Im iPhone steckt ein verdecktes UKW-Radio

Einige haben sich vielleicht schon einmal so wie ich gefragt, warum eigentlich diverse Smartphone-Hersteller ein UKW-Radio im Gerät einbauen (das sie oft kaum bewerben) und Apple so etwas nicht vorhält. Nun, eine plausible Erklärung wäre, dass Apple auf unnützen Ballast verzichtet und – zumindest in meinem Fall – ein UKW-Radio im Smartphone entbehrlich ist.

Zumindest technisch steckt aber auch in jedem iPhone ein UKW-Radio:

You probably didn’t know it, but there’s a FM radio inside your iPhone. It’s part of the wireless chip that provides the phone with WiFi and Bluetooth (the Murata 339S0228 chip, in the case of the iPhone 6). Apple has this functionality switched off, and the National Association of Broadcasters would like the company to switch it on, arguing that there are a number of benefits over streamed radio content.

Wenn die Technik sowieso im Chip sitzt, warum wird sie dann nicht zumindest für Dritt-Apps freigegeben? Die Antwort ist, dass es allein mit dem Empfangsmodul nicht getan ist. Es fehlen eine brauchbare Antenne und ein Verstärkermodul, was beides Platz benötigt, der nun wirklich nicht unbedingt verschwendet werden muss. Die meisten anderen Smartphones lösen das Antennenproblem, indem das Headset als Antenne fungiert. Das wäre sicherlich auch im Falle des iPhones denkbar, entspricht aber wohl kaum dem Anspruch, den Apple an Technologien stellt.

Zumindest einen guten Grund gibt es aber schon, das Fehlen des Radios zu bedauern:

Users could avoid expensive data charges and save battery life if they listen to the FM chip for free. Listening to streaming drains your battery three to five times faster than listening to the exact same content on the FM chip [and] it’s a critical resource in an emergency.

Im Katastrophenfall hätte der Anwender also ein brauchbares Batterieradio, das er so wohl nicht mehr unbedingt vorhält. Und wenn wir mal darüber nachdenken, ob die Mobilfunknetze im Ausnahmezustand wohl noch funktionieren, so wird einem das UKW-Radio im Smartphone immer sympathischer.

Doch selbst wenn Apple sich irgendwann doch noch entscheidet, dem Wunsch der amerikanischen Rundfunkanstalten zu beugen (was unwahrscheinlich ist), so bleibt das Problem, dass viele Länder schon drauf und dran sind, analoge UKW-Sender abzuschalten. Ersatz ist DAB-Funk. Und natürlich … Onlinestreaming.

Wie die Apple Watch den Puls misst

Apple hat in einem Supportdokument buchstäblich Licht ins Dunkel gebracht, wie die Apple Watch den Puls misst. Manch einer hat vielleicht schon mal mit seinem iPhone den Puls gemessen. Dabei wird die Blitz-LED genutzt, um durch den Finger zu leuchten und die Kamera hat dann freies Sichtfeld auf den Blutfluss (häufig zumindest).

Die Apple Watch arbeitet mit grünen LEDs. Das Verfahren ist denkbar einfach, aber – so wie man hört – effizient:

The heart rate sensor in Apple Watch uses what is known as photoplethysmography. This technology, while difficult to pronounce, is based on a very simple fact: Blood is red because it reflects red light and absorbs green light. Apple Watch uses green LED lights paired with light?sensitive photodiodes to detect the amount of blood flowing through your wrist at any given moment. When your heart beats, the blood flow in your wrist — and the green light absorption — is greater. Between beats, it’s less.

Liebe zum Detail: Der iMac mit Retina 5K Display im Test

Der iMac mit Retina 5K Display - Foto: (c) Apple
Der iMac mit Retina 5K Display – Foto: (c) Apple

In der Entwicklung des Desktop-Computers gab es viele Stationen: Besonders in Erinnerung bleiben im kollektiven Gedächtnis aber vor allem die Fortschritte in der grafischen Darstellung. Der erste Farbmonitor, größere Bildschirme und höhere Auflösungen waren gefühlt meist  größere Verbesserungen als etwa neue Geschwindigkeitsrekorde bei Prozessoren oder eine leistungsstärkere Grafikkarte.

Und mit Computern die Gefühle der Anwender anzusprechen, das versteht kaum ein Hersteller besser als Apple. Folglich musste sich der Tester auf ein Erlebnis gefasst machen, als der neue iMac mit Retina 5K-Display vor ihm stand. Schon die Verpackung mit der aufklappbaren Frontseite signalisiert einem, dass sich da ein kleiner Star präsentiert. Der Aufbau ist denkbar einfach und besteht lediglich aus dem Einstecken des Stromkabels. Die mitgelieferte Aluminiumtastatur und die Magic Mouse kommunizieren per Bluetooth mit dem Gerät. Die Ersteinrichtung besteht aus wenigen Schritten und schon präsentiert der iMac einem das, was ihn so signifikant von seinen gleich aussehenden Vorgängermodellen unterscheidet.

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Neues MacBook: Der Apfel leuchtet nicht mehr

Gute Beobachtung:

Doch die vielleicht wichtigste Änderung hat Apple dezent verschwiegen. Wichtig nicht in Sachen Technik, wichtig nicht in Sachen Usability – doch umso wichtiger in Sachen Markenwahrnehmung. Und: für die Apple-Jünger. Das leuchtende Apfel-Logo gehört der Vergangenheit an . Stattdessen – der noch flacheren Bauweise sei Dank – prangt zukünftig ein golden oder silbern schimmernder Apfel auf den Luxus-Geräten.

Wie sagte einst Steve Jobs? „To focus means to say no.“ Auf jeden Fall eine mutige Entscheidung.

via Apple knipst das Licht aus: Warum dem MacBook bald das leuchtende Logo fehlt [Kolumne] | t3n.

Apple Watch: Jetzt sind die Dauernörgler dran

Spiegel Online will im Netz augenscheinlich mal wieder Klicks sammeln, indem gängige Klischees bedient und Gegenreaktionen herausgefordert werden (was leider in diesem Fall geklappt hat).

Hier die Quintessenz:

Apple hat seine Smartwatch präsentiert. Doch was taugt das neue Gadget? Nichts, sagt der ehemals Apple-Abhängige Stefan Kuzmany. Er findet die Uhr teuer, stillos und infantil.

Zunächst muss betont werden, dass der Ressortleiter Meinung und Debatte bei Spiegel Online hier etwas schlecht findet, was er augenscheinlich noch gar nicht selbst in die Hand genommen hat. Die Uhr erscheint erst Ende April. Er urteilt also abschließend über eine halbstündige Präsentation einer Uhr, die einen natürlich auf den ersten Blick faszinieren oder abstoßen kann. Aber sollte so ein Gerät der Vollständigkeit halber nicht auch im Alltag in Augenschein genommen werden?

Dazu passt es dann auch, dass die Fernsehserie „Knight Rider“ und das Micky-Maus-Ziffernblatt offenbar argumentativ genügen, um die Uhr als infantil abzutun. Wer Argumente sucht, die die Kritik an Stil und Preis untermauern, muss auch lange suchen.

 

Ein wunderbarer Artikel für die Wiedervorlage in einem Jahr.

via Apple Watch: Braucht kein Mensch – Kommentar – SPIEGEL ONLINE.

Apple baut ein Auto

Mark Otten für die Neue Osnabrücker Zeitung (online):

Apple muss neue Geschäftsfelder erschließen – nicht nur wegen des Drucks durch Google.

Angesichts eines Quartalsgewinns von 18 Milliarden US-Dollar frage ich mich, was das für ein Druck sein soll. Google hat mit seinem mobilen Betriebssystem Android einen weit höheren Marktanteil im Smartphone-Markt und vermag davon trotzdem nicht zu profitieren. Der Druck lastet folglich eher auf Google.

Ein Auto wäre ein komplett neuer Markt. iPhone und Apple Watch könnten als ergänzende Produkte zum Apple Car werden. So könnten Nutzer mit dem Fingerabdrucksensor Touch-ID in iPhone oder Apple Watch das Auto entsperren und ihre persönlichen Fahrereinstellungen, wie Sitz- und Spiegelposition, laden.

Wenn es nur um solche Funktionen geht, könnte Apple auch die Kooperation mit den vorhandenen Autoherstellern suchen.

Die Probleme in der Automobilindustrie liegen viel tiefer: Die schleppende Einführung von CarPlay, was technisch nicht mehr als ein externer Bildschirm fürs iPhone ist, zeigt beispielhaft, wie langsam die Mühlen der Autohersteller mahlen. Die meisten Autohersteller haben lange gebraucht, bis sie mal Kassetten- und CD-Radios ad acta legten und ihren Fahrzeugen ein Multimedia-System mit Bluetooth-Unterstützung spendierten, das dann auch als Serienausstattung eingebaut wurde.

Die Nutzer wollen aber längst mehr: Untereinander kommunizierende Autos, Verkehrsleitsysteme, in die die Fahrzeuge eingebunden sind, und eine stärkere Vernetzung der verschiedenen Komponenten eines Autos sind nur einige Ziele, die momentan schneller zu erreichen sind, als ein selbstfahrendes Auto.

Apples Fokus richtete sich stets auf den Anwender und nicht darauf, irgendwelche Rekorde im Erfinden von Dingen aufzustellen. Insofern ist es vollkommen unerheblich, ob Tesla oder Google mit ihren Laboren schon weiter sind.

Die Situation erinnert stark an den Mobilfunkmarkt, wo Apple seinerzeit auch erst die Kooperation mit Motorola suchte und bald feststellte, dass dies keine befriedigenden Ergebnisse zeigte. Die Folge war das iPhone.

Firefox für iPhone und iPad geplant

Nach Google Chrome plant jetzt wohl auch die Mozilla-Stiftung eine iOS-Version ihres Browsers Firefox. Es ist also wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis wir auch den Internet Explorer auf der Plattform begrüßen dürfen.

Flo’s Weblog:

Auf einem internen Mozilla Event gab Firefox-Manager Jonathan Nightingale bekannt, dass Firefox nun wohl doch seinen Weg auf das iPhone und iPad finden wird. Man müsse dorthin gehen, wo auch die Nutzer sind – und das sei eben immer mehr auch auf Apples mobilen Geräten.

Bei so einer albernen Begründung für das lange Zögern kann man eigentlich nur sagen: Guten Morgen!

Ein etwas triftigerer Einwand wären zum Beispiel die technischen Einschränkungen auf der iOS-Plattform gewesen. Wir erinnern uns, dass Google Chrome am Anfang auch damit zu kämpfen hatte, dass Apple sich selbst einige technische Privilegien eingeräumt hat. Die Extensions in iOS 8 eröffnen auch für die Browser-Entwickler ganz neue Möglichkeiten.

Mir persönlich stellt sich allerdings die Frage, ob alternative Browser unter iOS überhaupt eine große Zukunft haben. Ich persönlich habe Google Chrome zwar installiert, bislang aber keinen Mehrwert entdecken können, der mich von dem naturgemäß besser integrierten Safari-Browser weggelockt hat. Der einzige Vorteil liegt meines Erachtens darin, etwaige Lesezeichen und Einstellungen des Desktop-Browsers auf dem iPhone oder iPad nutzen zu können. Wenn ich allerdings die vielen Homescreens betrachte, die Nutzer dieser Tage im Netz posten, entdecke ich dort selten Google Chrome. Zufall?

Drei Gedanken zu iPad Air 2 und iPad Mini 3

Über die Apple-Neuheiten sind im Netz genügend gut geschriebene Beiträge zu finden. Ich möchte mich deshalb auf eine kleine Analyse beschränken und diese in drei Überlegungen zusammenfassen:

1. Apple macht wieder größere Unterschiede zwischen den iPads: Im letzten Jahr überraschte Apple mit Einheitlichkeit. iPad Air und iPad Mini 2 unterschied im wesentlichen die Displaygröße. Mit dem iPad Mini 3 fällt das Sieben-Zoll-Modell nun wieder hinter das Zehn-Zoll-Modell zurück. Prozessor und andere Komponenten entsprechen beim Mini dem Vorgängermodell. Damit nicht genug, sind aber selbst das aktuelle iPhone 6 (plus) und das iPad Air 2 nicht mehr auf Augenhöhe. Das iPad Air 2 wird mit einem besseren A8X-Prozessor ausgestattet, wodurch die Kluft zum Mini 3 noch größer wird. Warum das so ist, darüber kann nur spekuliert werden. Das iPad Mini 3 war ohnehin nur eine Randnotiz in der Präsentation. Ob im Sieben-Zoll-Markt weniger Chancen gesehen werden oder ob er gar so erfolgreich ist, dass ein Vorbeiziehen am großen Spitzenmodell verhindert werden soll, bleibt offen. In jedem Fall hebt sich das iPad Air 2 wieder stärker von den anderen Geräten ab, womit auch der Preisunterschied eine ganz andere Bedeutung bekommt.

2. Apple setzt die Preishürde für das iPad niedriger: Es ist nicht das erste Mal, dass Apple sein Line-Up kurios verändert. Der Verbleib des betagten iPad 2 war so eine Merkwürdigkeit, die jetzt – mit dem iPad Air 2 – wohl der Vergangenheit angehört. Neue Merkwürdigkeit ist das Beibehalten von drei iPad Mini-Linien, zumal 2er und 3er bis auf Touch ID baugleich sind. Man darf also eine indirekte Preissenkung darin versehen, zumal die Einstiegshürde beim iPad Mini bei einem Neugerät auf 239 Euro sinkt. In diesen Preiskategorien bewegen sich auch die Mitbewerber mit ihren Geräten. Es ist wohl ein weiser Schritt, sich diesem Markt – wenn auch nicht mit dem Spitzenmodell – zu öffnen.

3. Apple führt die fest eingebaute SIM ein: Vielleicht war es ein zu heißes Eisen, aber die Nachricht, dass Apple in den USA und Großbritannien in den iPads auf eine fest eingebaute SIM setzt, darf wohl als eine der größten Überraschungen betrachtet werden. Die Abkehr von den kleinen Plastikschnippseln war längst überfällig, doch davon abgesehen schafft es für den Verbraucher ganz neue Freiheiten, wenn sie künftig kurzfristig zwischen verschiedenen Netzbetreibern wählen können. Dass das den Mobilfunkern nicht gefällt, liegt auf der Hand (und zeigt sich aktuell daran, dass AT&T da nicht so ganz mitmacht). Doch es ist meines Erachtens ein großer qualitativer Unterschied, ob ich mit einem iPad unterwegs ins Netz gehe oder mit dem Smartphone. Beim Smartphone nehmen viele eine langfristige Bindung eher in Kauf, da sie das Gerät ohnehin ständig mobil nutzen. Beim iPad gibt es gewiss viele, die das Tablet meist in WLAN-Umgebungen verwenden, aber gelegentlich dann doch mal gerne mobil online gehen würden. Dafür lohnt sich aber kaum ein Vertrag. Insofern könnte die fest eingebaute SIM mitsamt ihren positiven Auswirkungen eher zu einer Zunahme der mobilen Nutzung führen. Man darf gespannt sein, ob und wann dieses Feature auch nach Deutschland kommt.