Totholz

Wenn Jean-Claude Frick im Geek Week-Podcast regelmäßig seine Tiraden gegen das Totholz zum Besten gibt, kann sich man als geneigter Hörer manchmal nicht das Schmunzeln verkneifen.

Wenn Frick Nachrichten nur noch auf dem Smartphone liest, sollte er sich mal überlegen, wo die eigentlich herkommen. In vielen Fällen sind es nämlich die Zeitungsleser, die Frick diesen Luxus durch ihre Liebe zum Totholz finanzieren. Es ist wohl kaum zu bestreiten, dass die Netzgemeinde massiv davon profitiert, dass Zeitungen ihre Nachrichten auch ins Netz stellen.

Nun kann man seine Nachrichten natürlich auch über Funk und Fernsehen beziehen – doch auch hierbei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die einen nicht zu unterschätzenden Teil ihrer Berichterstattung von Nachrichtenagenturen beziehen, die – oh Wunder! – maßgeblich von Printmedien finanziert werden.

Wir reden hier folglich nicht über Papier, sondern über die Finanzierung von Journalismus. Im Gegensatz zum Papier wollen online nur wenige Leser dafür zahlen und wer als Herausgeber alleine in der Werbung sein Wohl sucht, der schließt einen gefährlichen Pakt, weil Werbetreibende es sehr wohl auszunutzen wissen, wenn die Berichterstatter alleine von ihrer Gnade abhängig sind.

Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, hat einige sehr intelligente Worte zum Thema Journalismus im Netz geschrieben. Sie sind dem Geek Week-Team eher ans Herz zu legen als die Weisheiten von Sascha Lobo, der den Journalismus augenscheinlich auf einen Liveticker reduzieren möchte.

iOS 6: YouTube adé – es lebe YouTube

Apple meint es offenbar ernst mit der Trennung von Google: Nach der Maps-Applikation wird im nächsten großen Update, iOS 6, auch die YouTube-App vom Springboard verschwinden. Aber Abhilfe ist in Sicht: Laut Apple arbeitet Google selbst an einer App, die im App Store verfügbar sein soll.

Für die Nutzer hält sich das Problem damit in Grenzen: Einige werden sich sicherlich wundern, dass die App nicht mehr an der gewohnten Stelle zu finden ist. Auf einigen Seiten wird aber zurecht bereits die Frage gestellt, wer die YouTube-App in iOS zuletzt noch häufig in Gebrauch hatte. Der mobile Abruf via Safari ist wesentlich schneller.

Manche Blogger gehen sogar soweit, die Trennung zu feiern. Denn dass Apple die Software für das Produkt eines anderen schrieb, hat sich zuletzt nicht mehr als segensreich erwiesen. Google hat für sein Android-Betriebssystem schickere Apps für Maps und YouTube bereitgestellt, als dies Apple für seine Geräte machte. Dass Google sich jetzt nicht mehr auf diesen Automatismus verlassen kann, dürfte positive Auswirkungen haben. Bei Maps ist damit zu rechnen, dass der Suchmaschinenkonzern Apple die Stirn bieten wird. Bei YouTube ist noch nicht ganz klar, ob es eine Alternative gibt. Beim Apple TV unterstützt Cupertino zum Beispiel auch die anspruchsvollere Alternative Vimeo. Es wäre denkbar, dass Apple anlässlich des neuen iPhones einen neuen Pakt schließt.

Alles in allem also viel Aufregung um nichts. Die positiven Aussichten überwiegen.

via: The Verge.

Bakublog

Stefan Niggemeier und Lukas Heinser sind wieder mit ihrem beliebten Videoblog zum Eurovision Song Contest zurück. Dieses Mal wird es jedoch heikel: In Aserbaidschan lässt es sich nicht so leicht fröhlich über den Unterhaltungsklamauk berichten, wie zuvor in Düsseldorf und in Oslo.

Im ersten Moment habe ich mich für Aserbaidschan gefreut. Dass ein aus deutscher Sicht so exotisches Land den Eurovision Song Contest (ESC) gewinnen konnte, war ein schönes Zeichen, dass diese kleinen Länder eben nicht nur als Kulisse für die Großen mitmachen dürfen, sondern bei guten Liedern tatsächlich eine reelle Siegchance haben. Und das Lied aus Aserbaidschan war fraglos ein gutes, der Gewinn des ESC vollkommen verdient.

Ein Jahr später stellt die westliche Welt verdutzt fest, dass Aserbaidschan es mit gleichen Chancen für alle nicht so hält – zumindest nicht, wenn es um seine eigene Bevölkerung oder Armenien geht. Im Vorfeld wurde verschiedentlich darüber berichtet, dass Einwohner vertrieben und ihre Häuser eingeebnet wurden, um den Bau der Crystal Hall für den beliebten Musikklamauk zu ermöglichen. Das will irgendwie gar nicht in das Bild der Harmonie passen, dass der ESC von sich zeichnet.

Diese Situation macht auch denjenigen das Leben schwer, die darüber berichten. Einige Medien haben sich zurecht bereits eine Schelte dafür eingefangen, allzu unkritisch über Aserbaidschan und den ESC zu berichten. Nun ist es eine schwierige Gratwanderung, auf der einen Seite den Leuten zu gefallen, die belustigt werden wollen, andererseits aber auch zu vermitteln, was eben nicht so lustig ist – einfach, weil es zum Gesamtbild dazugehört und weil es die vornehmste Pflicht eines jeden Berichterstatters ist, vollständig zu informieren.

Stefan Niggemeier und Lukas Heinser haben vor zwei Jahren mit dem Videobloggen vom ESC angefangen. Oslog hieß das beim ersten Mal. Und weil mit Lena Meyer-Landrut der ESC in Deutschland gerade seinen angestaubten Charme verlor und Lena den Titel für Deutschland holte, war die Fortsetzung namens Duslog quasi vorprogrammiert.

Natürlich war es vor allem der Verdienst von Stefan Raab, dass der ESC in Deutschland wieder erfolgreich war. Doch Stefan und Lukas haben mit ihrer unkonventionellen Berichterstattung im Internet auch einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. Sie zeigten, dass mit technisch bescheidenen Mitteln und in Zehn-Minuten-Clips ein weitaus gehaltvolleres Programm möglich ist, während es die Öffentlich-Rechtlichen trotz modernster Technik, vielen Leuten und irrsinnigem Aufwand jahrelang nicht hinbekamen).

Jetzt also Bakublog: Unterhaltungsprogramm aus politisch wenig unterhaltsamen Gefilden. Dieser Spagat gelingt den beiden relativ gut. In einer der ersten drei Folgen zeigen sie eine Straße und Stefan erinnert daran, dass hier bis vor kurzem noch Häuser standen. Auch ironische Andeutungen in Bezug auf den Bau des Pressezentrums (Folge 3) oder das Zeigen einer Szene, wo Sicherheitskräfte die beiden erst von der Straße vertreiben wollen, beim Aufzeigen des ESC-Presseausweises jedoch einen guten Tag wünschen und weiterziehen, beleuchten die Risse in der Heile-Welt-Fassade Bakus.

Ein bisschen fader Beigeschmack bleibt aber trotzdem: Die Hoffnung, dass die mediale Öffnung gen Westen positive Entwicklungen in dem Land anstößt, lässt sich bislang schwerlich erkennen. Vergleichbare Situationen gibt es auch bei anderen Unterhaltungs-Events, zum Beispiel bei der Fussball-EM (Ukraine) oder bei der Formel 1 (Bahrain).

Es ist eine riesige Herausforderung für den Westen, eine angemessene Art der Begleitung solcher Events zu finden. Vielleicht ist auch alles verkehrt, egal wie man es macht.

Von allem, was ich bislang vom ESC gesehen habe, ist der Bakublog jedoch herausragend gut.

Hinweis: Ich habe Stefan Niggemeier vor ein paar Tagen mehrere Fragen per E-Mail geschickt. Sobald ich eine Antwort erhalte, werde ich erneut berichten.

Bing Streetside in Deutschland vor dem Aus?

Bing Streetside, Microsofts Pendant zu Google Street View, ist für deutsche Städte nicht mehr nutzbar. Sollte sich das Aus bewahrheiten, hätte auch Microsoft vor dem deutschen Unmut über Straßenansichten kapituliert. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

Immerhin: Eine öffentliche Schmähung blieb Microsoft hierzulande mit seinem Straßenansichtendienst Streetside erspart. Ganz anders Google: Der Suchmaschinenbetreiber musste wochenlang eine Debatte über sich ergehen lassen, ließ sich das Zugeständnis abringen, Einsprüche anzunehmen – und resignierte schließlich vor dem deutschen Bedürfnis nach Datenschutz.

Sollte sich die Nachricht in “Cashys Blog” bewahrheiten, wäre auch Microsoft hierzulande gescheitert. Warum, das ist unbekannt. Streetside war hierzulande klammheimlich gestartet. Da der Dienst in anderen Ländern unverändert zur Verfügung steht, liegt es nahe, dass es einen Zusammenhang zum Unbehagen der Deutschen gibt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Deutschen sich über Fotografien ihrer Häuser echauffieren. Schon in den Neunziger Jahren gab es eine aufgeregte Debatte über Satellitenfoto-Sammlungen, die als D-Sat auf CDs vertrieben wurden. Zuvor gab es Ärger wegen der D-Info-Telefon-CDs – beides Themen, die aus heutiger Sicht fast lachhaft sind, weil mit dem Internet sowohl Telefonbucheinträge als auch Satellitenfotos für jedermann kostenlos und teilweise in besserer Qualität bzw. mit mehr Suchoptionen einsehbar sind.

Nicht auszuschließen, dass auch die Straßenansichten irgendwann ihr Comeback feiern und bejubelt werden.

Interessant ist aber auch die Frage, wie die Dienste international mittlerweile angesehen werden. Zwar gibt es anderswo nicht so drastische Debatten wie hierzulande, andererseits scheint es auch keine Euphorie zu geben oder sie ist nach dem ersten Aha-Effekt mittlerweile verflogen.

Denn die entscheidende Frage, was Straßenansichten eigentlich bringen sollen, ist bis dato unbeantwortet. Hilfreich sind sie allenfalls zur Vorbereitung eines Trips am heimischen Computer, um sich Straßenansichten einzuprägen und sich später besser orientieren zu können. Eine Integration in mobile Navigationssysteme steht jedoch noch aus.

Das andere Problem ist die Aktualisierungsrate. Schon bei den Satelliten- und Luftbildern zeigt sich, dass sie schnell veralten und an Nutzwert einbüßen. Im Gegensatz zur Straßenfotografie sind die Satellitenbilder aber noch vergleichsweise einfach zu erneuern. Wollen Google und Microsoft tatsächlich jedes Jahr ihre Flotte auf den Weg schicken, um Updates zu “erfahren”? Und in welchem Rhythmus ist das überhaupt möglich, zumal die Karte noch sehr viele weiße Flecken enthält?

Bislang sind die Straßenfotodienste eher eine Machbarkeitsstudie und eine Machtprobe der Großen. Es ist schwer zu glauben, dass sich damit ausreichend Geld verdienen lässt, um die Erstellung und Pflege dauerhaft zu refinanzieren.

Zumindest aus deutscher Sicht ist der Entwicklung der vergangenen Monate etwas Positives abzugewinnen: Dass Google und Microsoft hierzulande bei ihrer Straßenfotografie auf die Bremse treten, ist ein Beleg dafür, dass einzelne Staaten sehr wohl in der globalen Welt ihre Stimme erheben und gar etwas bewirken können. Und das Bemerkenswerte daran ist: Dafür brauchte es nicht einmal ein Gesetz.

http://stadt-bremerhaven.de/microsoft-beendet-bing-streetside-in-deutschland-aus-unbekannten-gruenden/

Zukunft von Social Media

Falk Heidemann auf t3n:

Die Experten der Fachgruppe Social Media im BVDW sind sich sicher: „Die meisten deutschen Unternehmen haben verstanden, dass Social Media weit mehr als nur ein weiterer Werbekanal ist“.

Wow.

Wer über den Sinn von sozialen Netzwerken redet, sollte aber auch den Unsinn nicht verschweigen.

via Zukunft von Social Media: „Zeit für Experimente ist vorbei“ » t3n News.

Sind Roboter die Journalisten der Zukunft?

Jörn Brien auf t3n:

Können Roboter gute Texte schreiben und in Zukunft gar Journalisten ersetzen? Das US-Startup Narrative Science zeigt, dass das Generieren von lesbaren Artikeln funktioniert – wenn auch bisher nur in Nischenbereichen wie Finanzen, Immobilien oder Sport. Die Computer müssen nur mit ausreichend Daten gefüttert werden. Der Vorteil: Roboterjournalisten sind billig, immer zuverlässig, schnell, objektiv und sie besitzen keinerlei Ego, das zur Räson gebracht werden müsste.

Was besagt das über das Bild, das von Journalisten herrscht?

via Sind Roboter die Journalisten der Zukunft? » t3n News.

Google als Mailbox (BBS)

Waren das noch Zeiten, als das Modem kreischte und sich allmählich eine Startseite aus ASCII-Zeichen aufbaute. Großstädte in Deutschland waren da noch exotische Plätze, die der geneigte Mailboxnutzer mit seinem Modem anwählte. Und Netze wie FidoNet und MausNet gaben einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns heute mit dem Internet allzu selbstverständlich erscheint. Für Retrofreunde gibt es jetzt eine Google-Version als Mailbox. Ein entsprechendes Video ist bei YouTube zu finden. Erst kürzlich hatten wir hier über Retroversionen von Twitter und Facebook berichtet.

Tech Tops: Google+, iTunes 11 und das 4-Zoll-iPhone

Facelifting für Google+, mehr iCloud in iTunes 11 und es wird wieder über ein Vier-Zoll-iPhone spekuliert – alle wichtigen News haben wir in unserer neuen Rubrik Tech Tops zusammen gefasst, den Top-Nachrichten aus der Tech-Welt.

Neues Aussehen für Google+

Google hat seinem sozialen Netzwerk Google+ ein kleines Facelifting verpasst. Ein Schelm, wer sich beim Betrachten an manches Facebook-Element erinnert fühlt. Schaden kann es Google+ zumindest nicht. Angesichts der Dominanz von Facebook ist es so vermutlich einfacher, Nutzer durch eine vertraute Umgebung zum Umstieg zu bewegen, als wenn diese sich komplett neu orientieren müssen. Und immerhin: Auf die Timeline wurde glücklicherweise bislang verzichtet.

iTunes 11 in Vorbereitung

9to5Mac berichtet, dass die Entwicklung der nächsten iTunes-Version 11 Fahrt aufgenommen hat. Das nächste Release werde erwartungsgemäß iOS 6 unterstützen und soll ein zentrales Interface für die iCloud enthalten, wo der Nutzer Einstellungen treffen kann. In der Diskussion sei auch ein mögliches Redesign.

Gedankenspiele zum Vier-Zoll-iPhone

Kein Jahr vergeht, ohne dass über ein größeres iPhone spekuliert wird. Die Frage ist dabei, ob es Apple wert ist, seine gerade bei Entwicklern beliebten Standardgrößen zu opfern, um es mit den großen Android-Phones aufzunehmen. Ein neues Gedankenspiel sieht eine Vier-Zoll-Variante vor, die lediglich in die Höhe wächst. Diese Option, so die nachvollziehbare Logik, wäre auch für die Entwickler von Apps akzeptabel, da die meisten in der Vertikale kaum Änderungen vornehmen müssten.

Neue Designakzente im Apple Online Store

“We’ll be back soon” stand bislang auf einem gelben Post-It geschrieben, sobald der Apple Online Store aktualisiert wurde. Schon seit einiger Zeit wird darüber spekuliert, dass der Online Store ein neues Design bekommen könnte. Einen ersten Anhaltspunkt liefert ein neues Aussehen jener Wartungsmeldung, das jetzt erstmals gesichtet wurde.

Neues MacBook Pro im Anmarsch?

Lieferengpässe sind oft ein Anzeichen für eine kommende Produktaktualisierung. Aktuell ist das MacBook Pro 15-Zoll knapp geworden, berichtet MacRumors. Gibt es also bald eines der regelmäßigen Hardware-Updates?

Project Glass

Google hat ein neues Projekt gestartet, bei dem eine Brille den Nutzer mit dem Internet vernetzt. Informationen werden über die Brillengläser angezeigt. Smartphone-Funktionen sorgen dafür, dass der Nutzer telefonieren, Nachrichten verschicken und viele weitere Aktionen starten kann.

Für manche ist das “Project Glass” sicherlich eine Horrorvision, wird doch das Internet bei dieser Idee mit unserem Alltag verschmelzen. Man nimmt kein Gerät mehr in die Hand, wenn eine Nachricht eingeht, sondern sie erscheint direkt vor uns.

Bedenkt man, wie viele durch Handys abgelenkt sind und im Alltag zu Schaden kommen, wird die Idee, die Informationen per Augmented Reality einzublenden, aber vielleicht sogar eine positive Wirkung entfalten. Fragt sich nur, ob wir wirklich den ganzen Tag über eine solche Brille tragen wollen. Wer ohnehin eine Sehhilfe benötigt, ist vermutlich im Vorteil.

via Project Glass: One day… – YouTube.