CeBIT – Hinfahren oder sein lassen?

CeBITNoch bis Samstag findet in Hannover die CeBIT statt. Die einst bedeutsamste Computermesse der Welt erfindet sich fortwährend neu und ist sich dabei doch jedes Mal erstaunlich ähnlich. Sind Messen eigentlich überholt oder lohnt es sich doch, hinzufahren?

Die CeBIT in Hannover hat ein schwieriges Verhältnis zum Internet. Auf der einen Seite sank mit dem Aufstieg des weltweiten Datennetzes die Relevanz der Messe. Das hat nichts mit der CeBIT im speziellen zu tun – es ist einfach nur so, dass die so genannten Endnutzer, die seinerzeit dafür verantwortlich waren, dass die Besucherzahlen fast die Millionenmarke knackten, heute Informationen günstiger und  schneller über das Internet beziehen können. Früher mussten Interessierte schon auf die Fachpresse vertrauen oder auf eine Messe gehen. Heute gibt es all das bequem im Wohnzimmer. Nur das Anfassen von Technik funktioniert so natürlich nicht. Wie praktisch, dass Hardware heute keine ganz so große Rolle mehr spielt.

Auf der anderen Seite liebt die CeBIT das Internet. Vergangenes Jahr beschäftigte sie sich mit Cloud Computing. Dieses Thema war ein Glückstreffer – die Verantwortlichen hatten das Trendthema richtig erkannt. Mittlerweile nutzen immer mehr Menschen Dienste wie Dropbox, iCloud und Co. Dass die dazugehörigen Firmen meist gar nicht auf der Messe waren – Nebensache.

Ob allerdings die „Shareconomy“ auch so ein Treffer wird, gilt es abzuwarten. Carsharing und Bikesharing sind ja eher Großstadttrends. Dort, wo Parkraum knapp, öffentliche Verkehrsmittel reichlich und Lebenshaltungskosten hoch sind, braucht es nicht unbedingt ein Auto. Wenn doch einmal ein Großeinkauf ansteht, fährt es sich mit Carsharing besser. Doch funktioniert das auch in der Fläche? Ist also die „Shareconomy“ ein flächendeckender Trend? Natürlich sind die genannten Beispiele nur ein Teilaspekt. Ob das Thema aber greift, kann übergreifend in Frage gestellt werden (siehe dazu auch meine Überlegungen auf WZonline.de).

Lohnt es sich also nicht, zur CeBIT zu fahren? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Gerade für Fachbesucher gibt es augenscheinlich schon gute Gründe hinzufahren. Die CeBIT war immer schon eine Messe voller Messen. Spezialisierung ist das Zauberwort. Der Messebummel für den allgemein Interessierten lohnt sich jedoch kaum.  Die Sache mit dem Leitthema ist – da gebe ich den Kollegen von Geek-Week recht – ohnehin für kaum jemanden ein Grund, deshalb zur Messe zu fahren.

Andreas Winterer hat bei Hyperland ein Plädoyer für die CeBIT geschrieben – interessant ist daran vor allem die Beschreibung die Messe, die sehr treffend ist.

Sein Fazit lautet: Ja, es lohnt sich.

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