicht funktionierten.

Und hier setzt der Wandel in Android 4.0 ein: Das vorgeschriebene Holo-Design markiert den Anfang einer Entwicklung, bei der Google den Hardwareherstellern strikte Vorgaben macht, um die Einheitlichkeit von Android zu wahren. Im Ergebnis werden Nutzer künftig weniger individuelle Akzente bei den Handys erleben. Doch das ist ein kleiner Preis, gemessen an den Vorteilen einer wirklichen gemeinsamen Basis.

Beispielhaft für diesen Wandel ist die Anzeige beim Einschalten des Gerätes: Hier erscheint nicht etwa der Samsung-Schriftzug, sondern das Logo von Google. Das Flaggschiff Galaxy Nexus, das derzeit zu den besten Smartphones am Markt zählt, ist aus dem gleichen Material gebaut wie die „Flotte“ von Android 4.0-Handys, die sich zusehends auf den Weg macht. Apple muss sich warm anziehen.

Der vollständige Bericht steht auf WZonline.de.

Video: Das Samsung Galaxy Nexus im Test

Das Samsung Galaxy Nexus ist das Flaggschiff einer neuen Generation von Android-Handys. Mit Version 4.0 (Ice Cream Sandwich) hat Google zahlreiche Detailverbesserungen in das Betriebssystem integriert. Das vollständige Review erscheint am Dienstag in der “Wilhelmshavener Zeitung”.

Als kleiner Vorgeschmack nachfolgend schon einmal ein Video (in HD!):

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=w4g8yDhgT4U]

Motorola Razr im Test

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=OPY3o_CsTy0]

Zuallererst muss die Hardware eines Smartphones gut funktionieren. Das ist das A&O im Alltag, das selbst die beste Software nicht ausgleichen kann. Motorola darf sich ein gutes Händchen bei der Auswahl der Komponenten nachsagen lassen. Lediglich die Kamera überzeugt trotz hoher Pixelzahl nicht – ein Schicksal, das viele Handyhersteller mit Motorola teilen.

Basierend auf einer funktionierenden Hardware ist es Sache der Software, das Erlebnis des Nutzers zu „veredeln“. Und dies gelingt Motorola – mehr als manch anderem Hersteller von Android-Phones. Bei einer Plattform, die vielen Herstellern offen steht, sind es oft die Details, die den Ausschlag geben, dass das eine Modell als besser und andere als schlechter empfunden werden.

Das Razr hinterließ einen sehr runden Eindruck. Es reiht sich damit in die Königsklasse der Android-Telefone ein. Man darf gespannt sein, welches Potenzial das Gerät mit „Ice Cream Sandwich“ entfalten wird.

Das vollständige Review gibt es hier zu lesen:
http://www.wzonline.de/ratgeber/multimedia/themen/newsdetails-themen/article/motorola-razr-duennes-handy-dicke-leistung.html

LG E900 Optimus 7 im Test

Das LG E900 Optimus 7 ist nicht mehr ganz taufrisch. Dennoch kann es, was die Schnelligkeit in der alltäglichen Benutzung angeht, gut mit aktuellen Neuerscheinungen mithalten. Mich interessierte aber vor allem Windows Phone 7, das ich zwar verschiedentlich in Aktion gesehen, vorher aber nie über längere Zeit genutzt habe. Vor allem muss man Microsoft zu dem Mut gratulieren, in punkto User Interface ganz andere Wege als die Mitbewerber zu beschreiten. Das große Handicap ist dafür das übersichtliche App-Angebot. Doch sollten sich Prognosen bewahrheiten, dass Web-Apps zunehmend an Bedeutung gewinnen, wäre dieser Nachteil irgendwann aufgehoben. Man darf gespannt sein. Hier meine Videovorstellung des Smartphones:

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Mein Fazit:

Für den Preis von ca. 400 bzw. 200 Euro (Vodafone-branded, aktuelle Preise von Amazon) bekommt der Nutzer ein ansprechendes und gut funktionierendes Smartphone, das sein Betriebssystem Windows Phone 7 gekonnt in Szene setzt. Auf der Contra-Seite sind die fehlenden Apps und die mäßige Kamera zu nennen.

Der vollständige Bericht ist abrufbar unter http://www.wzonline.de/ratgeber/multimedia/themen/newsdetails-themen/article/lg-e900-optimus-7-viel-buntes-wenig-apps.html

Dell XPS 14z im Test

Dell hat es mit dem MacBook Pro aufgenommen – das war zumindest mein erster Eindruck nach dem Auspacken des XPS 14z-Notebooks. Die Apple-typische Akkuanzeige an der Seite und die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur haben mich darin noch weiter bestärkt. Aber warum sollten andere Hersteller sich nicht von Funktionen inspirieren lassen, die für den Anwender von Nutzen sind?

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Mein Fazit:

Das XPS 14z, dessen Einstiegsmodell 899 Euro kostet, ist ein guter Kompromiss für all jene, die etwas vom Look&Feel des MacBook Pro haben wollen, aber nicht bereit sind, dafür so viel Geld auszugeben. Für den deutlich geringeren Preis gibt es ein nicht in allen, aber doch in überraschend vielen Punkten gleichwertiges Gerät.

Der vollständige Bericht ist abrufbar unter
http://www.wzonline.de/ratgeber/multimedia/themen/newsdetails-themen/article/notebook-dell-xps-14z-grosse-leistung-fuer-kleines-geld.html 

Im Zusammenhang mit dem Gerätepreis wurde übrigens verschiedentlich das Thema Finanzierung angesprochen. Einen lesenswerten Artikel zu der Finanzierung bei Media Markt habe ich bei “World of Finance & Money” gefunden.

HTC Sensation XL im Test

Es gibt viel Gutes, was man über das HTC Sensation XL sagen kann. Was mir persönlich am meisten imponiert hat, ist die Akkulaufzeit. Nach einer ganzen Woche war dieser immer noch so ausreichend geladen, dass man nicht im nächsten Moment den Black-Out fürchten muss. Nun empfinde ich das tägliche Aufladen eines Smartphones zwar beileibe nicht als so dramatisch, wie manch anderer Nutzer, da ich es beim iPhone gleich auch für die Synchronisierung und das tägliche Daten-Backup nutze. Trotzdem finde ich es beeindruckend, dass anscheinend doch möglich ist, was bei Smartphones stets für unmöglich gehalten wurde: Ein Akku, der durchhält.

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Mein Fazit nach dem Praxistest:

Ein großer Bildschirm hat von Haus aus Vorteile, die ein kleinerer trotz aller Tricks und Kniffe nicht aufwiegen kann. Videos, aber auch das Aufrufen von Internetseiten oder die Bedienung der Bildschirmtastatur machen auf dem HTC Sensation XL einfach mehr Freude, als bei kleineren Geräten. Das hat schon fast Tablet-Niveau und ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal dieses Smartphones.

Aber auch die Software und die bemerkenswert lange Akkulaufzeit sind Eigenschaften, die HTC anderen Herstellern voraus hat. Der Mut, mit dem außergewöhnlichen Format in der potenziellen Käuferschaft zu polarisieren, hat sich gelohnt. Die mit dem Gerät (UVP ohne Vertrag: 599 Euro) erstellten Fotos und die Speicherausstattung sind auf der Contra-Seite zu nennen.

Unter dem Strich ist das HTC Sensation XL ein sehr gutes Smartphone, das nicht den Anspruch verfolgt, „everybody’s darling“ zu sein – und gerade deshalb kann es seine Stärken voll ausspielen.

Der vollständige Bericht unter
http://www.wzonline.de/ratgeber/multimedia/themen/newsdetails-themen/article/htc-erfindet-die-xl-klasse.html