Zu Besuch bei Wunder Mobility: Wo die Software für die Leih-E-Scooter entsteht

Mitten in Hamburg, in der Speicherstadt, entstehen Software und Lösungen für die Mobilität von morgen. Wie die Firma Wunder Mobility das Internet der Dinge zum Leben erweckt.

Ein grauer Oktobertag in Hamburg. Vor uns, auf dem Steindamm, steht ein E-Scooter, der einem der vielen Verleiher gehört, die die Hansestadt zuhauf mit ihren Fahrgeräten vollgestellt haben. Per Smartphone wird der Leihvorgang ausgelöst: QR-Code einscannen, Button drücken – fertig. Was so wie eine direkte Kommunikation zwischen Roller und Smartphone aussieht, funktioniert in Wirklichkeit über vier Ecken.

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Silicon Learnings: Einfach machen

Der Vortrag von David Cohn von Advance war wirr, er war rasant – und er war beeindruckend. Cohn leitet den Media Incubator des mit 25.000 Mitarbeitern riesigen Medienkonzerns Advance, dem Dutzende Tageszeitungen in den USA gehören. In der Alpha Group werden Innovationen entworfen und ausprobiert. Warum lange darüber reden, was man eigentlich rasch online machen könnte? Warum machen es Medienhäuser nicht einfach? Und wenn es scheitert, stellen sie es halt einfach wieder ein. Wer sich nicht teuren Experten mit teurer Software unterwirft, kann Projekte wie Meinungsplattformen, spezialisierte Videoportale und Chatbots für kleines Geld selbst auf den Weg bringen. Das ist ja gerade der Reiz des Netzes. Jeder kann dort einfach machen. So beginnen fast alle diese Erfolgsgeschichten. Es braucht keine riesige Infrastruktur, kein riesiges Budget und bedarf schon gar nicht tausender Leute. All das kommt erst, wenn sich der Erfolg einstellt. Und damit fangen die Probleme dann meist erst an.

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Journalismus 2.0: Die Lösung liegt im Kleinen

Drei Tage New York, elf Termine mit Medien-Start-Ups, Giganten und Leuten, die etwas Neues ausprobieren. Eine Zwischenbilanz des Innovation Field Trips des Digital Journalism Fellowships von Malte Kirchner.

Seit knapp einem Jahr gehe ich zusammen mit 20 weiteren talentierten Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland der Frage nach, wie sich der Journalismus im digitalen Zeitalter weiterentwickeln, ja womöglich gar neu erfinden muss. Wir repräsentieren verschiedene Medienarten von Print über TV, Radio und Online – von der kleinen Lokalzeitung bis zúm bundesweiten Nachrichtenmagazin.

Nach diversen Seminaren in Hamburg und Berlin schauen wir uns in den USA in New York und San Francisco vor Ort an, was innovative Unternehmen auf die Beine stellen, wo sie die Zukunft sehen. Im ersten Teil in New York trafen wir u.a. Kollegen von Bloomberg, der New York Times, Axios und Civil. Wir sprachen mit dem Journalismusprofessor Jeff Jarvis, Kunstgaleristen und Journalisten, die Projekte jenseits des Journalismus gestartet haben.

Was wir gelernt haben: Auf komplizierte Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Auch in den USA haben Journalisten noch nicht den Stein der Weisen gefunden, wie Qualitätsjournalismus sich in Zukunft solide finanzieren kann. Die erfreuliche Erkenntnis ist, dass die Größe eines Medienunternehmens bei der Lösungssuche nicht ausschlaggebend ist. Viele der besuchten Projekte sind klein. Spezialisierung ist das Gebot der Stunde. Dabei sind flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege von Vorteil. Auch ist es meines Erachtens nicht nötig, in Weltmetropolen wie New York ansässig zu sein. Die Digitalisierung ist die Aufhebung der Geografie. Unerklärlich, dass das noch so wenige nutzen.

Was offen bleibt: Es gibt in der Medienwelt ein Netzwerk von Abhängigkeiten. Riesen wie Facebook, aber auch diejenigen, die News ein Gütesiegel geben wollen – wie Civil und Newsguard – benötigen zwingend diejenigen, die Nachrichten produzieren. Viele innovative Unternehmen konzentrieren sich aber eher darauf, wie der Distributionskanal verbessert werden kann oder dass Nachrichten zertifiziert sind. Die Produktion guter Inhalte steht offenbar noch zu wenig im Fokus der Bemühungen.

Zehn Tage USA: Im Zuge des Digital Journalism Fellowships der Hamburg Media School nehme ich am Innovation Field Trip in New York und San Francisco teil.

Was ich mitnehme: Für mich hat sich bestätigt, was ich mit eigenen Podcast-Projekten wie dem Apfelfunk schon selbst erlebe. Der Faktor Gemeinschaft (Community) wird im Mediengeschäft immer wichtiger. Die Konsumenten wollen nicht reine Empfänger sein, sie wollen mitreden (können). Dafür braucht es ein Miteinander auf Augenhöhe und mehr Demut der Produzierenden gegenüber ihren Lesern, Hörern und Zuschauern. Es ist ein krasser Kulturwandel für viele Medienschaffenden, ihre eigene Persönlichkeit zu exponieren, anfassbar (wenn auch nur im virtuellen Sinne) zu werden.

Nächste Station: San Francisco. Dort besuchen wir unter anderem Facebook, Instagram und Udacity.

So tickt die Apple Watch

Achtung, Wortspiel: Michael Spehr von der FAZ hat sich mit seinem Test der Apple Watch etwas Zeit gelassen.

Der dabei herausgekommene Artikel ist für alle Apple Watch-Interessierten ein Must-Read und definitiv einer der besseren, weil aufschlussreicheren Texte zu dem neuen Gerät.

Sein Fazit:

Der Fitness-Tracker mit seiner Messgenauigkeit ist beeindruckend, kann eigentlich mehr und ruft geradezu nach einem Funktions-Update. Native Apps auf der Uhr könnten ein Knüller werden. Apple legt mit seiner ersten Watch etliche Grundlagen, die über das hinausgehen, was man bislang gesehen hat. Das Fundament steht, es eröffnet viele Möglichkeiten. Alles andere muss sich in den nächsten Monaten zeigen.

Ich kann aus eigener Anschauung berichten, dass die Apple Watch ein Gerät ist, mit dem man sich erstmal einige Zeit beschäftigen muss. Aus diesem Grunde schätze ich die Entscheidung, nicht zu den ersten gehören zu wollen, die ein Review veröffentlichen, sondern besser auch den wichtigen Aspekt der Alltagstauglichkeit zu beleuchten.

Es gibt an der Apple Watch vieles, was einem unglaublich nützlich erscheint. Andererseits frage ich mich, zum Beispiel bei den Fitness-Funktionen, ob sich auch langfristig ein Nutzen entfaltet oder ob das eher eine zeitweilige Spielerei ist, derer man irgendwann müde wird.

Vielleicht hat Apple aber auch deshalb noch Luft nach oben gelassen. Das GPS-Tracking wäre zum Beispiel jetzt schon möglich, zumal fast jeder sein iPhone ständig bei sich trägt.

Quelle: Im Dauertest: So tickt die Apple Watch

Twitter spielt für Traffic keine Rolle, Facebook umso mehr

Es ist kurios: Obwohl mit Twitter theoretisch weitaus mehr Aufmerksamkeit erzeugt werden kann, weil “Freundschaften” und “Likes” keine so große Rolle spielen wie bei Facebook, ist Twitter als Linkquelle nahezu unbedeutend. Facebook prescht dagegen immer weiter vor. Dies sollte einem zu denken geben, denn es stärkt auch Facebooks Macht, dafür zur Kasse zu bitten.

Michael Kroker, Wirtschaftswoche:

Beim sogenannten Referral-Traffic – also dem Datenverkehr durch Empfehlungen in sozialen Netzwerken – bleibt der Kurznachrichtendienst Twitter weiterhin unbedeutend. Mehr noch: Im Jahresvergleich sank der Anteil sogar auf unter ein Prozent.

Die Hörsuppe

Bildschirmfoto 2013-02-15 um 18.28.34Wer als Podcaster positiv über die Hörsuppe schreibt, ist natürlich voreingenommen. Zu wertvoll ist die Seite für den Erfolg eines Podcasts, als dass sich wertneutral darüber berichten ließe. Doch die Tatsache, dass die Ankündigung eines Podcasts in der Hörsuppe manchmal interessanter als der Podcast selbst ist, rechtfertigt einen Artikel über die Seite von Christian Bednarek. 

Außer iTunes gibt es in der deutschen Podcast-Szene nur wenige Orte, die einem Orientierung verschaffen. Zwar gibt es mit der Podunion einen interessanten Ansatz, die Szene noch stärker zusammenzuschweißen. Verzeichnisse wie podcast.de mühen sich, eine Alternative zur Apple-Seite aufzuzeigen.

Doch wer sich vom dominanten iTunes-Dienst abheben muss, kann nicht einfach nur ein Linkverzeichnis aufmachen. Er muss das tun, was Apple nicht bzw. nur kaum macht: Redaktionelle Betrachtungen der Podcasts. Und einen Podcast über Podcasts. Das ist eine Menge Arbeit.

Genau dies macht Christian mit der Hörsuppe. Die tägliche Vorhersage gibt einen Überblick über bevorstehende Livesendungen. Zum anderen hört er in die aktuell angelaufenen Ausgaben diverser Podcasts hinein und fasst für seine Hörer die wesentlichen Inhalte zusammen. Die kleine Anekdote oder Meinung dazu hat Prinzip. Wer sich das anhört, merkt rasch, dass da einer spricht, der eine Menge Ahnung von Podcasts hat. Oder anders gesagt: Jemand, der schon eine Menge gehört hat.

Und das bringt auch den Podcastern eine Menge. Denn die Hörsuppe ist neben iTunes eine der ganz wenigen zentralen Anlaufstellen, die wirklich für neue Hörer sorgen. Daneben ist es natürlich eine schöne Würdigung des eigenen Engagements, wenn der eigene Podcast nicht nur erwähnt, sondern auch launig/wissend/informativ kommentiert wird.

Und weil das nicht selbstverständlich ist, darf und soll das hiermit auch mal ausdrücklich gewürdigt werden!

Link zur Hörsuppe

Warum das iPad mini ein Erfolg wird

Jörg Wirtgen, Heise.de:

Das iPad Mini wird natürlich ein Erfolg werden, weil es diese beiden Nischen besetzt, die Familien und die Unterwegs-Surfer, und weil genügend Käufer den Aufpreis bereitwillig zahlen dürften. Es ist ein gutes Tablet, das genau die gleichen Vorzüge gegenüber der 200-Euro-Konkurrenz hat wie das große iPad gegenüber den 10-Zöllern, vor allem mehr Content. Apple wird hier aber nicht die ganz große Dominanz entfalten können, weil Amazon und Google das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Das iPad mini wird schon deshalb ein Erfolg werden, weil es ein neues Produkt ist, was alle Apple-Interessierten gerne einmal ausprobieren möchten – ein Produkt, das für Apple-Verhältnisse obendrein noch günstig zu haben ist.

Die Frage, ob diese neue Produktklasse langfristig ein Erfolg wird, entscheidet sich vermutlich erst mit der zweiten Generation des iPad mini. Die wird sich nur dann massenhaft verkaufen, wenn die Nutzer bei der ersten Generation zu der Überzeugung kommen, dass es sinnvoll ist, eine dritte Größe zwischen dem (mittlerweile größeren) iPhone und dem iPad zu besitzen.

Was Apple hier macht, ist ja durchaus als riskantes Spiel anzusehen: Im besten Fall wird das iPad mini Käufer zu Apple ziehen, die sonst die Sieben-Zöller mit Android kaufen würden und Apple verloren gingen. Im schlimmsten Fall kannibalisiert Apple seine eigenen iPad- und iPod Touch-Verkäufe, weil diejenigen, die vorher eines oder beide Geräte gekauft hätten, in dem iPad mini einen gelungenen Kompromiß sehen.

Man muss in dieser Sache aber nicht schwarz sehen: Das MacBook Air hat neben dem MacBook Pro auch seinen Platz gefunden, obwohl zunächst befürchtet wurde, dass das Pro darunter leiden könnte (Verlierer war in dem Fall das normale MacBook). Mittlerweile gibt es mit dem MBP Retina aber wieder eine dritte MacBook-Klasse und sie verkaufen sich augenscheinlich alle prächtig. Nicht zu vergessen das iPad: Die Mac-Verkäufe haben darunter nicht gelitten – ganz im Gegenteil.